Sportprogramm

Macinaggio

Gestern war Sportprogramm angesagt, das fing schon morgens früh an. Ich bin mit Samy zur Marina gefahren, wir sind dort durch den Ort gestromert, haben uns an den Auslagen der Bäckerei erfreut, und auch über den kleinen Supermarkt, der von allem etwas hat, sodass der Urlauber zufrieden gestellt wird. Das kleine Seeräubernest ist in der ersten Reihe ein bisschen herausgeputzt, aber schon in der zweiten Reihe ist seit Jahrzehnten nichts mehr gemacht worden, die Hinterhöfe verfallen.

Ankerbucht mit Hexe (links) und Pastis (rechts) und vielen Einrumpfern

Als ich dann mit Samy wieder beim Beiboot war und den Motor anlassen wollte,  spielte der nicht mit, er wollte trotz all meiner Anstrengungen nicht anspringen, also bin ich bis zum Ankerplatz zurück gerudert. Ich war natürlich nass geschwitzt und musste sofort eine große Runde schwimmen. Das Wasser ist so wunderbar, 26° und ganz klar. Nach dem Frühstück habe ich meine täglichen Rückenübungen absolviert, mittags sind wir mit Patricks Standup-Paddleboard zum Strand und haben das Stehen auf dem wackeligen Brett geübt, bis meine Beine Pudding waren, dann habe ich das Board kniend zur Pastis zurück gebracht. Am Nachmittag sind wir noch auf den Hügel gewandert, den Zöllnerpfad hinauf, und den noch steileren und engeren Schmugglerpfad hinunter. Und danach mussten wir natürlich noch einmal schwimmen, ehe wir uns mit Patrick und Annett zum Feierabendbier im Ort getroffen haben. Volles Programm eben.

Hier noch ein paar Bilder aus Macinaggio:

altes Gemäuer integriert in das neue Café

Bougainvillea vor Efeu

die erste Reihe in Macinaggio

bunte Fischernetze

Das Edel-Lokal

Die kleine Kirche

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Ein Tag auf der Insel

Die korsische Gastlandflagge wird gehisst

Backbord querab erscheint in eine Dunstglocke gehüllt Elba an der östlichen Kimm. Verheißungsvoll sind die dunklen Umrisse der italienischen Ferieninsel deutlich erkennbar, aber dennoch so weit entfernt und segelnder Weise heute nicht mehr erreichbar, denn die Tagesthermik macht schon am späten Nachmittag eine offensichtlich bis zum nächsten Tag andauernde Pause. Auch die kleinere Insel Capraia konnte man zwischendurch gut erkennen, vielleicht machen wir da einen Halt auf unserem Weg nach Elba. Ein wundervoller Segeltag liegt hinter uns, der eher verhalten und motorend begann.

Die Hexe vor Cap Corse, danke Patrick!

Um ca. 11 Uhr gingen wir und unsere Freunde von der Pastis ankerauf und steckten den Kurs auf  Cap  Corse, dem nordöstlichsten Zipfel von Korsika ab. Anfangs konnten wir bei leichten nördlichen Winden langsam und kreuzend segeln, doch nach einer Stunde war es mit der Segelei leider vorbei und unter Motor ging es nach Norden.

Die Pastis mit ihrem schwarzem Code 0

Zwei Stunden danach setzte ein segelbarer thermischer Wind ein, der schnell soweit auffrischte, dass wir schon wieder aufmerksam auf den Windmesser schielten und ans Reffen dachten. In den folgenden Segelstunden lieferten wir uns einen packenden seglerischen Schlagabtausch mit der Pastis, den wir am Ende knapp gewannen. Zwei Boote gegeneinander bzw. miteinander segelnd sind halt gleich eine Regatta. 

