Der erste Tag

Seit 14:00 Uhr sind wir aus der Abdeckung der Insel heraus, die leichte Atlantikdünung lässt die Hexe jetzt ein bisschen mehr schaukeln, aber es ist immer noch sehr sanft. Samy schläft und schläft, erst als Volker sich ein Brötchen mit Leberkäse macht, wird er wach und folgt ihm auf Schritt und Tritt. Mein erster Versuch, einen Position Report einzustellen ist gescheitert, vielleicht klappt es gleich einmal. Eben habe ich noch die letzten Gribfiles über das Internet geholt, heute Abend werde ich es über das Pactormodem versuchen.
Es ist relativ kühl, kleine Schleierwolken verdecken die Sonne, sodass wir in langen Hosen und mit Jacke segeln. Noch kann man am Heck Lanzarote und La Graciosa gut erkennen, nur voraus liegt der weite Atlantik.
20:00 Uhr Baro 1014. Die Wellen haben ein bisschen zugenommen, nur der Wind bleibt immer unter acht Knoten, der Motor läuft weiter mit. Der Himmel ist eher bewölkt. Volker bereitet die Grillspieße zum Abendessen vor, und auch der Hund hat seinen Teil vom Fleisch gekocht bekommen.
Nachmittags habe ich im Funk plötzlich deutliche Stimmen gehört, als ich eigentlich nur mails verschicken und Gribfiles anfordern wollte. „Die Stimme kenn ich doch!“ Tatsächlich war Ralf von der Malwieder am schnacken mit einem Wolfgang aus Tarragona. Frech hab ich mich mal kurz in die Unterhaltung eingemischt, und wir haben noch einmal bekräftigt, dass wir heute Abend uns in der Intermar-Funkrunde treffen wollen, 20:00 Uhr UTC auf 14.313, mal sehen, ob ich hier auf dem Meer gut hören werde.
20:40 Sonnenuntergang. Wir stellen fest, dass der Hund glücklicherweise, heimlich still und leise am Steuerbord-Heck gepinkelt hat, Super! Intermarfunkrunde klappt super, es sind wieder die gleichen wie vorhin, Wolfgang und Ralf, wir schnacken ein bisschen über unsere jeweiligenStrecken- und Windverhältnisse und Wolfgang erzählt Schauergeschichten von Walen im Mittelmeer.
23:00 Uhr. Der Wind hat sich stabilisiert und Volker segelt, während ich versuche zu schlafen. Danach geht das viel besser, das Schlafen, meine ich.

Donnerstag 24. Mai 2018, 01:99 Uhr, Baro 1015, Wind 12 – 15 Knoten, TWA 105, DTW 510 sm
Auf See, Position 30°04.58 N / 012°22.24 W, Speed 7 – 8 Knoten
04:00 Uhr: Der Wind raumt weiter, es sind jetzt eher 135° Windeinfallswinkel, geht gerade noch so mit der Genua. Volker schläft im Salon. Am Abend haben die den Tisch herabgesenkt, und so gibt es dort eine große Liegewiese, Platz genug für Herr und Hund!
08:00, Position 30°42.54 N / 011°44.41 W, Sonne-Wolken-Mix, Wind 14-16 Knoten WsW
Nachdem es mir in der Nacht soooo kalt war, konnte ich mich heute morgen von 06:00 bis 08:00 mit zwei Decken im Bettchen aufwärmen. Nun darf der Skipper schlafen, der die ganze Zeit den Segeltrimm übernommen hat. Bei diesem unstetigen Wind ist andauern was zu zubbeln, die Segel fieren, die Segel trimmen, der Großbaum hat einen Bullenstander bekommen, damit er nicht umschlagen kann. Noch 457 Meilen bis Gibraltar, ein Etmal von 154 Meilen am ersten Tag, wenn das weiter so geht sind wir Sonntag morgen angekommen.

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