Surfing LGM

Vorgestern war Feiertag, nicht bei den Franzosen, sondern für Martin. Der hatte Geburtstag und das musste natürlich standesgemäß zelebriert werden. Ich sag jetzt auch nicht, wie alt er wird, nur Udo Jürgens sang da irgendwie sowas, dass ab dann das Leben richtig anfängt. Es gab auch ein Gericht, das Martin besonders gern mag, das wir jedoch so nicht kannten und das mir sehr gut geschmeckt hat. Senfeier, das sind hartgekochte Eier, dazu wird apart eine Mehlschwitze mit Senf angerührt, fertig ist die Lauge… Schmeckt klasse und geht schnell, für mich als Fleischliebhaber, da hat der Rest der Runde zugestimmt, kann man das auch mit Tafelspitz zusammen in Kombination essen.

Gestern waren früh morgens Raphael vom Outremeraftersalesservice und Julienne, der Chef der Lackierhalle an Bord um festzulegen, welche Beschläge, Relingssegmente, Winchen, Cockpitzeltbefestigungen etc. vorm Antirutschbelagspritzen abgebaut werden müssen. Heute morgen kam François, der für den Bereich “Accastillage”, also Decksanbauten und Beschläge verantwortlich ist, um noch einmal die Details zu besprechen. Morgen früh kommt er mit seinen Mannen und beginnt mit den Vorbereitungsarbeiten. Wir werden in den nächsten Tagen immer wieder mal berichten, was an Bord passiert.

Gestern Mittag ging es mit dem Stand-Up-Paddleboard raus aufs Meer zum Wellenreiten. Die Stürme der letzen acht Tage haben eine schöne Dünung mit coolen Wellen zum Runtersurfen hinterlassen. Da ich das noch nie gemacht habe, habe ich mich auf das Board gekniet und trotzdem haben mich die Wellen das eine oder andere Mal hinunter gespült und ordentlich durchgewirbelt. Der Ziel ist es, heil durch die brechende Brandung, ob kniend oder auf dem Brett liegend zu paddeln und dort draußen auf die richtigen Wellen zu warten, um sich dann aufzustellen und so richtig los zu surfen. Wie oft haben wir den Wellenreitern schon zugeschaut, besonders auf dem Atlantik. Doch Selbermachen ist gar nicht so einfach! Eine Stunde lang habe ich es kniend probiert und ein paar mal bin ich in einem gefühlt „entfesselten Surf“ bis zum Strand zurück gesurft. Coole Geschichte mit Suchtpotenzial.

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Fließend Wasser

Fließend Wasser am falschen Ort

Das sonst so blaue Meer ist schmutzig braun, voll mit Sediment, Sand und Schmutz. Plastikteile, zerrissene Tüten, Einwegflaschen, Kaugummihüllen und dazu allerlei Organisches, vom kleinsten Ast bis zum Baumstamm, schwimmen in der aufgewühlten Brühe. Der gestrige sintflutartige Regen hat die Kanalisation von LGM zum Überlaufen gebracht. Parkplätze, Straßen und Gehwege waren überflutet und wir hatten fließend Wasser aus dem Küchenschrank. Die Silikonabdichtung zwischen Elektrowinch und Kajütaufbau ist wohl nicht so sorgfältig gemacht, wie sie sein sollte und es tropft aus dem Küchenschrank auf die Arbeitsfläche.

Zwei Tage zuvor haben wir schon eine Undichtigkeit an einer Klampe festgestellt, als ich Regenwasser im Motorraum gefunden habe – nicht erfreulich.

Nix mit blau so blau!

