Oktoberfest in Lanzarote

Samstag und Sonntag haben wir ausgesucht, um mit Axel die Inselrundfahrten zu machen, Samstag geht es in den Süden, am Sonntag in den Norden.

Blick von Femés

Wir beginnen in Femés mit der wunderbaren Aussicht auf Playa Blanca sowie auf die gegenüberliegende Insel Fuerteventura. Weiter geht es zu den Salinen, wo wir sogar an den Strand gehen, und die Füße ins Wasser stecken. Es ist viel zu viel Wellengang, um gefahrlos baden zu können. Eine besonders freche Welle kommt schnell heran, ich kann gerade noch Samy festhalten, damit er nicht ganz ins Wasser gezogen wird, und natürlich haben wir nasse Kleider bekommen. Macht nichts, die Sonne ist stark und trocknet schnell.

Die Kakteen blühen noch in El Golfo

Natürlich darf der Besuch in Los Hervidores nicht fehlen, die wilde Brandung dort ist beeindruckend. Anschließend wollten wir in El Golfo in der kleinen Bucht baden gehen, aber leider war das bei Niedrigwasser und dem herrschenden Seegang nicht möglich, also begnügten wir uns mit der schönen Aussicht, den Blick weit nach Westen gerichtet.

Hochzeit in Yaiza

Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz in Yaiza, dort fand eine Hochzeit statt, offenbar mit wichtigen Persönlichkeiten, denn die Straße war auf der einen Seite abgesperrt und hochoffiziell gekleidete junge Männer betraten die kleine Kirche.

Sonnenuntergang in Playa Honda

Am Abend treffen wir uns mit Ulrike zu einem wie immer großartigen Essen im Emmax in Playa Honda und genießen sozusagen zum Apero einen beeindruckenden Sonnenuntergang. Das Emmax wird von zwei Deutschen betrieben, liegt am Strand des kleinen Ortes und ist immer gut besucht. Die Speisekarte wechselt jeden Tag, es ist für alle Geschmacksrichtungen etwas dabei, von Filetspitzen über köstliche Pasta mit Muscheln bis hin zu veganen Spezialitäten.

Niedrigwasser

Dunkel hängen die Wolken im Norden von Famara

Am Sonntag geht es in die andere Richtung, leider ist der Himmel sehr bedeckt, und es gibt sogar einige Regentropfen. Unser erster Stopp ist Famara, da wollte ich eigentlich schwimmen, oder sagen wir mal, wellenhüpfen, aber die rote Flagge weht am Strand, wir verzichten aufs Wasser und machen nur den Spaziergang zum kleinen Hafen.

Kunst auf dem Markt

Teguise wollen wir Axel auch gerne zeigen, sonntags ist dort Ausnahmetag, dort findet der größte Inselmarkt statt, mit regionalem Kunsthandwerk, aber natürlich auch afrikanisch/chinesischem Ramsch. Zur Stärkung gibt es eine Thüringer Bratwurst, geht so, aber die Stimmung ist großartig.

Weiter geht es über das Tal der 1000 Palmen mit der Stadt Haría zum Mirador del Río. Dort hat man die wunderbare Aussicht auf La Graciosa, jetzt haben sich die Wolken verzogen und geben den Blick auf die Insel frei.

Lavabrocken am Meer von Orzola

Casa Juanita in Arrieta

In Orzola wandern wir durch Lava zum Wasser, mit einem anderen Blickwinkel nach La Graciosa. Wir stoppen noch in Arrieta bei der Casa Juanita, dem blauen Haus, und landen pünktlich um 16 Uhr in Mala zum Oktoberfesttreffen von Montefuego TV.

Oktoberfest in Lanzarote

Die Feier beginnt mit der Siegerehrung für eine Wette, zwei Verrückte waren mit dem Klapprad unterwegs, von Playa blanca bis in den Norden, 74 km, 554 Höhenmeter in etwas mehr als dreieinhalb Stunden, und das auch noch in einem Anzug, nein nicht in einem Fahrradanzug, sondern einem ganz festlichen: (https://www.facebook.com/Montefuego.tv/videos/387730545441750/).
Chris und Sabine von Montefuego TV haben das wieder großartig inszeniert, in der Cantina von Mala, von einem Berliner betrieben, gibt es bayrische Spezialitäten, und wir verbringen eine großartige Zeit mit vielen Attraktionen, Musikdarbietungen, Bierkrugstemmen und Nageln. Zum Schluss trat noch der geniale Miguel mit seiner grandiosen Ein-Mann-Travestie-Show auf, wir hatten viel Spaß mit unseren lanzarotensischen alten und neuen Freunden, hier ein paar bildliche Eindrücke:

Die Radler werden geehrt

Jung und Alt sind auf der Tanzfläche

Gegensätze

Tanzfreude

Heidi!

