Gestrichen

Die Tage hier in Puerto Calero rasen nur so dahin und sind angefüllt mit vielen schönen Momenten. Wir haben zum Beispiel Mareike Guhr getroffen, die mit ihrer Crew und ihrem Katamaran “Moana” hinter uns angelegt hat. Mareike ist wohl eine der bekanntesten deutschen Weltumseglerinnen, mittlerweile auch Buchautorin, ebenso Initiatorin von Hilfsprojekten für die haitianische Bevölkerung und wurde folgerichtig mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Eine tolle und ebenso unterhaltsame Frau, die sich gerade wieder anschickt, den Atlantik im Rahmen der ARC zu überqueren und im weiteren Verlauf, mit zahlenden Gästen an Bord, erneut in den pazifischen Ozean aufzubrechen.

Auch die Freundschaft zu Susanne und Michael hat sich gefestigt, die zwar (noch) nichts mit der Segelei am Hut haben, aber dafür so in Lanzarote vernarrt sind, dass sie sich schon mal für einen späteren Ausstieg aus dem deutschen Alltag eine Wohnung in Arrecife gekauft haben. Und nicht nur das, selbst Susannes Eltern wollen dann mit nach Lanzarote ziehen.

Nelly ist müde nach dem Morgenspaziergang

Ulrike sehen wir fast täglich, jetzt am Wochenende haben wir ihre süße Hündin Nelly für zwei Tage zur Pflege an Bord, weil Frauchen zum Cirque du Soleil nach Gran Canaria geflogen ist.

Auch Ralf und Inge von der “Malwieder”treffen wir täglich, in der nächsten Woche wollten wir ja, wie berichtet, gemeinsam nach Madeira segeln. Doch mehrere Sturmtiefs die im nördlichen Atlantik wüten, schicken so hohe Wellen aus nordwestlicher Richtung, also genau von vorne, zu uns, dass aus dem Vorhaben nichts wird. Wir überlegen im Moment gerade Alternativziele für ein paar gemeinsame Segeltage. Das Schiff ist abfahrbereit und bis auf eine Ausnahme funktionieren alle Systeme an Bord fehlerfrei, worüber wir mehr als happy sind. Der Wassermacher zickt trotz Austauschs der Hochdruckmembrane noch rum, und der lokale Spezialist Jean-Michel, will sich am Montag nochmals darum kümmern.

Die “Suver” fährt unter spanischer Flagge

Gestern kam eine spanische Megayacht in den Hafen und hat neben uns festgemacht. Doch leider funktioniert der bordeigene Landstromanschluss nicht, so muss der Stromgenerator mit entsprechendem Lärmpegel ständig laufen. Wir haben uns nach Rücksprache mit der Marinaleitung kurzfristig in eine andere, stillere Ecke des Hafen verlegt. Gestern Abend haben wir Michaels Geburtstag gefeiert und Cornelia hat leckere Pizza gebacken.

Bei sommerlichen Temperaturen so um die 30 Grad lockt das tägliche Bad im Atlantik. Wir wünschen einen schönen Sonntag!

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Technik News

Die Hexe in der Morgensonne am Ankerplatz bei Windstille

Am Wochenende  sind wir ein paar Meilen mit Ulrike an Bord gesegelt und haben vor der Marina Rubicon auf sandigem Untergrund geankert, obwohl gerade der nicht so leicht zu finden war. Da merkt man mal wieder, dass Lanzarote eine steinige Vulkaninsel ist, die zwar ein paar Sandstrände hat, die aber auch meistens mit Steinen durchsetzt sind. Vier Ankerversuche und zwei Kontrolltauchgänge später liegt der Anker gut eingegraben und gut haltend im Sandgrund. Zeit für einen Landgang, nachdem das Beiboot aus dem Stauraum gekramt und aufgepumpt war.

Die Malwieder mit Ralf und Inge-Lore

Zeit endlich auch für ein Wiedersehen mit Ralf und Inge-Lore von der „Malwieder“, die aus Teneriffa rübergesegelt sind. Über 17 Monate lang haben sich unsere Kurse leider nicht gekreuzt, jetzt werden wir die nächsten paar Wochen viel Zeit miteinander verbringen können. Eventuell wollen wir sogar in der nächsten Woche gemeinsam auf unserem Kat nach Madeira segeln, wenn die Windvorhersage so bleibt wie vorausgesagt.