Die kleine, Cap Corse vorgelagerte Insel Giraglia

Kurz vor unserem Tagesziel Macinaggio, mit eben jenem Blick auf Elba, hatte der Wind endgültig ausgeweht und die letzten drei Seemeilen sind wir bis zur Ankerbucht motort. Dort hat Cornelia ihre ersten Geh-, bzw. Stehversuche auf einem Stand-Up-Paddleboard, zumindest kniend absolviert und ich war mit Samy eine große Runde auf dem Zöllnerpfad spazieren, den wir morgen wandernd noch weiter erkunden wollen.

Blick von der Festung auf die Bucht von St. Florent

Es fehlt der Vollständigkeit halber, dass wir heute am frühen Morgen schon die hochgelegene Festung in St. Florent erklommen haben, ich danach einen Propeller und einen kompletten Rumpf von jeglichem Bewuchs frei tauchend befreit habe.

Gegrillt haben wir abends noch mit Patrick und Annett, dann war irgendwie alle Energie raus und wir sind dem Ruf des Sofas gefolgt. So ein Tag!

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Weiter auf dem Weg nach Korsika

Das große Bett im Salon ist bereitet,
und Samy freut sich auch schon drauf!

Seit 13:30 hat der Wind aufgefrischt, er bläst jetzt mit 15 – 16 Knoten, und wir segeln mit 7,5 – 8 Knoten Geschwindigkeit übers leere Meer.Bis zum Abend werden es noch mehr, 21 – 22 Knoten Wind. Vor dem Abendessen mit Nudeln, Schweinelendchen und Champignon-Trüffelrahmsauce wird gehalst und dabei wechseln wir vom Code D auf die ausgebaumte Genua, dann können wir näher an der Ideallinie segeln. Nach dem Abendessen folgen die üblichen Arbeiten wie Ablassen des Code D und Wegräumen, das Fall wieder aufschießen. Im Salon bereiten wir die Liegeweise vor, sodass wir während der Nächte hier ausruhen können. Volker geht noch einmal mit Samy „Gassi“, naja, also aufs Vorschiff, aber der Hund dreht sich zwar, es kommt jedoch noch nichts raus. Morgen früh geht das bestimmt.

Sonnenuntergang am 1. Abend

So wird der Alltag beim längeren Segeln von vielen Kleinigkeiten bestimmt, ich bin am ersten Tag immer ein bisschen „durch den Wind“. Ohne dass mir schlecht ist, habe ich doch keinen Hunger, und selbst zum Wassertrinken muss ich mich zwingen. Das liegt nicht an den Umständen, es war schönes Segeln heute, Wind von hinten, Sonnenschein bis zum Untergang um 20 Uhr. Jetzt ist es pottendunkel auf dem Wasser, man sieht die Lichter von Toulon, den großen Frachtern und den Fähren. Glücklicherweise sind wir so weit draußen, dass hier keine unbeleuchteten Fischerboote herum schippern, hoffen wir zumindest. Die ca. einen Meter hohen Wellen würden es für kleine Boote sehr unangenehm machen.

Bis Samstag, 8. September 2018, hält der Wind, teilweise sind wir nachts so schnell Surfs über zwölf Knoten sind keine Seltenheit. Doch leider weiß der Wind offensichtlich, dass er um kurz nach 02:00 Uhr einschlafen soll, er macht das auch, auf 6 – 8 Knoten. Wir haben aber noch keine Lust zu motoren, versuchen es mit dem Code D und einem etwas spitzeren Winkel, so machen wir immerhin vier Knoten Fahrt. Das hält nicht sehr lange, um 03:30 ist der Code D weggepackt und wir motoren.

Die Mondsichel war so fein, dass man sie nicht fotografieren konnte

Der Sternenhimmel ist phänomenal, da kein Mond scheint und dem Sternenlicht die Show stiehlt, kann man so viele Sterne sehen, wie sonst selten, einfach großartig!

Um 06:20 fängt es im Osten an zu dämmern, eine ganz dünne Mondsichel hängt über dem sich rötlich verfärbenden Horizont. Sehr schön!

