Reingefallen

Hexe vor Anker

Wir hatten eine sehr ruhige Nacht vor Anker, keine Beschallung von Stegnachbarliegern, Kneipen oder umliegenden Clubs, bzw. Diskotheken, wie man früher die Clubs nannte. Himmlische Ruhe sozusagen, inklusive kompletter Windstille. (Der Skipper hat gut geschlafen, die Diskothek hat bis 02:00 Uhr Musik gemacht, aber dann war Ruhe.)

So schön sind die Ferienhäuser hier

Dementsprechend fit und ausgeruht sind wir gegen 9 Uhr voller Tatendrang aufgewacht, haben das Beiboot klargemacht, den Hund eingeladen und sind damit die eine nautische Meile zum Sportboothafen von Saintes-Maries-de-la-mer getuckert. Dort angekommen ging es gleich per pedes auf die große Runde und durch alle Altstadtgassen. Obwohl es noch so früh ist, sind die kleinen Gässchen schon touristisch erstürmt und wir fliehen, nach dem wir unsere Einkäufe im lokalen Supermarkt erledigt haben, an den idyllisch gelegenen ortsumspannenden Kanal. Dort führt ein schöner kleiner Weg zum Etang, der mit den Camargue-typischen, relativ kleinen reetgedeckten Ferienhäuschen umgeben ist.

Libelle im Abflug

Eine schwimmende Bisamratte

Am, im und auf dem Fluss tummelt sich einiges an maritimem Leben. Neben verschiedenen Libellenarten, die Capitania mag die nicht, ich find sie wunderschön (Ich find sie auch wunderschön, aber meine Mutter hat immer gesagt, die stechen, und das ist gefährlich!), sehen wir richtig große Fische tauchen und eine große Bisamratte, die träge an der Wasseroberfläche schwimmt. Die Zeit vergeht, die Sonne steigt höher am Horizont, wir treten den Rückweg zum Schiff an.

Hüpfen vor dem Sturz…

Kaum dort angekommen, kommt ein Gruppe kleiner SegelschülerInnen nebst Segellehrer, die, in Ermangelung von Wind anstatt auf Optimisten segelnd mit dem Begleitmotorboot zu uns rausgeschippert. Nach einem freundlichen Hallo und einigen neugierigen Fragen an uns ist die ganze Kinderschar zu uns an Bord eingeladen. Mit großen und neugierigen Kinderaugen wird der Kat erkundet und bestaunt. Schnell wird das Trampolin zum Lieblingsplatz erklärt und hüpfend erobert, bis ein Kind plötzlich laut losschreit.

Das Luk

Bei den Trampolinhüpfern ist alles ok und wir brauchen eine Zeit, bis wir realisieren, dass der Schrei vom Heck her rührt. Doch dort ist nichts zu sehen und ich denke schon, dass jemand ins Wasser gefallen ist. Doch dann realisieren wir endlich, dass eins der Mädchen in eine offen stehende Luke hineingefallen ist und sich dabei am Ellenbogen wehgetan hat. Glück im Unglück, denn die Kleine ist in die Luke über unserem Bett gefallen und dabei butterweich auf unseren Matratzen gelandet. Das war jetzt schon der dritte Lukensturz, wir erinnern uns an zwei Hunde, die schon abgestürzt sind…

Zukünftig heißt es erstmal, alle Luken dicht, wenn Besuch an Bord kommt, egal ob zwei- oder vierbeinig! Übrigens, die Oceanair Mücken- bzw. Verdunkelungsrollos sind super robust und lassen sich nach einem Lukensturz einfach und schnell wieder reparieren.

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Plitsch-Platsch

So, jetzt sind in Frankreich endgültig Ferien, bei Outremer sind alle Hallentore sind zu, die Rolläden an den Büros heruntergelassen, nur bei Gunboat wird noch an der Baunummer 1 gearbeitet

Die wichtigsten Dinge unserer neuen Mängelliste sind soweit erledigt, dass wir segeln können. Heute morgen hat Volker noch mit der Flasche im Hafenbecken getaucht, um die Propeller von dem Muschelbewuchs zu befreien, das Unterwasserschiff ist auch soweit sauber, nun steht einem Ausflug aufs Meer nichts mehr im Wege. Nach letzten Einkäufen legen wir ab, segeln zunächst mit dem schönen Nordwind nach Südwesten, bis der sich zur Mittagsflaute entwickelt. Um 1300 Uhr drehen wir ab nach Osten, bei 90° Windeinfallswinkel und 6 – 7 Knoten Wind segeln wir mit 5,6 Knoten dahin, sehr schön. Leider nimmt der Wind immer mehr ab.