 

 

 

 

Jetzt für die technikbegeisterten Leser ein paar kurze Updates.

Backbordlicht

Hecklicht

Steuerbordlicht

 

 

 

 

Die neuen Led-Positionslichter auf Deckshöhe sind angebaut und funktionieren. Wir haben damit endlich regelkonforme Navigationslichter an Bord, in unserem Fall von Aquasignal mit BSH-Zulassung und einer Nenntragweite von über zwei Seemeilen.

Der neue Racor-Filter

Ein weiterer Punkt, den wir verbessert haben, betrifft das Filtersystem unseres Dieselmotors. Die alten Dieselfilter von Vetus wurden gegen Filter von Racor ausgetauscht. Racor Dieselfilter sind weltweit verfügbar, leicht zu tauschen – ohne dass man danach das Dieselsystem entlüften muss, und in Windeseile gereinigt. Zudem hat das Installationsteam, bestehend aus David und Jean-Marc, die beide für Catlanza arbeiten, den Dieselfilter an der Steuerbordseite zwecks besserer Erreichbarkeit an anderer Stelle montiert. Alles ist pottendicht, kein Tropfen Diesel leckt, wir sind sehr zufrieden.

Kurz vorm Heimflug ging noch Cornelias Leselampe in der Koje kaputt. Da bei den neuen Led-Lampen die Birnen nicht mehr austauschbar sind, haben wir in Deutschland neue Leselampen „Made in Germany“ von Prebit mit Dimmer bestellt. Die haben gegenüber den vorherigen den entscheidenden Vorteil, dass sie ein sehr schönes warmweißes Licht verstrahlen.

Am Freitag mach ich mich mit Ralf daran, die Heizung bzw. alle Heißwasserleitungen, das Auspuffrohr, die Schlauchverbinder, die Entlüfter, usw. zu überholen, damit das Sorgensystem „Heizung“, dann hoffentlich fehlerfrei funktioniert. Outremer hat dafür, trotz abgelaufener Garantie, ein großes Ersatzteilsortiment nach Lanzarote geschickt, danke dafür.

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Ab in den Süden

Samy findet den Schatten

Nach dem Frühstück verlassen wir den Hafen bei strahlendem Sonnenschein. Sobald die Motoren laufen, geht Samy aufs Trampolin, sucht einen Streifen Schatten und legt sich dorthin. Dann hat er ein bisschen kühlen Fahrtwind am Bauch und genießt das Segeln.

Wir genießen es auch. Ulrike ist mit an Bord, gemütlich segeln wir bei raumem Wind zum Kap Hoorn, oder auch Punta Papagayo, denn wir wollen heute in die Marina Rubicon.


Die Fischerboote warten auf den Startschuss

In Puerto Calero findet ein Tiefsee-Angel-Turnier statt, das als Qualifikation für die Weltmeisterschaft dient. Gestern und heute früh sind ca. 50 Motorboote aus dem Hafen gefahren, müssen draußen warten, bis drei laute Töne erschallen, erst dann dürfen die Boote mit Vollgas, Hebel on the table, aufs tiefe Wasser hinaus.Nun geht es den Schwertfischen, Barracudas und Tunas an den Kragen, der Fang wird fotografiert, gewogen und gemessen, und darf anschließend wieder schwimmen gehen.

Palmen und Blumen werden in die angekarrte Erde gepflanzt

Und heute Abend steigt ein großes Fest. Dazu hat man in tagelanger Arbeit direkt hinter unserem Liegeplatz auf der Fläche des dortigen Segelclubs und eines Teils des Parkplatzes, tonnenweise Sand angekarrt, den ganzen Boden zum Strand gemacht. Letztes Wochenende war die Location an einen privaten Club vermietet, man hat uns berichtet, dass superlaute Technoklänge bis nachts um vier die Ohren der Menschen und Tiere gequält haben.

