Baro 1022, wolkig mit einzelnen sonnigen Abschnitten, Wind 4-6 Beaufort aus NO, die See 1,5 – 2 m, Hexe ist auf See
Gestern Abend gab es Pizza, wir hatten noch Teig von dem ersten Aufenthalt in Lorient, der war schon mal nach Darmstadt und zurück gefahren, aber immer noch in Ordnung. Salami, Tomaten, Champignons und natürlich Käse darauf, und ab in den Ofen. Immer wieder gut.
Nach dem Abendessen holt Volker den in der vorigen Nacht verlorenen Schlaf ein bisschen nach (ich weiß, dass das nicht geht, aber es klingt gut), ehe ich mich um halb zwölf in die Kabine verabschiede. Aus der „Straße“ der Tanker und Frachter sind wir inzwischen raus, jetzt sollte es auf dem AIS ruhiger werden.
Der Wind in der Nacht war in der Richtung ziemlich konstant, wie seit Beginn aus Nordost, die Stärke hat variiert zwischen 15 und 25 Knoten. Auf jeden Fall sind wir flott voran gekommen, 182 sm in 24 Stunden. Weil wir aber weiterhin vor dem Wind kreuzen, sind das nicht 182 sm in genau die richtige Richtung, aber wir nähern uns den wärmeren Temperaturen, glücklicherweise, nachts ist es kalt hier auf dem Ozean.


Volker fängt plötzlich an zu überlegen, was wir denn diesen Winter alles machen könnten. Und da taucht die Idee auf, dass wir nicht nur zu den Kapverden segeln könnten, das hatten wir schon lange mal auf dem Plan, sondern auch noch zum Gambia River. Das wäre nochmal etwas ganz Neues, die Kapverden und Westafrika haben wir mit unserem Boot noch nicht angefahren. Der Hinweg ist bestimmt super mit dem Passatwind im Januar, und für den Rückweg muss der Passat halt mal ‘ne Pause machen. Oder wir segeln erst zu den Azoren und von da aus zurück nach Lanzarote.
Das konfuse Wellenbild und das daraus resultierende Gewackel ist eine echte Herausforderung an meinen schlecht vorhandenen Gleichgewichtssinn. Ich hangele mich vom Kartentisch zum Kühlschrank oder der Pantry, eine besondere Herausforderung sind die Stufen hinab zu den Rümpfen, denn vor allem beim Abstieg wäre ein Sturz fatal. Aber ich komme zurecht, und Volker hilft mir sehr, wenn es wieder mal zu schaukelig wird und übernimmteinige meiner Pflichten, wie zum Beispiel das Abwaschen.

Foto von Holger Wulschlaeger

Foto von Vidar Nordli-Mathisen auf Unsplash
Jetzt nähern wir uns der spanisch/portugiesischen Küste, und ab hier beginnen die Interaktionen mit den Orcas. Orcas sind Wale aus der Familie der Delfine, und diese iberischen Orcas sind eine eher kleine Spezies mit 3,5 bis 4 m Länge. Sie ernähren sich von dem roten Thunfisch, dem Blue Finn Tuna, der im Winter vor Gibraltar schwimmt und im Sommer Richtung Norden aufbricht. Und die Orcas folgen ihrer Beute. Der rote Thunfisch war deutlich überfischt, ist seit 2010 durch zahlreiche Auflagen geschützt, und vermehrt sich zu der Freude der Orcas wieder. Es sind ja hübsche Tiere, und ich gönne ihnen ja auch, dass sie wieder genug zu fressen haben, aber müssen sie denn unbedingt ihre Langeweile vertreiben, indem sie mit den Rudern von Segelbooten spielen?
Wir jedenfalls nehmen lieber einen Umweg in Kauf und bleiben gut
70 Meilen von der Küste entfernt. Nun sind es nur noch weniger als 1.000 Meilen bis Puerto Calero. Zur Erinnerung: Wer unseren aktuellen Weg verfolgen möchte: Die Links sind unter dem Menüpunkt „Jetzt sind wir hier“ zum Anklicken.
Und hier auch:
Viel Spaß!

















