Heute sah die Welt und der Himmel schon wieder besser aus,  ein moderater Wind aus Südost schaufelt wärmere Luftmassen heran. Ganz klar Segelwetter, doch die Capitania hat so gar keine Lust, lässt sich aber mir zu Liebe überreden. Leinen los, die Fender weggestaut, noch vor der Hafenausfahrt gleitet das Großsegel im gleichmäßigen Rhythmus der Elektrowinch am Carbonmast nach oben. Noch schnell die Genua ausgerollt und mit einem Windeinfallswinkel von 70 Grad und 15 Knoten wahrem Wind zeigt die Logge gleich sportliche 11 Knoten Fahrt an. Die Altdünung von den vergangenen Sturmtagen und die neue Windsee versetzen den Hexenkat ordentlich in Bewegung- Rock’n’Roll ist angesagt. Gischtfahnen werden vom Bug weggerissen und Wassermassen schießen durch das Trampolin. Wasserfontänen prasseln gegen die Frontscheibe. Cornelias Gesicht spricht Bände, ich bin wie jedesmal überwältigt, wie cool das Schiff segelt. Der Wind frischt auf, wir reffen die Genua, wie es in unserer “Bedienungsanleitung” steht. Kurz danach zeigt der Windmesser 20 Knoten an, höchste Zeit, auch das Großsegel zu reffen. Mit Reff eins und komplett ohne Vorsegel sind wir immer noch mit guten 7,7 – 8,5 Knoten Fahrt unterwegs. Wir probieren, noch höher an den Wind zu gehen, das Schiff segelt so harmonisch ruhig und ausgeglichen mit dem gerefften Großsegel allein. Wieder etwas Neues übers Boot gelernt. Ich rolle ein kleines Stück Vorsegel aus, und im Eiltempo gehts weiter. Dann hebelt uns plötzlich eine besonders große Welle, die wir nicht kommen gesehen haben, aus, Wassermassen ergießen sich übers Boot und fließen sturzbachartig nach hinten, ich schaffe es noch so eben, die Salontüren zu schließen, ehe sich das Wasser über den Cockpitboden verteilt. Was war denn das? Die Capitania ist jetzt noch weniger amused (Samy auch!) und will zurück in den sicheren Hafen. Eine Stunde später passieren wir die Hafeneinfahrt.

Die Windsurfer finden es wunderbar

Trotz heftiger Böen legt Cornelia das Schiff souverän an den Steg, dann steht Schiffentsalzung auf dem Programm. Hätte ich nicht schon vor drei Tagen Rosen für die Liebste gekauft (die bei der heutigen Fahrt im Spülbecken stehen mussten, damit sie nicht umfallen), dann würde ich es jetzt tun:-)

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Ausflugstag

Hubschrauber über der Bucht

Heute war mal, und das muss man  erwähnen, ein regen- und sturmfreier Tag, den wir genutzt haben, um ein paar schöne Segelmeilen in der Bucht von La Grande Motte abzuspulen. In netter Begleitung von Martin und Susanne, die auch mal wissen wollten, wie es sich auf einer Outremer segelt.

Cornelia war seit gestern, mit der hilfreichen Fernunterstützung von Ralf, damit beschäftigt, dass wir wieder Wetterberichte in Form von Gribfiles über unsere Kurzwellenanlage in Verbindung mit dem Paktormodem erhalten können. Das funktioniert folgendermaßen, man schickt eine genau vordefinierte Anfrage per Computer über Mail in einem spezifischen Datenformat über einen Einwahlknotenpunkt, den man selbst bestimmen kann, in unserem Fall, Bern, in der Schweiz. Von dort wird die Anfrage an den Gribfileprovider, wir nutzen Zygrib, weitergeleitet. Zehn Minuten später kommen Daten zurück, Wetterdaten,  die wir in mit unserem Programm öffnen und visualisieren können, wie Wind, Böen, Regen, Wellenhöhe, Gewitterwahrscheinlichkeit, etc.