Seit Mittwoch wurde weiter dekoriert, es kam noch Picon, der schwarze Kies aus Vulkangestein dazu. Künstliche Blumeninseln wurden errichtet, schicke Zelt ausgebaut, mit Tischen und weißen Stühlen bestückt, sogar ein roter Teppich wurde direkt bis zum Tor und unseren Liegeplatz gelegt, Samy hat ihn heute morgen würdig beschritten, bis ich ihn vorsichtshalber an die Leine genommen und davon weggezogen habe, dass er ihn nicht auch noch hundemäßig markiert. Heute Nachmittag und Abend werden Reden gehalten werden, Preise verteilt, und abends spielt eine Band, das müssen wir uns alles nicht antun.

Links Malwieder, rechts die Hexe

Wir segeln lieber ein bisschen, um Ralf und Inge-Lore von der Malwieder zu empfangen, die gestern morgen in Santa Cruz de Teneriffe abgelegt haben. In der Straße zwischen Fuerteventura und Lanzarote ist ausnahmsweise überhaupt kein Wind mehr, im AIS können wir die Position der Malwieder sehen und direkt auf sie zu fahren. Während die beiden ihr Boot entsalzen von den zwei Meter hohen Wellen des Atlantik, legen wir noch eine Badepause vor der Marina ein. Dort ankern wir auch für die Nacht, zwei Tage wollen wir in Rubicon bleiben, dann geht es wieder zurück nach Puerto Calero, dann ist dort das Fest vorbei, und der ganze Sand und der andere Krempel müssen wieder weggeschafft werden.

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Es stinkt Teil 1 und 2

Ulrike empfängt uns mit Cava am Flughafen

Unsere Sommerpause in Darmstadt ist seit gestern beendet, und der Ferienflieger von Condor hat uns wohlbehalten zurück nach Lanzarote gebracht. Der Empfang, von unserer Freundin Ulrike am Flughafen in Arrecife war fulminant und sehr herzlich, wir wurden mit Willkommenschild und Sekt begrüßt. Auch Samy hatte seinen Spaß weil seine Hundefreundin Nelly mit von der Partie war. Vom Flughafen ging es zur Autovermietung ins Industriegebiet von Playa Honda und von dort aus zu unserer Hexe nach Puerto Calero.

Alles voller Sand…

Blitzblank und makellos geputzt von Pedro, dem besten Bootspfleger der Kanaren, lag unser Schiff schön vertäut, genau so, wie wir es verlassen hatten, in seiner Box, zwischen zwei Stegen. Nur im Hafen, direkt vor uns, hat sich einiges getan, dort ist ein temporärer Beachclub errichtet worden, für den extra über 300 Tonnen Sand angekarrt wurden, und am Wochenende soll basshaltige Technomusik sehr laut aus den Lautsprecherboxen bis tief in die Nacht dröhnen. Da sind wir natürlich nicht so von begeistert und segelnd wollen wir am Freitag die Flucht ergreifen und entweder vor Corralejo ankern oder in die Marina Rubicon flüchten.

Nun mal weiter im Text… Nach dem Ankommen an Bord schlug uns ein ziemlich schlechter Geruch aus dem Schiffsinneren entgegen, und wir rissen erst mal alle Luken und Fenster auf, um das Boot zu durchlüften. Aber auch abends im Bett trotz voller Durchlüftung roch es irgendwie unangenehm säuerlich und selbst die Bettwäsche hatte nichts vom werbemässigen Lenorduft.

Früh morgens fing ich gleich an, alle Bilgeabteile im Backbordrumpf zu kontrollieren, und statt Übelriechendem fand ich mal wieder ausgelaufenenes Glykol aus unserer Webasto Warmwasserheizung. Einige Minuten und Flüche später fand ich die Quelle der Undichtigkeitkeit, ein Entlüftungsventil war einmal mehr die undichte Stelle.

Ich arbeitete mich vom Heck zum Bug durch und in der Schiffsmitte kam mir beim öffnen der Bodenklappe ein übler Geruch entgegen. Der Übeltäter war schnell ausgemacht, eine Sahnetüte war in unserer Lebensmittelvorratsbox, warum auch immer, geplatzt, weitläufig ausgelaufen, die ausglaufene,Sahne hat dann, natürlich, im Laufe der letzten zwei Monate Schimmelkulturen angesetzt. Der Geruch erinnerte uns daran, wie es ist, wenn ein gerade gestilltes Baby, ein sogenanntes “feuchtes Bäuerchen” macht.