Der großartige Miguel

senza Parole

das falsche Shirt

gute Stimmung an allen Ecken

“Open Mike”, für Gesangsdarbietungen aller Art

Oktoberfeststimmung

Wer trifft den Nagel?

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Axel an Bord

Axel heuert an

Während seine und unsere gemeinsame Freundin Petra eine Rundreise durch Australien macht, hat Axel für eine Woche bei uns an Bord angeheuert, auch um zu gucken, ob er seefest ist für zukünftige Segeltörns. Denn gesegelt ist Axel noch nicht, weder binnen noch buiten. Und so waren wir gestern, nebst Ulrike, Sabine und noch einem Volker, mehr als gespannt, wie der erste Segeltörn für Axel sein wird. Der Wind und der Atlantik zeigten sich kooperativ und von ihrer moderaten Seite, trotzdem stürmte die Hexe nach dem Segelsetzen mit  über 11 Knoten Speed los.

Allen geht es gut

Wie das dann so ist, erkundigt man sich natürlich alle paar Minuten nach dem werten Befinden der Mitsegler, doch gab es von allen keine negativen Rückmeldungen, und die Freude am Segeln spiegelte sich in den Gesichtern aller. Nach einer halben Stunde Speedsegeln fielen wir auf einen sehr tiefen Raumschotkurs ab und sofort war die Schiffsbewegung eine andere, nämlich durch atlantischen Schwell von hinten geschoben. Aber auch wie auf dem anderen Kurs erging es allen an Bord bestens, und wir genossen den warmen Schiebewind und die Aussicht auf das Licht- und Schattenspiel der küstennahen Berge.

Die drei Hexen im Wasser…

Nach einer Weile erschienen die hellen Sandstrände, die Playas del Papagayo vor unserem Bug, wir bereiteten den Anker vor und starteten den Motor, um das Großsegel zu bergen. Kurz darauf fiel der Anker auf neun Metern Wassertiefe und grub sich gleich haltend in den sandigen Untergrund. Schwimmend, Standuppaddelnd und sonnend auf dem Vorschiff verbrachten wir die Zeit vor Anker. Cornelia ertüchtigte die hungrige Mannschaft mit einem ausgiebigen Lunch, kurz darauf ging es, wieder segelnd, diesmal hoch am Wind, zurück nach Puerto Calero.

Und die zwei genießen es auch

Fazit: Alle an Bord erwiesen sich als seetauglich. In Puerto Calero hatten wir zu unserer rechten Stegseite neue Segelnachbarn, eine britische Ausbildungsyacht der Royal Airforce mit 12 Crew an Bord, hat dort festgemacht.Die Jungs und Mädels werden 14Tage bis 4 Wochen während ihrer Offiziersausbildung nautisch auf den Ausbildungsyachten geschult, dann finden Crewwechsel statt. Die Rundreise startete in England und führt in den nächsten Monaten über die Karibik, Amerika, Kanada, Grönland und Island schließlich nach England zurück. Diese seemännische Art der Ausbildung hat die deutsche Marine nahezu komplett eingestellt und in der Konsequenz die ehemaligen Ausbildungsyachten verscherbelt, schade…

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Die geheimnisvolle Kiste

Samy im Netz

Wie schon am Samstag sind wir auch am Sonntag aktiv geworden und haben die Hexe ein bisschen ausgeführt. Am Samstag waren wir beide alleine, denn wir wollten ausprobieren, ob unser Samy nach dem Desaster vom letzten Wochenende seine Seekrankheit überwunden hat. Glücklicherweise war das der Fall, gleich nach dem Ablegen ging er in sein geliebtes Trampolin und blieb gemütlich dort vorne liegen. Überhaupt geht es ihm jeden Tag ein bisschen besser, er frisst mit großem Appetit und ist viel lebendiger. Auch wenn er noch sehr dünn ist, und lange Spaziergänge eher in weiter Ferne liegen.

