Ein Sommer im Norden, Etappe 2, Tag 3

Samstag, 11. Mai 2024 abends, auf See,
Ankunft in Vila do Porto, Santa Maria, Azoren 11:00 Uhr
Baro 1025, bedeckt, Wind 6-8 kn, die See unter 1 m
Etmal um 11 Uhr 125 sm, gesamte Strecke 469 sm

Ich hab bisher immer Etappe 1 geschrieben, das ist natürlich falsch, weil die Etappe 1 von Lanzarote nach Madeira ging. Jetzt ist es korrigiert!

Flaute!

Die See ist ganz ruhig, und leider müssen wir auch motoren, aber damit haben wir gerechnet, als wir aufgebrochen sind, wir wussten, dass wir in die Flautenzone des Azorenhochs kommen würden, der Diesel muss ja auch mal verbraucht werden, sonst wird er schlecht. 

Zum Abendessen gibt es vom Chef selbst gemachte „Semmelnknödeln“, dazu Rotkraut und Schweinelendchen in dunkler Pilzsauce, was soll ich sagen, mal wieder: „Lecker!“

Danach folgte ein ausgiebiges Telefonat mit unserer Enkelin Zoey, Mama Allegra hatte gestern ein Video geschickt, in dem Zoey mir ihrer Schwester in einem selbst gebastelten Boot, ich würde es „Pipi-Langstrumpf-Segler“ nennen, die Leinen loswirft, und das Boot ablegt. Vielleicht eine neue Seglerin in der Familie?

Um 08:30Uhr sehe ich, dass ein großes Passagierschiff, die „Hanseatic Nature“ direkt auf Kollisionskurs auf uns zukommt, ein Kreuzfahrtschiff der Expeditisionsklasse von Hapag Lloyd, es fährt nach Funchal, und – natürlich- weicht es, wie auch wir, nach Steuerbord aus.

Ab 22:00 Uhr kehrt die Nachtroutine ein, zuerst schläft der Käpt’n in bisschen auf dem Sofa. Ich versuche derweil mein Glück mit der Kurzwelle. Vor Starlink habe ich immer den Wetterbericht auf langen Strecken per email von PredictWind über die Kurzwelle geholt, manchmal haben wir auch von lieben Funkerfreunden ausführliche Interpretationen der Wetterlage per email erhalten. Da wir mittlerweile mit Starlink einen viel einfacheren Zugang zum Internet haben, und somit auch zu den Seewetterberichten, wurde bei uns an Bord diese Form der Information über die Kurzwelle eher vernachlässigt. Aber was wäre, wenn das Starlink mal kaputt ist??? Leider scheint es einenFehler an meinem Pactor-Modem zu geben, denn dort blinken zwei rote Lichter, die da nicht hingehören. Ein bisschen frustriert gehe ich anschließend in die Kabine, und Volker übernimmt die Wache.

Das Motorsegeln geht leider die ganze Nacht, der Wind ist morgens nur noch 3 Knoten. Das bleibt leider auch so, bis wir bei Santa Maria sind. Als das GPS nur noch sechs Meilen bis zum Hafen anzeigt, bergen wir auch das Großsegel. Laut Hafenmeister Lloyd ist unser Platz am Kopf des ersten Stegs frei, Jens und Martina von der Maje wissen Bescheid, Günther und Monika von der Hugin sollten auch eingetroffen sein. Das klingt nach einer guten Party heute Abend!

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2 Antworten zu Ein Sommer im Norden, Etappe 2, Tag 3

  1. Doris u. Erik sagt:

    Hallo Ihr Zwei, hatte gerade per Whatsup nach Eurem Standort nachgefragt und gerade eine komplette Antwort per “,syhexe” erhalten. Schön, dass es Euch gut geht.
    Wir werden vor Oktober nicht in Calero sein wegen meiner neuen Linsen in beiden Augen.
    Weiterhin viel Freude und bis irgendwann.

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