Ein schneller Papagei: Die „Parrot“!

der imposante Bug mit überlangem Rüssel ist nicht zu übersehen

Wer hier im Hafen über die Stege spaziert und Boote betrachtet, dem sticht sofort ein  Schiff aus der Masse der Kunststoffyachten ins Auge. Der schwarze Carbonmast zeigt hoch in den Himmel, das überbreite Heck ist nicht zu übersehen und der schwarze Carbonrüssel am Bug ragt weit über den Liegeplatz hinaus.

Der Betrachter sieht unzählige Trimmleinen, die auf den ersten Blick chaotisch und wahllos über das ganze Schiff verteilt sind. Dem erfahrenen Regattier ist direkt klar, dass es sich um ein schnelles Boot handelt, ein Schiff, das nicht nur über gute Amwindeigenschaften verfügt, sondern durch das breite Heck superschnelle Surfs bei Wind und Welle verspricht.

Strippen und Strippenzieher

Klar wird aber auch beim zweiten Blick über die Regattaziege, dass da kein Boot für Solosegler liegt, sondern dass hier Teamsport angesagt ist. Starke sportliche Kerle oder eben gut trainierte Frauen, die auf den verschiedenen Winsch- und Trimmpositionen um die Zehntelknoten und Regattasiege kämpfen.

Die Crew bei der Arbeit

Jetzt wollen wir das Geheimnis um das schnelle Boot lüften, es handelt sich um eine Farr 40, gezeichnet und entworfen von dem weltbekannten neuseeländischen Yachtdesigner Bruce Farr, der als Garant für schnelle Entwürfe steht. Bei der Farr 40 kam neben der Geschwindigkeit ein weiterer Aspekt hinzu, sie sollte weltweit zu Segelveranstaltungen verschickbar sein und darum Platz in einem Standard 40-Fuß-Container finden.

Das Sportgerät

Außerdem wurden weitere Regeln aufgestellt, um das Wettkampfsegeln nicht unnötig zu verteuern. So gab es die ”Owner-Drivers-Rule”,was nichts anderes bedeutet, als dass der Eigner beim Wettkampf selbst am Ruder stehen muss, anstatt einen teuren Regattaprofi anzumieten.

Nun noch ein paar nüchterne Zahlen, die das schiere Potenzial des in 1996 entworfenen Racers offenbaren:
Länge:  12,41 m, Breite: 4,03 m, Tiefgang: 2,60 m, Segelfläche am Wind: 97,6 qm, Spinnaker oder Gennnaker: 157 qm, Bootsgewicht: 4.945 kg

Doch, was ist besser, als ein schönes Boot nicht nur im Hafen zu bewundern? Glasklar, es auf dem Wasser zu erleben und mitzusegeln. Und genau diese Gelegenheit bot sich mir vor ein paar Tagen! Natürlich ergriff ich sie auch gleich beim Schopfe. am frühen Abend ging es los.

der Sonne entgegen …

Ein Trainingsprogramm für die Stammmannschaft war angesagt, denn die Männer wollen  nichts Geringeres, als im Sommer an dem weltberühmten Fastnet Race teilzunehmen.

schneller als der Wind

Um 18 Uhr ging es bei leichten und wechselhaften Winden zwischen 3-5 Knoten aufs Wasser, und bei wahren Kursen zwischen 70-90 Grad fuhr die „Parrot“ allzeit schneller als die Windgeschwindigkeiten.

großer Gennaker mit Stagsegel

Verschiedene Segelkonfigurationen wurden durchexerziert, mit großer Genua, mit dem Code Zero plus einem Kuttersegel, mit dem riesigen Gennaker plus dem Kuttersegel. Bei dieser Konfiguration standen mehr als 250 Quadratmeter Segelfläche am pechschwarzen Mast, und jeder kleine Lufthauch beschleunigte die schnelle Farr.

Der Verklicker im Masttop zeigte immer nach vorne, denn wir waren ja schneller als der Wind. Das sorgfältig programmierte Leistungsdiagramm war immer auf 100 Prozent, das bedeutet, dass das Leistungspotenzial des Bootes voll ausgeschöpft wird. Beeindruckend.