Hinterher trocknen Kleid und Bikini an der Reling

In der Nähe der Espiguette-Boje machen wir einen Landausflugsstop, Samy ist zum ersten Mal dabei, er weiß noch nicht genau, wie er das findet im Beiboot. Im Gegensatz zu Nico muss man ihn erstmal sehr ermuntern, darin einzusteigen. Beim Anlanden und Aussteigen stolpere ich zur Unterhaltung der Strandbesucher über meine eigenen Füße und liege – plitisch-platsch – der Länge nach im flachen Wasser. Ich kann gerade noch die Sonnenbrille festhalten, ein Schuh rutscht mir vom Fuß, wird aber am Strand angespült. Köstlich erfrischt kann ich nun mit Volker und Hund spazieren gehen.

Im Laufe des Nachmittags hat der Wind auf Süd gedreht, wir nutzen das aus und segeln noch die zehn Meilen bis Les-Saintes-Maries-de-la-mer. Aber kaum haben wir die erste Meile hinter uns, schläft der Wind ein, the skipper is not amused!

So halbwegs geht es dann doch noch mit dem Segeln, über zwei Stunden haben wir für die zehn Seemeilen gebraucht, aber um sieben Uhr liegen wir an einem schönen Ankerplatz direkt vor Les-Saintes-Maries. Jetzt schnell das gute Kleidchen an, den Hund gefüttert, und ab ins Beiboot. Es ist ein relativ langer Weg bis in die Marina, aber bei der glatten See ist das kein Problem. Wir finden einen Platz am Meldesteiger für unser kleines Bötchen, dann spazieren wir durchs Städtchen.

Heute ist Ferragosto, Mariä Himmelfahrt, und überall gibt es Veranstaltungen, die Stadt ist voller Touristen. In der Kirche spielt Zigeunermusik, draußen davor können wir eine Band mit einer Flamenco-Tänzerin bewundern, wir sind nicht ganz sicher, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, aber sie tanzt gut. Es ist ein tolles Abendlicht, nur leider habe ich die Telefone auf dem Boot gelassen, nach meinem nachmittäglichen Sturz ins Wasser, und so müssen alle diese Bilder in das schwarze Fotoalbum mit dem silbernen Knopf…

Wir finden eine kleine Kneipe, in der noch ein paar Tische frei sind, setzen uns nach dem Spaziergang zu einem Drink und ein paar Tapas, und bekommen eine großartige Street Break dance-Show zu Hiphop-Musik geboten. Drei Jungs, super durchtrainiert, mit akrobatischen Einlagen und richtig guter Choreographie. Zwanzig Minuten „Straßentheater“, super, die Gäste des Restaurants und die vorbeigehenden Passanten sind beeindruckt.

In der Arena git es heute Abend eine Stier-Schwimmbad-Show (was immer das ist), die Leute strömen in Massen dorthin, und angeblich Feuerwerk um 23 Uhr. Während unseres Nachhausewegs mit dem Beiboot gab es allerdings auch schon ein Feuerwerk, cool, das hat den Weg erhellt, und uns für andere Boote sichtbar gemacht. In Saintes-Maries-de-la-mer wird was geboten!

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Blink Blink

Gestern und heute, haben es die Capitania und ich richtig rund gehen lassen. Von 9 Uhr in der Früh bis in die späten Nachmittagsstunden haben wir in trauter Arbeitsteilung das beschlagene Edelstahl auf Hochglanz poliert, das matt-blasse, mit einer Kalkschicht überzogene Gelcoat in ein strahlendes Weiß zurückverwandelt und am zweiten Rumpf das Unterwasserschiff von der bremsenden Algenschicht befreit.

