Surfers Paradise

Das Video von den Schnorchelgängen in der Bucht bei Puerto Calero ist auf Youtube hochgeladen, hier kann man es ansehen: “Unterwasserleben

Der Wind lässt die Gischt fliegen

Die südlichen Winde, die zur Zeit auf den Kanaren herrschen, haben mich auf die Idee gebracht, die Strände und Buchten im Norden von Lanzarote zu erkunden. Volker ist ja für ein paar Tage nachhause geflogen, Trevor hatte nach unserem Ausflug am Montag Lust auf einen Ruhetag, und so sind wir zwei Mädels, Kay und ich, nach dem Frühstück mit dem kleinen Leihwagen losgezogen und sind über die Dörfer nach La Santa gefahren, einer kleinen Halbinsel im Norden Lanzarotes. Am Meer angekommen wurden wir von spektakulären Ausblicken überrascht. Der frische Wind stand gegen die Wellen, die hier – sozusagen ungebremst von einer Landmasse – von Norden her kommen. Zahlreiche Surfer waren im Wasser und viele Fotografen standen an Land. Leider sind die Buchten so, dass man  nicht so einfach zum Schwimmen ins Wasser kommt, so haben wir zunächst einige Buchten abgefahren und den Surfern zugeschaut. Der Südwind war warm und man konnte gut auf den aufgeheizten schwarzen Lavafelsen sitzen.

Wellen

Wir dachten, dass wir am Sandstrand der Caleta de Famara gut in der Sonne liegen, und einfach ins Meer gehen könnten, aber weit gefehlt! Der Wind wirbelte den umliegenden Sand so stark auf, dass man das Gefühl hatte, gesandstrahlt zu werden, es fühlte sich wie ein Body Peeling an, und alles war innerhalb kürzester Zeit von einer soliden Sandschicht bedeckt. Im Wasser war so viel Gischt in der Luft, dass wir schon vor dem Eintauchen total nass waren, aber es hat viel Spaß gemacht. Man musste nur aufpassen, denn es gab eine starke Unterströmung, die zu den Felsbrocken hinzog. Das Sonnenbaden nach dem Bad im Meer haben wir dann lieber gestrichen und uns zu einem kleinen Lunch in die erstaunlich geschützte Bucht vor dem Restaurant „Sol“ zurückgezogen.

Und weil das viel schöner im Film herauskommt als auf Fotos, habe ich noch einen kleinen Film hochgeladen: “Wellenspektakel“.

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Am Abend

vor meinem Abflug nach Darmstadt, habe ich sozusagen freie Hand und darf voll und ganz bestimmen, was es als “Henkersmahlzeit” zum Abendessen gibt. Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual und heute habe ich mich ausnahmsweise mal von den positiven Bewertungen bei Tripadvisor überzeugen lassen. La Cabana heißt der lukullische Tempel, hat die maximale Punktzahl bei Kundenbewertungen und die Capitania hat mit Ihren spanischen Sprachkenntnissen (war einfach, der Mensch am Telefon sprach lupenreines Oxford-English) schon mal einen Tisch für den späteren Abend reserviert. Kanarisch-mediterrane Küche steht auf den Speiseplan und man soll sich recht nett anziehen, „smart casual clothing“ wird empfohlen. Die Capitania durchwühlt schon seit geraumer Zeit ihren Kleiderbestand und unsere englischen Freunde, dressen sich ebenfalls auf. Wir werden berichten, wie es war.

Hexe – von oben

Heute ging es für mich ganz nach oben, nicht auf den Berg, sondern auf den Mast, Edelstahlpflege und Rodrigg-Putzen war angesagt. Unser Mast ist teilweise mit Edelstahlstangen, dem sogenannten Rodrigg verstagt, durch das Salzwasser korrodiert das Material schon mal gerne an der Oberfläche und bildet kleine braune Rostpunkte.

Im Bootsmannstuhl sitzend und mit der unglaublichen Kraft unserer elektrischen Fallwinschen ist das kein Problem. Den Bedienknopf drückend sorgt Cornelia für meinen schnellen Aufstieg. Über eineinhalb Stunden habe ich für die Putzaktion in luftiger Höhe benötigt. Jetzt glänzen das Rodrigging und alle Edelstahlkleinteile mit der Sonne um die Wette, alle mastrelevanten Befestigungsteile habe ich gleichfalls kontrolliert, das soll man als verantwortungsbewusster Segler ja auch periodisch tun.

