Gegensätze

Felsformationen

Am gestrigen Freitag sind wir, Cornelia, Ute, Wolfgang und ich einmal komplett mit dem Leihwagen um und durch La Gomera kutschiert. Die Insel ist voller Gegensätze und die ziehen sich bekanntlich an, oder im Fall von La Gomera, sie ergänzen sich bestens. Die Berge so hoch, die Täler so tief, trockene karge Abschnitte grenzen an den immerfeuchten Lorbeerwald, liebliche Strände münden in schroffe und wellenbrechende Küstenabschnitte und schön warm und usselig kalt sind nur ein paar Kilometer voneinander entfernt.

Valle Gran Rey

Unser erstes Ziel, war das Tal des Königs, Valle del Rey im Südwesten der Kanareninsel. Wer aus San Sebastian mit dem Auto raus will, kann zwei Straßen nehmen und jede führt in Serpentinen steil nach oben. Am ersten Aussichtspunkt blicken wir über das böenweiße Meer, hinüber nach Teneriffa. Konrads Aussage, dass alle 100 Höhenmeter die Temperatur um 1 Grad sinkt, trifft zu. Auf dem Bergkamm, auf 1300 Metern Höhe, sind es kalte 7 Grad, Nebelschwaden rasen, vom Wind getrieben, über die Bergspitze, der dichte dunkle Wald sieht mystisch aus.

Lorbeerwald

Aussichtspunkte heißen auf spanisch “Mirador” und der nächste macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Steil fällt die Felswand nach unten, ein kleines Dorf schmiegt sich an die Flanken und am Ende mündet die Schlucht ins Meer. Die Bäume sind wegen der permanenten Feuchtigkeit mit Flechten übersät. Elche würden sich hier mehr als wohlfühlen, ist mein erster Gedanke. Nach eineinhalb Stunden Fahrzeit sind wir in Playa la Calera angekommen und genießen die Wärme, das Meer und die Betriebsamkeit auf der Uferpromenade. Es bleibt Zeit für ein Getränk und ein Mittagessen. Ich probiere erstmals die inseltypische Brunnenkressesuppe, die sehr lecker schmeckt. Wir machen noch einen kleinen Zwischenstopp zum nahe gelegenen Hafen mit der großen Ankerbucht und dann geht es auf den Rückweg.

Blick zum Meer

Diesmal wählen wir eine andere Route, fahren um, bzw. durch den östlichen Teil von La Gomera. Es folgen noch ein paar Stopps mit kleinen Spaziergängen und um kurz vor  19 Uhr sind wir wieder in San Sebastian.

Fazit – La Gomera lohnt sich, den Gegensätze ziehen sich an.

Bestanden

Unser Freund Konrad ist an Bord und bewohnt die vordere Backbordkabine auf der Steuerbordseite. Unsere Freunde Wolfgang und Ute aus Heppenheim sind mit der 14.30 Uhr Fähre auf La Gomera eingetroffen. La Gomera hat einen Flughafen, von dort geht es jedoch nur zu spanischen Flugdestinationen, weswegen fast jeder über Teneriffa fliegt und von dort die Fähre nach La Gomera nimmt. Bei uns an Bord angekommen haben sich die beiden in der Steuerbordachterkammer häuslich eingerichtet. Leben in der Bude, Leben an Bord. Lebhaft ist der Wind auch noch immer, der kennt keine Atempause. Dafür hat scheint heute die Sonne von einem strahlend blauen Himmel.

Mit Konrad und auf den letzten Metern mit Cornelia haben wir alle glatten Gelcoatflächen am Aufbau poliert. Von 9.30 bis 14 Uhr haben wir die Polierlappen kreisen lassen und die glatten weißen Flächen auf Hochglanz gebracht. Abschließend habe ich noch einmal alle Flächen mit einem Wachs gegen die bösen UV-Strahlen, versiegelt. Die Oberflächen sollten jetzt für ca. drei Monate behandelt sein und nur noch hin und wieder vom Salz oder Wüstenstaub befreit werden müssen.

Die Ladies und Herren der Segelschule, die wir die ganze Woche bei den Anlegemanövern beobachtet haben, hatten heute ihren großen Tag, die Prüfung zum SKS-Schein stand an. Ein Prüfer vom deutschen Seglerverband nahm die Prüfung ab. Zur Freude aller, haben die sieben Segelnovizen die Prüfung mit Bravour bestanden, trotz sehr böiger Winde und 2-3 Meter hoher Wellen vor der Hafenausfahrt.

Wir wollen am Sonntag mal ein paar Meilen mit der Hexe rumschippern und auf der Südseite von La Gomera in einer hübschen Bucht ankern. Soweit zumindest der Plan, denn für Samstag soll ein heftiger Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern die Kanaren heimsuchen und die See wild aufwühlen.