Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n

17. Juli 2016, Sonntag, Baro 1010, sonnig, warm, Wind O 2-3

Heute haben wir zum ersten Mal den Verband an Nicos operiertem Beinchen abgemacht, und, nachdem Volker ihn gehörig geschimpft hat, als er dran lecken wollte, lässt er jetztdie Wunde bislang in Ruhe. Und wir ihn nicht aus den Augen. Er versucht uns aber zu überlisten, verzieht sich still und leise in die Achterkajüte, gangz ganz weit nach hinten, um sich unter der Decke zu verstecken und doch an der Wunde zu lecken. Da hat er aber die Rechnung ohne mich gemacht. Höchstens zu kurzen Mannövern ist er hier unten alleine.

Gestern sind wir um 19:00 Uhr mit unserem Beiboot in den Hafen gefahren, um die Prozession zu Ehren de la Virgen Carmen, der Heiligen der Fischer und Seefahrer anzusehen. Es war viel los, aber auch nicht mehr als sonst zu dieser Uhr- und Jahreszeit. Ich habe nochmal bei beiden Marinas nach dem Preis gefragt, tatsächlich, ohne dass ich die genauen Maße unseres Bootes nennen musste, bekam ich in beiden Fällen die Bestätigung: “Ja, der Liegeplatz für eine Nacht kostet 225€!” Ich wolltefragen, ob das inklusive Vier-Gänge-Menü und Massage ist, hab es mir dann aber doch verkniffen, und sagte nur “Das ist aber teuer!”. “Tja, es ist eben Hauptsaison”, war die Antwort. Nee, soviel zahlen wir nicht für Boot putzen, staubsaugen, Wassertank füllen und Batterien komplett aufladen, da bleiben wir lieber an unserer günstigen Boje oder vor Anker.
Die Prozession hätten wir fast übersehen, so klein war sie. Aber der Ort hat ja auch nur wenige Einwohner, und die meisten sind um diese Uhrzeit bei der Arbeit in Restaurants und diversen Läden.

Jedenfalls wurde die Carmen zum Fischereihafen getragen, dort auf einen Fischerkahn verladen, die mitprozessierenden Menschen ebenso. Die Jungfrau Carmen wurde aufs große weite Meer hinausgefahren, begleitet von zahlreichen Schiffen aller Größen und Gattungen, also Segel-, Motor-, Fischer- , Behörden- und Ausflugschiffen. So wurde die einstmal kleine Prozession auf dem Land zu einer großen ansehnlichen auf dem Wasser. Nach gut einer Stunde waren alle, samt der Carmen, wohlbehalten zurück im sicheren Hafen, wo dann eine kleine Gruppe, begleitet von Trommel und Flöte, volkstümliche Tänze aufführte.
Neben ein paar Kirmesbuden stand eine Bühne, wo erst eine Salsaformation das Publikum zum Mittanzen animierte und später eine Rockband ihre Saiten und ähnliches zum Klingen brachte. Letztere war zwar text-, aber nicht tonsicher und damit nix für unsere verwöhnten Ohren.
In der Hafenbar gab es noch einen kleinen Absacker. Der dreiviertel Mond am sternenklaren Himmel spiegelte sich im spiegelglatten Meer, mit soviel Beleuchtung fanden wir sicher unseren Weg nach Hause, äh, zum Boot.

Am Schluss unseres heutigen Blogs wollen wir nochmals ganz ganz herzlich Herrn Dr. Heissenberg für die gelungene Nico-OP und seine umfassende Beratung danken.
“Sie haben unsere Bedenken und Sorgen im Vorfeld der OP, sehr ernst genommen und und uns durch Ihre Professionalität überzeugt. Nico ist wieder in altgewohnter Art unterwegs und die Wundern verheilen bestens. Zur Nachuntersuchung in der nächsten Woche kommen wir gerne vorbei und die herzliche Einladung Ihrer charmanten Frau zum gemeinsamen Abendesssen am nächsten Wochenende nehmen wir natürlich sehr gerne an.
DANKE!”

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