Den Skipper freut’s

Gestern hatten wir Ulrike dabei, deren Hündin Nelly geht nicht so gerne nach vorne ins Netz, aber bei Frauchen auf dem Arm hat auch sie den leichten Wind genossen.Die Hexe hat uns viel Freude bereitet, bei nur neun bis zehn Knoten Wind sprang sie trotzdem direkt an und beschleunigte auf gute 8,5 Knoten Fahrt.

Die Hexe begegnet ihrer englischen Schwester unter Schweizer Flagge

Überhaupt war es Kaffeesegeln pur, Wind bis maximal 14 Knoten und der Atlantik flach wie der Gardasee bei Flaute. Maximum Speed war 10,4 Knoten!

Von Süden kommt die Segelyacht “Witch” auf uns zu, der Skipper Frank ist ein guter Freund von Ralf und Inge von der “Malwieder”,  wir fahren ihr ein bisschen entgegen, damit sich die Witch und die Hexe mal auf dem Meer treffen können…

Auch die Schnellfähre von Arrecife nach Las Palmas de Gran Canaria fährt in einigen Metern Entfernung an uns vorbei, ein beeindruckendes Bild! In nur drei Stunden ist man in der Hauptstadt der übernächsten Insel, 140 Seemeilen entfernt von Arrecife.

Ich sitze an meinem Kartentisch, um mich mal wieder mit unseren Funkgeräten und den dazugehörigen Verbindungen vertraut zu machen, als ich den plötzliche Ruf höre: „Cornelia, komm raus, wir wenden!“ Ulrike hatte auf dem Wasser in unbekanntes schwimmendes Objekt entdeckt, das wir uns näher ansehen möchten. Wir segeln also dorthin, es ist eine schwimmende Kiste, möglicherweise aus Aluminium, ca. zwei Meter lang, einen Meter breit und fast genauso tief. Natürlich kommen die wildesten Mutmaßungen auf: „Da liegt eine Leiche drin, da hat jemand seine Frau entsorgt!“, sagt Ulrike.

Zwei Freunde müsst Ihr sein…

Das wollen wir uns nicht direkt anschauen, ich rufe in der Marina an und berichte von dem Fund, aber Alex bedeutet mir, die „112“ anzurufen, dort werde man mir weitere Fragen stellen. Das mache ich auch, versuche in meinem besten Spanisch zu erklären, was wir gefunden haben, da sagt die freundliche Stimme am Telefon, ich könne auch gerne deutsch mit ihm reden. Gut, ich berichte also von unserem Fund, er nimmt die Koordinaten auf, und sagt mir zum Schluss, dass sie das weitergeben werden. Okay, mehr können wir nicht tun.

Wer genießt hier mehr?

Eine halbe Stunde später hören wir tatsächlich eine Securité-Meldung für Fuerteventura, Yaiza und Arrecife, dass auf der Position 28°52’79N/13°38’37W ein „Floating Object“ gesichtet wurde, und die Bootsführer in der Nähe dieser Position gut aufpassen sollen, dass sie es nicht rammen. Ich hätte ja gedacht, dass die Coast Guard die Kiste zu bergen sucht, aber wahrscheinlich ist sie ja irgendwo angeschwemmt worden. Vielleicht hätten wir doch versuchen sollen, sie an Bord zu hieven, möglicherweise waren da Gold und Geschmeide drin…

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Vor der Regenbogenbrücke umgekehrt …

… ist unser Samy. Wir hatten alle große Angst, dass er es nicht schaffen würde, die schwere Entzündung der Pankreas, der Bauchspeicheldrüse, mit nachfolgender Leber- und Niereninsuffizienz zu überwinden, aber jetzt sieht es wirklich so aus, als hätten er und wir es geschafft. Seit gestern Abend frisst er eher wie ein Scheunendrescher, zwar keine riesigen Portionen, aber am liebsten alle paar Stunden. Und er wirkt ganz anders, lebendiger, interessiert an seiner Umwelt, er reagiert auf andere Menschen und andere Hunde, die Apathie ist verschwunden. So haben unsere Bemühungen doch Früchte gezeitigt, das nächtliche Wachen, die vorsichtige osteopathischen Anwendungen durch Nicole, die ja eigentlich Menschen behandelt, die Sonderbehandlung in der Hundeküche und die liebevolle Betreuung durch Jane the Vet haben sich mehr als gelohnt.

