The Maltese Falcon

Größenunterschiede 1

Größenunterschiede 1

Sie ist groß, ziemlich groß sogar und bis vor drei Jahren war sie die mit Abstand größte Segelyacht der Welt. Klar, manch ein Windjammer ist größer, aber eine Segelyacht, ein Lustschiff, hat auch andere Ambitionen und nicht den Anspruch, Fracht zu segeln. Höchstens menschliche. Der Malteser Falke, so der Name der Segelyacht, ist 88 Meter lang, 11 Meter breit, hat einen Tiefgang von 6 Metern und trägt an drei Masten über 2400 Quadratmeter Segelfläche. Und da gibt es wieder etwas besonderes darüber zu sagen, die Masten stehen unverstagt, d.h. sie werden nicht von Drahtseilen gehalten oder abgestützt. Jeder Mast ist 58 Meter hoch und steht drehbar in Lagern, die es ermöglichen, die Segel zum Wind auszurichten. Eine grandiose Meisterleistung der Ingenieurskunst. Erfunden wurde dieses Mastensystem in Deutschland und es erinnert ein wenig an das chinesische Dschunkenrigg.

Größenunterschiede 2

Größenunterschiede 2

Der Falke wurde 2005 in der Türkei gebaut und ist seit ein paar Jahren auch zu mieten. Der stolze Mietpreis beträgt 350.000 Euro pro Woche in der Nebensaison. Wer dann Ferien machen muss, wenn jeder dran ist, zahlt nochmal 40.000 Euro extra. Aber dafür gibt es dann 15 Crewmitglieder inklusive, die den maximal 16 Passagieren wahrscheinlich jeden Wunsch von den Lippen ablesen und das Wissen, ein wirklich besonderes Schiff unter den Füßen zu haben.

Der Blick über die Maddalena-Bucht

Der Blick über die Maddalena-Bucht

Gestern ist die “Maltese Falcon” zuerst hinter uns her gesegelt, bei reichlich Wind und allen gesetzten Segeln ein stolzer Anblick. Und obwohl wir nicht langsam unterwegs waren (mit 8 bis 10 Knoten), hat sie uns irgendwann überholt. Wir konnten sie sozusagen aus allen Perspektiven bewundern. So viel Schönheit zieht natürlich an. Bald gab es einen ganzen Tross von Begleitschiffen.

Ein elegantes Weihwasserbecken in der Kirche von La Maddalena

Ein elegantes Weihwasserbecken in der Kirche von La Maddalena

Nach dem Spektakel ging es für uns weiter zur größten und namensgebenden Insel des Maddalea-Archipels, La Maddalena selbst. Cornelia hat einen Liegeplatz im Stadtzentrum reserviert und bald schon schlenderten wir durch die schöne Stadt und genossen das mediterrane Flair und das geschäftige Treiben. Abends gab es Livemusik nah beim Hafen in einer netten Kneipe. Um Mitternacht waren unsere Batterien leer und der Ruf der Koje stärker, als der der Musik. Gut gelaunt und gestärkt ging es am nächsten Tag nochmal zum nahegelegenen Supermarkt und zum Metzger.

Volker und Larissa erkunden die kleine Felsinsel

Volker und Larissa erkunden die kleine Felsinsel

Mit Larissa habe ich dann eine unbewohnte Insel erkundet. Das ganze Ensemble war wohl mal ein Wachtposten gewesen mit Wachturm, Unterkünften und einem Plumpsklo über einem Abhang. Steile Anstiege, schmale Wege mit Gestrüpp und Dornen und sandige Strandabschnitte haben wir erklommen und wurden mit einer herrlichen Aussicht über das Achipel belohnt.

Wilder Dill

Wilder Dill auf den Straßen von La Maddalena

Danach ging es auf die Zielgerade, nur mit dem Vorsegel haben wir die letzten 2 Seemeilen zu unserer Ankerbucht zurückgelegt. Dort waren wir schon vor mehr als einer Woche, als es so heftig aus westlichen Richtungen geweht hat. Und genau das soll es auch in den nächsten zwei Tagen tun. Der Anker ist tief im Grund vergraben und hält unser Schiff hoffentlich sicher.

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