Ein paar Bilder mit dem Handy waren schnell noch gemacht. So jetzt muss auch ich mich aufhübschen, sonst nehmen die mich am Ende nicht mit ins Restaurant😀

Badebucht – von oben

Hafen – von oben

102-Fuß-Nachbarboot – von oben

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Vierundneunzig Kilometer,

über 400 Sportler und Sportlerinnen, manche schnell rennend, andere im gemütlichen Dauerlauf, viele walkend mit oder ohne Stöcke – ein Sportspektakel der besonders anstrengenden Art.

Der Strand bei Famara

Aber fangen wir nochmal ganz entspannt am späten Vormittag an. Die Capitania kann es nicht lassen und hat der ganzen Mannschaft ein Ausflugsprogramm verordnet.  Um 11 Uhr haben wir uns alle kuschelig in unserem kleinen Leihwagen zusammengefunden.. Endziel waren die als wunderschön beschriebenen Strände im Norden von Lanzarote, bei der Ortschaft Caleta de Famara. Der kleine Ort ist jetzt nicht das, was man als klassischen Badeort bezeichnen würde, sondern eher ein Hotspot für Wellenreiter aus der ganzen Welt. Eine Surfschule oder Surfshop reiht sich an die nächste. Jetzt war der Wind in den letzten Tagen nicht so stark und kam auch mal aus mehr östlichen statt nördlichen Richtungen und dementsprechend waren die Wellen eher gemäßigt. Trotzdem war der Strand voll mit Surfbrettern, Surfschülern und Sonnenanbetern. Nur Cornelia ging schwimmen, der Rest entspannte sich beim Nichtstun, Steinestapeln oder Strandbummeln.

Sanddünen vor vulkanischen Bergen

Etwas verdutzt haben wir dann schon geschaut, als massenweise Läufer, ausgerüstet mit Westen voller Trinkflaschen und schützender Kopfbedeckung, den Strand entlang gelaufen kamen. Wie sich später rausstellte, lockt dieses Laufereignis Sportbegeisterte aus ganz Europa nach Lanzarote. Vom Inselsüden, genauer gesagt, vom Timanfaya-Nationalpark geht der Run in den gebirgigen Inselnorden, der Start ist morgens um 7:15 Uhr und die langsamsten Läufer kommen erst nach 20 Stunden im Zielort Haria an, wie  uns jemand vom Organisationskomitee erklärte. (Wer jetzt Blut geleckt hat: http://www.hariaextreme.com/en/)

Sandstraßen in Caleta de Famara

Von soviel Sportzuschauen wurden wir ganz hungrig und durstig und sind der Empfehlung von Frederico aus der Intermar-Funkrunde gefolgt und haben das Restaurant “Sol” in Caleta de Famara aufgesucht. Direkt am Meer gelegen mit einer Terrasse zur See hin, bietet das Sol nicht nur eine fantastische Aussicht, sondern auch eine exzellente Küche zu bezahlbaren Preisen. Famara selbst bietet neben den erwähnten Shops und einigen Restaurants vor allem viel Sand, Meer und Weite. Einige Straßen sind nicht geteert, sondern bestehen nur aus Sand.

Nicht nur Ginger Ale kam in Flaschen…

Zum Abschluss von Larissas Kurzurlaub bei uns sind wir noch einmal nach Puerto del Carmen gefahren, um bei Live Music und Cocktails den Abend zu verbringen. Diesmal waren wir im American Indian Café,  wo eine sehr gute Vier-Mann-Band spielte, und ein aufmerksamer Ober immer gleich mit den ganzen Flaschen kam, um die Getränke großzügig einzuschenken, es war gar nicht so einfach, rechtzeitig den Absprung zu finden.

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Einhandweltrekord

Während wir hier im warmen Lanzarote mehr oder minder touristisch-faule Tage verbringen und die Insel für uns entdecken, ist der Franzose François Gabart mit seinem Maxitrimaran auf Rekordjagd unterwegs. Bei seiner Hatz um unseren blauen Planeten hat Gabart zumindest schon mal einen Rekord aufgestellt, sozusagen nebenbei, auf dem Weg zur schnellsten Weltumsegelung. In den letzten 24 Stunden hat der französische Segelstar magische 851 Seemeilen zurückgelegt, was einem Stundenschnitt von über 35 Knoten entspricht, und er befindet sich jetzt mit seinem Trimaran “Macif” kurz vor dem südlichsten Kap Afrikas, dem Kap der guten Hoffnung. Was für eine Entwicklung im Bootsbau in den letzten Jahren stattgefunden haben muss, um solche Rennmaschinen wie diese extremen Trimarane zu konstruieren, lässt sich allein an den oben aufgeführten Rekordzahlen erahnen. Es ist aber nicht nur der reine Bootsbau, der sich weiter entwickelt hat, auch das ganze Segelzubehör, wie die Autopiloten, die Segelrollanlagen, die gesamte Navigationselektronik und vor allem die Genauigkeit der Windvorhersagen machen solche Geschwindigkeiten und Rekorde erst möglich. Es ist sicher nur noch eine Frage einer kurzen Zeit, bis die 1.000-Seemeilen-Marke geknackt wird. (Und wir sind stolz auf unseren mageren 24-Stunden-Rekord ;-))