Verlassen haben uns dagegen mehrere Freunde. Schon gestern haben sich Ralf und Inge-Lore von der Segelyacht “Malwieder” verabschiedet, sie sind heute vormittag aus der Marina Rubicon nach Santa Cruz de Teneriffa aufgebrochen, von wo aus sie im November über den großen Teich starten werden.

Heute Morgen haben wir unseren lieben Besuch aus der Heimat, Nicole und Harry, zum Flughafen gebracht, es war eine wunderschöne Woche mit den beiden. Gestern hatten wir, nach dem Spaziergang zur Montaña de las Cuervas, viel Spaß bei der Weinprobe im El Grifo.

Heute mittag gab es ein kleines Abschiedsessen mit der Seglerfamilie, Aisling, Wolfgang, Cuisle und Óisin, die um 14 Uhr abgelegt haben, um nach Las Palmas de Gran Canaria zu segeln oder zu motoren, denn heute ist ganz wenig Wind. Wir hatten so viel Spaß zusammen, haben wunderschöne Abende miteinander verbracht. Cuisle war zweimal mit Volker Schnorcheln, dabei haben sie soooo viele Fische entdecken können, dass die Kleine ganz beeindruckt war. Und sie ist so tapfer bei Volker auf dem Standup-Brett mitgefahren, völlig entspannt und ohne jegliche Angst. Auch sie werden mit ihrem Boot Saoirse im November in die Karibik aufbrechen, mit der Atlantic Rallye for Cruisers und hoffentlich Mitte Dezember auf Saint Lucia landen.

So sind wir gerade ein bisschen vereinsamt, aber glücklicherweise nicht ganz, denn Ulrike kommt morgen mit Hund Nelly, vielleicht können wir ein bisschen segeln gehen und ausprobieren, ob Samy immer noch seekrank wird. Und Freund Axel aus Darmstadt kommt nächsten Mittwoch mit Ryanair angeflogen. Es wird also nicht ganz so schlimm mit der Einsamkeit.

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Wasserstandsmeldung

Nachdem das mit der Segelei unserem Samy nicht so gut bekommen ist, können wir doch heute und hier von kleinen Fortschritten bei ihm berichten. Wir haben die Segelfamilie besucht, und der anderthalbjährige Sohn hat ein Nürnberger Würstchen unabsichtlich auf den Cockpitboden fallen lassen, so schnell konnte man garnicht gucken, wie Samy das verschlungen hat. Aber nicht nur sein Appetit wird wieder größer, sondern auch seine Anteilnahme am Leben um ihn herum. Andere Hunde werden wieder schwanzwedelnd begrüßt und das Lieblingsfrauchen Cornelia selbstverständlich auch. Heute Morgen hat der Hund sogar sein ganz normales Hundefressen ohne viel Federlesens vertilgt.

Leider sind die Augen noch gelblich unterlaufen, was auf eine mögliche Leber- oder Nierenproblematik schließen lässt. Wir sind weiter fast täglich mit Jane „the Vet“ in Kontakt, es werden aber keine neuen Medikamente verabreicht, um seine Organe nicht weiter zu belasten.

Volker mit Cuisle auf dem Standup

Heute war ich mit Cuisle, der 5-jährigen Tochter der Segelfamilie zum zweiten Mal schnorcheln, um ihr noch weitere Schönheiten der Unterwasserwelt zu zeigen. Wir paddeln dazu mit dem Standupaddleboard aus dem Hafern raus in die Nachbarbucht, vertäuen, dort angekommen an einem Pfahl oder an der Boje das Brett und stürzen uns in die Fluten. Cuisle hat noch Schwimmärmchen an, nur zur Sicherheit, obwohl sie mittlerweile schwimmen kann. Dann schnorcheln wir so um die 20 Minuten lang die fischreichsten Stellen ab, ich benenne ihr die Fische, die es im atlantischen Wasser zu sehen gibt. Noch voll mit vielen Eindrücken ging es schnell zurück an Bord und wir haben ein großes Fischbild gemalt.

Panorama im Norden Lanzarotes

Mit unserem Freunden aus Darmstadt, Harry und Nicole, bin ich gestern in den Inselnorden gefahren, wir hatten einen fantastischen Blick zur Nachbarinsel La Graciosa und ein sehr gutes Mittagessen in Arrieta direkt am Meer genossen.