Grauer Himmel über LGM in den letzten Tagen

Seit einiger Zeit war bei uns immer ein Fehler in der Suchanfrage und wir konnten den Datensatz, der uns zugesandt wurde, nicht öffnen. Jetzt holen wir diese Daten direkt bei Zygrib und es funktioniert viel besser. (Wer mehr darüber wissen will, soll mich einfach anschreiben.) Jedenfalls hat das Dreamteam Cornelia und Ralf den Fehler eliminiert und beim heutigen Segelschlag erhielten wir, problemlos und fehlerfrei, unsere angefragten Wetterdatensätze über das besagte Paktormodem. Der Sachverhalt hört sich sicherlich recht kompliziert an, es ist  wirklich nicht einfach für Außenstehende zu verstehen. Für uns ist es jedoch wichtig, dass dieses System der Wetterdatenbeschaffung auf längeren Passagen fehlerfrei funktioniert.

Mit Code D nach Süden

Die Segelei heute war sehr schön, es ging mit gemächlichen 3-5 Knoten Wind und unserem bunten Leichtwindsegel los. Im Laufe des Nachmittags drehte der Wind auf die vorhergesagte südöstliche Richtung und frischte auf 10-12 Knoten auf, perfekt Bedingungen für unsere Hexe. Martin hatte seinen Spaß an der Pinne und erfreute sich an dem guten Segeleigenschaften.

Aigues Mortes by night

Nach dem Anlegen haben wir die Hexe gründlich vertäut, denn das nächste Sturmtief war angekündigt und hat uns in dieser Stunde erreicht. Den Abend haben wir in fröhlicher Viererrunde in Aigues Mortes verbracht. Es ist immer wieder ein besonderes Ereignis für uns, wenn man durch das mittelalterliche Stadttor und die Festungsanlage in in den historischen Stadtkern spaziert. Wer lecker Essen gehen und Gegrilltes mag, dem mag das „Chez Coco” wärmstens ans Herz gelegt werden. Morgen soll es mal wieder den ganzen Tag regnen und stürmen, grrrrr.

Wettervorhersage…

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Getraut

Das “D” kommt noch…

Die Braut hat sich getraut, Allegra ist jetzt nicht mehr Großmann, sondern (aus dem) Schneider, die Feier fand in Trier statt mit anschließender Moselfahrt, war wunderschön und anrührend.

Jetzt sind wir wieder in LGM. Abwartend sozusagen, wann denn nun das Schiff final aus dem Wasser und in die Lackierhalle einrückt. Segeln haben wir für heute und morgen gestrichen, ein Tiefdruckgebiet mit 50 Liter Regen pro Quadratmeter und Wind im oberen 20-Knoten-Bereich zieht über uns weg. Von ruhigem Herbstwetter wie in Darmstadt gibt es hier in Südfrankreich keine Spur.

Am Sonntag ging es mit dem SUP durch den Hafen

Ab Mittwoch wollen wir vielleicht für ein paar Tage durch die nähere Umgebung schippern und wieder zurück sein, wenn es hier weitergeht. Der 14-Tage-Wettertrend macht keine Lust auf weite Seereisen und sieht eher aus wie eine Vorhersage im Januar. Die Herbstferien in Frankreich sind rum, und die Bürgersteige hochgeklappt. Durch den kühlen Wind wähnt man sich beim Strandspaziergang mit Wollmütze eher an der heimischen Nordseeküste, denn im Süden Europas.

Gestern Abend hatten wir eine kleine aber feine Abendgesellschaft bei uns an Bord, unsere französischen Freunde Eric und Nany von dem J-Boot Arunidevi, sowie Martin und Susanne von der Lunara zu Gast. Es gab diesmal, passend zu den Midtermwahlen in den USA, reichlich Rindfleisch in Form von Hamburgern mit allem, was dazugehört, auf dem Lotusgrill und zum krönenden Abschluss einen superleckeren und süßen Schokoladenkuchen.

Das Deck sieht furchtbar aus

Anderes Thema – Stare, diese kleinen Zugvögel, die jeder kennt und mag, fallen im Moment, schwarmweise in LGM ein und verschandeln nicht nur die City mit ihren massenweisen Ausscheidungen. Stellenweise werden Böller zum Verjagen eingesetzt. Lieder ist die  Mastspitze der Hexe ebenfalls ein beliebter Anflugort, dementsprechend übel sieht das Schiff allabendlich aus, aber da hilft nur schrubben.