Der Rest des Tages ging mit weiteren Aufräumarbeiten schnell voran, abends sind wir dankbar und sehr gerne der Einladung von Ulrike zum Rouladenessen gefolgt und nach Arrecife gefahren. Ich hatte so einen Heißhunger, dass ich gleich zwei Rinderrouladen verdrückt habe.
Zurück an Bord habe ich das eingekaufte Hundefutter in der Backskiste im Cockpit verstauen wollen, und beim Offnen des Deckels kam mir auch von dort eine übler Geruch entgegen. Wir hatten schlicht und einfach ein paar Kilo Kartoffeln und Zwiebeln vor der Abfahrt darin vergessen und die hatten in der sommerlichen Hitze genug Zeit zu faulen. (Wir wolltem auch nur drei Wochen bleiben, nicht zehn Wochen, das hätten die Kartoffeln, denn die waren die Bösen, locker mitgemacht!)
Bilder zum Bei trag folgen morgen.

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Wir ham den Vater Rhein…

…in seinem Bett geseh’n, und das war wunderschön!

Die Stars des Tages

Am letzten Wochenende haben wir einen Ausflug an den Rhein unternommen, zusammen mit Freundin Petra, die dafür, vom Rhein an den Rhein, aus Düsseldorf angereist ist. Wir wollten der spätsommerlichen Hitze in der Stadt entfliehen, und ein Stück vom Rheinsteig gehen.oder auf der linksrheinischen Seite eine schöne Rundwanderung machen. Nach einigem Suchen hat Volker in Boppard ein nettes Hotel mit Schwimmbad (!) gefunden, das auch noch Platz für uns hatte, sogar ein Zimmer mit Rheinblick haben wir ergattern können. Doch vor dem Preis stand der Fleiß!

Ach wie ist es am Rhein so schön…

Ohne Frühstück, nur mit einem Brötchen auf die Hand, sind wir früh in Darmstadt gestartet, Samy haben wir für ein „Hundeferienwochenende“ zu Tochter Larissa gebracht, für ihn wäre unser Sportprogramm zu heftig gewesen. An Mainz vorbei ging es Richtung Hunsrück, irgendwann wurden die Wälder immer dichter und die Städte kleiner und weniger häufig, dann plötzlich der großartige Ausblick über das Rheintal.

Der Weinlehrpfad

Eigentlich hatte ich eine Wanderroute ab Bad Salzig durch den Wald mit „Fünfseenblick“ ausgewählt, aber nachdem Volker den Wagen in Boppard abgestellt hatte, verspürte er keine Lust mehr, diesen noch einmal zu bewegen, und machte sich statt dessen auf dem Touristenbüro schlau, welche Wanderrouten man direkt ab Boppard unternehmen kann. Ein Weinlehrpfad schien ihm passend, sind Petra und ich doch passionierte Weintrinker, da können wir beim Laufen noch etwas lernen. „So machen wir das, wir ziehen die Wanderschuhe an, und los geht’s.“

Kampf mit der Steigung

Etwa zwanzig Minuten mussten wir laufen, sehr schön am Rhein entlang bis zum Beginn des Rundwegs. Dann kam die erste Herausforderung, denn zunächst mussten 200 Höhenmeter überwunden werden, auf kleinen Stufen hinter dem Klärwerk des Ortes, das verständlicherweise nicht für ganz leckere Atemluft sorgt. Oben angekommen war ich bei fast dreißig Grad im Schatten einigermaßen demotiviert, tröstete mich aber damit, dass wir so (hoffentlich) das längste steile Stück hinter uns hätten.

Wunderbare Aussichten

Belohnt wurden wir mit einem großartigen Blick über die Rheinschleife, wie überhaupt die gesamte Wanderung mit einer großartigen Aussicht überzeugte. Natürlich ging es immer mal rauf und runter, wie das in Weinbergen so ist, und natürlich gab es dort leider keinen Schatten auf lauschigen Waldwegen. Wir sind aber trotzdem die deutlich längere Weinlagenwanderung gegangen, gut zwölf Kilometer in zweieinhalb Stunden bei 30 Grad war für uns alle eine mehr oder weniger sportliche Herausforderung, aber es hat sich gelohnt. Wir haben auch hier und da von den sehr süßen Brombeeren gekostet, und auch die eine oder andere Traube, wobei wir dabei die höheren Steillagen bevorzugt haben, die waren nämlich deutlich süßer. Gelernt haben wir auch etwas, über Trauben und Lagen usw., es war also auch für das Gehirn gesorgt.