Wir erwarten heute noch einen lieben Besuch an Bord unserer Hexe. Larissa kommt uns für ein paar Tage besuchen und wir wollen ihr ab morgen die Schönheiten der Insel zeigen. Ab nächsten Montag werden wir dann zu einer anderen Kanareninsel aufbrechen. Zu welcher ist noch nicht ganz klar, es ist teilweise schwierig, die Häfen im Vorfeld zu erreichen. Die von hier aus direkt im Süden liegende Insel Fuerteventura wäre ein naheliegendes Ziel.

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Im Norden Lanzarotes

Grüne Bäume in der Stadtmitte von Haría

Die ersten Palmen künden Haría an

Am zweiten Tag haben wir uns den Inselnorden vorgenommen, allerdings mit kleinen Korrekturen des ursprünglichen Plans. Anfangen wollten wir mit der ehemaligen Hauptstadt Teguise, die einen mittelalterlichen Stadtkern hat. Allerdings waren wir sehr erstaunt, als wir dort ankamen, winkten uns zahlreiche Hände auf Parkplätze, links und rechts der Straße, bis wir herausfanden, dass dort sonntags ein großer Markt stattfindet, wohl so groß, dass man dafür Tausende von Parkplätzen aufmacht. Das haben wir uns dann lieber geschenkt und sind zum Mirador del Río gefahren über die erstaunlich grüne Stadt Haría, deren Straßen von Palmen gesäumt sind, ein ganz anderer Anblick als die Mondlandschaft der Südinsel. Es geht auch ziemlich hoch in die Berge, gewundene Straßen mit großartigen Ausblicken über die Insel und zum Meer hin auf allen Seiten.

La Graciosa

Beim Mirador del Río hat man große Ausblicke zur Insel La Graciosa, man sieht viele Yachten in der geschützten Bucht ankern. Auf dem Feld vorher haben wir gigantisch große Ziegen gesehen, die dort frei auf dem Feld herum liefen, und viele Autos mit einer Art Jagdhund, eine Aktivität, die offensichtlich  eine Sonntagsbeschäftigung der Inselbewohner ausmacht.

Durchblicke

Lava-Felsen

Felsformationen

Auf dem Weg zum Meer machen wir Halt bei den Cuevas de los Verdes, einer durch die zahlreichen Vulkanausbrüche geformten unterirdischen Höhle, die man mit einer geführten Gruppe besuchen kann. Es geht durch viele Gänge, die Höhle ist total trocken und hat eine konstante Temperatur von 19°. Am Ende des begehbaren Teils ist ein Auditorium, in dem auch Konzerte abgehalten werden, es gibt einen kleinen unterirdischen See. Die Einwohner der Insel haben die Höhle zu früheren Zeiten als Fluchtort genutzt, vor den Conquistadores der spanischen Armada und später vor den Piraten aus Afrika, die die Inselbewohner gerne als Sklaven mitnahmen. Die Gänge gehen bis hinunter zum Meer, auch das ein Fluchtweg vor Eindringlingen.

Ein salziges Bad am Ende des Tunnels?

Felsformationen am Meer

Da kommt der unterirdische Höhlentunnel raus

Das dem Meer nahegelegene Ende der Höhle haben wir in einem zweiten Schritt ebenfalls besucht, dort allerdings machten uns die Gerüche der ebenfalls in und um die Höhle ansässigen Restaurants darauf aufmerksam, dass wir noch kein Frühstück und kein Mittagessen hatten.

