Im Frühtau

Montaña La Caldera

zu Berge wir zogen. Gestern hat es Trevor und mich früh aus den Federn gezogen, der Berg rief nach uns und wir sind dem Ruf gefolgt. Die höchste Erhebung von Los Lobos,  ist ein 127 Meter hoher Berg, oder noch genauer ein halber vulkanischer Kraterberg. Der erste Kilometer vom Strand aus führt über einen befestigten Weg und ein paar hundert Meter weiter beginnt der steile Anstieg. Einhundertsiebenundzwanzig Meter hört sich erstmal nicht wirklich anstrengend an, doch wie bei so manch anderem Berg ist die Steigung relevant. Und da hat es “unser Berg” so richtig in sich. Schon nach gut 30 Meter Anstieg schlägt das Herz spürbar schneller und die Atemfrequenz steigt. Weiter oben brennen die Oberschenkelmuskeln.

Trevor beim Aufstieg

Volker auf dem Gipfel

Nach 30 Minuten Anstieg ist ein Ende der Anstrengung in Sicht. Auf der Nordseite hat man einen herrlichen Ausblick über den Kraterrand. Lanzarote und Fuerteventura liegen zum Greifen nah, der leichte atlantische Wind sorgt für angenehme Kühle. Langsam gehen die beschleunigten Vitalwerte wieder nach unten und wir genießen den 360-Grad-Panoramablick, zücken das Smartphone, um ein paar Fotos zu schießen und erfreuen uns an der morgendlichen Ruhe und Einsamkeit.

Der Abstieg dauert beinahe länger als der Aufstieg, da man sehr darauf achten muss, wo man seine Füße bei dem rutschigen Gestein hinsetzt. Zurück an Bord erwartet uns schon der gedeckte Frühstückstisch.

Flechten mit roten Blüten

Kurz danach tausche ich zum zweiten Mal Boots- gegen Wanderschuhe, Cornelia will mit mir das komplette Eiland erwandern und das lohnt sich! Los Lobos erscheint von außen auf den ersten Blick wenig abwechslungsreich, doch wer einen Ausflug ins Inselinnere wagt, wird eines Besseren belehrt. Zuerst machen wir uns auf den Weg zum Leuchtturm, der im äußersten Norden der Insel liegt. Obwohl die ganze Gegend eher felsig und sandig ist, entdecken wir einige, zum Teil blühende Pflanzen, die der Trockenheit trotzen.

Der Binnensee

Der Leuchtturm

Der Leuchtturm selbst liegt auf einer Anhöhe und bietet sich als Aussichtsplattform an. Direkt unterhalb liegt ein kleiner Brackwasser-See, der von einer Vogelart bewohnt wird, die uns stark an Austernfischer erinnert.

Schneckenhäuser

Blick vom Leuchtturm über die Insel

Der weitere Weg wurde von mir spaßeshalber als “Death Valley”, also totes Tal bezeichnet. Es gibt dort nur Sand, kleine Vulkanhügel und Gesteinsbrocken. Noch weiter auf dem Weg zu dem einzigen kleinen Dorf auf Los Lobos, finden wir am Wegesrand abertausende kleine weiße und leere Schneckenhäuser und rätseln, wann die wohl dahin gelangt sind.

grüne Gewächse in einem der Täler

Kurz darauf wird es richtig grün, links und rechts des Weges wachsen Hartlaubgewächse verschiedener Art und es gibt sogar ein paar Grasflächen. Einige Minuten, bevor wir diesen grünen Abschnitt passieret haben, hat es dort sogar aus einer einzelnen Gewitterwolke heraus geregnet. Vielleicht gibt es an dieser speziellen Stelle einen besonderen meteorologischen Effekt, denn am nächsten Morgen sind diese Stellen immer noch feucht.

Der Ort 

Restaurant auf Los Lobos

Die kleine flache Lagune

Das kleine Dorf”Casas del Puertito” besteht aus ein paar Steinhütten, die angeblich Fischer als Wochenendhäuschen bewohnen, einem beinahe zu übersehenden Restaurant sowie einem Anlegesteg für die Fähren, die mehrmals täglich Tagesgäste zur und von der Insel bringen. Am Ende des Rundgangs standen 12,3 Kilometer auf meinem Schrittzähler und wir können nur jedem Fuerteventura-Urlauber einen Besuch von Los Lobos ans Herz legen.

Die Hexe in der Ankerbuch vor Los Lobos
von Reinhard Cuny aus dem Flugzeug fotografiert

Am Abend gab es dann eine heitere Wiedersehensfeier mit Dörte, Felix und Harald. Dörte und Felix haben wir im Sommer 2013, bei unserem Sommersegeltörn nach Polen, kennengelernt. Seitdem haben wir uns leider nicht wiedergesehen, umso größer war gestern Abend die Freude und es wurde eine ziemlich ausgelassene Wiedersehensfeier, mit reichlich Bier, Wein, Cocktails, Rum und dem obligatorischen Lotusgrillen. Heute Morgen war es dann entsprechend ruhig an Bord, man könnte von Katerstimmung sprechen.

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Ein Kommentar zu Im Frühtau

  1. Es war sehr schön mit und bei euch. Einen Kater haben wir nicht verspürt, ganz im Gegenteil, am nächsten Morgen schmeckte der Sekt mit euch schon wieder. Hoffentlich kriegen wir das mal wieder hin . .

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