So viele Schritte…

Beeindruckt haben uns die Gefälle (oder Steillagen) der Hänge, bis zu 80% Steigung soll es haben, wir sinnierten darüber, wie man da wohl mit den schweren Körben (Hotten) auf dem Rücken einen sicheren Stand haben kann, Hut ab vor allen, die das jetzt bald anfangen. Ich würde vor Schreck direkt bis hinunter zum nächsten Weg oder direkt bis zur Schnellstraße rutschen!

Die Fähre hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel

Alles in allem war es eine wunderschöne Wanderung, auch der späte Nachmittag mit Blick vom Balkon wie das Abendessen direkt am Rhein haben uns allen Dreien einen großartigen Tag beschert, den wir sicher in hervorragender Erinnerung behalten werden.

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Ausflug in die Großstadt

Am Freitag Morgen bin ich mit Freundin Steffi losgezogen, um einen Tag Großstadtluft zu schnuppern. Mit der S-Bahn sind wir nach Frankfurt bis zur Hauptwache gefahren, gemütlich, einfach, ohne Parkplatzsorgen.

Der Eschenheimer Turm

Steffi war ganz begeistert, denn auf der Schillerstraße waren die Stände zum Wochenmarkt aufgebaut, die Auslagen voll mit den leckersten Früchten und Gemüsen, aber auch Käse, Wurst, Oliven und andere Delikatessen werden dort feil geboten. Zum Frühstück haben wir uns einen Mohnstriezel ausgesucht, dazu einen leckeren Kaffee, wir saßen mit Sicht auf den Eschenheimer Turm, und das bei schönstem Sonnenschein.

 

Das Maggi Kochstudio

So gestärkt sind wir zur Zeil gelaufen, haben in dem großen Karstadt-Kaufhaus für Ulrike aus Lanzarote den Body gekauft, dank Whatsapp mit Rückfragen zu Modell und Größe. Im Erdgeschoss gibt es eine Ecke mit Kusmi-Tee, alle Sorten zum Riechen, und einen Früchte-Eistee durften wir probieren. Steffi hat sich für eine Packung weißen Tees (das sind nur die obersten Spitzen der Teepflanze, die von Hand geerntet werden) mit Mangoaroma entschieden, das wird ihr die nächsten Morgen versüßen.

Brockhaus Brunnen auf der Zeil

Wir schlendern noch ein bisschen über die Zeil, vorbei an dem weißen Marmorbrunnen, den Lutz Brockhaus gestaltet hat, sind uns aber einig, dass es uns mit dem Wochenmarkt in der Schillerstraße besser gefallen hat, gehen weiter Richtung Römer und Paulskirche, nicht ohne einen Einkaufsstopp in meinem Lieblingsladen, bei “Blutsgeschwister”, einzulegen.

Steffi in der Nationalversammlung

Danach stand Kultur auf dem Programm, das Innere der Paulskirche schauten wir uns an, dort wo die Nationalversammlung tagte, und alljährlich der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen wird. Die kürzlich renovierte Leonardskirche ist leider noch nicht für das Publikum geöfnet, wir laufen weiter zum Main, dort stehen aber so viele Buden vom Museumsuferfest, das brauchen wir jetzt nicht.

Der Eiserne Steg

Noch ein Blick auf den Eisernen Steg, die bekannte Brücke, die Sachsenhausen mit der Altstadt von Frankfurt verbindet, dann laufen wir zurück zur Hauptwache, stärken uns nach diesen Anstrengungen ganz klassisch im Café Hauptwache mit Frankfurter grüner Soße und Handkäse, dann bringt uns die S-Bahn wieder zurück ins beschauliche Darmstadt.