In einem kleinen Fischerdorf an der Nordostküste finden wir ein Restaurant, das gut besucht ist von lauter spanisch sprechenden Menschen, da gehen wir hin und werden nicht enttäuscht, köstliches Essen erwartet uns.

auch eine Kaktusart

mit Blüte

schön angelegt

großartige Formen

Danach schaffen wir nur noch einen Besuch im Jardín de Cactús, einem von Cesar Manrique, dem lokalen Inselkünstler, der alles hier entworfen hat, erfundenen Kaktusgarten, wunderschön angelegt, mit zahlreichen verschiedenen Kakteenarten. Hier gibt es außerdem richtige Kaktuszuchten, die vor allem die Cochenilleläuse, die auf diesen Kakteen leben, für die Gewinnung von rotem Farbstoff züchten. Die rote Farbe in vielen Kleidern, aber auch im Campari stammt daher, naja, man schmeckt es ja nicht…

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Ausgeflogen

Das Mechaniker-freie Wochenende haben wir genutzt, um zwei Tage lang mit Trevor und Kay die Insel Lanzarote zu erkunden. Ich hatte zwei Touri-Touren vorbereitet, eine Süd-Tour mit Vulkan-Besuch im Timanfaya Naturschutzgebiet, und die Nord-Tour mit Besuch der vulkanischen Höhlen „Cuevas de los Verdes“.

Lavagestein

Angefangen haben wir am Samstag morgen gemütlich nach dem Frühstück mit dem Nationalpark rund um den Vulkan. Es war nur eine kurze Anfahrt mit dem Auto, und die Landschaft wurde immer mondoberflächlicher. Von den letzten größeren Ausbrüchen im 18. und 19. Jahrhundert liegen im Süden von Lanzarote riesige Felder voller Lavagestein, es sieht wirklich aus wie man es sich auf dem Mond vorstellt, die ideale Filmkulisse für Science-Fiction-Filme. Natürlich sind wir die Bustour, die wir schon bei unserem ersten Besuch absolviert hatten, noch einmal mitgefahren, es ist einfach zu spannend, all das zu sehen, auch die Erklärungen kann man ruhig zweimal anhören.

Der große Krater

Beeindruckend ist der große Krater, wenn man sich vorstellt, dass da mal Feuer rauskam und Steine und Asche …

Pollo asado gegrillt mit Erdwärme

man-made Geysir

die Hitze facht das trockene Gestrüpp sofort an

mehr Lavagestein

Wir haben anschließend die Hände an die von der inneren Hitze erwärmten Steine gelegt, in den Erdlöchern haben helfende Hände trockenes Gras gelegt, und es hat ganz schnell hoch aufgelodert, über einem Kamin hängt ein Schwenker-Grill, auf dem Hähnchenteile mit Erdwärme garen, alles sehr beeindruckend. Und es verleiht einem Respekt vor den Kräften unseres Planeten.

Wo ist das Kamel?

Bei den Kamelen haben wir nur einen kurzen Halt gemacht, ohne uns darauf zu setzen. Volker hat versucht, ein Kamel zu streicheln, aber das war nicht besonders amused.

Die Salinen

Weiter ging es an die südwestliche Küste der Insel, wir bewundern die Salinas de Janubio, die großartig angelegten Salinen zur Meersalzgewinnung, die urspünglich mit Windmühlen betrieben wurden.

Höhle bei Los Hervideros

Los Hervideros

Einen weiteren Stopp haben wir bei Los Hervideros eingelegt, eine ebenfalls durch die Lavastrom-geprägte Landschaft außergewöhnliche Küstenstruktur, man muss diese Gegenden einfach besuchen und selber anschauen, so unglaublich ist das. An Tagen mit viel Wind und Wellen ist es bestimmt noch beeindruckender, aber wir fanden das schon alles sehr schön.

Paella

Erholen konnten wir uns beim anschließenden exzellenten Mittagessen in El Golfo, direkt am Strand, im Angesicht der Möwen, die auf unsere Fischpaella scharf waren.

Schotterstraße bis zum Strand

Vor dem Besuch der Weingüter sollte ein kurzer Strandausflug folgen, es wurde erst einmal zu einem Horrortripp, weil plötzlich die Straße aufhörte und wir die nächsten 6 Kilometer über eine Schotterpiste zu den Papagayo-Stränden zurücklegen mussten. Der schreckliche Weg hat sich gelohnt, die Strände sind wunderschön, viele Yachten ankerten im Schutze der Felsen auf türkisblauem Grund, und wir haben uns beim Schnorcheln über den Fischreichtum gefreut. Auf dem Rückweg haben wir einen Umweg über Playa Blanca gefunden, der zwar streckenmäßig viel länger war, aber dank der ausgebauten Straßen weniger Zeit benötigte.