Zudem wurde der lose Backskistendeckelverschluss mit Industriekleber neu eingebettet. Die Elektriker  von Outremer haben währenddessen die defekten Led-Lampen an den Heckstufen ausgetauscht, die herausgebrochene 220-Volt -Steckdose wieder ordnungsgemäß angebracht, unser Merrwasserentsalzer wurde komplett gereinigt und ist jetzt wieder von Flugrost befreit, eine optische Augenweide. Es geht voran mit den Arbeiten an unserer Outremer, morgen soll der Rest des Motorraums an Steuerbord entrostet und wieder in einen nahezu Neuzustand gebracht  werden.

Gestern Abend gab es ein gewaltiges Himmelspektakel, das, Gott sei Dank, nicht direkt über unserem Standort stattfand. Ein fünf Stunden lang andauerndes Gewitter wütete in einiger Entfernung und schien dort stationär zu verharren. Der nördliche pechschwarze Himmel wurde von Blitzen und Wetterleuchten gleißend hell erleuchtet.

In tiefsten Tönen grollend ließ der Donner einige Male das Schiff leicht vibrieren. In LGM gab es nur ein paar heftige kurze Schauer, der Capitania ist ein super Blitzschnappschuss gelungen, auf dem die Naturgewalt gut zur Geltung kommt.

Heute Abend bleibt unsere Küche kalt, wir gehen zu unserem Lieblingsitaliener, ins “Cosa Nostra” an der Uferpromenade essen. Für morgen wurde dem Skipper ein Ruhetag verordnet, denn es melden sich nach all dem Putzen, Schrubben und Polieren ein paar Muskeln schmerzhaft zu Wort, die wir wohl sträflicher Weise vorher nicht beansprucht,  bzw. trainiert haben.

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Oh là là!

Nach einer guten Autofahrt  mit ein paar kleineren Staus nach Lyon, sind wir am späten Nachmittag gut in La Grande Motte angekommen. Anstatt des zu erwartenden sommerlichen Treibens wurden wir mit einem schweren Gewitter und Regenschauern “begrüßt” . Der Hochsommer hatte wohl einen Tag Pause. Wir ließen erstmal alle mitgebrachten Sachen im Auto und wetterten im Boot den Frontendurchgang ab.

Leider sind einige Punkte auf der To-Do-Liste seitens der Werft nicht abgearbeitet worden, und wir sind darüber ziemlich frustriert. Im Gegenteil, durch anscheinend unvorsichtiges Bootshandling, oder fehlendem Respekt vor fremdem Eigentum kamen sogar noch ein paar neue Schäden hinzu. Details erspare ich mir jetzt, weil es noch einiges zu klären gibt.

Insgesamt müssen wir leider feststellen, dass wir voraussichtlich noch einige Zeit in LGM verbringen werden, und dass unsere geplante Azorenreise erstmal ins Wasser fallen wird. Es ist jetzt zudem noch Urlaubszeit bis Anfang September in Frankreich, die meisten Mitarbeiter der Werft sind in Ferien…

Gestern Abend haben wir sehr nette französische Outremereigner kennengelernt und zwei Flaschen Cava zusammen geleert. Am späten Abend gab es anlässlich des 50-jährigen Bestehens von La Grande Motte ein enorm langes und eindrucksvolles Feuerwerk. Samy hat dem Lärm tapfer getrotzt und nur hin und wieder den Lichtschein der Raketen angebellt.

Heute haben wir ein paar schöne nautische Meilen  auf dem tiefblauen Mittelmeer zurückgelegt, kurz vor Sète geankert und tauchend die Hexe vom Algen- und Muschelbewuchs befreit. Bei 26 Grad Wassertemperatur wähnt man sich schon fast in tropischen Gefilden. Sonntag ist dann Edelstahlputzgang, da der ach so rostfreie Stahl bekanntermaßen seinem Namen leider nur teilweise Ehre macht.

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Nasser Empfang

Tatsächlich haben wir es heute früh getan: Wir sind losgefahren, Richtung Süden, nach La Grande Motte, zur Hexe.Wahrscheinlich hat niemand von unseren Freunden mehr dran geglaubt, dass wir in diesem Sommer wirklich noch den Absprung schaffen, so oft haben wir die Abreise verschoben. Einige, wenn sie uns zufällig in der Stadt getroffen haben, schauten uns mit ungläubigen Gesichtern an: “Seid Ihr immer noch da, oder schon wieder?”