Am Morgen wechseln wir häufig zwischen Motor, Genua und Code D, beim Frühstück um 10:30 dreht der Wind OSO, jetzt segeln wir zur Abwechslung mal wieder auf Backbordbug hoch am Wind bei acht Knoten mit der Genua.

Das war nur einer von mehr als fünfen…

Das geht gut bis 15:00 Uhr, danach ist muss der Motor mit schieben. Wir planen unseren Aufenthalt auf Elba, schauen nach Marinas und Ankerbuchten, zwischendurch stellt Volker mit Entsetzen fest, dass wieder Salzwasser in der Steuerbord-Motorbilge ist. Die ausgestoßenen Schimpfwörter lasse ich hier lieber weg…

Um 16:30 Uhr kommen drei Delfine vorbei, eigentlich haben sie offensichtlich einen anderen Job, aber für einen kurzen Höflichkeitsbesuch nehmen sie sich ein paar Minuten.

Jetzt gehen bei uns die Diskussionen los. Sollen wir nicht doch lieber in Ile Rousse ankern? Das wären 20 Seemeilen weniger als bis zur Bucht von Saint Florent im Norden Korsikas. Dann fahren wir morgen die 20 Meilen. So war der Plan. Jetzt meint Volker aber, dass Ile Rousse mit den vielen Felsen in der Dunkelheit ganz schön schwierig ist, und ob wir nicht doch besser nach Calvi fahren. Das kennen wir, da wissen wir, wo man ankern kann. Auf der anderen Seite wollen wir aber Annett und Patrick von der Pastis in Saint Florent treffen.

Sonnenuntergang am 2. Abend

Seit 18 Uhr können wir die Berge von Korsika sehen, und seit 19:30 Uhr haben wir Netz und können Informationen abseits unserer Seekarten einholen. Plan ist Stand jetzt, dass wir bis zur Bucht von St. Florent segeln, da werden wir so ca. um 02:00 Uhr ankommen, und dort den Anker werfen, dann haben wir morgen einen freien Tag, und können in Ruhe den Ort anschauen.

So haben wir es gemacht, um 01:00 Uhr ist der Anker gefallen.

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Abgelegt

Um 1030 Uhr waren wir fertig, nicht mit den Nerven, aber mit Einkäufen und dem Boot. Bei leichtem Wind verlassen wir La Grande Motte für eine längere Zeit – hoffentlich. Wir lassen den Wind unseren Kurs bestimmen, bis zu Boje „Espiguette“ müssen wir motoren, danach wird das Großsegel ausgerollt, der Code D gesetzt: Die Hexe segelt mal wieder.

Gestern Abend hat Mia von Splendid C’s zu einer Pot-Party eingeladen, jeder bringt einen Pot mit, sprich etwas zu essen, Gemüse oder Fleisch oder Vorspeisen oder Wein, und es wird ein wunderschöner Abend. Wir haben alles aufgegessen und getrunken und heute morgen fit, um die Leinen loszumachen.

Mal sehen, wie weit wir kommen, bis morgen Mittag soll es Wind geben, danach schläft er laut Vorhersage ein.

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Fest geplant

Gestern Abend haben wir einen zwar nicht so langen aber dafür intensiveren Abend mit Patrick und Annett von der Pastis verbracht, den Lotusgrill angeheizt und dazu das soooo leckere korsische Pietra-Bier getrunken, das die beiden mitgebracht hatten. Heute hieß es dann schon wieder Abschied nehmen, denn Patrick und Annett wollen nach Korsika segeln und sind heute aufgebrochen. Vielleicht werden wir uns bald wiedersehen, schön wär’s.

Unsere Zeit im Mittelmeerraum wird länger dauern als gestern mittag gedacht. Die Planung steht und erst Anfang November wird die Hexe aus dem Wasser gekrant und in der neuen Produktionshalle/Lackierhalle von Gunboat für den neuen Antislipauftrag vorbereitet. Anfang Dezember soll das Schiff dann wieder segelklar zurück in sein Element gehen.