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Zwei zu null

Sonnenuntergang in LGM

Auf-und Wegräumarbeiten halten uns auf Trab und der Donnerstag als Heimreisetag kommt schnell näher. Mit Raphael zusammen, einem der After-Sales-Mitarbeiter von Outremer, erstellen wir noch eine To-Do-Liste für die durchzuführenden Garantiearbeiten an unserem Kat. Viele Punkte sind es nicht mehr und das meiste davon soll gemacht werden, wenn das Schiff ab dem 15. November auf dem Trockenen steht.

Wir haben unser Cockpitzelt komplett gereinigt, besonders der Mückenschutz war stark verschmutzt, alle innenliegenden Bilgen kontrolliert und entstaubt, Cornelia hat die Lebensmittelschränke ausgeräumt und ausgewaschen, das Beiboot nebst Außenborder wurden entsalzen und verstaut. Ich hoffe, dass sich die letztgenannte Maßnahme  positiv auf die Lebensdauer auswirkt und muss konstatieren, dass unser Schlauchboot sich selbst nach vier Saisons im Mittelmeer noch in einem sehr guten Zustand befindet, obwohl es “nur” aus PVC und nicht Hypalon gefertigt ist. Alle Klebeverbindungen sind bis jetzt noch so, wie sie sein sollen. OK, es hat bis jetzt noch keine Zeit unter tropischer Sonneneinstrahlung verbracht, die ja um ein Vielfaches höher sein soll.

Den letzten Abend vor der Heimfahrt nach Darmstadt haben wir mit Martin und Susanne auf deren Nautitech 46 verbracht. Beide warten in LGM darauf ,dass noch Garantiejobs an ihrem Boot durchgeführt werden, bevor sie weiter durchs Mittelmeer reisen wollen. (“Es geht de Mensche wie de Leut“)

Superstimmung im Stadion

Am Donnerstag sind wir sehr zeitig aufgebrochen, und nach neuneinhalb Stunden gut und wohlbehalten in Darmstadt angekommen. Am Freitag Abend ging es dann mit Axel und Gerhard zum Fluchtlichtspiel, Darmstadt 98 gegen Spielvereinigung Greuther Fürt, ins geliebte  Böllenfalltorstadion. Super Atmosphäre, gutes Spiel der Darmstädter Elf und ein verdienter 2-zu-0-Sieg krönten den Fußballabend. Noch wichtiger, es war der erste Sieg der Lilien seit sechs Spielen. Anschließend haben wir bei unserem Lieblingsgriechen “Kassandra” lecker gegessen und den Heimsieg gefeiert.

Der herbstliche Platanenhain

Cornelia hat in früheren Beiträgen schon immer mal wieder ein paar Fotos von der schönen Mathildenhöhe gepostet. Gestern haben wir das zwar kalte aber ruhige Herbstwetter genutzt, um Boule im Platanenhain zu spielen. Kaum angefangen wurden wir von zwei jungen Männern gefragt, ob wir ein Doublette mit ihnen spielen wollen. Das ist jetzt nichts Unanständiges ;-), sondern bezeichnet nur die Spielform bei Boule, wenn zwei Mannschaften gegeneinander spielen. Um es ganz kurz zu machen, wir hatten keine Chance gegen die beiden Cracks und verloren 2:0. Was Kilian und Klaus gut konnten, und woran es uns definitiv mangelt, ist das sogenannte Schießen. D.h, die Kugel in Bogenform so zu werfen, dass die gegnerische Boulekugel getroffen und dadurch weggeschossen wird. Das müssen wir mal üben.