Statt Weinbergen gibt es einzelne Löcher pro Weinstock

altes Werkzeug

Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir anschließend am Weingut, an der Bodega Rubicón an, wo man auch ein bisschen die Einrichtung der alten kanarischen Herrenhäuser bewundern kann. Die Flaschenweine sind sehr teuer, und zum Probieren muss man auch pro Glas einen Euro bezahlen, also haben wir uns in der angeschlossenen Bar ein ganzes Glas Wein und ein Bier gekauft, und dies im Schatten der großen Bäume genossen. Angebaut wird der Wein auf Lanzarote in runden Erdlöchern, die nachts die Feuchtigkeit sammeln, tagsüber tut die Sonne ihr übriges. Aber viel Arbeit ist das bestimmt im Vergleich zu den herkömmlichen Weinanbaumethoden.

Morgen erzähle ich von der zweiten Tour durch den Inselnorden.

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Postie Plugin,

damit meint die Capitania nichts anderes, als dass wir zukünftig bei längeren Fahrten über unsere Kurzwellenanlage in Verbindung mit dem Pactor-Modem Berichte in unseren Blog stellen können, egal von wo auf diesen Ozeanen unserer Erde. Das Ganze geht über Funk und Mail. Wir schicken per Funk eine Mail an eine bestimmte uns eigene Adresse und dank des Postie-Plugin wird das als neuer Blogbeitrag auf unserer Website veröffentlicht. Die Capitania hat sich sehr gefreut, dass ihr das gelungen ist und ganz großen Dank an Sabine von der Atanga für die Unterstützung.

The Crew

Die letzten beiden Tage kann man durchaus als arbeitsreich bezeichnen. Wir haben den Lazybag (den Stausack für das Großsegel) repariert und jetzt können die Latten zur Aussteifung garantiert nicht mehr rausrutschen. Der komplette Backbordrumpf wurde mit viel Politur und Muskelkraft auf Hochglanz gebracht, der hiesige französische Mechaniker hat schon den Hydrauliköl-Behälter des Hydrogenerators gewechselt und Cornelia hat begonnen, ein selbstentworfenes Sommerkleid zu nähen. Letzteres nur zur Freude am Ausprobieren.

Sunset over Puerto Calero

Nachmittags gehen wir bei anhaltend hohen Temperaturen in eine nahe gelegene Bucht schwimmen. Der Fischbestand und die Artenvielfalt sind beeindruckend. Ob es stimmt, weiß ich nicht, aber uns hat jemand gesagt, dass die Gewässer um Lanzarote zu den zehn artenreichsten der Welt gehören. Gestern haben Cornelia und ich unseren ersten gemeinsamen 20-minütigen Schnorchelausflug absolviert. Wir waren beeindruckt.

Bailey Cocktail, im Halbliterglas: Sahne Kakao Milch Baileys Rum…

Abends haben wir in dem englischen Pub in der Marina das Länderspiel zwischen Deutschland und England angeschaut. Das Endstand geht in Ordnung und mein Kommentar nach dem Spiel passt zu den heutigen Pressemeldungen; erste Halbzeit gut, zweite Halbzeit langweilig.

Seit heute haben wir ein Leihauto und erkunden damit sukzessive die wunderbare vulkanische Insel, aber dazu beim nächsten Beitrag mehr.

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Geht das?

Dies ist der erste Versuch, einen Blog über das Postie-Plugin auf unsere
Website zu stellen.

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Das Wesentliche

hat die Capitania im letzten Blogbeitrag geschrieben, sozusagen die Fakten. Es gibt aber noch ein bisschen mehr zu berichten von der Überfahrt nach Lanzarote im Nachgang.

431,5 sm in 48 Stunden abgefrühstückt!

Erstmal bleibe ich ebenfalls bei den Fakten und Zahlen. Dass die Outremer schnell segelt, ist schon an den hohen Etmalen abzulesen, der zurückgelegten Wegstrecke in 24 Stunden. Am ersten Segeltag haben wir die magische Meilengrenze von 200 Seemeilen überschritten und einen Stundendurchschnitt von 8,5 Knoten ersegelt. Am zweiten Tag war der Wind noch stärker und nach 24 Stunden hatten wir sogar fantastische 227 Seemeilen zurückgelegt, ein Schnitt von 9,45 Knoten. Das bedeutet, dass wir an beiden Segeltagen häufig über 10 Knoten und noch deutlich schneller unterwegs waren. Der Topspeed lag bei sagenhaften 20,6 Knoten.