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Back to the roots

Rosenstillleben im Hafen

So hatte der Skipper sich seinen Geburtstag vorgestellt: Ein langes Wochenende in Holland auf einem Boot im Hafen von Workum, mit lieben Freunden, ganz viel Kuchen und Sonnenschein. Von dort aus sind wir vor fast genau fünf Jahren mit unserer letzten Hexe, der Dehler 41, zu dem immer noch andauernden Abenteuer unserer Reise aufgebrochen.

Eigentlich hat Volker sich das ganz clever ausgedacht, der Wetterbericht sagte vorher, dass es am Ijsselmer zwar schönes Wetter geben solle, aber bei weitem nicht so warm wie im Rhein-Main-Gebiet. Die 36° am Donnerstag haben dann auch die Holländer überrascht.

Beach Life

Wir fanden es sehr schön, im Schatten alter Pinien am Workumer Strand zu liegen, ab und zu im extrem flache Wasser zu waten, mit und ohne Samy, und so langsam dem Abend entgegen zu dösen. Um 20 Uhr war es immer noch so warm, dass Volker keine Lust hatte, den Grill anzuwerfen, so haben wir uns mit klassischem deutschen Abendbrot gesättigt und ließen mit Seglerfreund Christian den Abend ausklingen.

Camping!

Am Freitag kamen unsere Freunde Rolf und Cerstin mit ihrem Wohnmobil auf dem Campingplatz an, auch Freundin Petra aus Düsseldorf hat sich durch den Stau gekämpft. Nach einem ersten Begrüßungssekt auf der Constantia (vielen Dank an Carl-Martin und Ursel, dass wir auf dem Boot wohnen durften!) sind wir mit Grillgut und Salaten zum Campingplatz umgezogen und haben Cerstin und Rolfs Gastfreundschaft weidlich ausgenutzt. Bis in den späten Abend haben wir den Sommerabend genossen.

Coole Deko

Am Samstag kamen auch Susanne und Jürgen aus Remscheid, die beiden haben uns vor fünf Jahren ein erstes Stück bis Cherbourg begleitet, diesmal kommen sie zu Ehren des Skippers. Nun kann die Kuchenschlacht losgehen, Petra hat Käsekuchen mitgebracht, Susanne Schokoladenkuchen, und Cerstin hat im Camper Zitronenkuchen und Erdbeer-Quark-Torte gezaubert. Irgendwann kann keiner mehr „Babb“ sagen, dabei ist noch nicht einmal die Hälfte der süßen Leckereien verputzt!

Die Chefin beim Käseschneiden

In der Käserei

Zwei süße Kälbchen

Zum Verdauen machen wir einen Besuch in der Workumer Käserei, decken uns mit altem und jungem Gouda ein, bewundern die Kälbchen und den übervollen Pflaumenbaum. Später gibt es Grillfeier Nr. 2, zum Ausklang des Abends verwöhnt Jürgen uns mit sanftem Gitarrenspiel, und um 24 Uhr ist auch dieser Geburtstag vorbei.

Die Schlacht am Kuchenbüffet

Es folgte ein Lazy Sunday, wieder auf dem Campingplatz, und dem Versuch, der Kuchenmengen Herr zu werden, was nur mäßig gelang, weil es einfach unglaublich viel davon gab, vier Kuchen für sieben Menschen! Und wahrscheinlich auch, weil unser Aktivitätsdrang eher nicht vorhanden war, also einfach zuwenig Kalorien verbraucht wurden. Am späten Nachmittag mussten Petra sowie Susanne und Jürgen die Heimreise antreten, während wir mit Cerstin und Rolf noch einen weiteren schönen Abend in Workum verleben durften.

Sunset

Vielen Dank an Euch alle, dass Ihr aus diesem Wochenende ein ganz unvergessliches gezaubert habt!

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Samy in the sky

Am Samstag sind wir von Lanzarote nach Frankfurt geflogen. Mit Samy in der großen Kiste im Gepäckraum, und ganz viel Bauchweh. Schon in den Tagen davor haben wir uns immer wieder Gedanken gemacht: „Wird Samy den Flug gut überstehen? Wird er bellen? Geht er problemlos am Flughafen in die Kiste?“. In der Nacht davor haben wir beide (der Hund eher nicht) schlecht geschlafen und waren schon vor der Abfahrt vom Boot nervös. Für den kurzen Trip mit dem Shuttlebus von der Autovermietung zum Flughafen musste Samy auch schon in die Box. Das hat er problemlos mitgemacht, ein besonders leckeres Leckerli hat ihn schnell überredet.