Kommentar der Capitania: “Nicht wirklich kuschelig”

Um halb elf Uhr abends machten wir am Liegeplatz fest, und die Capitania, die am Steg stand, um die Leinen anzunehmen, hatte dann auch die Möglichkeit, das Boot von innen zu inspizieren. Ihr Fazit: Tagestour segeln ja, drauf verreisen sicher nicht, denn schon der Navigator sieht garantiert kein Tageslicht.

Bei einem kühlen Bier an Bord der Hexe wurde die Trainingseinheit nochmal nach besprochen.

Für mich war es ein besonderes Erlebnis, danke an die Mannschaft, wir drücken gaaaaaanz fest die Daumen für das große Vorhaben:

Möge das Fastnet Race stattfinden und ihr gewinnen!!!

Veröffentlicht unter Leben an Bord | Schreib einen Kommentar

Bald geht es wieder los …

… noch nicht direkt, aber in ein paar Wochen wollen wir aufbrechen. Hinaus aufs blaue Meer, erstmal müssen wir natürlich durch den englischen Kanal, gen Westen segeln, aber dann geht es endlich raus auf den majestätisch großen blauen atlantischen Ozean. Mal wieder neue Reiseerlebnisse sammeln und Seemeilen  im Kielwasser abspulen. Noch jedoch müssen wir uns, wie gesagt, ein bisschen gedulden.

Die Haltegummis für das Cpckpitzelt werden erneuert

Viel ist im Winter an Bord passiert, oder, deutlicher gesagt, verbessert worden. Wir haben, besonders nach den drei kompletten Verbraucherbatterie-Aussetzern in den letzen vier Jahren, kräftig ins Batteriemanagement-System investiert und hatten mit Jan und Maarten, professionell-helfende Hände an Bord, die nicht nur sehr systematisch an die Fehlersuche herangegangen sind. Die beiden haben uns auch praktisch sehr unterstützt und begleitet. Sei es bei der Auswahl der neuen Gerätekomponenten, oder aber beim Einbau und und den ausgiebigen Tests derselben.

Schuld am zurückliegen Batteriedesaster war wohl der Batterieregler für die Solarpanele, der wohl zu hohe Spannungen beim Laden in der prallen Sonne zugelassen hat. Das führte dazu, dass die Batterien sukzessive ausgetrocknet sind. Wir haben jetzt neun Komponenten von Victron Energy verbaut und hoffen, dass sich damit das Problem in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Die Großsegelpersenning, die wir im Herbst erhalten haben, war viel zu groß, die Ersatzlieferung ist jetzt eingetroffen  und passt, so wie es sein soll. Das Seilsystem, mit dem wir das Beiboot aus dem Wasser heben, habe ich angepasst, unser Dinghy hängt jetzt absolut waagerecht unter den Davits. Die neue Rettungsinsel liegt einsatzbereit in ihrem Fach, auf einem Lagergestell aus wasserfestem Sperrholz.

Volker schwebt hoch in der Luft, um das kaputte Licht wieder anzubringen

Die Kombination aus Dampfer- und Decklicht steckt in einer neuen Halterung aus rostfreiem Edelstahl und erscheint unkaputtbar, die Motoren haben eine große Wartung erhalten, alle Flüssigkeiten, Filter und Impeller sind erneuert worden. Alle Haltegummis vom Cockpitzelt sind ausgetauscht und Matthijs hat auf dem Großfall eine Verstärkung angespleißt, damit es besser im Fallenstopper hält. Zwei größere Projekte stehen noch an, die Erneuerung der Schaltkabel,  und die Decksfläche soll noch einen neuen Antirutschbelag gestrichen bekommen, damit wir allzeit einen sicheren Stand an Bord haben.

Im Juni wollen wir dann endlich die Leinen wieder los werfen und im Rahmen der erweiterten neuen “Normalität” aufbrechen.

Schneeschippen auf Bootsmannsart

Die Hexe ist eingeschneit

Die Winterzeit in Hoorn war abwechslungsreich, wir haben liebe neue Freunde kennengelernt und uns allzeit bei unserem Segelverein sehr willkommen und gut integriert gefühlt. Die Bordheizung hat auch bei kalten Temperaturen von -13 Grad das Bootsinnere allzeit lecker warm und trocken gehalten. Für die technisch Interessierten: Eine 10 Kilowatt leistende Webastoheizung verbrennt pro Stunde einen Liter Diesel bei voller Leistung, das reicht für die Bootsgröße und den Rauminhalt wirklich aus, selbst bei einem eingefrorenem Boot.

