Menorca rund

14. Juni 2016, Baro 1006, bedeckt, ca. 25 Grad, Wind NO um 4
Mahon 09:15 – Ciudadella
Entgegen den Plänen von gestern mittag beschließt der Skipper direkt nach dem Aufwachen, einen frühen Start in Richtung Ciutadella zu wagen. Zwar war das Angebot von Alberto verlockend, dass wir seinen Wagen haben können, um im Sipermarkt Eroski mal so richtig zu bunkern, aber der ordentliche Ostwind spricht eher für den Schlag nach Westen.
Als wir aus der Bucht herausfahren, treffen wir auch auf eine ordentliche Welle, aber mit halbem Wind macht die Hexe locker 7-8 Knoten Fahrt, sowas hatten wir ja schon lange nicht mehr!
Ab dem südöstlichsten Zipfel Menorcas, Punta Prima. mit der vorgelagerten Insel Illa de l’aire sind die Wellen weg und wir genießen eine entspannte Fahrt entlang der Südküste Menorcas. Diese ist, im Gegensatz zu dem kargen Norden, deutlich stärker besiedelt, immer wieder tauchen kleine Orte auf, die meisten scheinen Feriensiedlungen zu sein, fast alle sind hübsch, nur ganz selten stört ein Hotelklotz oder unschön gebaute Ferienhäuser das Bild.
12:30: Der Wind lässt ein bisschen nach und raumt immer weiter, wir segeln mit ausgebaumter Fock, müssen halsen, danach kommt auch Bulli, der Bullenstander wieder an die Arbeit und hält das Großsegel fest. Wir diskutieren die Taktik für die nächsten Tage, im Moment sieht die Planung so aus: Morgen nach Alcúdia, Freitag weiter nach Pollença oder Andratx, Samstag oder Sonntag nach Palma.
13:45 sind wir am Cap d’Artrutx, dem südwestlichsten Punkt Menorcas, nach einer Halse geht es mit halbem Wind auf die Zielgerade.
Als wir in den Hafen einlaufen, müssen wir doch tatsächlich feststellen, dass die Marina Club Nautico voll ist, jeder Platz belegt, der Segelclub Camargue ist mit einer ganzen Flotille da und besetzt alle Plätze. Na, so was! Wir fahren einfach weiter in die Cala hinein, um unser Glück beim Ports IB zu versuchen, eigelntlich nehmen die hier keine Boote über 12 Meter. Wir legen an einem Steg an, wo man eigentlich nicht anlegen darf, und ich versuche, mit Hund, mein Glück beim Marina Office. “Eslora (Länge), Señora?” “Oh, 12,40 m? Solo hasta 12 metros!” Naja, ich bitte schön, und sage, es ist nur für eine Nacht, und dann muss ich versprechen, dass wir morgen, auch wenn schlechtes Wetter ist, ablegen, und wir bekommen einen Platz am Steg 1 Platz 1!

15. Juni 2016, Mittwoch, Baro 1000, Sonne/Wolken-Mix, warm, Wind SSW um 4
Ciudadella 08:30 – Cala de s’Aguila 14:00
Wieder gibt es einen frühen Start. Die Wetterberichte sind – wie. Immer – uneinig, Lammarete zeigt Westwind 10-16 Knoten, windfinder und Passageweather Südwind um 10 Knoten, Wetteronline SSW 3 Beaufort. Anfänglich ist die See noch sehr ruppig, der Wind bläst mit frischen 15-17 Knoten aus Südsüdwest, nachdem das lange graue Wolkenband durchgezogen ist, lässt auch der Wind etwas nach und dreht weiter auf Süd, das ist angenehmer, und auch die Wellen sind viel netter.
10:00 Uhr es ist ziemlich diesig, von Mallorca ist noch keine Spur zu sehen, nicht einmal Cap Formentor, das wir auf dem Weg von Barcelona nach Ciutadella schon solange vorher sehen konnten, zeigt sich, und jetzt ist auch Menorca im Dunst verschwunden. Wir sind allein auf dem weiten Meer.
Nein, so allein auch wieder nicht, die Boote des Segelclubs Camargue, die uns gestern den Liegeplatz geklaut haben, sind auch schon gestartet. Zwei Boote – eine Regatta, drei haben wir schon eingeholt, das vierte ist auch gleich dran. Diesmal habe ich aber vorsichtshalber einen Platz in Alcúdia reserviert, nicht, dass die uns wieder die letzten Plötze wegschnappen.
In Fornells hat mich morgens ein Mann total verwirrt. Ich frage ihn nach einem Supermarkt: “Si, hay”, aber der sei jetzt noch geschlossen. Ich sage, ja, ich kann ja auch noch später hingehen, wo der denn zu finden sei. “Adelante”, geradeaus und dann nach links. Dabei macht er mit dem Arm eine deutliche Bewegung nach rechts. Ich wiederhole: “adelante” , zeige nach vorne und dann nach rechts, “si”, sagt er, “adelante et pues a la izquierda”, geradeaus und dann nach links. Und wieder unterstreicht er seine Worte mit einer Geradeaus-Bewegung seines Arms, und macht dann einen deutlichen Schlenker nach rechts. Das andere Links, eben.
11:00 Uhr die beiden Boote vom Segelclub, die noch vor uns liegen, motoren, diese französischen Betrüger, deshalb kann Volker sie nicht einholen, denn der Wind hat immer weiter nachgelassen. Vorhin habe ich neben den Segelkleidern auch noch die Schwimmwesten rausgeholt, jetzt tauschen wir die langen Hosen gegen kurze und einen Rock ein, und, hast Du jicht gesehen, wird ein neues Ziel festgelegt. Alcúdia muss warten, wir versuchen, zu der nordöstlichen Spitze, vorbei am Cap des Freu Richtung Cala Ratjada zu kommen. Mal sehen, wo wir landen werden.
Hinter dem Cap Des Freu lässt der Wind deutlich nach und es gibt noch jede Menge alte Welle, das ist vielleicht ein Geschaukel, das mögen wir nicht, wir biegen in die nächste Cala de s’Aguila ab und ankern über blauestem Wasser auf sandigem Grund. Und ich kann zum ersten Mal in diesem Jahr im Meer schwimmen, wie geil ist das!

Bilder müssen noch ein bisschen warten.

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