Am Flughafen natürlich die für diese Jahreszeit typische Schlange an den Eincheck-Schaltern, obwohl wir mehr als zwei Stunden vor Flugbeginn dort waren. Nachdem wir endlich die Koffer abgegeben hatten, wurden wir von einem Airport-Mitarbeiter übers Gelände zum Security-Bereich geführt, ab dort durfte nur noch einer mit, und nach der Sicherheitskontrolle, Samy musste alleine und ohne Leine durch den Menschen-Scanner, kam er in die Box, und wir mussten ihn unter Fremden lassen.

Dummerweise hatte unser Flug schon vor dem Start eine dreiviertel Stunde Verspätung, wir haben oben in der Lobby gewartet, Samy in der Kiste. Der Flug an sich war angenehm, kleine Turbulenzen, aber ansonsten sehr schön, mit guter Sicht über den Atlantik, Portugal, Spanien, Frankreich und schließlich Deutschland.

In Frankfurt ging es zunächst schnell, klar waren wir auf einer Außenposition, aber wir haben gesehen, dass man zügig anfing, das Gepäck, und hoffentlich auch den Hund, auszuladen. Schließlich saßen auch wir im Bus, aber da gab es immer wieder Stau, weil die Busse über die Rollbahnen fahren, und entsprechend den ankommenden oder abfliegenden Flugzeugen die Fahrbahn freimachen mussten. Endlich waren wir bei der Gepäckausgabe, ich stehe am Sperrgepäck, schon kommt Samys Box, ich hebe ihn runter, öffne die Türe, und Samy kommt mir schwanzwedelnd entgegen als käme er aus dem Kofferraum eines Autos, und nicht von fast sieben Stunden in der Flugkiste.

Da sind ganze Felsbrocken auf den Boden der Gepäckausgabe des Frankfurter Flughafens gestürzt!

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“Husten, wir haben ein Problem”

Nachdem ich den letzten Blogeintrag der Capitania auf unserer Website gelesen habe, kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass sie etwas spöttisch oder ironisch über meinen tatsächlich vorhandenen  Infekt schreibt. Da fühlt man(n) sich nicht ernst genommen… (Der arme Man(n)!)

Jedenfalls hat mich in den letzten drei Nächten ein trocken-unproduktiver Reizhusten ganz schön auf Trab gehalten und vom Schlaf und um einige Stunden Schlaf gebracht, tagsüber geht es mir übrigens tiptop. Jetzt inhaliere ich vier mal täglich, nehme schleimlösende Medikamente, trinke Thymiantee und meide alkoholhaltige Erfrischungsgetränke. Und siehe, seit heute kottert die Capitania auch rum, wird sich ja am Ende hoffentlich nicht angesteckt haben, die Arme.

Eigentlich wollten wir gestern nach Frankfurt fliegen, das haben wir aber wegen der angekündigten, offensichtlich eingetretenen Hitzewelle in Deutschland, Gott sei Dank rechtzeitig umgebucht. Allein die Vorstellung, dass der arme Samy in seiner Hundebox bei der Hitze der letzten Tage in Frankfurt länger auf dem Gepäckwagen steht, hat uns im Vorfeld ganz schön zu schaffen gemacht. Jetzt fliegen wir, wenn es kühler ist.

Eine von drei Halterungen des Bugkorbs mit neuer Bohrung in der Mitte für das Kabel

Trotz Megaerkältung bin ich in den letzten Tagen mit den anstehenden Arbeiten am Boot wieder ein Stück weitergekommen. Nachdem wir ja bereits vor einiger Zeit für die neuen Navigationslichter vorverkabelt haben, sind seit heute die Halterungen für die Positionslichter am Bugkorb angeschweißt und die Lampen sogar final montiert. Der Job wurde von David und Wes erledigt und das Ergebnis kann sich, wie ich ich finde, wirklich sehen lassen, tolle Schweißnähte, good job! Wenn alles gut geht, kommt morgen das Hecklicht an unseren Geräteträger dran, die Bugkörbe wieder an ihren angestammten Platz und vielleicht wird auch noch alles zusammen- und am Schaltpanel angeklemmt. Damit wäre schon wieder ein Punkt auf der Liste abgearbeitet.

