von Gran Canaria nach Teneriffa

Sonntag, 10. Dezember 2017, Baro 1024, leicht bewölkt, Wind NO um 3
Las Palmas de Gran Canaria 07:45 – 15:45 Santa Cruz de Teneriffa

Sonnenaufgang über Las Palma

Mit Sonnenaufgang sind wir unterwegs, haben in Las Palmas abgelegt, ohne dass wir die letzte Nacht bezahlen mussten. Gestern morgen bin ich – wie schon am Tag zuvor – zur Marina Office gegangen, um das hier eher günstige Liegegeld für eine weitere Nacht zu bezahlen. Am Freitag Morgen war nichts los, ich konnte in Ruhe mit dem Marinero über die Spiele von Las Palmas in der 1. spanischen Liga plaudern, am Samstag Morgen dagegen saßen bereits 18 weitere Wartende im Büro. Glücklicherweise kann man hier – wie bei uns auf dem Amt – Nummern ziehen, zum Boot gehen, und eine Stunde später mal wieder nachschauen. Da waren gerade mal fünf von den 18 abgearbeitet! Also kommen wir nach einer weiteren Stunde um viertel vor zwölf wieder, immer noch sechs weitere vor uns. Trotzdem setzen wir uns vor das Büro, vielleicht geht es ja jetzt schneller, die Öffnungszeiten gehen heute bis 14 Uhr. Steht zumindest auf dem Schild. Um zwölf Uhr schließt ein Marinero die Tür ab, wer drin ist, kommt wohl noch dran, die draußen schauen dumm. Ein weiterer Marinero kommt mit dem Dinghy angefahren, ich frage ihn, wie wir denn jetzt bezahlen sollen, wenn wir morgen früh schon vor den Öffnungszeiten des Hafenbüros ablegen wollen. „Ach“, sagt er in freundlichem Spanisch, „dann legt Ihr einfach ganz in Ruhe ab, und fahrt raus.“ Das ist mir nicht geheuer, ich frage nach, ob wir dann einfach beim nächsten Mal den Zusatztag bezahlen. Nein, auch das nicht. Er erklärt uns, dass sie viel zuviel Arbeit haben, keine Leute bekommen, es erscheint uns so eine Art Bummelstreik. Na gut, dann schlafen wir heute Nacht eben auf Kosten des spanischen Staates, auch in Ordnung.

La Isleta im Norden Gran Canarias

Aus der Hafeneinfahrt heraus fahren wir durch den beeindruckend großen Hafen, zwei Kreuzfahrtschiffe haben heute morgen festgemacht, abends legen sie ab, und im Laufe der Nacht kommt das nächste. Immer eine Aida und ein größeres. Draußen liegen große Tanker und Frachtschiffe vor Anker und warten auf neue Aufgaben oder die Löschung ihrer Ladung. Die Welle ist total konfus, alles wackelt an Bord. Leider ist der versprochene NNO-Wind schwächer als vorhergesagt, und kommt eher aus Osten, also fast von hinten, sodass ein Motor mitschieben muss. Am nördlichen Ende der Isleta, der kleinen, von Militär besiedelten Halbinsel im Norden Gran Canarias, brechen hohe Wellen an den Felsriffen, es sieht spektakulär aus. In der Ferne kann man den Teide, den höchsten Berg von Spanien, auf Teneriffa erkennen.

Der Pico de Teide in der Ferne sichtbar

10:30 Uhr, die Wellen sind immer noch sehr konfus, aber der Wind schein sich bei um die 13 Knoten einzupendeln, jetzt können wir segeln, ohne Motor. Kleine Delfine kommen kurz zum Boot, aber sie sind offensichtlich auf der Jagd und haben keine Zeit zum Spielen. Wir vertreiben uns die Zeit mit Schlafen, Lesen, Internetten, es ist erstaunlich, wie weit das Netz bis zwischen die Inseln reicht. Am Nachmittag wird es wärmer, wir genießen die Sonnenstrahlen, ehe wir uns demnächst in die Winterlandschaft trauen werden…

Santa Cruz liegt voraus

So geht das einen schönen Segeltag lang, bis – natürlich – kurz vor Santa Cruz der Wind auffrischt, pünktlich zum Anlegen, wenn man eigentlich lieber das Gegenteil hätte, nämlich keinen Wind. Aber diesmal klappt alles, wir können die Marineros über Kanal 09 rufen, und Volker legt die Hexe bravourös, trotz Seitenwind, rückwärts an den Steg an.

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