Wellen vor dem Bug

Dass es stellenweise rau war, wurde bereits im Logbuch benannt. Tagsüber, wenn man die Umgebung gut sieht, lassen sich die Wellen, der viele Wind und der hohe Speed gut einordnen. Nachts ist das laute Rauschen der durchlaufenden See und die Schläge, die es hin und wieder unterm Brückendeck tut, sowie das leichte Vibrieren des ganzen Schiffes im Surf in Zusammenhang mit dem hohen Speed mental  deutlich anstrengender. Ich habe mich immer wieder gefragt, ob man noch die Segelstellung verändern, bzw. die Segelfläche verkleinern sollte. Der Wind wehte meistens mit 17 – 24 Knoten wahr, fast genau von achtern, also 160 – 180 Grad. Die Geschwindigkeiten variierten meisten zwischen 8 und 13 Knoten mit den üblichen Ausschießern nach oben und unten, die Surfs waren beeindruckend. Die Genua war bis zum dritten Reffpunkt eingedreht, das Großsegel hatte seit Lagos ein Reff eingebunden.

Nur selten war ein anderes Schiff zu sehen

Am Ende hatten wir uns gegen eine weitere Verkleinerung der Segelfläche entschieden, weil das Schiff dann den von hinten anrollenden Wellen hilfslos ausgeliefert gewesen wäre und nicht mehr schnell genug davonsurfen könnte. Der Kat fühlte sich zudem nie überpowert an. Kleines Fazit: Segeln ist, egal ob mit Mono- oder Multihull, faszinierend und schön, aber nicht unbedingt die komfortabelste Art zu reisen.

Was sich sehr bewährt hat, war Cornelias Kurzwellenanlage, wir konnten mehrere Wetterberichte, sogenannte Gribfiles empfangen. So waren wir ständige über die Wellenhöhe und den Wind im besegelten Gebiet informiert. Einfach genial. Cornelia hat es nur mit einem Satz erwähnt, dass man beim Katamaransegeln sogar Flaschen auf dem Tisch stehen lassen kann. Hinter dieser einfachen Aussage steckt jedoch viel mehr Inhalt. Man kann während des Segelns mit dem Kat nicht nur alles beim Essen auf dem Tisch stehen lassen und entspannt die Mahlzeit genießen. Nein, auch die ganze Kochprozedur ist fast wie am heimischen Herd. Selbst wenn das Schiff im Surf beschleunigt oder mal ein bisschen quer die Wellen runterrutscht, alles bleibt an seinem Platz, egal ob Kochutensilien oder Lebensmittel. Die Schlaf- und Ruhephasen, ob auf dem Salonsofa oder im Bett unterscheiden sich ebenfalls wenig von der häuslichen Ruhe. Man liegt oder ruht im bretteben dahinsegelnden Kat ganz entspannt. Soweit der Werbeblog für den Zweirumpfer.

Öl-Wasser-Gemisch in der Steuerbord-Motorbilge

Jetzt noch ein paar Worte zu den “dunklen Seiten” unserer Outremer. Weil der Hydrogenerator ausgefallen war, hatten wir einen wichtigen Energieproduzenten weniger. Der Himmel war tagsüber häufig bewölkt und die Ladebilanz der Solarpaneele bescheiden. Unser sorgfältig geplantes Energiekonzept ist nicht aufgegangen, wir hatten mehr Batterieenergie verbraucht als reinkam. In der letzten Nacht mussten die Motoren für eine Stunde die Batterien laden.

Zudem gibt es noch eine Reihe weiterer technischer Probleme; die Luke in der Gästetoilette leckte permanent, hinterm dem Steuerbordmotorabteil kam ebenfalls wieder Salzwasser rein und der Dieselfilter vom rechten Motor leckt Diesel in die Motorbilge. Gestern war ein französischer Monteur im Auftrag von Outremer an Bord, der ab morgen die Probleme beheben will. Das bedeutet, dass wir ein paar Tage auf dieser schönen Vulkaninsel bleiben werden. Ab morgen vielleicht mit Leihauto und ausführlichem Touristenprogramm.

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Von Lagos nach Lanzarote in weniger als drei Tagen

Samstag, 4. November 2017, Baro 1014, sonnig leicht bewölkt, Wind W 5

Gestern hat Volker für unsere neue Crew, Trevor and Kay, eine ausführliche Sicherheitseinweisung gemacht, die Lage der Feuerlöscher ist bekannt, ebenso die Handhabung der Rettungsinsel. Wir haben ein Grabbag gepackt, und neben der Rettungsinsel verstaut, jeder hat seine Rettungsweste einmal angezogen, Lifelines liegen ebenfalls bereit, jeder weiß, wo sich das Epirb, die Fire Blanket, etc. befinden. Außerdem habe ich den beiden die Bedienung unserer Navigationsinstrumente erklärt, und die Sprache im Navionics vorsichtshalber auf Englisch umgestellt.

