… ein Lichtlein brennt

Fanaktion zum 100. Jahrestages der Gründung des SVD, auf Leinwand gemalt

Wenn ein fußballerisches Heimspiel gewonnen wird, ist es ein leichtes, der Heimmannschaft zu applaudieren. Doch wenn das Spiel verloren geht, obwohl die heimischen Fußballer jeden Angriff, jede Torchance und all ihre spielerischen Möglichkeiten genutzt haben und dann unglücklicherweise sieglos bleiben, sollte man, sprich die Fans, nicht zu kritisch sein und trotzdem den Spielern am Spielende zujubeln. Für mich als Gelegenheitsstadionbesucher war das heutige Heimspiel trotzdem ein gutes Fußballspiel, auch wenn keine erhofften drei Punkte aufs Tabellenkonto gingen, zumal wenn die Lilien gegen den momentan Tabellenführenden die Punkte verloren haben.

Der lange Ludwig erstrahlt im Lichterglanz

Bereits seit neun Tagen sind wir in der Heimat, also in Darmstadt. Wir haben uns akklimatisiert und die einstelligen Temperaturen können uns nicht mehr schrecken. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes haben wir live auf dem Marktplatz verfolgt und die Ansprache unseres Oberbürgermeisters, der gegen Hass und Hetze und für ein verständnisvolles Miteinander geworben hat, wissen wir als weltoffene Bürger, besonders in der heutigen Zeit sehr zu schätzen.

Wenn wir keine anderen abendlichen Verabredungen haben, gehen wir gerne am frühen Abend für einen Glühwein auf dem Darmstädter Weihnachtsmarkt vorbei, und sind dabei nicht allein. So viele junge und ältere Menschen finden sich allabendlich vor den zahlreichen Glühweinbuden und anderen Trinkständen ein, dass man sich fragt, was haben die alle gemacht bevor der Weihnachtsmarkt eröffnet wurde. Bei den anderen Verkaufsständen hingegen kann man nur hoffen, dass sie tagsüber bessere Geschäfte machen.

Advent, Advent

Laut Wetterbericht sollen gleich ein paar Schneeflocken vom Himmel herab fallen, die erste Kerze am Adventskranz brennt stimmungsvoll und die Capitania backt Weihnachtsplätzchen. Wenn es jetzt noch ein Meer vor der Haustür gäbe…

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Alles gut?

Samy liegt entspannt im Netz, wie immer

Vor dem Abflug nach Frankfurt am Freitag möchte Volker doch so gerne noch einmal segeln gehen. Meine Versuche, Alex im Marinabüro dazu zu bewegen, dass er uns bei unserer Rückkehr heute unseren Starplatz am Ende des Hafens zuweist, sind leider gescheitert. Egal, bei strahlendem Sonnenschein legen wir kurz nach ein Uhr mittags ab, die Restaurants im Hafen sind gut gefüllt für Cena oder Lunch, wir segeln statt Mittagessen, das hält schlank.

Bei leichtem Wind, Sonnenschein und flachem Meer segeln wir bei ca. 60° Windeinfallswinkel Richtung Arrecife, bei 14 – 16 Knoten Wind pflügt die Hexe mühelos mit über zehn Knoten Geschwindigkeit über Grund. Um 14:45 Uhr sind wir beim Grand Hotel angelangt, dem einzigen Hochhaus Lanzarotes, wir halsen, und fahren zurück nach Calero, der Wind kommt ein bisschen achterlicher als vorhin, das wirkt noch viel müheloser als vorhin, Samy liegt auf seinem Lieblingsplatz. Um 16 Uhr sind wir wieder im Hafen, ohne Streit angelegt, alles gut.

Unser heutiger kleiner Schleifenkurs bis Arrecife und zurück

Heute Morgen war Kathrin, die Physiotherapeutin, bei uns an Bord und hat sich dankenswerterweise um meine Schulter gekümmert. Seit gut zehn Tagen schmerzt mein rechtes Schultergelenk, zuerst andauernd, seit ein paar Tagen immer mal, aber dann sehr. Glücklicherweise kannte Ulrike die Kathrin und hat sie mir empfohlen, und glücklicherweise hatte Kathrin heute Zeit. Die Behandlung hat so gut getan, vielleicht sollte ich morgen mal über Schmerzen auf der anderen Seite klagen, oder im unteren Rücken, dann käme Kathrin bestimmt noch einmal. Aber jetzt bin ich erst einmal dankbar, dass es der rechten Schulter wieder besser geht. Schulter gut.

