“Silence Fini”

Jeder Segler, der erfolgreich sein Sprechfunkzeugnis vor der Regulierungsbehörde der Telekom abgelegt hat, sollte sich an diesen Ausdruck “Silence Fini” erinnern. Er war dort prüfungsrelevant. Viele Sprachteile in der Funkersprache, egal ob zu Lande, auf dem Wasser oder in der Luft sind historisch bedingt an die damals noch weiter verbreitete französische Sprache angelehnt.

So wird beispielsweise bei einem Seenotfall, der über Funk verbreitet wird, dreimal zu Beginn des Notrufs das Wort “Mayday” gesprochen und  es ist als verbindlicher Ausdruck für Notfälle festgelegt. Wörtlich übersetzt aus dem englischen würde Mayday soviel wie “Maitag” heißen. Und ein Maitag hat nun nicht unbedingt viel mit Seenot zu tun. Nein, der eigentliche Wortstamm kommt aus dem Französischen. Ausgesprochen „meedee“, darin stecken gleich zwei französische Wörter, nämlich „me” und „aider”. Zusammengesetzt und übersetzt heißt das “hilf mir” . Daraus wurde dann das heutige international bekannte „Mayday“. Aber auch andere französische Wörter wie “Sécurité” (berwendet bei einer Sicherheits- oder Warnmeldung oder „Prudence” = Vorsicht, werden in der Funksprache verwendet. Bereits nach 1920 wurde ” Mayday” international bei Notrufalarmierungen verwendet.

Um mal einen kurzen Eindruck darüber abzugeben, wie komplex eine Seenotmeldung und demzufolge lernintensiv die Funkausbildung ist, nehmen wir mal exemplarisch an, dass die Segelyacht Anita am Sinken ist. Die Hexe wollen wir nicht als Beispiel bemühen, weil Segler, also wir auch, ziemlich abergläubisch sind oder sein können (natürlich die anderen).

So, jetzt geht es los, wir schalten das UKW-Funkgerät ein, stellen es auf Kanal 16 ein, das ist der internationale Notrufkanal. Wir drücken die Sprechtaste an unserem Mikrofon und rufen:

“Mayday, Mayday, Mayday
This is (hier ist) Anita Anita Anita.

Mayday Anita

My Position is (meine Position ist) 49° 51.691’North / 8° 38.300′ East”
(Positionsangabe Längen- und Breitengrad, das könnte aber nicht sein, das ist Darmstadt!)

“We are sinking” (wir gehen unter bzw. das Schiff geht unter)

“We are going into the life raft” (wir gehen in die Rettungsinsel)

“Over”  (over wird immer am Ende des Funkspruchs gesprochen und bedeutet, das er vorbei ist)

Also formal einganz schön aufwendiges Ding, so ein Seenotruf, aber keine Angst, wer das nicht kann, wird wahrscheinlich auch gerettet. Während der Seenotfall abgewickelt wird, haben andere Funker zu schweigen = Silence (Ruhe)

Und um jetzt am Schluss zum Anfang zu kommen, wenn der Seenotfall vorbei ist, wird er mit dem Ausdruck “Silence Fini” formell beendet.

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