Heute morgen waren wir alle in der Marina zum Duschen, die Selbstwendefock ist angeschlagen, letzte Einkäufe auf dem Bauernmarkt sind erledigt, pünktlich um 10:00 Uhr standen Ralf und Inge bereit, um die Leinen loszuwerfen, und um 10:40 Uhr war das Wasser im Kanal soweit gestiegen, dass wir loskonnten.

Nach einer halben Meile wird das Großsegel gesetzt, Reff 1 ist eingebunden, die Genua wird, ebenfalls mit einem Reff, ausgerollt. Kurs 210°, 540 Meilen liegen vor uns. Die See ist sehr ruppig, und die Wellen werden wohl noch höher werden, wenn wir aus der Abdeckung des Cabo de São Vicente heraus sind, aber heute Nachmittag soll der Wind weiter nördlich drehen, wir werden sehen.

Es ist zunächst tatsächlich eine ruppige und nasse Fahrt, Die Wellen kommen seitlich immer mal wieder über das Boot, die erste, während des Brunchmahls mit Kürbissuppe und Würstchen, erwischt fast das Cockpit, glücklicherweise hat Volker kurz zuvor die Zeltplanen heruntergelassen. Aber eine Menge Wasser fließt doch über den Boden, das wird immer wieder passieren in den nächsten zwei Stunden. Der Wind hat aufgefrischt auf 20 – 24 Knoten, die Wellen sind zwischen  anderthalb und zwei Meter hoch. Es ruckelt und scheppert im Schiff.

16:30 Uhr ist Zeit für Intermar, ich mache zum ersten Mal mit, Federico, DE8AEW, hört mich gut und auch ein unbekannter Amateurfunker aus dem Saarland bestätigt, dass er mich laut und deutlich verstehen kann, ob das einer von meinen Kollegen aus der Prüfung war? Da gab es nämlich auch viele Saarländer. Nur Ralf konnte ich leider nicht empfangen, schade.

18:00 Uhr: Baro 1016, der Wind hat ein bisschen geraumt und ist auf 15 – 16 Knoten zurückgegangen, Volker denkt über den Code D nach, aber erstmal kommen die Delfine, wieder tanzen sie mit den zwei Rümpfen, dass es eine Wonne ist. Der Code D bleibt im Sack.

19:30, der Wind ist auf 13 – 15 Knoten zurückgegangen, kurz vor dem Abendessen wird das Großsegel ausgerefft, danach gibt es draußen am Cockpittisch Mezzelune mit Wildscheinkotelett-Sahnesoße. Trevor und Kay freuen sich über die Tatsache, dass so einfach Flaschen auf dem Esstisch stehen können. Das geht bei Wind und Wellen nur mit einem Katamaran!

23:20 Uhr, Baro 1020, dunkle Wolken verdecken den Mond, und machen uns Arbeit. In der einen Wolke steckt ein bisschen mehr Wind, danach nimmt er auf unter neun Knoten ab und raumt, wir rollen die Genua ganz weg und wollen schon das Großsegel bergen, da kommt die nächste Wolke und bringt wieder Wind mit.

Sonntag, 5. November 2017, 06:40 Uhr, Baro 1020, kurz vor Sonnenaufgang, leicht bewölkt, NNO um 5

02:45 Uhr: Der Katamaran „Cristal“ fährt in einer halben Meile Entfernung an uns vorbei, offensichtlich auf dem Weg nach Madeira oder in die Karibik. Schon seltsam, da ist das Meer hier so groß und weit und leer, und plötzlich sind sich zwei Boote so nah, dass man aufpassen muss, dass es nicht zu einer Kollision kommt.

12:00 Uhr, Baro 1019, es ist leider bewölkt, und unser Watt & Sea hat endgültig alles Hydrauliköl verloren, sodass wir ihn nicht weiter betreiben können und keinen Strom mehr aus dem Wasser ziehen. Da wir nach Süden fahren, sind die großen Solarpaneele nicht direkt von der Sonne beschienen, deshalb haben wir unsere tragbaren Sonnenstrahlenfänger an die Reling gehängt. Jetzt müssen nur noch die Wolken, wie eigentlich vorhergesagt, verschwinden, dann bekommen wir genug Strom, um auch mal unsere Laptops oder das Satellitenhandy zu laden. Schließlich muss ich ja Logbuch schreiben, und mit meiner neuen Kurzwellensoftware über das Pactor-Modem Wetterberichte abrufen.

