Schiffe im Gurt…

Die "Krake" fährt über den Parkplatz

Die “Krake” fährt über den Parkplatz

Wenn der freifahrende 100-(in Worten einhundert)-Tonnen Kran die Schiffe zwischen seinen Gestellen an “dünnen” Gurten übers Hafengelände kutschiert, sieht das beinahe so aus wie eine Krake, die ihre Beute festhält. Behutsam werden die Boote aus dem Wasser genommen, zum Lagerplatz gefahren und dort ganz vorsichitg auf Stahlgestellen abgestellt, oder eben den umgekehrten Weg.  Den ganzen Tag geht das so hier auf dem Kranplatz. Egal, ob Yachten die sozusagen frisch mit dem LKW angeliefert werden, kleine oder ganz große Boote, Segelschiffe Motorboote, Katamarane, alles was ins oder aus dem Wasser rausmuss, wird von dem gigantischen Krakenkran an die richtige Stelle verpflanzt.

Nur LKW-mäßig war heute ausnahmsweise nicht so viel los, denn die Tankstellen in Frankreich stehen weitestgehend ohne den lebensbestimmenden Brennstoff dar. Warum das so ist, ist jedem Frankreichkenner sofort klar – es wird wieder mal gestreikt. Nicht dass das ungewöhnlich ist, diesmal sind halt die Raffinerien dran. Rien de va plus – nichts geht mehr und die “Grande Nation” steht still. Ein paar Insider steuern mit ihren Autos die hiesige Bootstankstelle an und füllen den leeren Tank geschwind auf. Wer danach fragt, wann der Streik vorbei ist, erntet nur ein Schulterzucken, niemand weiß es so genau.

Beeindruckende Beton-Architektur des 20. Jahrhunderts

Beeindruckende Beton-Architektur des 20. Jahrhunderts

Auch wir haben heute morgen ein paar Tropfen fossilen Dieselkraftstoffs verbrannt, haben aber noch über 100 Liter im Dieseltank. Kalt ist es geworden seit gestern, relativ kalt natürlich. Aber mit 12 Grad um 10 Uhr morgens liegt die Quecksilbersäule deutlich unter ihrem gewohnten und möglichen jahreszeitlichen Niveau. Das gute an unserer Dieselheizung ist, dass sie auch nach wochenlanger Pause sehr willig anspringt und binnen kürzester Zeit unseren Lebensraum muggelig aufwärmt. Es gab Menschen, die vor unserem Reisebeginn gesagt haben, das man südlich von Genua keine Heizung mehr braucht, sondern eher eine Klimaanlage. Letztere haben wir noch nie vermisst und erstere doch häufig in Gebrauch.

Morgen hat die Capitania einen Termin beim Osteopathen ergattert und wir hoffen sehr, dass der blockierte Nerv im Rücken dort gekonnt gelöst wird, damit wir bald weiterschippern können. Wetterberuhigung ist angesagt, das Schiff zuppelt an den Leinen, das Meer ruft, und wir wollen es nicht zu lang warten lassen.

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