Bis dahin wollen wir noch ein paar Seemeilen in unser Kielwasser bringen und den Spätsommer in mediterraner Atmosphäre genießen. Wo genau es hingeht, machen wir vom momentan pausierenden Wind abhängig. Ab heute Nacht soll es regnen und für morgen sind ein paar kleinere Gewitterfronten vorhergesagt, die über LGM hinwegziehen sollen. Wir sind noch nicht, wie gestern geschrieben, ausgelaufen und  bleiben eher noch einen Tag  hier im Hafen. Heute war für uns Putz-, Wasch- und Einkaufstag. Ein paar kleinere Bootsjobs stehen noch auf der To-Do-Liste, perfekt zu erledigen, wenn es draußen regnet.

Ansonsten sind wir ganz entspannt und genießen das eigentlich typisch ruhige Leben an Bord.

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Gähnende Leere

Wenn ich mir so die Anzahl unserer Blogeinträge im Juli und August anschaue, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen gegenüber unseren treuen Bloglesern. Da kann man nur konstatieren, dass auf der Hexenseite tatsächlich eine gähnende Leere herrscht und wir beitragsmäßig stark hinterherhinken. Asche auf unser Haupt! In den letzten 14 Tagen gab es nicht einen einzigen Beitrag.

La Grande Motte im Sonnenschein

Wir waren (mal wieder) in Darmstadt, sozusagen dienstlich und haben ein kleines Bauprojekt angeschubst. Nach all der Zeit an Bord juckt es mich diesbezüglich irgendwie mal wieder unter den Nägeln. Und das passt auch ganz gut mit unserer Segelplanung überein, denn wir haben uns in den zurückliegenden Wochen dazu entschlossen, den Antirutschbelag von unserer Hexe, jetzt und hier in LGM erneuern zu lassen. Der verliert, wie schon mehrfach geschrieben, seit Anfang das Anitrutschgranulat, sprich die feinen Glas- oder Sandkörner, die für Rutschsicherheit an Deck sorgen. Allein, diese Intervention ist nicht mal so eben schnell gemacht, das Schiff muss raus aus dem Wasser, entmastet werden und geht dann mit dem Tieflader zurück in die Werft. Dort wird alles abgeklebt, der alte Decksbelag abgeschliffen und anschließend neu aufgespritzt. Viel Arbeit, viel Zeit, insgesamt, aber wir sind sehr froh, dass Outremer diese Arbeiten im Rahmen der Garantie ausführt. So wie es jetzt aussieht, werden wir in der Folge fast den ganzen Oktober bootslos sein. Danach können wir dann (hoffentlich) endgültig aus dem Mittelmeer raus segeln und den Winter irgendwo im atlantischen Bereich verbringen.

Es ist also recht viel in Bewegung und wir sind insgesamt guter Dinge. Seit gestern leben wir für gut 10 Tage wieder auf unserem Kat, und ab morgen wollen wir, je nach Wind, ein bisschen in  der  Gegend rumschippern. Die große Sommerhitze ist zusammen mit den Touristenmassen verschwunden und äußerst angenehme 28 Grad zeigt das Thermometer an. Windmäßig ist es total ruhig und angesichts der ruhigen Wasseroberfläche könnte man momentan das Mittelmeer mit einem Ententeich vergleichen.

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Alle Winde

Nach einem segelfaulen Tag beschließen wir beim morgendlichen Hundespaziergang, dass wir nicht in die Marina Port Gardian hier in Saintes-Maries gehen, sondern lieber ein bisschen segeln wollen, und uns mittags noch einmal über die Wetterlage informieren werden, dann können wir entscheiden, wo wir die Nacht verbringen.

Nach dem Frühstück hat der Wind leicht aufgefrischt, wir holen den Anker auf, und setzen direkt Segel. Unsere kleinen Freunde mit Segellehrer haben das bemerkt und kommen uns zu verabschieden. Der Arm der Kleinen, die am Vortag in unser Schlafzimmer gestürzt ist, hat sich gebessert, sie merkt gar nichts mehr, und begeistert winken die Jungs und Mädels uns zum Abschied zu.

