Sonn(en)tag(e)

Vorgestern Nacht hat eine kleine Wetterstörung viel Wind und viel Schwell ins Bojenfeld gebracht. Unsere Hexe ist so an der Boje rumgetanzt, dass an einen erholsamen Schlaf nicht zu denken war. Doch die Turbulenz war nur von kurzer Dauer und schon gestern morgen ab drei Uhr war der nächtliche Spuk vorbei. Still und starr ruht die See.

Der zugelaufene Hahn bei der Tierarztfamilie

Der zugelaufene Hahn bei der Tierarztfamilie

Um 13 Uhr treffen wir dann zur letzten Kontrolluntersuchung von Nico bei Dr. Heissenberg ein und der ist mit der Wundheilung mehr als zufrieden. Wir sind es auch. Insgesamt drei Wochen sollen die Fäden drinbleiben und wenn wir wollen, können wir die danach ziehen, oder das Nahtmaterial löst sich nach zwei Monaten selbst aus, wird uns mitgeteilt. Mal sehen, wie sich Nico dann verhält, wenn er ständig dran rumknippelt, greifen wir zu Pinzette und Schere. Nach der Kontrolle waren wir zum späten Mittagessen bei Doc Heissenberg und seiner Familie im Landesinneren eingeladen.

Was für ein Hundeleben!

Was für ein Hundeleben!

OK, Landesinnere ist bei Formentera sicher nicht ganz korrekt. Die Insel ist nur 18 Kilometer lang und in der Mitte ziemlich dünne und kein Anwesen ist wirklich weit weg vom Wasser. Wir alle hatten unglaublich schöne Stunden mit Paella, Obststicks, Kuchen und dem einen oder anderen Getränk. Die 8-jährige Tochter forderte uns immer wieder zum Spielen im Pool heraus und die Zeit verging wie im Flug. Der frühe Nachmittag wurde zum frühen Abend und Wolfram hatte noch einen Hund und eine Katze in seiner Praxis zu versorgen. Danach wurden wir bei unserem wartenden Beiboot abgeliefert. Vielen Dank für die vielen schönen Stunden bei Euch dreien und den vielen Tieren!!!

Seit mehr als drei Wochen sind wir nun ohne Hafen unterwegs. Bereits zweimal mussten wir den 12-Liter-Tank von unserem Beiboot nachtanken, weil wir so viel damit rumschippern. In der letzten Saison hat eine Tankfüllung mehr als ausgereicht. Wirklich nervig ist nur die Wasserversorgung, weil man da jemanden im wahrsten Sinne des Wortes anpumpen muss und das ist normal nicht so unser Ding. Auch hier kammen einige Liter dankenswerter Weise aus der Tierarztpraxis.
Strom auf der Insel kommt übrigens von Ibiza, die Telefonleitung hingegen vom Festland. Die wird wohl hin und wieder bei unvorsichtigen Ankermanövern gekappt und muss dann aufwendig unter Wasser geflickt werden. Beim Trinkwasser auf Formentera gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder hat man zufällig Grundwasser unterm Haus, das ist dann je nach Jahreszeit mehr oder minder salzig, oder man bezieht Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz. Letzteres wird in großen Entsalzungsanlagen gewonnen und dann auch nachgechlort. Wir hatten gestern das Grundwasser, das in eine große Zisterne hochgepumpt wird, probiert. Wie erwähnt ist es ein bisschen salzig, aber angenehm kühl und trinkbar. Eigentlich ist es Meerwasser, was sich tief im Gestein unter den Grundstücken einlagert, vermischt mit Oberflächenwasser, sprich Regen. Nur da gibt es kleines Problem. Der Herbst- und der Frühjahrsregen der letzten beiden Jahre ist größtenteils ausgeblieben. Dadurch ist der Salzgehalt höher. Seit Wochen ist jeder Tag ein Sonnentag. In Barcelona oder Südfrankreich regnet es hin und wieder, hier kommt von dem kostbaren Nass nichts an.

Den heutigen Sonntag haben wir zum chillen, schlafen und späten Grillen genutzt und ansonsten nichts gemacht.
Man(n) muss ja nicht immer was tun…

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