Nicht nur Fotoausstellung in Gruissan

Sonntag, 30. Oktober 2016, Baro 1021, sonnig, kein Wind, dafür 0,5 m Welle
Gruissan 09:30 – Cap d’Agde 14:30, 22 sm

Die Burg und die Flamingos spiegeln sich im Etang

Die Burg und die Flamingos spiegeln sich im Etang

Bei strahlendem Sonnenschein nehmen wir Abschied von Gruissan. Schon beim Ablegen nimmt der wenige Wind weiter ab, bei 2-3 Knoten setzen wir noch nicht mal das Großsegel. Aber eine unangenehme Welle steht in der Hafeneinfahrt und leider auch draußen, pb das wohl von dem “Medicane” kommt, ein subtropischer Wirbelsturm, der zwischen Sizilien und Malta getobt hat?
Wir jedenfalls sind ein bisschen wehmütig, denn Gruissan hat uns, trotz der Betonarchitektur am Hafen, gut gefallen. Der Ort ist nett und unaufgeregt, die Leute freundlich, die Menschen in der Capitainerie sehr kompetent und hilfsbereit. So hat uns die Hafenmeisterin gestern auf eine Fotoausstellung im Grand Palais hingewiesen. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen.

Plakat der Ausstellung

Plakat der Ausstellung

Neben zahlreichen Blumen-, Tier- und Landschaftsfotographien gibt es eine große Wand mit Portraits von Vendée-Globe-Skippern, und vielen anderen schönen Segelmotiven. Die Vendee Globe ist eineEinhandregatta für 60 Fuß-Yachten, die “Open 60″s und führt von Les Sables d’Olonnes in der Bretagne alle vier Jahre einmal non-Stop um die Welt. Was für echte Kerle und Mädels, eben.

Picassos erste Geliebte

Picassos erste Geliebte

Ein anderer Stand entführte uns in die Geschichte der Fotographie, zwei Männer erklären und erzählen begeistert von ihrem Hobby. Es gibt u.a. Daguerreotypien, darunter angeblich eine von Fernande Olivier, der ersten Geliebten von Picasso, handcolorierte Schwarzweiß-Bilder, zahlreiche Fotoapparate aus älterer und neuerer Zeit sowie einen Tisch, der ganz der Stereo- oder 3D-Fotographie gewwidmet war, Axel, Du hättest Deine helle Freude gehabt, an diesen wunderbaren alten Apparaturen!

3D-Betrachtungsgeräte

3D-Betrachtungsgeräte

11:50: Auf den Wellen kräuselt es sich, sollte da doch ein bisschen Wind kommen? Hoffnungsfroh setzen wir das Großsegel, rollen die Fock aus, nur um festzustellen, dass es mal gerade für 1-1,4 Knoten Fahrt reicht. Es ist zwar sehr friedlich so, weil jetzt die Hexe mur leicht von den Wellen angehoben wird, und sanft wieder runter hleitet, anders, als wenn man sie mit Motorkraft durchpflügt und auch mal in so ein Wellental kracht, aber 3 Knoten Wind reichen nicht mal für unsere Hexe zur schnelleren Fahrt. Abgesehen davon, dass das bisschen Wind genau aus Cap d’Agde kommt, wir müssten also auch noch kreuzen, und kämen nicht vor Mitternacht an.
Also Motor wieder an.

Impressionen von unterhalb der Burg

Impressionen von unterhalb der Burg

Und nochmal im Geiste zurück nach Gruissan. Nach der Fotoausstellung war es Zeit für Sonnenuntergangsfotos über dem Etang, von der Burg aus und für einen Apéritif in der Ortskneipe, immer noch warm genug, um mit vielen anderen draußen vor der Tür zu sitzen. Auch hier haben wir wieder nette Menschen getroffen und uns mit ihnen unterhalten. Volker war in guter Stimmung und großzügig mit dem Trinkgeld, am Schluss hat uns der Kellner einen Drink ausgegeben!

Zurück zum Logbuch: Auch wenn in der Ferne ein paar weiße Segel zu sehen sind, der Wind macht sich dünne, die anderen können entweder nur treiben, oder sie motoren, genau wie wir. Doch es ist angenehm warm, wenn man aus dem Fahrtwind wegbleibt, die Wellen sind niedriger geworden, Cap d’Agde strahlt uns weiß entgegen. Als wir das letzte Mal dort waren, konnten wir im Meer schwimmen und am warmen Strand liegen, das Schwimmen würde jetzt schon ein bisschen Überwindung kosten, unser Bordtermometer zeigt zwar 20 Grad Wassertemperatur an, aber ich glaube, das lügt.

13:00: Es geht doch! Es kommt ein bisschen Wind, und, schnappdiwapp, springt die Hexe bei 8-10 Knoten scheinbarem Wind sofort an und segelt mit 4,3 Knoten los. Für den Skipper ist damit die Welt wieder in Ordnung, zwar muss die lange Bux wieder angezogen werden, mein Spaghettiträgerhemd wird mir auch zu kalt, aber Volker sitzt glücklich am Steuer und wir kreuzen die letzten Meilen zur Hafeneinfahrt.
Wären wir heute morgen nicht so ungeduldig gewesen, hätten wir vielleicht den ganzen Weg segeln können…
In Cap d’Agde ist der Hafen komplett voll, hier findet eine der größten Gebrauchtbootmessen statt, aber dazu morgen mehr vom Skipper. Wir finden einen Platz an einem großenKatamaran, selbst für Strom und Wasser reicht es, morgen sehen wir weiter.

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