Die ersten zwei Stunden herrscht leichter Wind, der Skipper hat schon wieder Angst vor der Mittelmeerflaute, doch der Cross Med, der hiesige Wetterbericht über Funk, warnt vor nordwestlichen Winden 5 – 6, südlich von Narbonne sogar 7. Um 14:00 Uhr hat jemand den Schalter umgelegt, erst sind es angenehme 10-11 Knoten, dann werden es flotte 16, später bis 20 Knoten Wind, wir reffen die Genua, dann auch das Großsegel ins zweite Reff (weil Reff 1 momentan aufgrund eines Leinenfehlers nicht funktioniert), damit wir weiterhin am Wind komfortabel segeln können. Die See ist plötzlich vom glatten Spiegel zu einer doch sehr ruppigen Oberfläche mutiert, wir müssen sehen, dass wir nicht zu schnell werden, sonst fällt das Boot so in die Wellen, dass das ganze Rigg wackelt.

15:00 Uhr wenden wir in die Bucht rein, auf dem Steuerbord-Bug zeigt der Windanzeiger sofort weniger Wind an, erstaunlich. Auf jeden Fall sind die Wellen niedriger und nicht so ruppig, je weiter wir in die Bucht reinkommen, Volker refft die Genua aus.

Am Ende haben wir auch beide Reffs im Großsegel wieder ausgeschüttet, ein bisschen Wasser in die Luftfender gefüllt, damit die beim Anlegen nicht vom Wind empor geblasen werden. Natürlich war der Wind im Hafen weniger, die Gebäude haben die ärgsten Böen abgehalten, so war auch das Anlegen kein Problem.

Und nach Gassigehen (Cornelia) und Boot entsalzen (Volker) gibt es einen kleinen Snack mit Bier und Rosé, Prost!

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Reingefallen

Hexe vor Anker

Wir hatten eine sehr ruhige Nacht vor Anker, keine Beschallung von Stegnachbarliegern, Kneipen oder umliegenden Clubs, bzw. Diskotheken, wie man früher die Clubs nannte. Himmlische Ruhe sozusagen, inklusive kompletter Windstille. (Der Skipper hat gut geschlafen, die Diskothek hat bis 02:00 Uhr Musik gemacht, aber dann war Ruhe.)

So schön sind die Ferienhäuser hier

Dementsprechend fit und ausgeruht sind wir gegen 9 Uhr voller Tatendrang aufgewacht, haben das Beiboot klargemacht, den Hund eingeladen und sind damit die eine nautische Meile zum Sportboothafen von Saintes-Maries-de-la-mer getuckert. Dort angekommen ging es gleich per pedes auf die große Runde und durch alle Altstadtgassen. Obwohl es noch so früh ist, sind die kleinen Gässchen schon touristisch erstürmt und wir fliehen, nach dem wir unsere Einkäufe im lokalen Supermarkt erledigt haben, an den idyllisch gelegenen ortsumspannenden Kanal. Dort führt ein schöner kleiner Weg zum Etang, der mit den Camargue-typischen, relativ kleinen reetgedeckten Ferienhäuschen umgeben ist.

Libelle im Abflug

Eine schwimmende Bisamratte

Am, im und auf dem Fluss tummelt sich einiges an maritimem Leben. Neben verschiedenen Libellenarten, die Capitania mag die nicht, ich find sie wunderschön (Ich find sie auch wunderschön, aber meine Mutter hat immer gesagt, die stechen, und das ist gefährlich!), sehen wir richtig große Fische tauchen und eine große Bisamratte, die träge an der Wasseroberfläche schwimmt. Die Zeit vergeht, die Sonne steigt höher am Horizont, wir treten den Rückweg zum Schiff an.