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Zurück in LGM

Cornelias persönliches LGM-Wahrzeichen

44 Seemeilen in fünf Stunden, von Carro bis zur Espiguette, dem Kardinalzeichen, das den südöstlichen Eingang zur Bucht von LGM, bzw nach Port Camarque, der Baie des Aigues Mortes markiert. Das war Flachwassersegeln vom Feinsten, bei ablandigem Wind, mal mit gerefften Segeln, mal unter Vollzeug, bei prallem Sonnenschein und herbstlich kühleren Temperaturen. Am frühen Nachmittag machen wir vor der Capitainerie für eine Nacht fest. Es herrscht ein Treiben auf dem Wasser, vor der Hafeneinfahrt, im Hafen selbst wie zur Hochzeit im Sommer, später erfahren wir, dass in Frankreich die Herbstferien begonnen haben.

Es ist viel los auf dem Wasser und an Land, alle Restaurants und Bars sind gut bevölkert, berichtet Cornelia nach ihrem Mittagsspaziergang mit Samy. Unser vierbeiniger Freund hat uns in der frühmorgendlichen Dämmerung ganz schön geschockt. Normal ist Samy ja der bravste und ausgeglichenste Hund, den man sich so vorstellen kann, doch an diesem Sonntagmorgen lief irgendwas in seinem Hundehirn nicht ganz rund. Unmittelbar nachdem der Anker oben war, haben wir, etwas unorthodox, auf einem Amwindkurs mit gefierter Großschot das Großsegel gesetzt. Da kam gleich ein bisschen Druck ins Segel, deswegen musste die Elektrowinsch mehr arbeiten und das Großfall hat heftig geknarzt.

Anschließend ist der Hund völlig erschöpft eingeschlafen

Ein unangenehmes Geräusch, das den Hund irgendwie in Unruhe versetzt hat, ohne dass wir es bemerkt hätten. Ich schaue irgendwann nach hinten und da steht Samy, bei über 10 Knoten Fahrt auf dem hintersten Ende der Backbordbadeplattform. Ich glaubte meinen Augen kaum und hab ihn schnellstens von dort eingesammelt, während das Schiff weiter voranstürmt. (Er ist sicher auf die Badeplattform gegangen, weil wir von dort aus immer ins Beiboot steigen, er wollte desertieren, nur dass da kein Beiboot mehr war!) Da gab es erstmal ein paar Streicheleinheiten für den Hund und ein Leckerli zur Beruhigung dazu. Nochmal alles gut gegangen! Was lernen wir daraus? Bei den nächsten Segelmanövern wird Samy im Cockpit angeleint, das brauchen wir nicht mehr!

Sonnenaufgang unter Segeln

So, noch ein kleines Fazit, nach über sechs Wochen segeln. Weitere 815 Seemeilen liegen in unserem Kielwasser, mit der Outremer zu segeln macht richtig viel Spaß, zumal wenn nix neues kaputt geht, Elba ist wunderschön und im Herbst gibt es im Mittelmeer doch an vielen Tagen Wind, um mit Segeln unterwegs zu sein, aber ohne Dieselmotorstunden geht es dann eben doch nicht. Wir hatten eine richtig gute Zeit…

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Wir sind bei Euch

Wo seid Ihr?

Unsere Gedanken gehen heute raus auf den Atlantik zu Petra, die bereits vorgestern als Crew auf der Magic Star, einer Jeanneau 53 von Barbate/Spanien nach Madeira unterwegs ist, und zu Ralf und Inge-Lore, mit mit ihrer 36 Fuß langen Stahlsegelyacht “Malwieder” nach La Palma/Kanaren unterwegs sind, um von dort aus ihren Törn bis nach Neuseeland zu wagen.

Mit letzteren hatten wir vor einer Stunde eine gut-verständliche Unterhaltung über die Kurzwellenfrequenz 14.313 Kiloherz, fast 2000 Kilometer entfernt. Wir wünschen allen Dreien eine gute Überfahrt und trotz schwachem umlaufenden Wind viel Freude bei der atlantischen Segelreise.

