Au weia!

Der Seegang hat uns immer wieder mal wach gehalten in der Nacht zum Montag, es hat gegluckert und geschaukelt, wenn die Wellen mit dem Südwind direkt in die Bucht gelaufen sind. Seit heute Morgen lässt der Wind nach und wechselt beständig die Richtungen. Die Hexe fährt Karussell mit uns, aber der Anker scheint das mitzumachen.

Mittags waren wir schön mit Samy spazieren, der Südwind hatte sich gelegt, und der Seegang war schwächer geworden. Noch war der angekündigte Wind aus Nordost nicht so stark, die ersten Böen kamen um 17 Uhr, hielten sich aber in Grenzen.

Handy in Reis

Nach einem kurzen erfrischenden Bad sitze ich gerade mit eingeseiften Haaren auf den hinteren Stufen, da höre ich einen Volker-Schrei: „Nein, das ist jetzt nicht wahr!!!“ Das Iphone war ihm aus der Hand geglitten, auf dem Steuermannstuhl aufgeschlagen und, platsch, ins Wasser gehopst. Ins Meerwasser, versteht sich. Wasser mögen unsere elektronischen Freunde ja schon nicht so gerne, aber Salzwasser ist so etwas ähnliches wie ein Todesurteil.

Nach kurzen Schrecksekunden springt Volker ins Wasser, um das Handy hochzutauchen, vielleicht können wir ja wenigstens die Sim-Card retten. Er findet es auch beim ersten freien Tauchgang, ich spüle es unter Süßwasser aus, dann hole ich die Sim-Card raus, spüle sie ebenfalls und trockne sie sorgfältig ab. Das Telefon trocknen wir so gut es geht von allen Seiten in der Sonne, dann kommt es in eine kleine Tupperdose mit Reis. Macwelt sagt, das kann helfen, muss aber nicht. Einen Versuch ist es allemal wert.Von einem früheren solchen Malheur haben wir noch ein älteres einfaches Nokia, das kommt eben mal schnell an den Ladestecker, die Sim-Card rein, telefonieren kann Volker wieder. Aber kein Whatsapp, und vor allem kein Spiegel-Online, wenn er nachts wach liegt, oder am Morgen oder auch am Tag oder Abend die Nachrichten studieren möchte, bitter bitter. Für die nächste Zeit weiß ich auf jeden Fall, wo ich nach meinen Telefon zuerst schaue, wenn ich es mal vermisse…!

Eine Böenwalze kommt

Am Abend fahren wir mit Samy zum Strand, man kann da auch im Dunkeln gut anlanden, muss nur ein Stückchen durchs Wasser waten, aber das ist ja noch warm. Ich sehe schon, wie Volker nervös während des Essens im dortigen Lokal immer wieder zu unserem Boot hinüber schaut. Irgendetwas scheint nicht in Ordnung, er will aber nicht so recht heraus damit, was ihm Sorge bereitet. Erst als wir uns auf den Rückweg zur Hexe machen, sage ich: „Der Segler hat sich aber nah an uns heran gelegt.“ „Ja, und genau deswegen fahren wir jetzt dorthin und scheuchen ihn weg!“, sagt Volker.

Gesagt, getan. Wir klopfen an das Boot, versuchen dem Mensch auf Englisch, Französisch und Italienisch klar zu machen, dass das überhaupt nicht geht, dass er über unserer Kette liegt, und er sich bitte woandershin legen soll. Er liege ganz sicher, habe 25 m Kette draußen und zwei Ankeralarme, er würde aufpassen. Aber Volker lässt nicht los, er solle sich doch einen anderen Platz suchen, hier seien zwei Kilometer Strand, da müsse man doch nicht bei vorhergesagtem Starkwind so nah bei einem anderen Boot ankern.

Das Gelbe sind die Schiffsbewegungen von heute Nacht

Wir fahren erbost zur Hexe zurück, aber der Einhandsegler macht keine Anstalten, den Anker zu lichten. Jetzt wird Volker richtig böse, ich erkenne das immer daran, wenn sich seine Stimme überschlägt und ganz heiser klingt. „Go away, go away…“ Schließlich holt der andere den Anker hoch, zuerst sieht es so aus, als habe er sich tatsächlich in unserer Kette verhakt, wir stehen schon bereit, einen Zusammenstoß abzumildern, dann fährt er mit Vollgas an uns vorbei und ankert schließlich weit draußen in der Bucht. Wahrscheinlich wollte er jetzt auch nur seine Ruhe haben.

Es sieht direkt gut aus!

Die Nacht zum Dienstag war in Ordnung, der Wind kaum über zwanzig Knoten, die Bucht von Lacona ist ideal gegen alle nördlichen Winde geschützt. Heute Morgen hat Volker das Windsurfbrett ausgepackt, auch hierfür ist die Bucht gut geeignet. Surfen scheint wie Radfahren oder Flöte spielen zu funktionieren: Wenn man es einmal gut kann, verlernt man es nicht mehr. Ich habe ein paar Szenen gefilmt, die stelle ich demnächst auf Youtube.

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Ein Kommentar zu Au weia!

  1. Gerd sagt:

    Volker, das Segel auf dem Surfboard ist aber klein. Da geht noch mehr

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