Volker um einem Backenzahn ärmer

Und wenn wir schon bei den kleinen Wehwehchen sind: Gestern hat Volker endlich den seit Wochen, ach was sag ich, seit Monaten schmerzenden Backenzahn ziehen lassen. Der hat nämlich vorgestern Morgen richtig angefangen zu eitern. Auch hier wusste Ulrike Hilfe: Janique, die französische Zahnärztin aus Bordeaux, die es ebenfalls nach Lanzarote verschlagen hat, soll angeblich Zähne ziehen, ohne dass man es merkt. Bei Ulrike jedenfalls.

Nun, bei Männern tut es etwas mehr weh. Volkers entzündeter Backenzahn ist auch erst einmal auseinander gebrochen, so marode war der schon, Janique musste die beiden Wurzeln anschließend einzeln entfernen. Danach sah Volker um Jahrzehnte gealtert aus, begnügte sich auch mit Yoghurt zum Mittagessen, aber glücklicherweise wurde es sehr schnell besser, und heute Morgen ist er völlig schmerzfrei erwacht und glücklich, dass der Störenfried nun endlich draußen ist.

Boot segelt, Schulter gut, Zahn raus, Ende gut, alles gut.

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Es wird Winter

Blauer Himmel wechselt sich ab mit dichten Wolken

Ganz heimlich hat sich in den letzten zwei Wochen das Wetter verändert. Anfang November mussten wir Samy mittags noch mit dem Schlauch abduschen, damit es ihm nicht zu heiß war, und auch wir suchten Abkühlung beim Schwimmen und Schnorcheln in der kleinen Bucht oder hinter unserem Boot. Dann fing es an und wurde abends nach Sonnenuntergang so kühl, dass man tatsächlich eine lange Hose brauchte. Letzte Woche kam der Sturm und seitdem ist hier kanarischer Winter. In den Restaurants sind inzwischen die Plätze im Innenraum die begehrteren, nicht mehr die auf der Terrasse. Und seit ein paar Tagen gibt es immer wieder mal einen kleinen Schauer, nach dem wir dann wieder Boot putzen können, weil der Regen immer roten Sand mit bringt.

Es sind immer noch viele Boote in Transit hier in der Marina, manche warten auf ruhigeres Wetter, andere haben noch kleinere Reparaturen zu machen, die große Leopard 3 hat ein neues Großsegel bekommen, hat aber vor einer halben Stunde abgelegt. Für gestern gab es eine Wind- und Wellenwarnung fürLanzarote, das hat sicherlich manche davon abgehalten los zu segeln, aber bald werden auch sie sich auf den Weg in die Karibik machen.

Die Boote der ARC+ auf Yellowbrick

Die Boote der ARC+ sind fast vollständig auf den Kapverden angekommen, auch unsere Freunde von der Saoirse und der Oktant haben offensichtlich eine super Rallye gefahren, herzlichen Glückwunsch. Am 21. starten sie Richtung St. Lucia, und am 24. startet die direkte ARC von Gran Canaria. Wir wünschen allen Teilnehmern „Fair Winds“ und werden ihren Weg über Yellowbrick verfolgen. Das ist ein Satelliten-Tracking-System, bei denen man Boote, die mit einem solchen Tracking-System ausgestattet sind, über das Internet verfolgen kann.

Das mit dem kanarischen Winter ist aber auch Auslegungssache. Wir haben gestern Abend die Dieselheizung angemacht und ein paar Stunden laufen lassen, die Spanier laufen in Mänteln und Stiefeln herum. Nur die Engländer spazieren mit kurzen Hosen und Spaghettiträgerkleidchen durch die Marina, in den Ferien auf den kanarischen Inseln ist eben einfach Sommer angesagt!