Les Embiez

Wir sind gestern von Porquerolles aus nach Les Embiez aufgebrochen, zu der Insel, die den Erben von Paul Ricard gehört, und die uns bei früheren Besuchen schon ein bisschen an Herz gewachsen ist. Weil sich Hafenverwaltung stur angestellt hat und uns nur einen Liegeplatz an der Mauer der schwelligen Hafeneinfahrt geben wollte, haben wir es vorgezogen  davor zu ankern. Nichts desto trotz sind wir gleich zu der rund sieben Kilometer langen lnselumwanderung aufgebrochen und haben uns an der Pflanzendiversität und den schönen Aussichten aufs Festland und die kleineren Nachbarinseln erfreut. Im Gegensatz zu Porquerolles mit dem üppigen Wald und hoch wachsenden Bäumen, besticht Les Embiez mit seinen überwiegend niedrig wachsenden aber oft immer noch blühenden Bodendeckern und Sträuchern.

Dornenkrone

Abends haben wir uns dann vor den Hafen von Le Brusc verholt, weil auf Les Embiez die alte Hafenkneipe im Umbau oder Abriss befindlich ist, wir wissen es nicht exakt. Nur zu ist zu und damit ist auf der Insel tote Hose. In Le Brusc steppt zwar nicht der Bär, aber es gibt ein angenehmes Hafenleben mit Kneipen und gut bewerteten Restaurants. Wir haben im Pinocchio ausgesprochen lecker zu Abend gegessen. Kaum zurück an Bord der Hexe haben wir die hell erleuchteten Masten des Segelkreuzfahrtschiffes “Sea Cloud,“ die nur eine halbe Meile entfernt von uns ankerte, erspäht. Was für ein herrlicher Anblick! Und heute morgen gab es einen kurzen Ausblick auf die drei Masten der (eigentlich hässlichen) Segelyacht „A“.

Ile Maire vor Marseille

Jetzt liegen wir nach einem wind- und ereignislosen Motortag auf See in der Bucht vor Carro vor Anker. Morgen sind es noch einmal 47 Seemeilen bis La Grande Motte. Gestern hat uns Outremer darüber in Kenntnis gesetzt, dass der vorgesehene Werfttermin zur Erneuerung des Antirutschbelags aus organisatorischen Gründen um 15 Tage nach hinten verschoben werden muss. Wir müssen trotzdem mit der Hexe nach LGM, zum einem, wegen des angekündigten schweren Mistralsturms ab Montag und weil wir rechtzeitig zu der Hochzeit von Allegra und Christian ab Ende Oktober in Deutschland sein wollen. Morgen geht es früh ankerauf, die Windvorhersage verspricht schon für den Nachmittag die ersten Windkapriolen.

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Und noch eine

Le Phare, der Leuchtturm

Die Gorges du Loup

Simpel gesagt, die Copy-und-Paste-Taste drücken und den gleichen Blogeintrag von vorgestern nochmal reinstellen, damit wäre zumindest wettermäßig alles wie schon mal beschrieben. Denn einer 12-stündigen windarmen Verschnaufpause folgt seit heute Mittag das zweite angekündigte Sturmtief, mit Windspitzen jenseits der 40 Knoten im Laufe der Nacht. In einer regenfreien Stunde sind wir gestern zum markanten Leuchtturm von Porquerolles geradelt und haben in den Gorges du Loup in faszinierende Abgründe geschaut.