Insgesamt weicht unsere innere Anspannung langsam, wir schöpfen wieder Hoffnung dass es mit unserem geliebten Bordhund weiter bergauf geht.

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Ein kleiner Segelausflug

Prinzipiell scheint es mit Samy langsam bergauf zu gehen, einmal am Tag frisst er das ansonsten stündlich angebotene Essen, Samstag Abend war er ganz glücklich über ein paar Bissen von indischem Hühnchen. Am Sonntag Morgen sind wir mit ihm zum Spazierengehen nach Tías gefahren, dort gehen viele Hunde Gassi, und so gibt es viele neue Gerüche zum Hundezeitung lesen. Zufällig trafen wir Christiane mit Hund Macs, was Samy ein längeres Schwanzwedeln entlockte, wir halten es für ein gutes Zeichen.

Samstag Nachmittag mussten wir unseren Luxus-Liegeplatz verlassen, weil das große Boot „Suver“ wieder nach Puerto Calero kommt. Das letzte Mal hatten sie hier die ganze Zeit den Generator laufen, sodass wir uns unter Protest auf die andere Hafenseite verlegt hatten. Auch jetzt sind wir nicht sicher, ob das nicht wieder der Fall sein wird, also gehen wir nicht in Box 12, drei Boxen weiter, sondern verlegen uns mal wieder an den Turm auf der anderen Seite. Aber das große Boot ist sowieso nicht gekommen, das ankert noch vor Papagayo.

Am Sonntag Morgen ist nicht nur Samy noch satt, auch wir sind von dem indischen Essen so wohl gesättigt, dass wir ohne richtiges Frühstück nach einer Tasse Kaffee die Leinen lösen und zum Spaßsegeln mit Nicole und Harry aufbrechen. Die beiden besuchen uns für eine Woche, neben den terrestrischen Attraktionen Lanzarotes wollen wir Harry die Schönheit des Segelns nahe bringen.

Kaum abgelegt, liegt Samy im Netz

Das klappt auch hervorragend, mit halbem Wind segeln wir raus aufs große Meer. Auch Samy geht sofort nach dem Ablegen nach vorne ins Trampolin, um sich dort schön durchpusten zu lassen, bis ihn eine freche Welle von unten erwischt und er sich doch ins sichere Cockpit zurückzieht. Nicole und Harry dagegen bleiben vorne liegen und genießen die Fahrt.

Kaum hab ich das geschrieben, steht Samy plötzlich auf und will brechen, und anschließend zittert er fürchterlich, der ganze Hund bebt! Ich decke ihn mit einem Handtuch zu und streichele ihn, das beruhigt ein bisschen, dann legen wir ihn in sein Körbchen, und drehen um, zurück nach Puerto Calero. Der Hund war offensichtlich seekrank geworden, das kann schon mal vorkommen bei dem schlechten Allgemeinzustand, in dem er sich befindet.

Heute Morgen war er aber wieder ganz wach und ist schön mit mir spazieren gegangen, nur das Essen behagt ihm leider nur sehr selten, mal für ein paar kleine Happen.

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Ein blöder und ein guter Tag

Gestern war ein blöder Tag.

Samy ging es nicht besser, er hat auch immer wieder gespuckt, und wollte nichts essen oder trinken, sodass wir morgens wieder zu Jane aufgebrochen sind. Jane hat ihm Anabolika gespritzt, für den Wettbewerbssport ist er damit gesperrt. Außerdem hat sie ihm Blut abgenommen, und ins Labor nach Tías gebracht.

Als wir drei uns am Abend für die tägliche Antibiotikaspritze wieder bei ihr eingefunden haben, waren auch die Ergebnisse eingetroffen, leider mit schlechten Nachrichten, die Nieren- und Leberwerte hatten sich arg verschlechtert. Daher resultiert sicher auch die völlige Appetitlosigkeit von Samy, und das häufige Erbrechen.

Außerdem hatten wir eine undichte Stelle an einem Heizungsschlauch, und Ralf und Volker mussten improvisieren und reparieren, aber das beschreibt der Skipper demnächst sicher einmal selber.

Gestern war ein guter Tag.

