Hexentag des Tages

Der Skipper am Anfang des Tages

Der Hexentag des Tages heißt “Samy under Sails”, denn der Hund war großartig auf der Überfahrt nach Lanzarote! Hier das Logbuch:

Samstag, 21. April 2018, Baro 1015, Sonne-Wolken, 16°, Wind WSW um 5
Santa Cruz de Teneriffe 09:00 –  Puerto Calero auf Lanzarote 22.4.2018 02:45, 148 sm

Eigentlich wollten wir um 07:00 Uhr ablegen, aber da war dermaßen furchtbares Wetter, die Wolken hingen bis zum Meer, es regnete, eklig, dass wir beschlossen haben, noch ein bisschen abzuwarten. Es hetzt uns ja auch keiner. Ob wir nun morgen früh um vier oder um acht oder um zwölf in Lanzarote ankommen, ist schon egal.

Der Regen ist vorbei

Um 09:00 war es aber dann doch soweit, Leinen los in Santa Cruz, sonst schlagen wir hier noch Wurzeln! Langsam motoren wir durch den Hafen, winken Gary und Tina von der Dragon ein „Adieu!“. Draußen ist Leeküste, kein Schwell, ideal zum ersten Segelsetzen nach so langer Zeit, und zum ersten Mal für Samy. Zunächst ein Schrecken: Die Großschotklemme scheint nicht zu halten, die Leine läuft einfach so durch. Doch bei näherer Inspektion findet Volker den Fehler, es war nur ein wenig Dreck auf der Schot, jetzt funktioniert auch das. 09:30 sind die Segel gesetzt, das Groß im 1. Reff, denn wir erwarten außerhalb des Inselschattens 17 – 20 Knoten Wind, die Genua steht voll, und mit einem Raumschotkurs beschleunigt die Hexe schnell auf über acht Knoten Fahrt.

Als wir aus der Abdeckung der Insel heraus sind, baut sich eine ordentliche Welle von backbord auf, und kurzfristig schwächelt der Wind mit elf Knoten, zehn Minuten muss der Motor mit schieben, dann kommen wieder 25 Knoten Wind.

Den Regen kann man im Radar sehen

Um 13:00 Uhr geht erneut eine Front durch, diesmal kann ich auf dem Radar den Regen sehen. Die erste Wolke zieht vorne vorbei, aber der zweite Teil erwischt uns, der Himmel schüttet eimerweise Wasser aufs Boot. Ich glaube, mein Skipper ist gar nicht so traurig darüber, vielleicht ist jetzt der schwarze Sand aus Santa Cruz richtig abgewaschen. Volker hat nämlich gestern dreimal das Schiff gewaschen, kaum war er fertig, kamen die nächsten Schauerböen, mit ordentlich schwarzen Steinchen aus den Lavabergen, oder vom Parkplatz.

Unglaubliche Wassermengen

Nach vierzig Minuten ist auch dieser Seeschauer vorbei, der Skipper bekommt sein Mittagessen, und wir wechseln die Genua auf die andere Seite zum Schmetterling. Nach Durchzug der Front hat der Wind weiter auf achtern gedreht. Allerdings muss man die Wolkenfelder am Heck im Auge behalten.

17:00 Uhr: Ein Frachter mit Ziel Lissabon kreuzt unseren Weg, gerade noch zu sehen, und das AIS sagt, dass in 10 Meilen Entfernung eine 12m-Yacht ebenfalls passiert hat, aber die konnten wir nicht sehen, schon gar nicht bei den doch ganz ordentlichen Wellen. Der Wind frischt zwischendurch immer mal auf gute 22 Knoten auf, dann geht er wieder auf 16 – 17 Knoten herunter, nur die Wellen bleiben und schaukeln die Hexe durch.

Ein kleines Stückchen ist am Unterliek des Vorsegels abgescheuert, da müssen wir wohl mal einen Segelmacher finden, der das repariert. Ich glaube, in dem Fall streikt meine Singer-Nähmaschine.

Samy macht sich total gut, allerdings haben wir ihm auch zugestanden, dass er sich das Salonsofa erobert. Anfänglich war er noch ziemlich nervös, aber seit er auf das Sofa darf, liegt er entspannt schlafend meist auf seiner blauen Decke. Nur als der Skipper sich auch hingelegt hat, musste er sich ein bisschen näher ran kuscheln.

1:00 Uhr, Baro 1012, dunkel. Ab und zu kreuzt ein Frachter oder ein Tanker unseren Weg, auch zwei Segelboote, die haben wir aber nur auf dem AIS gesehen. Eine kleine zunehmende Mondsichel steht hoch am Himmel, wenn keine Wolken mehr kommen, soll sie uns bis 02:00 Uhr begleiten.

Samy liegt auf dem Sofa, lässt die Segelei über sich ergehen, wir haben ihn schon mehrfach übers Boot geführt, besonders hinten zu der Stelle, an der er am ersten Tag gepinkelt hat, aber jetzt macht er nichts, gar nichts. Tatsächlich hat er durchgehalten bis Puerto Calero. Klar, es wäre uns lieber gewesen, er hätte zwischendurch etwas gemacht, denn vier Tage bis Gibraltar kann er nicht anhalten… Aber er ist sooo brav, wir sind ganz gerührt, wie gut er sich an seinem ersten Segeltag verhalten hat. Im Hafen bekommt er den ersehnten Spaziergang gepaart mit Leckerlis und einem großen Lob.

Der neue und alte Liegeplatz der Hexe in Puerto Calero

Insgesamt war es ein schöner Tag, am Ende sogar mit richtig gutem Wind aus 120°, Topspeed war 14,8 Knoten, wir sind zufrieden, und nach Hundespaziergang und Boot aufklaren gibt es um fünf Uhr in der Früh ein Bier unter dem Sternenhimmel am Steuerstand, dann fallen wir müde ins Bett.

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Ein Kommentar zu Hexentag des Tages

  1. Astrid sagt:

    Gewonnen … 😉

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