Backbord-Navigationslicht

Am Wochenende wollen wir segeln gehen. An der Stelle möchte ich die, wie ich finde, bedeutende Frage von Martin gerne weitergeben, die er mir gestern gestellt hat: „Kann der Meeresspiegel zerbrechen, wenn man in See sticht?“ Da sollte jeder mal drüber nachdenken, wie wir finden :-)) Wir erklären uns dazu bereit, die Antworten auf die Frage zusammen zu tragen. Jetzt höre ich auf mit dem Schreiben und werde werde mal die Capitania fragen, ob sie einen Thymian- oder Salbeitee will, damit sie bald wieder auf dem Damm ist. (Bäh, wer trinkt denn so was?)

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ATMS

Noch schlimmer als TMS (Tödlicher Männer-Schnupfen) ist der ATMS, der Absolut Tödliche Männer-Schnupfen), der neben den vom TMS bekannten Symptomen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bettlägerigkeit und Gliederschmerzen, zusätzlich noch mit erhöhten Temperaturen einher kommt.

Wenn ein Mann von solch einem Virus, denn um einen solchen handelt es sich zweifellos, befallen ist, so wird er sich wehren. Zunächst mit erweiterter Bettruhe bis in den späten Vormittag hinein, sodann mit einem kräftigenden Früh- oder Spätstück mit Eiern, Speck und süßen Teilchen, um dann mit einem wunderwirkenden Mittagsschlaf die Genesung fortzusetzen. 

Am späten Nachmittag rafft Mann sich zu ungeahnten Aktivitäten auf, die später in einem ordentlichen Abendessen gipfeln, um anschließend ermattet auf der Couch zusammen zu sinken, und nur noch genügend Kräfte für die Dauer eines Spielfilmes aus der heimischen Videothek zur Verfügung zu haben.

Von solch einem Virus ist der Skipper seit zwei Tagen befallen, und er hat sich erfolgreich mit den beschriebenen Gegenmaßnahmen gewehrt. Entsprechend gestärkt haben wir uns Samstag Nachmittag nach Arrecife gewagt, um die Entstehung der Salzteppiche zu beobachten, die dort rund um die kleine Kirche in der Innenstadt mit viel Liebe hervor gebracht werden. Anlässlich des Johannestages, der in Spanien am Abend mit großen Feuern gefeiert wird, finden außerdem Kirchenfeste, Prozessionen und weltliche Konzerte statt. Hier in Arrecife eben auch mit den Salzteppichen rund um die Kirche San Ginés.

mit Farbe mischen

Salz verteilen

glätten

 

 

 

 

Hunderte Menschen mischen das zur Verfügung gestellte Salz mit irgendwelchen Farbpartikeln, um es dann auf dem blanken Boden der Straßen zu Bildern zusammen zu setzen. Holzkeile werden mit Nägeln auf den Pflastersteinen befestigt, sozusagen als Trennwände zwischen den einzelnen Farbschichten, dann wird das mühsam mit den Farben gemischte Salz dazwischen verteilt, und am Ende entstehen bunte Bilder, Motive von Kinderhand, aber auch religiöse, bildliche und künstlerische Werke, die am nächsten Tag wieder dem Zahn der Zeit, in diesem Fall die alljährliche Prozession zu Johanni, weichen müssen. Kunst für den Augenblick.

kleine Studie von mir

Das „ordentliche Abendessen“ gab es mit vielen Freunden bei schönstem Abendhimmel am Strand im Restaurant Emmax, wieder sehr, sehr lecker. Am Nebentisch saß ein Spanier, der kleine Skizzen von den Menschen an unserem Tisch anfertigte, zuerst von den irisch-deutschen Kindern Oisin und Cuisle, dann von der ganzen Familie, schließlich sogar von mir.

Das Queen-Revival-Konzert am Strand von Playa Honda haben wir uns zugunsten der heimischen Couch geschenkt, für die baldige Gesundung ist die Zurückhaltung besser.

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