Um sechs Uhr war es in Darmstadt noch angenehm temperiert, bei meinem vorerst letzten Hundespaziergang auf der Mathildenhöhe konnte man, im Trägerhemd und mit kurzem Rock, gut und flott laufen. Auch der Samy fand es angenehm und rannte ein bisschen über die Wiesen. In Deutschland war es sonnig und trocken, erst ab zehn Uhr, schon in Frankreich, kamen die ersten Wolken und nun, um zwölf, regnet es ununterbrochen aus einem grauen Wolkenhimmel, die Temperaturen sind auf 21° zurück gegangen, eben beim Pipistop fühlte sich das an wie ein Kälteschock!

Laut Wetterbericht hört es aber, zumindest in LGM, ab 17 Uhr auf, und das Thermometer klettert wieder auf sommerliche Temperaturen. Auch morgen erwarten uns Sonnenschein und 29°, das ist ein freundliches Angebot nach dem feuchten Empfang.

Wir sind sehr gespannt, wie es an Bord aussieht, ob alle Mängel erledigt sind, und werden entsprechend berichten!

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Total geschafft

Zuhause…

Die Zeit rast gefühlt mal wieder dahin, seit sechs Wochen sind wir schon in Darmstadt. Die Werft hat signalisiert, dass alle Garantiearbeiten an unserer Hexe ausgeführt sind und unsere Reise weitergehen kann. Am letzten Sonntag hat ein Nachbarlieger mit einem misslungenen Anlegemanöver noch einen Teil unserer Scheuerleiste beschädigt, verneint dies frech in einer dreisten Mail an Pantaenius, unterstellt eine Vorschädigung und kündigt auch an, dies notfalls gerichtlich zu untermauern. Ich weiß nur, dass wir ein tadelloses, vollkommen unbeschädigtes Schiff in LGM hinterlassen haben. Wie gesagt, wir reden hier von einem kleinen Haftpflichtschaden, der ohne Folgen von Pantaenius geregelt werden würde, da der Schädiger beim gleichen Versicherer ist wie wir. Schade, schade. Aber sogar die Scheuerleiste soll bereits wieder repariert sein, und wir warten mal, wie dieser skurrile Fall sich entwickelt.

Keine Hooligans, nur Fans

Heute war ich mal wieder mit meinen Freunden zu einem vorsaisonalen Testspiel der Lilienelf am Böllenfalltor. Testpielgegner war Roda-Kerkrade, ein Erstliga-Absteiger aus der südholländischen Provinz Limburg. Die 98er gewannen das Spiel souverän 4:1 und unsere Spieler überzeugten mit engagiertem Fußball.

Völlig abgeschafft kamen vor wenigen Minuten die Capitania und Petra aus der Stadt. Beide haben eine mehrstündige Shoppingtour in der Darmstädter City hinter sich, und sitzen jetzt völlig platt mit einem Perlwasser auf dem Balkon. Zum abendlichen Boulespielen unterm Platanenhain haben beide keine Lust mehr. Relaxen steht auf dem Programm, und es wird über die abendliche Restaurantwahl diskutiert.

Im Laufe der nächsten Woche wollen wir voraussichtlich nach LGM fahren, und den Darmstädter Topsommer gegen den südlichen Mittelmeersommer eintauschen. Die heimischen Sommertage  sind derzeit der absoluten Knaller und wir gehen jeden Tag zur Abkühlung an oder in den Rhein.

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Die Mathildenhöhe in Darmstadt

Im Morgensonnenschein

Jeden Morgen, wenn ich mit Samy spazieren gehe, erfreue ich mich an der Schönheit dieses Ortes. Natürlich auch vormittags oder nachmittags, aber morgens ist es besonders schön.

Spaziergänger auf dem Dachfirst

Über allem thront der Hochzeitsturm mit seinen fünf Fingern, daneben das Ausstellungsgebäude mit der auf dem Dachfirst balancierenden Figur, und vorne dran erstrahlt die Russische Kappelle mit ihren Goldtürmchen im sommerlichen Sonnenschein.