Die Klatsche gegen das französische Fußballteam haben wir uns in einem netten Restaurant, dem Orangeraie, in geselliger Runde angeschaut. Doch nicht nur Fußballfans zog es in die Kneipe, sondern auch zahlreichenTeilnehmer eines Kinofestivals, das seinen Ursprung im fernen Kanada hat und sich, wie uns erzählt wurde, weltweit ausgebreitet hat. Für dieses Festival, das seinen Höhepunkt in der nächsten Woche hat, kommen Laien-und Profischauspieler von überall her und machen Filme. Aber nichts geplantes, streng nach Drehbuch sondern mehr nach Lust und Laune der Protagonisten wird improvisiert. Am Ende werden alle im Rahmen des Festivals auf Porquerolles entstandenen Filme vorgeführt. Cornelia, die ja früher viel mit Theater und Film zu tun hatte, war ganz fasziniert von dem Konzept, und wir redeten noch lange nach dem verloren gegangenen Fußballspiel mit zahlreichen  jungen Festivalteilnehmern. Sehr inspirierend.

Eigentlich wollten wir heute nach Les Embiez weiter schippern, aber beim morgendlichen Wettercheck entschieden wir uns ganz flott und einstimmig fürs Bleiben.

Die Moulin du Bonheur, die Mühle des Glücks

Cornelia und ich sind seit Elba begeisterte Stand-up-Paddler und nach einem gemeinsamen dreistündigen Poliereinsatz an der Hexe, sind wir, abwechselnd, durch das sehr weitläufige Hafenvorfeld von Porquerollen gesupt. Anschließend haben wir uns für einen längeren Fussmarsch zum Fort Agathe gerüstet, jedoch haben sich kurz danach unerwarteterweise unsere Wege getrennt. Auf Porquerolles gibt es ein Projekt der Kunststiftung Fondation Carmignac, die in einem wunderbaren Museum und einem weitläufigen Skulpturenpark bedeutende Werke zeigt. Da musste die Capitania natürlich hin, der Hund  durfte nicht mit rein, ich musste nicht unbedingt mit rein, Wir beide, Samy und ich, haben dann unsere geplante Wanderung fortgesetzt, während sich Cornelia an den dargebotenen Kunstwerken erfreut hat.

Miquel Barceló: Alycastre

Das Museum ist wirklich großartig, ein schöner moderner Bau, es gibt eine sehr gute Präsentation der Bilder, die Räume haben verschiedene Themen, aber bis auf den Botticelli, alles Moderne. Alle Großen der Pop-Art und der zeitgenössischen Kunst sind vertreten. Vor dem Gebäude steh diese Zwei-Mann-Große Skulptur, die auch das Etikett des Weinguts “Courtade”, von dem hier auf Porquerolles die richtig guten und teuren Weine stemmen. Nach dem Eingang (man muss die Schuhe ausziehen, und den Rucksack vor dem Bauch tragen), hängt ein riesiges Bild von Roy Lichtenstein, im Raum dahinter noch mindestens fünf weitere Malereien von ihm (u.a. „Crying Girl“). Es war eine wundervolle kleine Stunde für mich, man würde das einfach nicht vermuten, dass auf dieser Insel, die zum Nationalpark von Port Cros gehört, solche bedeutenden Werke hängen! Hier ein paar Bilder:

Roy Lichtenstein: Beach Scene with Starfish

Andy Warhol

ed Ruscha: The Study of Friction and Wear on Mating Surfaces

Gerhard Richter

Yves Klein

Sandro Botticelli: Madonna mit Kind

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Schutzhafen

Es heult, brummt und kreischt der Sturmwind in den Masten, Wanten und Stagen der umliegenden Yachten. Ein Gratis Hafenkonzert, wenn man so will, vom Hauptakteur des Tages. Die elektronische Nadel des  Windmesser zeigt oft über 30 Knoten an, einzelne Böen bringen es auf über 35 Knoten Wind.

Sonnenuntergang über dem Hafen

Gestern früh haben wir uns vom Ankerplatz in den Hafen von Porquerolles verholt. Die Wetterprognosen bis Mittwoch wurden immer ungünstiger und als sich dann zur Sturmvorhersage noch Starkregen dazu gesellte, war die Entscheidung schnell gefallen. Wir können es gut und gerne ein paar Tage ohne Landgang auf dem Schiff aushalten, für Samy sieht das anders aus, der will  natürlich dreimal am Tag an Land geführt werden, wenn es denn da ist. Aber letztendlich ist es auch für uns bei schlechtem Wetter viel komfortabler, im sicheren Hafen zu liegen, ohne aktivierten nächtlichen Ankeralarm seelenruhig durchschlafen zu können.