Am Nachmittag frischt der Wind weiter auf, in Böen bis zu 28 Knoten und die Wellen werden größer und bäumen sich, vor allem in der Nacht bis auf gute drei Meter auf, wir fahren mit einem Reff im Großsegel, und die Genua, je nach Lage im 1., nachts komplett im 3. Reff. Zum Abendessen, wie immer im Cockpit, gibt es Gulasch indischer Art mit Reis. Diese Nacht ist anstrengend, man muss andauernd den Kurs korrigieren, damit Großsegel und ausgebaumte Genua gut stehen, und alles wackelt und scheppert.

Montag 6. November 2017, Baro 1015,

05:30: In der Nacht hat zunächst  Volker von 21:00 Uhr bis nach Mitternacht die erste Wache übernommen, denn es war so viel Wind und Welle, dass er erstmal selber aufpassen wollte, wie sich die Hexe verhält und auch dauernd die Segel nachgestellt hat. Danach kurze Wachen, anderthalb bis zwei Stunden, aufgeteilt zwischen Volker, Trevor und Kay, und mir.

Ein dauerndes Brummen irritiert Volker, und er hat Bedenken, ob das jetzt der Autopilot ist, der sich verabschiedet, aber ich glaube, es sind nur Windgeräusche am Aufbau des Bootes. Das würde uns jetzt gerade noch fehlen, dass sich der Autopilot verabschiedet, und wir alles mit Hand steuern müssten!

Zwischen 04:00 und 05:00 Uhr lassen die Wellen glücklicherweise ein bisschen nach, sie werden kleiner und nicht mehr so gewalttätig, dass das ganze Boot scheppert. Als ich um 05:00 von Trevor die Wache übernehme, ist es daher schon angenehmer, auch wenn der Wind zwischendurch doch mal auf 27 Knoten anwächst.

09:30 Leider ist es wieder mehr bewölkt als sonnig, und unsere Energiebilanz eher negativ. Dabei brauchen wir doch den Sonnenschein auf unseren Solarpaneelen. Und die Wellenhöhe nimmt auch nicht ab, das ist ein elendes Geschaukel, wenn der Wind unter 18 Knoten ist.

Irgendwann am Vormittag werden die Wellen dann doch kleiner, der Wind bleibt bei 17 bis 22 Knoten,.

Nach 48 Stunden haben wir 431,5 Seemeilen auf der Logge! Das waren 204 in der ersten Hälfte und 227 in der zweiten, sensationell!

Nachdem alle auch am Vormittag ein bisschen  geschlafen haben, gibt es um 11:30 ein spätes Frühstück mit Pizza und den Resten des gestrigen Gulaschs. Einmal besuchen uns wieder Delfine, bleiben aber nur kurz. Beinahe hatte Trevor später einen Fisch an der Angel fürs Abendessen, aber der hat sich anscheinend selbst befreit. Glück für ihn, Pech für uns. Außerdem waren zahlreiche Frachter unterwegs, mit zweien musste ich funken, um sie auf uns aufmerksam zu machen, damit sie uns nicht überrennen.

15:00 Uhr  Baro 1011, mehr Sonne als Wolken, gut für die Energiebilanz, denn auch die Computer brauchen ab und zu einen kleinen Schluck aus der Steckdose. Und die Sonne geht ja schon vor 18:00 Uhr unter, die Tage sind kurz. Gut für die Nachtwachen, dass der Vollmond die Nächte erhellt.

Vor dem Abendessen wird das Reff im Großsegel ausgeschüttet, der Wind hat auf 15 Knoten abgenommen. Zum Abendessen gibt es den Klassiker, Spaghetti Bolognese mit Salat, danach wieder die übliche Wachenfolge, Volker beginnt, um 22:30 übernehme ich, Trevor kommt auch, wir schauen zu zweit, da kann sich immer wieder einer hinlegen.

23:45 Uhr: beim Routine-Rundumblick entdecke ich die ersten Lichter von La Graciosa sowie von die Küstenstraße von Lanzarote, an der die Lichter wie eine Perlenkette dem Seefahrer entgegen leuchten.

Noch 33 Seemeilen bis Puerto Calero.

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