Die Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm und Russischer Kappelle

Hier ist das Zentrum des Jugendstils zuhause, viele Gebäude auf dem Hügel und rundherum in der Künstlerkolonie stammen von Joseph Maria Olbrich, dem großen Jugendstil-Architekten. So auch der Hochzeitsturm, in dem man sich heute noch das Ja-Wort geben kann, hoch über der Stadt mit großartiger Aussicht. In der Eingangshalle sieht man das Mosaik „Der Kuss“ und hier gibt es allerlei Schönes zu kaufen, so auch den Hochzeitsbecher, oder Darmstadt Memories, bei uns beliebt an Heiligabend, wenn wir uns die Geschenke verdienen müssen.

Außen am Turm prangt eine wunderschöne Sonnenuhr, und immer wieder sieht man festlich gekleidete Gesellschaften, die vor dem Eingang das gegebene Jawort mit einem Glas Sekt begießen. Oder ein launiger Butler begrüßt die Gäste und stellt den Turm vor.

Das Ausstellungsgebäude ist seit 2012 ein riesiger Bauplatz, die Kosten für den Umbau sowie für die Sanierung sind auch deutlich höher als erwartet. Nun soll der Umbau bis zum Sommer 2019 fertig gestellt sein, wir sind gespannt.

Die Russische Kapelle von hinten, mit Feierzelten

Die Russische Kappelle ist ein wahres Kleinod, eine prachtvolle kleine Kirche, die der russische Zar Nikolaus II. errichten ließ, damit er auch bei Besuchen bei der Familie seiner Frau, Zarin Alexandra, geborene Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt,  nicht auf den Besuch in einem orthodoxen Gotteshaus verzichten musste. Tatsächlich ist die Kappelle auf aus Russland importierter Erde errichtet. Noch heute werden dort orthodoxe Gottesdienste abgehalten, sonntags sowie an einigen Wochentagen begegnen mir vor allem Frauen mit duftigen Schleiern auf dem Kopf auf dem Weg dorthin. Der Rasen rund um die Kappelle und das angrenzende Wasserbassin in schönem Mosaik ist grün, im Gegensatz zum Rest der Wiese auf der Mathildenhöhe, weil der Küster der russischen Kirche jeden Morgen die Rasensprenger bemüht. Eine Augenweide!

Der Schwanentempel

Mein Favorit jedoch ist der kleine Schwanentempel, der ein bisschen im Schatten der Kappelle steht, am Ende einer großen Treppe, die von dem Olbrichweg mit seinen Jugendstil-Künstlerhäusern zur Mathildenhöhe führt. Der Regen, der vom Dach dieses Tempels abläuft, wird durch den Mund von weißen Marmor-Schwänen geführt, ich finde diesen Tempel einfach zauberhaft.

Abends treffen sich die Darmstädter gerne im Platanenhain, es gibt ein kleines Freiluft-Café dort, und genug Raum unter den Bäumen für viele Boulespieler. Auch wir lieben diesen Platz und gehen am späten Nachmittag gerne auch mal nur zu Zweit dorthin, um unsere Fertigkeiten mit den kleinen Kugeln zu üben.

Die Mathildenhöhe bei Nacht

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Irrwege im Paketdienst

Einmal, nur ein einziges Mal, habe ich unsere Adresse angegeben für eine Sendung. Ansonsten bestelle ich immer alles zu Larissas Adresse, denn in dem Haus sind nicht so viele Parteien, und immer jemand zuhause, der die Pakete für den Rest annimmt.

Doch von vorne. Seitdem unser SSB-Gerät eingebaut ist, haben wir ein Problem damit, dass es sich manchmal, ganz plötzlich, unter Abgabe eines hässlichen lauten Tons abschaltet, und die Funkeinheit „einfriert“. Es hat eine Weile gedauert, bis herauskam, dass noch mehrere Boote diesen Fehler hatten, und Icom, der Hersteller, sich bereit erklärt hat, die fehlerhaften Teile in dem Gerät auszutauschen. Dafür muss aber die Einheit nach Hamburg geschickt werden. Von den Kanaren aus schien uns das viel zu riskant, denn auch die Wiedereinfuhr würde erhebliche Probleme beim Zoll aufwerfen. Also haben wir es so geplant, dass wir zu unserem Heimaturlaub im Sommer die Blackbox mit nach Hause nehmen, und sie von Darmstadt aus versenden, und auch dorthin zurück geliefert bekommen.