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Zum Zerreißen

Noch ein paar Leinen sind ausgelegt

sind meine Nerven angespannt und die Festmacherleinen, die unsere Hexe an ihrem Stegplatz halten. Seit Freitag weht es mit Böen bis 35 Knoten aus nordöstlicher Richtung, meterhoch branden die Wellen an die Ostküste. Doch was heute hier geboten wird, ist ein bisschen „too much“, wie man heutzutage gerne sagt. Böen bis 50 Knoten fallen von den Hügeln in den Hafen ein, ein Kreischkonzert der besonderen Art, wenn der Wind um die Masten pfeift.

Beim Nachbarn werden die Fender gedrückt

Weit draußen auf dem Meer muss es leider stellenweise dramatisch zugehen. Bereits vor drei Tagen ist ein Flüchtlingsboot an der Ostküste nahe bei Costa Teguise gestrandet und 12 der 16 Insassen sind trotz sofortig eingeleiteter Rettungsmaßnahmen ertrunken. Nur vier junge Männer haben das Bootsunglück überlebt, die Ostküste Lanzarotes ist sehr felsig und schroff, wer da strandet, hat wenig Überlebenschancen.

Heute Mittag gab es das nächste Drama auf See. Ein Segelschiff mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern an Bord hat Mayday gefunkt und gilt seitdem als vermisst. Eine Hubschrauberstaffel sucht nach den Verschollenen, ich bin geschockt, noch gibt es keine neuen Erkenntnisse. Die Besatzungen von zwei Booten, die gestern mit zerfetzten Segeln in den Hafen gekommen sind, berichten von enorm hohen Wellen, die acht Meter und mehr erreichen.

Die Bavaria hat es voll auf den Steg gedrückt

Dieses Szenario war bei keinem Wetterbericht vorhergesagt. Der Atlantik ist voll mit Segelbooten, die von Europa aus zu den Kanaren segeln wollen. Das Meer draußen ist weiß gefärbt, soviel lässt sich auch von hier aus erkennen, da will keiner sein, der das Meer kennt. Bis Samstag soll das um diese Jahreszeit ungewöhnliche Wetterphänomen anhalten. Auch die Nerven der Hafenmeister und Marineros sind bis zum Zerreißen angespannt.

In der Manrique-Ausstellung

 Wir haben seit Freitag Peter und Irene an Bord, die extra für ein paar Tage Segeln aus München angereist sind, um mal zu erfahren, wie es ist, mit so einer Outremer zu segeln. Doch mehr als ihnen die Schönheiten Lanzarotes zu zeigen und viele Fragen zu beantworten, die ihnen unter den Nägeln gebrannt haben, ist nicht drin, die Natur gibt den Rhythmus vor, da haben wir nix zu melden.

Ab morgen sind wir wieder allein an Bord, nur der Wind bleibt bis Samstag bei uns, besonders am Mittwoch ist wieder „Blanker Hans“, obwohl der Ausdruck sich eigentlich nur auf die Nordsee bezieht.

Vorhin lief Pink Floyd  und da habe ich das Radio mal so laut gedreht, bis ich nichts, aber absolut gar nichts mehr von dem Windgekreische gehört habe. Das Geräusch kann  einem (in dem Fall, mir) nämlich ganz schön auf den Wecker gehen.

Der Wind bringt nicht nicht nur die Geräusche, sondern auch Sand und Staub von der Insel, und der setzt sich in jede noch so kleine Ecke auf dem Boot und den Menschen, in Ohren, Nasen und Augen.

Holt uns raus hier ;-))

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Voll

Die Vorhersage für Freitag Abend

Seit vier Tagen füllt sich die Marina immer weiter. Täglich kommen Boote an, kleinere und größere, Einrumpfer und Katamarane, vorgestern kam sogar Gunboat Baunummer 2, 68 Fuß aus Carbon, sehr schön. Ab morgen sind Windstärken von sieben bis acht Beaufort angesagt, deswegen bleiben auch alle brav hier im Hafen und genießen die Schönheiten der Insel. Die Leihwagenfirmen sind wahrscheinlich komplett ausgebucht, denn alle Crews mieten sich ein Auto, um ins Landesinnere zu fahren.

