Die Überfahrt

Route nach Porquerolles

An La Revellata, dem Leuchtturm vor Calvi müssen wir noch vorbei, dann gehen wir auf Kurs 281° Richtung Porquerolles. Die See ist ruppig, die Wellenhöhe beträgt geschätzt zwei bis drei Meter, und die Hexe wird ganz schön durchgeschaukelt. Dafür sind wir schnell unterwegs und nachmittags soll der Wind ein bisschen abnehmen, Im Moment haben wir immer wieder mal über 20 Knoten, meist 18 – 19, und das Wasser spritzt hoch durch das Trampolin.

Die komplette Elektronik wird geladen

Volker hat, sehr vorausdenkend, gleich ein Reff ins Groß gebunden, auch die Genua ist um gute zwei Umdrehungen verkleinert. Auf der Luvseite sind ist das Cockpitzelt zugezogen und feste eingehängt, damit möglichst kein Wasser den Weg ins Boot findet.

Wir können den Navigationsbildschirm beständig anlassen, auch Computer, Ipad und Handys werden geladen, denn der Hydrogenerator sorgt dafür, dass wir genug Strom haben. Bei diesen Geschwindigkeiten lädt er viele Ampères in die Batterie. Wir schalten sogar den Solar-Lader aus, nur der Hydro soll laden, denn wenn die Batterien voll sind, macht er schrecklichen Lärm, und man muss ihn wieder aus dem Wasser holen. Bei den Wellen mache ich mir immer ein bisschen Sorgen, wenn Volker da hinten auf der Badeplattform herum turnt.

Die Motoryacht schlägt in die Wellen

Auf dem Bildschirm sieht man, wie nahe wir aneinander vorbei gefahren sind

Um 13:50 Uhr fährt eine 27 m lange Motoryacht, die „Magnum Force“ keine 200 Meter vor unserem Bug vorbei, sie fährt 355°, fast genau in die Wellen, und schlägt auch trotz ihrer Länge ganz schön auf. Hoffentlich haben die ihr Geschirr und die Gläser gut gesichert! Aber auch uns heben die seitlich anrollenden Wellen ganz schön an, sechs Grad nach Backbord, und dann wieder zurück, und wieder hin, das ist ein Geschaukel!

Nach 15:00 Uhr lässt der Wind ein bisschen nach, die Wellen sind nicht mehr ganz so hoch. Bald schütten wir das Reff aus dem Großsegel, und kurze Zeit später kommt der Code D zum Einsatz, damit wir auch weiterhin mit gut neun Knoten Fahrt dem französischen Festland entgegen kommen.

Mit Topfklammern gesichert steht der Gulasch auf dem Feuer

Volker kocht einen hervorragenden Gulasch und macht aus den alten Brotresten Semmelknödel, sehr fein, dazu gibt es frisches Sauerkraut, das wir gestern beim Super U gefunden haben. Leider lässt nach dem Essen und dem anschließenden Sundowner der Wind deutlich nach und kommt direkt von achtern, sodass wir den Code D wieder einrollen, und den Motor anwerfen.

Um 20:00 Uhr beginnt die Kinozeit, der Laptop steht mit Festplatte bereit, damit wir einen Film schauen können, ca. alle zehn Minuten halten wir ihn an, schauen draußen mit dem unter Seglern berühmten Rundumblick in die Gegend, außerdem läuft das Radar, durch die Motoren haben wir genügend Strom.

Der Sonnenuntergang verheißt für morgen schönes Wetter

Bei einem solchen Rundumblick stellt Volker fest, dass der Wind jetzt ausreicht, die Genua wird ausgerollt, der Motor ausgestellt, und viel leiser als vorher segeln wir durch die dunkle Nacht. Die schmale Mondsichel hat sich schon früh verabschiedet, aber der Sternenhimmel ist großartig. An Steuerbord sieht man den Lichtschein von Cannes und anderen Orten an der Côte d’Azur, an backbord kommen wir langsam einem Segler näher, der fast den gleichen Kurs fährt wie wir.

Nach dem Film wechseln wir uns mit der Wache ab, allerdings schickt Volker mich um Mitternacht ins Bett und verspricht, mich zu wecken. Zwei Meilen vor dem Wegepunkt außen vor Port Cros wache ich auf, ich habe anderthalb Stunden geschlafen und er hatte halt die ganze Zeit Wache.

Jetzt sollte ich dran sein, aber zwischen den Inseln wird der Wind weniger, ich dachte, das stehe ich durch, da kann der Skipper mal eine Stunde schlafen, aber Pustekuchen, der ist schon wieder wach und der Motor muss mitschieben. Drei Meilen vor der Nordspitze von Porquerolles rollen wir um 03:00 Uhr die Genua weg, jetzt schieben sogar beide Motoren. Noch gut fünf Meilen bis zum Ankerplatz.

Ankerplatz mit Hexe

Um 04:00 Uhr liegen wir am Ankerplatz, alles weggeräumt. Nach einer kurzen Nacht gehe ich um 08:30 mit Samy im Beiboot zum Land, hier ist noch richtig was los, Touristen ohne Ende und viele Boote, wunderbar im Sonnenschein.

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