Dumm war natürlich, dass wir bei der Abreise vom Boot vergessen haben, unsere SSB-Unit, die Blackbox, die hinter unserer Sitzbank verstaut ist, auszubauen und mitzunehmen. Und natürlich fiel uns das erst nach ein paar Tagen auf, als wir die To-Do-Liste abarbeiteten. Outremer hat sich freundlicherweise bereit erklärt, die Box auszubauen und uns zuzuschicken. Damit ich sie nicht noch mehr verwirre, habe ich nicht darum gebeten, dass es an Larissas Adresse gehen soll.

Am 21.6. bekomme ich die Nachricht von Outremer, dass das Paket morgen verschickt werden soll. Super, denke ich, dann haben wir ja noch genug Zeit. Aber das Paket kommt und kommt nicht. Am 29. Juni frage ich bei Outremer nach, und sage, dass ich ein bisschen beunruhigt bin. Daraufhin bekomme ich den Nachweis mit der Tracking-Nummer. Bei meinen Recherchen muss ich feststellen, dass angeblich bereits zweimal versucht wurde, das Paket zuzustellen. Nur dass wir beide Male zu der genannten Uhrzeit zuhause gewesen sind. Ich rufe bei der DPD an, bekomme die Auskunft, dass das Paket am nächsten Morgen erneut zugestellt werden soll, die genaue Uhrzeit würde ich über die Paketverfolgung am Ausliefertag erfahren.

Zwischen zehn und zwölf Uhr sitzen wir abwechselnd draußen vor der Tür, damit der Auslieferer keine Ausrede haben kann, aber es kommt kein DPD-Wagen in unsere Straße. Empört rufen wir wieder an, erst beim zweiten Anruf wird klar, dass das Paket gar nicht in den Wagen geladen wurde. Na, dann kann es ja auch nicht ausgeliefert werden. Wir bieten an, es in Raunheim abzuholen, aber das geht nicht, die Abläufe sind so mechanisiert, da kann man nicht eingreifen. Aber offensichtlich ein Paket vergessen!

Natürlich wird uns versichert, dass es am nächsten Tag zugestellt werden soll, wieder sollen wir auf der Website die genaue Uhrzeit bekommen. Ganz früh am nächsten Morgen schaue ich nach, da steht: „Wir konnten Sie dreimal nicht erreichen, das Paket wird an den Versender Outremer zurückgeschickt. Bitte setzen Sie sich mit dem Versender in Verbindung.“ Das schlägt dem Fass doch den Boden aus!

Nach weiteren Telefonaten wird uns versichert, dass unser Paket am nächsten Morgen kommt, „Nein, heute geht das nicht mehr, wir bekommen das nicht auf den Wagen“. Fast haben wir schon resigniert, da hält Volker das Paket pünktlich um 11:10 in der Hand und wundert sich, dass es so leicht ist. Kein Wunder, es ist das Pactor-Modem drin, und nicht die Blackbox, Schicksal. Es war auf jeden Fall gut gemeint…

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Halbzeit

Gänse mit Nachwuchs im Altrheinarm

oder wie die schnell Zeit vergeht, nicht nur bei der geliebten Segelei, sondern auch beim heimatlichen Sommeraufenthalt. Bereits zweieinhalb Wochen sind vergangen seit unserer Rückkehr nach Darmstadt, und fast jeder Tag ist vollgestopft mit Terminen.

Fußball-WM-mäßig hält sich unser Fernsehkonsum in Grenzen, auch wenn wir das eine oder andere Spiel verfolgen. Seit dem frühen Ausscheiden der deutschen Mannschaft denken wir darüber nach, ob wir nicht die deutsche mit der belgischen Fahne tauschen sollten, denn das belgische Team spielt einen sehr ordentlichen und sehenswerten Fußball und der Umänderungsaufwand wäre dank Farbengleichheit ja eher gering:-))

Der Kellerraum hat sich gut gefüllt und alle Bestellungen von der ehemals langen To-Do-Liste sind eingetroffen. 10 Dosen Seajet Platinum Antifouling à 2 Liter für den nächsten Unterwasseranstrich, 10 Flaschen Ethanol Brennpasten für den Lotusgrill sowie ein Ersatz-Kohlebehälter, Reißverschlüsse, um die Kopfkissenbezüge auf die Kopfkissengröße abzuändern, neue Antirutschbeläge für die Ablageflächen in der Küche, zwei neue Taschenlampen mit großen Leuchtweiten, Pflanzschalen für die Kakteen und Düngestäbchen für unsere geliebte Bordorchidee, sowie ein neues scharfes Filetiermesser