 

So voll ist es jetzt …

… und so leer war es

Unseren Liegeplatz direkt neben der Hafeneinfahrt mussten wir schon vor Wochen räumen, da dort auch Schiffe bis 60 Meter Platz finden. Normalerweise sind wir in diesem Teil der Marina fast allein, jetzt liegen die Boote dicht an dicht. Viele wollen in die Karibik, einige bleiben auch erstmal eine Weile und genießen das gute Klima der Kanarischen Inseln.

Alle Wettermodelle rechnen elf Tage!

Am 10. Oktober fährt der erste Teil der ARC, der Atlantic Rallye for Cruisers, hundert Boote, von Las Palmas auf Gran Canaria zu den Kapverden, und von dort aus weiter in die Karibik. Die restlichen zweihundert Segelboote starten am 24. November direkt nach St. Lucia. Ich habe aus Spaß mal geschaut, wie es mit dem Wind aussähe, würden wir von hier aus am 9. November ablegen. Für die ca. 2700 Seemeilen lange Strecke würden wir nur elf Tage benötigen, bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von über zehn Knoten, das wäre super schnell.

Aber noch sind wir hier und freuen uns auf unseren nächsten Besuch, der heute aus München eintrifft.

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Stress an Bord

Jens und Barbara, die seit letzten Mittwoch zu Gast bei uns an Bord waren, sind seit Samstag wieder auf Teneriffa. Die beiden hatten wir zu Beginn unserer Reise im November 2014 in Lagos getroffen. Jens war damals mit seinem Acht-Meter-Boot einhand von Deutschland über die Biskaya, Portugal, Spanien bis ins Mittelmeer nach Frankreich unterwegs, und von dort aus über Kanäle bis nach Berlin zurück. Eine spannende Reise in einem kleinen Boot. Seitdem haben wir uns fast aus den Augen verloren, aber manchmal Meinungen zum Fußball per SMS ausgetauscht. Umso mehr hat es uns gefreut, als wir gehört haben, dass die beiden ihren Urlaub auf den Kanaren verbringen wollten, und sogar ein paar Tage bei uns an Bord bleiben würden.

Die schöne alte Brigg ist mit uns aus dem Hafen gefahren

Es gibt Segeltage, die besonders schön sind, und an die man gerne zurückdenkt, gestern war so einer. Sonnenschein, der Wind ablandig, deswegen gab es keine Wellen, der Wind wehte zwischen 12 und 19 Knoten, die Hexe läuft schnell. Dazu Solvey und Achim von der Jojo, sowie Ulrike mit Hündin Nelly aus Arrecife an Bord. Gemütlich haben wir 30 Seemeilen abgesegelt, vor den Papagayostränden geankert, geschwommen, Lunch gegessen. Seglerherz was willst du mehr?

Okay, das Ankerauf-Manöver bei Strömung und Wind ist total misslungen, schlechte Kommunikation zwischen Skipper und Capitania. Die Folgen, dicke Luft an Bord und eine unschöne Macke im Boot, beides ärgerlich und vermeidbar.

Paco testet die Elektronik

Dann das nächste Problem, diesmal technischer Natur, der Backbordmotor bzw. der Fehler in der schon mehrfach ausgewechselten Elektronik-MDI-Box, sorgt dafür, dass der normal auf standby stehende Motor ständig von sich aus starten will. Das Bauteil wurde im Rahmen einer Rückrufaktion von Volvo Penta gerade mal vor 13 Motorstunden getauscht.

Zumindest dachte ich bis vorhin, dass es wieder die verflixte MDI-Box ist. Gerade war Paco, der regionale Volvo-Penta-Mechaniker an Bord, hat mit einem speziellen Prüfgerät das Bedienpanel getestet und dabei festgestellt, dass die An-/Ausschalttaste einen Fehler hat. Reparieren kann man da nix, weil fest in Kunststoff gegossen. Dankenswerterweise hat er, auch ohne Garantiezusage von Volvo Penta, einfach ein neues Austauschteil eingebaut.