Hüpfen vor dem Sturz…

Kaum dort angekommen, kommt ein Gruppe kleiner SegelschülerInnen nebst Segellehrer, die, in Ermangelung von Wind anstatt auf Optimisten segelnd mit dem Begleitmotorboot zu uns rausgeschippert. Nach einem freundlichen Hallo und einigen neugierigen Fragen an uns ist die ganze Kinderschar zu uns an Bord eingeladen. Mit großen und neugierigen Kinderaugen wird der Kat erkundet und bestaunt. Schnell wird das Trampolin zum Lieblingsplatz erklärt und hüpfend erobert, bis ein Kind plötzlich laut losschreit.

Das Luk

Bei den Trampolinhüpfern ist alles ok und wir brauchen eine Zeit, bis wir realisieren, dass der Schrei vom Heck her rührt. Doch dort ist nichts zu sehen und ich denke schon, dass jemand ins Wasser gefallen ist. Doch dann realisieren wir endlich, dass eins der Mädchen in eine offen stehende Luke hineingefallen ist und sich dabei am Ellenbogen wehgetan hat. Glück im Unglück, denn die Kleine ist in die Luke über unserem Bett gefallen und dabei butterweich auf unseren Matratzen gelandet. Das war jetzt schon der dritte Lukensturz, wir erinnern uns an zwei Hunde, die schon abgestürzt sind…

Zukünftig heißt es erstmal, alle Luken dicht, wenn Besuch an Bord kommt, egal ob zwei- oder vierbeinig! Übrigens, die Oceanair Mücken- bzw. Verdunkelungsrollos sind super robust und lassen sich nach einem Lukensturz einfach und schnell wieder reparieren.

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Plitsch-Platsch

So, jetzt sind in Frankreich endgültig Ferien, bei Outremer sind alle Hallentore sind zu, die Rolläden an den Büros heruntergelassen, nur bei Gunboat wird noch an der Baunummer 1 gearbeitet

Die wichtigsten Dinge unserer neuen Mängelliste sind soweit erledigt, dass wir segeln können. Heute morgen hat Volker noch mit der Flasche im Hafenbecken getaucht, um die Propeller von dem Muschelbewuchs zu befreien, das Unterwasserschiff ist auch soweit sauber, nun steht einem Ausflug aufs Meer nichts mehr im Wege. Nach letzten Einkäufen legen wir ab, segeln zunächst mit dem schönen Nordwind nach Südwesten, bis der sich zur Mittagsflaute entwickelt. Um 1300 Uhr drehen wir ab nach Osten, bei 90° Windeinfallswinkel und 6 – 7 Knoten Wind segeln wir mit 5,6 Knoten dahin, sehr schön. Leider nimmt der Wind immer mehr ab.

Hinterher trocknen Kleid und Bikini an der Reling

In der Nähe der Espiguette-Boje machen wir einen Landausflugsstop, Samy ist zum ersten Mal dabei, er weiß noch nicht genau, wie er das findet im Beiboot. Im Gegensatz zu Nico muss man ihn erstmal sehr ermuntern, darin einzusteigen. Beim Anlanden und Aussteigen stolpere ich zur Unterhaltung der Strandbesucher über meine eigenen Füße und liege – plitisch-platsch – der Länge nach im flachen Wasser. Ich kann gerade noch die Sonnenbrille festhalten, ein Schuh rutscht mir vom Fuß, wird aber am Strand angespült. Köstlich erfrischt kann ich nun mit Volker und Hund spazieren gehen.

Im Laufe des Nachmittags hat der Wind auf Süd gedreht, wir nutzen das aus und segeln noch die zehn Meilen bis Les-Saintes-Maries-de-la-mer. Aber kaum haben wir die erste Meile hinter uns, schläft der Wind ein, the skipper is not amused!

So halbwegs geht es dann doch noch mit dem Segeln, über zwei Stunden haben wir für die zehn Seemeilen gebraucht, aber um sieben Uhr liegen wir an einem schönen Ankerplatz direkt vor Les-Saintes-Maries. Jetzt schnell das gute Kleidchen an, den Hund gefüttert, und ab ins Beiboot. Es ist ein relativ langer Weg bis in die Marina, aber bei der glatten See ist das kein Problem. Wir finden einen Platz am Meldesteiger für unser kleines Bötchen, dann spazieren wir durchs Städtchen.

