Wie lange noch?

Wir auch, manchmal

Wir auch, manchmal

Viele Menschen, viele Meinungen, doch in einer Sache sind sich alle Südfranzosen, mit denen wir gesprochen haben, einig. Das war der mildeste und ruhigste Herbst seit vielen Jahren an der Côte d’Azur. Leider drückt das “war” auch schon aus, dass es damit jetzt vorbei ist, mit dieser ruhigen Herbstphase. In Norddeutschland zieht schon der zweite schwere Herbststurm innerhalb von ein paar Tagen durch, mit Frau Holle im Gepäck, und bei uns ist es auch vorbei mit Ruhe und Beschaulichkeit, denn seit gestern Abend haben wir einen Herbststurm, der sich gewaschen hat. Es ist – leider – deutlich kühler geworden und der Wind wird immer doller.

In der Spitze gab es mehr als 54 Knoten Wind!

In der Spitze gab es mehr als 54 Knoten Wind!

Dabei war der gestrige Tag wohl zum Einstimmen auf den heutigen starken Sturm gedacht. Während wir gestern mal hin und wieder acht Windstärken auf dem Windinstrument hatten, waren heute Böen von 100 Stundenkilometern keine Seltenheit. Das zehrt an den Nerven und zerrt und ruckt heftig an den Festmacherleinen. Wir haben auch alles an Leinenmaterial ausgebracht, was an Bord ist. Zwei Vorleinen backbord, zwei Vorleinen steuerbord! Davon eine mit Ruckdämpfer, eine lange Springleine zum Steg an Backbord mit Ruckdämpfer, doppelte Springleinen an der Steuerbordseite und zwei Achterleinen an Steuerbord, abgerundet wird das Ganze mit einer gespannten Mooringleine backbord achtern, die die Aufgabe hat, das Heck vom Steg fernzuhalten. Die Hexe ist liegt da wie im Spinnennetz.

Im Winter bleiben die Schaufensterpuppen nackt…

Im Winter bleiben die Schaufensterpuppen nackt…

Direkt nach unserer Ankunft vor zwei Tagen habe ich noch einen langjährigen Hafenlieger gefragt, ob bei Sturm Schwell in den Hafen steht. “Nein, gar kein Problem, der Hafen ist prima geschützt gegen Seegang, alles total sicher”, hat er gemeint. Seit heute Morgen tanzen die Boote Samba an ihren Leinen und immer mehr Eigner sind im Laufe des Tages hierher gepilgert, um besorgt nach ihren Schätzchen zu schauen. (Bei einigen, nach denen niemand zu schauen schien, hat der Skipper auch schon mal einen Fender umgehängt, um das Heck zu schützen, oder die Vorsegelpersenning festgezurrt.)

Das Heulen des Windes, wenn so eine Hammerböe anrauscht, ist infernalisch. Die ganze Nacht durch soll das Spektakel noch so weitergehen, bevor es im Laufe des morgigen Tages abflaut, hoffentlich!

Bunte Schals werden auf dem Samstagsmarkt verkauft

Bunte Schals werden auf dem Samstagsmarkt verkauft

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