Die Navigatorin hat zur besseren Planung den Kartensatz von den Azoren downgeloaded und wir sind damit schon mal virtuell unterwegs nach São Miguel. Wann wir dann wirklich von Darmstadt loskommen, steht im Moment ein bisschen in den Sternen, denn Cornelia hat’s ordentlich im Rücken und im Moment ist trotz Physiotherapie wenig Besserung zu verzeichnen. Ein Bandscheibenvorfall wurde jedoch glücklicherweise definitiv ausgeschlossen.

Abendstimmung auf der Mathildenhöhe

Gestern fiel der Startschuss zu Darmstadts größtem Volksfest, dem “Heinerfest“. Durch die ganze Innenstadt reihen sich Imbisstände, Losbuden, Karrussels und andere Fahrgeschäfte dicht an dicht. Gut über das ganze Heinerfest verteilt gibt es zudem verschiedene Bühnen mit abendlichen Livemusik-Darbietungen, die wir gerne besuchen. Dem alljährlichen Heinerfestmotto “Kommt alle” folgen insgesamt ca. 700.000 Besucher und mit dem traditionell am Montag Abend stattfindenden  Feuerwerk gegenüber dem Schloss endet das beliebte Volksfest.

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Oldies but Goldies

Schnell gehen die ersten sieben Tage in Darmstadt rum. Der vergangene Dienstag stand voll im Zeichen der Lilie, diesmal nicht im Stadion, dafür im Staatstheater. Das Team vom Theater scheint, wie der Rest von Darmstadt, fußballbegeistert zu sein und hat ein Fußballmusical erschaffen, das als Hauptthema den Aufstieg der Lilienelf in die erste Bundesliga im Jahre 1978 hat.

Die Spieler waren  auch als “Feierabendfußballer vom Böllenfalltor” bekannt und größtenteils, entgegen der heutigen Zeit, noch in einem normalen Beruf tätig und somit keine Vollprofis. Erst im Laufe des Spieljahres wurden die Spieler an den Zuschauereinnahmen beteiligt. Leider folgte auf den Aufstieg in das Oberhaus des Fußballs der sofortige Wiederabstieg in die Zweitklassigkeit, aber die Lilienelf erwarb sich durch ihre Spielauftritte sehr viele Sympathien in der Liga.

Das Musical “Aus Tradition anders” war musikalisch, darstellerisch und bühnentechnisch sehr gelungen und der Funke der Begeisterung sprang aufs Publikum über, das aus traditionellen Theaterbesuchern und Lilienfans zusammengesetzt war. Liebe Ute, lieber Axel, vielen Dank für die Theatereinladung!

Erste Ausfahrt auf dem Rhein

Trotz leicht wechselhaften Wetters haben wir dem Dieburger Biergarten einen saisonersten Besuch abgestattet und ein typisch hessisches Kochkässchnitzel vertilgt. Dieser Biergarten, mit seinem einzigartigen alten Kastanienbestand, ist einer der schönsten in Darmstadt.

Unser kleines Motorboot schwimmt wieder im Gernsheimer Hafen und wir warten auf richtig warme Tage, damit Volker auf dem Fluss Wakeboarden kann oder wir in einem der schönen Altrheinarme baden gehen.

Im Platanenhain auf der Mathildenhöhe

Der Freitag stand ganz in m Zeichen von König Fußball, wir haben beim portugiesischen Restaurant um die Ecke das Spiel Portugal gegen Spanien auf der Terrasse angeschaut. Für ein Vorrundenspiel war das schon ein echter Kracher und beide Mannschaften spielten voller Elan – ein Sehgenuss. Gestern waren  wir mit Samy an dem Waldsee “Grube Prinz von Hessen” und haben anschließend mit Larissa und Johannes auf der Mathildenhöhe, den Lotusgrill angefeuert, die Ausblick in Rheinebene bis hin zu den Pfälzer Bergen genossen und den Sonnenuntergang bewundert.

Aus Frankreich haben wir noch keine Nachricht über den Fortgang der Reparaturen erhalten und wollen am Montag mal nachfassen…

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