Das Tastenpanel, der kleine Bösewicht

Aber wenn Volvo bei elektronischen Bauteilen Probleme hat, sollten sie die einfach weglassen, man kann einen Motor auch mit Zündschlüssel starten statt mit einem Bedientastenteil. Das wäre dann, das Boot betreffend, gleichzeitig auch ein effizienterDiebstahlschutz, wenn so ein Zündschlüssel, wie beim  Auto beispielsweise, abziehbar wäre.

Das richtig heiße Spätsommerwetter neigt sich wohl endgültig dem Ende zu, dunkle Wolken bedecken zuweilen den Himmel, morgen soll es regnen und ab Freitag sind knackige 8 Beaufort Wind angesagt, nachts soll die Temperatur sogar auf frostige (!) 15 Grad fallen. Das einladend-kühle Nass des Atlantiks hat derzeit noch immer angenehme 23 Grad, wir schwimmen täglich rund ums Boot oder in der kleinen steinigen Badebucht gleich nebenan. Vamos a ver.

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Die Kassiopeia liegt verkehrt herum

Gestern Abend habe ich nach langer Zeit mal wieder unsere Sternen-App bemüht, um mir den wunderbaren Himmel über uns zu erklären. Neben der ebenfalls liegenden Andromeda ist mir dann sogleich aufgefallen, dass die Kassiopeia hier, wie der Mond eben auch, verkehrt herum liegt.

Also: Der im Moment winzig schmale Mond steht nicht, halb aufgerichtet wie bei uns, am Himmel, sondern er liegt einfach flach auf dem Rücken. Okay, einverstanden, das ist hier so. Dass aber auch die Kassiopeia, das „Himmels-W“ hier kein „W“ ist, sondern ein „M“, ist schon seltsam.

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Ganz schön was los!

Axel ist gestern nach einer Woche an Bord zurück nach Hause geflogen, sieben Tage gehen so schnell vorbei. Es war eine super Zeit mit ihm,  bei der auch wir noch einmal die Schönheiten von Lanzarote für uns entdecken konnten. Es ist doch immer wieder ein Erlebnis für uns selbst, wenn wir einem Freund oder netten Menschen Schönes aus unserer Umgebung, mit einer Mischung aus Stolz und Bewunderung, zeigen können.

Seit gestern Nachmittag bringen wir die Hexe mal wieder optisch auf einen besseren Stand, der durch die kleinen morgendlichen Regenschauer, die reichlich Sand mit sich gebracht haben, nicht mehr unseren Maßstäben von einem gepflegten Schiff entsprochen hat. Waschen – Trocknen –Polieren – Wachsen. Was sich schnell liest, braucht doch länger bei so einem Zweirumpfer, so war das heutige Morgenprogramm vorprogrammiert.

Der Charco in Arrecife, hier gab es Mittagessen

Pünktlich zur Mittagszeit sind wir mit unseren neuen französischen Freunden, Marie und Paul, nach Arrecife zum Lunch aufgebrochen. Ich weiß nicht mal mehr, wie diese Idee entstanden ist, doch ein leckeres Mittagessen ist schon etwas Besonderes. Erinnert es mich doch immer auch ein bisschen an die sonntäglichen familiären Ausflüge meiner Kindheit zu einem Restaurant, sehr schön.

Am späteren Nachmittag kam Gerd, den wir bei den Treffen von Montefuego-TV kennengelernt haben, mit reichlich leckerem Kuchen zu uns an Bord (danke dafür!), und bei eben diesem gab es einiges zu erzählen. Spät abends gab es eine riesige Überraschung, als wir Jean-Piere, unseren ehemaligen „Katamarantrainer“ völlig unerwartet im lokalen italienischen Restaurant entdecken.

Jean-Pierre hat uns in La Grande Motte äußerst geduldig und kompetent gezeigt, wie man so einen großen Katamaran sicher beherrscht, anlegt und segelt. Zusammen mit den neuen und stolzen Eignern von “Biotrek” hat er diesen neuen Outremer-Katamaran vom Mittelmeer nach Puerto Calero gesegelt. Wir haben nach dem Abendessen gemeinsam einen Drink bei uns an Bord genommen, und auch Samy hatte dank deren Hündin mit dem Namen „Tiller“ einen unterhaltsamen Abend. Tiller ist eine zehn Monate junge australische Labradoodle-Hündin, temperamentvoll und süß.