Samy, diesmal entspannt auf dem Teppich

Am Abend scheinen die Anabolika endlich ihre Wirkung zu zeigen. Der Hund wird lebendiger, trinkt wieder – freiwillig und unaufgefordert – ein bisschen Wasser. Kurz vor Mitternacht bieten wir ihm nochmal ein Stückchen gekochtes Hähnchenfleisch an, und, siehe da, er nimmt es! Und isst noch ein paar Stückchen mehr, die auch in dem kleinen Hundemagen bleiben. Noch ein bisschen Flüssigkeit subkutan, und Samy ist bereit für eine ruhige Nacht. Um 4 Uhr gibt es noch ein paar Hähnchenstücke, kleine Schritte, kleine Schritte.

Heute Morgen geht es Samy unverändert, wir machen einen etwas längeren Spaziergang, nachher kaufen wir ein bisschen Rindfleisch, damit er auch mal etwas anderes vorgesetzt bekommt…

Das Boot ist gewaschen, ebenso Samys Körbchen, die vielen Tücher, die wir in den letzten Tagen ausgebreitet hatten, dass er sich darauf legen konnte, flattern fröhlich im Wind. ?! Das würde ich gerne schreiben, aber hier ist leider kein Wind, und weiterhin sehr heiß, gestern waren es 35° am späten Nachmittag! Also, die Tücher trocknen in der Sonne.

Also wir hoffen, dass es mit kleinen Schritten jetzt immer weiter aufwärts geht.

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Der Hund – leichter Hoffnungsschimmer

Nachdem vor zwei Tagen eine akute Pankreatitis bei Samy diagnostiziert wurde, und sich sein Zustand permanent verschlechtert hat, sank auch unser Mut und unsere Zuversicht in den emotionalen Keller. Abends sind wir dann nochmals mit Samy zu Jane aufgebrochen, weil es uns unmöglich erschien, ihm die Antibiotikatabletten oral zu verabreichen, da er eh sofort alles Aufgenommene erbricht. Jane erklärte uns, wie wichtig die Antibiotikaspritzen seien, auch wenn im großen weiten Internet, bei akuter Pankreatitis, dazu andere Meinungen existieren.

Außerdem erzählte sie uns von ihren nächtlichen Nachforschungen zum Thema Pankreatitis, auf tiermedizinischen Fachseiten und einem Telefonat mit ihrer Tochter, einer Humanmedizinerin, weil ihr „der Fall Samy“ keine Ruhe gelassen hat. Aber auch ihre Kernaussage zu einer möglichen Genesung war verhalten pessimistisch. Das klare Credo war jedoch, dass jetzt erstmal Antibiotikum verabreicht und um das Leben von Samy gekämpft wird.

Dazu gehört auch, dass wir einmal morgens zu ihr kommen, es eine Infusion mit Flüssigkeit gab, jeweils abends um 18 Uhr Anitbiotikum- und Penizillinspritzen, und ich ihm zur Nacht hin eine Infusion mit Kochsalzlösung anlegen soll. Samy ist super tapfer und lässt die ganzen Prozeduren klaglos über sich ergehen, was für ein Hundeheld!

Gestern kamen Ralf und Inge-Lore wieder zu uns, um uns wie jeden Tag beizustehen und abzulenken, auch Ulrike kam mit Samys Hundefreundin Nelly vorbei, es ist schon erstaunlich, wie sensibel unsere Vierbeiner sind und merken, dass was nicht stimmt. Abends gesellten sich dann noch unsere neuen Segelfreunde Solvey und Achim von der Segelyacht Jojo dazu. Ständig wurde Samy gestreichelt, angesprochen und umtüddelt.  Dann gab es spätabends das berühmte Hoffnungslicht am Ende des dunklen Tunnels,  der Hund wurde etwas munterer und noch wichtiger, er spuckte die paar Schlucke Wasser, die er trinken durfte, nicht mehr direkt aus.

Bei dem anschließenden 200 Meter Spaziergang lief er zudem stabiler und weniger schwankend. Nachts schlief er fast durch, heute morgen ging ich um 6 Uhr mit ihm ’ne kleine Runde, Cornelia um 10 Uhr ebenfalls ein Stück spazieren, und Samy hat jeweils Urin abgesetzt. Wenn er jetzt was trinkt, bleibt es auch weitgehend drin.

Wir haben wieder Hoffnung geschöpft, dass der vierbeinige Kämpfer diese schwere Krankheit überstehen wird.