Heute ist Ferragosto, Mariä Himmelfahrt, und überall gibt es Veranstaltungen, die Stadt ist voller Touristen. In der Kirche spielt Zigeunermusik, draußen davor können wir eine Band mit einer Flamenco-Tänzerin bewundern, wir sind nicht ganz sicher, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, aber sie tanzt gut. Es ist ein tolles Abendlicht, nur leider habe ich die Telefone auf dem Boot gelassen, nach meinem nachmittäglichen Sturz ins Wasser, und so müssen alle diese Bilder in das schwarze Fotoalbum mit dem silbernen Knopf…

Wir finden eine kleine Kneipe, in der noch ein paar Tische frei sind, setzen uns nach dem Spaziergang zu einem Drink und ein paar Tapas, und bekommen eine großartige Street Break dance-Show zu Hiphop-Musik geboten. Drei Jungs, super durchtrainiert, mit akrobatischen Einlagen und richtig guter Choreographie. Zwanzig Minuten „Straßentheater“, super, die Gäste des Restaurants und die vorbeigehenden Passanten sind beeindruckt.

In der Arena git es heute Abend eine Stier-Schwimmbad-Show (was immer das ist), die Leute strömen in Massen dorthin, und angeblich Feuerwerk um 23 Uhr. Während unseres Nachhausewegs mit dem Beiboot gab es allerdings auch schon ein Feuerwerk, cool, das hat den Weg erhellt, und uns für andere Boote sichtbar gemacht. In Saintes-Maries-de-la-mer wird was geboten!

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Blink Blink

Gestern und heute, haben es die Capitania und ich richtig rund gehen lassen. Von 9 Uhr in der Früh bis in die späten Nachmittagsstunden haben wir in trauter Arbeitsteilung das beschlagene Edelstahl auf Hochglanz poliert, das matt-blasse, mit einer Kalkschicht überzogene Gelcoat in ein strahlendes Weiß zurückverwandelt und am zweiten Rumpf das Unterwasserschiff von der bremsenden Algenschicht befreit.

Zudem wurde der lose Backskistendeckelverschluss mit Industriekleber neu eingebettet. Die Elektriker  von Outremer haben währenddessen die defekten Led-Lampen an den Heckstufen ausgetauscht, die herausgebrochene 220-Volt -Steckdose wieder ordnungsgemäß angebracht, unser Merrwasserentsalzer wurde komplett gereinigt und ist jetzt wieder von Flugrost befreit, eine optische Augenweide. Es geht voran mit den Arbeiten an unserer Outremer, morgen soll der Rest des Motorraums an Steuerbord entrostet und wieder in einen nahezu Neuzustand gebracht  werden.

Gestern Abend gab es ein gewaltiges Himmelspektakel, das, Gott sei Dank, nicht direkt über unserem Standort stattfand. Ein fünf Stunden lang andauerndes Gewitter wütete in einiger Entfernung und schien dort stationär zu verharren. Der nördliche pechschwarze Himmel wurde von Blitzen und Wetterleuchten gleißend hell erleuchtet.

In tiefsten Tönen grollend ließ der Donner einige Male das Schiff leicht vibrieren. In LGM gab es nur ein paar heftige kurze Schauer, der Capitania ist ein super Blitzschnappschuss gelungen, auf dem die Naturgewalt gut zur Geltung kommt.

Heute Abend bleibt unsere Küche kalt, wir gehen zu unserem Lieblingsitaliener, ins “Cosa Nostra” an der Uferpromenade essen. Für morgen wurde dem Skipper ein Ruhetag verordnet, denn es melden sich nach all dem Putzen, Schrubben und Polieren ein paar Muskeln schmerzhaft zu Wort, die wir wohl sträflicher Weise vorher nicht beansprucht,  bzw. trainiert haben.

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