Ganz schön was los…

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Oktoberfest in Lanzarote

Samstag und Sonntag haben wir ausgesucht, um mit Axel die Inselrundfahrten zu machen, Samstag geht es in den Süden, am Sonntag in den Norden.

Blick von Femés

Wir beginnen in Femés mit der wunderbaren Aussicht auf Playa Blanca sowie auf die gegenüberliegende Insel Fuerteventura. Weiter geht es zu den Salinen, wo wir sogar an den Strand gehen, und die Füße ins Wasser stecken. Es ist viel zu viel Wellengang, um gefahrlos baden zu können. Eine besonders freche Welle kommt schnell heran, ich kann gerade noch Samy festhalten, damit er nicht ganz ins Wasser gezogen wird, und natürlich haben wir nasse Kleider bekommen. Macht nichts, die Sonne ist stark und trocknet schnell.

Die Kakteen blühen noch in El Golfo

Natürlich darf der Besuch in Los Hervidores nicht fehlen, die wilde Brandung dort ist beeindruckend. Anschließend wollten wir in El Golfo in der kleinen Bucht baden gehen, aber leider war das bei Niedrigwasser und dem herrschenden Seegang nicht möglich, also begnügten wir uns mit der schönen Aussicht, den Blick weit nach Westen gerichtet.

Hochzeit in Yaiza

Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz in Yaiza, dort fand eine Hochzeit statt, offenbar mit wichtigen Persönlichkeiten, denn die Straße war auf der einen Seite abgesperrt und hochoffiziell gekleidete junge Männer betraten die kleine Kirche.

Sonnenuntergang in Playa Honda

Am Abend treffen wir uns mit Ulrike zu einem wie immer großartigen Essen im Emmax in Playa Honda und genießen sozusagen zum Apero einen beeindruckenden Sonnenuntergang. Das Emmax wird von zwei Deutschen betrieben, liegt am Strand des kleinen Ortes und ist immer gut besucht. Die Speisekarte wechselt jeden Tag, es ist für alle Geschmacksrichtungen etwas dabei, von Filetspitzen über köstliche Pasta mit Muscheln bis hin zu veganen Spezialitäten.

Niedrigwasser

Dunkel hängen die Wolken im Norden von Famara

Am Sonntag geht es in die andere Richtung, leider ist der Himmel sehr bedeckt, und es gibt sogar einige Regentropfen. Unser erster Stopp ist Famara, da wollte ich eigentlich schwimmen, oder sagen wir mal, wellenhüpfen, aber die rote Flagge weht am Strand, wir verzichten aufs Wasser und machen nur den Spaziergang zum kleinen Hafen.

Kunst auf dem Markt

Teguise wollen wir Axel auch gerne zeigen, sonntags ist dort Ausnahmetag, dort findet der größte Inselmarkt statt, mit regionalem Kunsthandwerk, aber natürlich auch afrikanisch/chinesischem Ramsch. Zur Stärkung gibt es eine Thüringer Bratwurst, geht so, aber die Stimmung ist großartig.

Weiter geht es über das Tal der 1000 Palmen mit der Stadt Haría zum Mirador del Río. Dort hat man die wunderbare Aussicht auf La Graciosa, jetzt haben sich die Wolken verzogen und geben den Blick auf die Insel frei.

Lavabrocken am Meer von Orzola

Casa Juanita in Arrieta

In Orzola wandern wir durch Lava zum Wasser, mit einem anderen Blickwinkel nach La Graciosa. Wir stoppen noch in Arrieta bei der Casa Juanita, dem blauen Haus, und landen pünktlich um 16 Uhr in Mala zum Oktoberfesttreffen von Montefuego TV.