Wir danken nochmals für die liebevolle, zahlreiche und mutmachende Zuwendung unserer Leserschaft, egal ob per Mail, Telefon, Kommentar, WhatsApp, sowie für den Zuspruch hier vor Ort, herzlich Dank an euch alle!!!

Samy hat einen PC-Ventilator für die Kühlung dank Ralf und Inge-Lore

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Der Hund – des Dramas zweiter Teil

Eine Weile ging es Samy gestern mittag besser, dann wurde es wieder schlechter. Nach erneutem Nachfragen bei Jane the Vet wurde beschlossen, ihm am Abend noch Buscopan zu spritzen, gegen die Krämpfe. Das half auch ganz gut durch die Nacht hinweg.

Der Ultraschallbefund

Wir haben uns, wie auf See, für Nachtwachen eingeteilt, alle zwei Stunden abgewechselt, und auf Samy aufgepasst, ihm ab und an einen Löffel Glucose mit NaCl ins Mäulchen geschüttet (manches wohl auch vorbei), und ab und zu durfte er ein bisschen Wasser trinken. Am Morgen bekam ich schon vor acht Uhr eine SMS von Jane, die wissen wollte, wie es Samy gehe (!), und nach einigem Hin und Her wurde beschlossen, dass Samy zur Tierklinik muss, um durch Labor und Ultraschall Gewissheit zu bekommen, ob es sich wirklich um eine Pankreatitis handelt.

Kurz bevor wir losfahren konnten, hat Samy mal locker die gesamte Flüssigkeit, die er in der Nacht aufgenommen hatte, vor uns auf den Teppich gespuckt, jetzt war ganz klar, hier muss etwas getan werden!

Samy mit rasiertem Bäuchlein

Gesagt getan: Wir fahren um halb zehn zu Tías Veterinaria, dort wird der Hund untersucht, das Blut analysiert, ein Ultraschall gemacht, Samy bekommt eine Infusion gegen den Flüssigkeitsverlust. Um 13 Uhr dürfen wir ihn wieder abholen, bekommen Antibiotika und Schmerzmittel sowie eine besondere Diät für ihn mit. Jetzt liegt er völlig fertig auf dem Boot im Cockpit und wir hoffen sehr, dass er sich bald erholt.

Danke an Euch für die guten Wünsche zum Beitrag von gestern, danke an Margarita von Tías Veterinarias, dass wir ohne Termin kommen konnten, muchas gracias, und ein besonderer Dank an Jane the Vet, mit der wir in konstantem Kontakt stehen (thank you Jane, you really care for your patients!).

Daumen gedrückt lassen!

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Der Hund

Samy leidet still…

Samy hat anscheinend irgendwo verdorbene Lebensmittel gefunden und gefressen und erbricht seit heute morgen immer wieder. Wir haben notfallmäßig Jane the Vet, die Tierärztin aufgesucht. Sein Bauch ist hart und gebläht wie ein Brett, jede Bewegung tut ihm sichtbar weh, und er hat erhöhte Temperatur. Jane hat uns erklärt, dass die verdorbenen Lebensmittel wohl in ihm richtiggehend gären, dass er aber kein Gift gefressen hat, sonst wäre das Zahnfleisch fast weiß, mehr Schaum im Mund, und man würde etwas riechen. Wir haben ja schon früher geschrieben, dass unser Hund gerne die Straßen von organischem Müll befreit, unbezahlt und unaufgefordert versteht sich, wenn es in sein Beuteschema passt. Und da passt viel zu viel rein. Nur bisher ging alles gut, oder besser gesagt, dem Hund nicht so schlecht. Cornelia hat beim Gassigehen gestern Abend auch nix davon bemerkt, dass Samy Essbares gefunden hätte.

Jetzt müssen wir uns gedulden, die zwei Spritzen, die er verabreicht bekommen hat, sollen nach 10-12 Stunden wirken, morgen will die Tierärztin unseren Samy noch einmal zur Nachkontrolle sehen. Die Stimmung an Bord ist deshalb auch gerade gedrückt, und ich habe vor lauter Gedanken an den Hund den frischgeschnittenen Knoblauch in den Müll statt in die Pfanne geworfen – geht’s dem Hund schlecht, leiden die Besitzer.

Eigentlich wollten wir einen großen Bericht von den vielen schönen Dingen, die wir in der Woche erlebt haben, schreiben, aber irgendwie fehlen die positiven Gedanken dazu…

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