Der supernette Hafenchef von Porquerolles hat uns einen bestens geschützten Längseitsliegeplatz im Hafen zugewiesen, mit Klampen auf dem Steg, die auch ein 100 Tonnen schweres Schiff im ärgsten Sturm sicher halten würden. Gestern, einmal im Hafen angekommen, ging es gleich an die Arbeit, denn durch die “Urlaubsegelei” der letzten Woche gab es einen zum Teil sichtbaren Unterhaltsrückstau an Bord. Rostanflug bedeckte so manches Edelstahl, die eine oder andere Gelcoatfläche schimmert nur noch matt und das Schiffsinnere musste mal gründlich entstaubt werden.

Hier ging es noch gerade

Am späten Nachmittag war schon viel getan und wir holten seit langem mal wieder die Fahrräder aus der vorderen Backskiste heraus. Porquerolles ist ein Eldorado für Fahrradfahrer, im Ortskern gibt es daher gut und gerne zehn Fahrradverleiher. Wir haben unsere Räder zum Glück dabei, die erste Fahrradtour führte uns raus aus dem Ortskern, am Weingut Perzinsky vorbei,  durch mediterrane Kiefernwälder und die edle Hotelanlage des Mas de Langoustier, bis wir schließlich nach 30-minütiger Fahrt in der schönen Bucht Anse du Parfait angekommen sind.

La baie des langoustiers

Auf der anderen Seite der schmalen Landzunge liegt die Bucht Baie du Langoustier, wo wir vor über drei Jahren schon it unserer alten Hexe geankert haben. Für die Rückfahrt haben wir dann einen küstennäheren Weg gewählt und den ein oder anderen hübschen Ankerspot entdeckt, das war ganz schön anstrengend, auf klapprigen Wegen die Hügel hoch, und naja, auch wieder schön runter zu fahren.

La calanque du Maure, super geschützt bei Ostwind

Nach eineinhalb Stunden haben wir Samy vom Alleinsein erlöst, uns die Boulekugeln geschnappt und mitten auf dem Dorfplatz, heute ganz allein, ein paar schöne Runden gespielt. Danach gab es noch einen Sundowner mit Appetizer „Panisse“ (eine Spezialität aus Marseille, in Nizza heißt sie Socca), aus Kicherbsenmehl, frittiert, mit einem leichten Tomatencoulis, sehr lecker. An Bord gab es Abendessen mit anschließendem Schwarzweißfilm aus den sechziger Jahren, den Cornelia noch von früher kannte, „Die Gentlemen bitten zur Kasse”

Regentropfen, die an mein Fenster klopfen

Heute morgen gingen die Polierarbeiten weiter, bis der Regen einsetzte. Im Moment ist draußen alles grau in grau und außer den großen Fähren hat heute noch kein Schiff den sicheren Hafen von Porquerolles verlassen. Zum Hundespaziergang ziehen wir Ölzeug an…

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Race

Das Plakat

Als wir in Calvi waren, fand dort der zweite Tag einer Oldtimer-Rallye über Korsika statt. Wir haben am Nachmittag die Schrauber besucht, und am Abend mussten alle Autos zur Ausstellung kommen, am nächsten Morgen sind sie vom Hafen aus gestartet. Richtige Schätzchen waren dabei. Innen drin ist es furchtbar eng in den Wagen, und sie sind unglaublich laut Die Fahrer sind meist nicht ganz jung, und die Beifahrer bekommen dicke Kladden als Anweisungen. Auf den Autos stehen die Namen von Fahrer und Beifahrer, und deren Blutgruppen!

Wir haben sehr viele Fotos gemacht, die wir Euch nicht vorenthalten wollen:

 

 

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