Oktoberfest in Lanzarote

Die Feier beginnt mit der Siegerehrung für eine Wette, zwei Verrückte waren mit dem Klapprad unterwegs, von Playa blanca bis in den Norden, 74 km, 554 Höhenmeter in etwas mehr als dreieinhalb Stunden, und das auch noch in einem Anzug, nein nicht in einem Fahrradanzug, sondern einem ganz festlichen: (https://www.facebook.com/Montefuego.tv/videos/387730545441750/).
Chris und Sabine von Montefuego TV haben das wieder großartig inszeniert, in der Cantina von Mala, von einem Berliner betrieben, gibt es bayrische Spezialitäten, und wir verbringen eine großartige Zeit mit vielen Attraktionen, Musikdarbietungen, Bierkrugstemmen und Nageln. Zum Schluss trat noch der geniale Miguel mit seiner grandiosen Ein-Mann-Travestie-Show auf, wir hatten viel Spaß mit unseren lanzarotensischen alten und neuen Freunden, hier ein paar bildliche Eindrücke:

Die Radler werden geehrt

Jung und Alt sind auf der Tanzfläche

Gegensätze

Tanzfreude

Heidi!

Der großartige Miguel

senza Parole

das falsche Shirt

gute Stimmung an allen Ecken

“Open Mike”, für Gesangsdarbietungen aller Art

Oktoberfeststimmung

Wer trifft den Nagel?

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Axel an Bord

Axel heuert an

Während seine und unsere gemeinsame Freundin Petra eine Rundreise durch Australien macht, hat Axel für eine Woche bei uns an Bord angeheuert, auch um zu gucken, ob er seefest ist für zukünftige Segeltörns. Denn gesegelt ist Axel noch nicht, weder binnen noch buiten. Und so waren wir gestern, nebst Ulrike, Sabine und noch einem Volker, mehr als gespannt, wie der erste Segeltörn für Axel sein wird. Der Wind und der Atlantik zeigten sich kooperativ und von ihrer moderaten Seite, trotzdem stürmte die Hexe nach dem Segelsetzen mit  über 11 Knoten Speed los.

Allen geht es gut

Wie das dann so ist, erkundigt man sich natürlich alle paar Minuten nach dem werten Befinden der Mitsegler, doch gab es von allen keine negativen Rückmeldungen, und die Freude am Segeln spiegelte sich in den Gesichtern aller. Nach einer halben Stunde Speedsegeln fielen wir auf einen sehr tiefen Raumschotkurs ab und sofort war die Schiffsbewegung eine andere, nämlich durch atlantischen Schwell von hinten geschoben. Aber auch wie auf dem anderen Kurs erging es allen an Bord bestens, und wir genossen den warmen Schiebewind und die Aussicht auf das Licht- und Schattenspiel der küstennahen Berge.

Die drei Hexen im Wasser…

Nach einer Weile erschienen die hellen Sandstrände, die Playas del Papagayo vor unserem Bug, wir bereiteten den Anker vor und starteten den Motor, um das Großsegel zu bergen. Kurz darauf fiel der Anker auf neun Metern Wassertiefe und grub sich gleich haltend in den sandigen Untergrund. Schwimmend, Standuppaddelnd und sonnend auf dem Vorschiff verbrachten wir die Zeit vor Anker. Cornelia ertüchtigte die hungrige Mannschaft mit einem ausgiebigen Lunch, kurz darauf ging es, wieder segelnd, diesmal hoch am Wind, zurück nach Puerto Calero.

Und die zwei genießen es auch

Fazit: Alle an Bord erwiesen sich als seetauglich. In Puerto Calero hatten wir zu unserer rechten Stegseite neue Segelnachbarn, eine britische Ausbildungsyacht der Royal Airforce mit 12 Crew an Bord, hat dort festgemacht.Die Jungs und Mädels werden 14Tage bis 4 Wochen während ihrer Offiziersausbildung nautisch auf den Ausbildungsyachten geschult, dann finden Crewwechsel statt. Die Rundreise startete in England und führt in den nächsten Monaten über die Karibik, Amerika, Kanada, Grönland und Island schließlich nach England zurück. Diese seemännische Art der Ausbildung hat die deutsche Marine nahezu komplett eingestellt und in der Konsequenz die ehemaligen Ausbildungsyachten verscherbelt, schade…

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