Eis!

Die drei Wochen im Eis hat das Schiff, genau wie unsere Vorgängerboote, vollkommen schadensfrei überstanden. Solange das Eis durch äußere Einflüsse nicht gebrochen, bzw. geschoben wird, passiert nichts. Das Eis hebt das Boot ganz leicht an, es bleibt aber immer ein bisschen Wasser zwischen Rumpf und Eis. Würde man, natürlich nur rein theoretisch, das Schiff dann auskranen, hätte man eine Negativform von den Rümpfen.

Fast wie ein Gemälde…

Die Segelsaison in Holland ist seit ein paar Wochen bereits im vollen Gange und zahlreiche Gastschiffe kommen in unseren schönen Vereinshafen beim WSV Hoorn. Der kalte Nordwind der letzten Wochen hat sich ausgeweht, der Frühling hält Einzug, die Tulpenfelder blühen, die Inzidenz purzelt glücklicherweise nach unten und das Leben findet wieder vermehrt draußen statt.

Wir geloben Besserung bei den Blogbeiträgen, zu denen wir uns in den letzen Monaten nicht so recht motivieren konnten. Im nächsten Beitrag werden wir unsere Reisepläne konkreter vorstellen.

Veröffentlicht unter Leben an Bord | 1 Kommentar

Es wird kalt!

Allen Unkenrufen zum Trotz ist es doch Winter geworden in Nordeuropa. Viele Boote brauchten nun ein bisschen Pflege und vor allem Vorsorge, besonders dann, wenn ihre Eigner nicht zu ihnen kommen können. Deshalb haben wir eine neue Firma gegründet: MaGro Yachtcare KG. Wir kümmern uns um Boote im Norden Deutschlands und in den Niederlanden.

Auch unsere Hexe liegt dort nun im mittlerweile dicht gefrorenen Eis:

Seltener Anblick: Outremer im Schnee beim Sonnenuntergang

Hier ein paar Bilder von der Landschaft am Ijsselmer, wo durch den starken Ostwind bizarre Formen entstanden sind:

Fast wie ein impressionistisches Gemälde

“Slush-Eis” auf dem Wasser

Überlebenskünstler

 

 

 

Veröffentlicht unter Coronapause | 1 Kommentar

Auf zu neuen Ufern!

Auf zu neuen Ufern!

Es war ein sehr seltsames Jahr für die ganze Welt, aber auch für uns und unsere Hexe!

Nach einem langen Winter und einem „bootlosen“ Frühjahr bekamen wir endlich unsere Hexe wieder.  Im Sommer konnten wir – wie im Blog berichtet – mit unseren Kindern und Freunden das Leben auf und rund um das Ijsselmer genießen.

Seit dem Herbst wird es immer schwieriger mit dem Reisen. Solange es ging, haben wir mit der Hexe auf dem Ijsselmer viele von früher bekannte und lieb gewonnene Routen gesegelt, haben auf den Inseln schöne Tage verbracht, und mit unseren lieben Freunden aus Hoorn so manchen schönen Abend.

Wir wünschen
allen unseren Freunden
ein gesundes,  fröhliches und reisefreudigeres Jahr 2021!

Als Jahresrückblick haben wir ein paar schöne Fotos von 2020 rausgesucht.

Im Süßwasser

Die Überführungscrew

Auf dem Ijsselmer

Endlich in Hoorn

Und wer ist

 hier der Captain?

Besuch an Bord …

und auf Vlieland

Ein tolles Geschenk von Freundin Ingrid!

 

Veröffentlicht unter Coronapause, Deutschland | 1 Kommentar

Corona-frei

Mal wieder ein Sonnenuntergangsfoto

Nachdem unsere Reiseaktivitäten, coronabedingt, deutlich abgenommen haben, ist damit irgendwie auch unsere Lust, einen allzeit aktuellen Reiseblog zu schreiben, deutlich eingebrochen. Mehr als sechs Jahre hatten wir, aus Spaß an der Freude, für die Familie, die Freunde und Wassersportinteressierte unsere Erlebnisse im weltweiten Web, gerne (mit-)geteilt. Das Beiträgeschreiben war ein wichtiger Teil unseres Bordalltages geworden. Egal, ob wir vor Anker lagen, Tagestouren gefahren oder größere Abschnitte gesegelt sind, wir haben immer eine Möglichkeit gefunden, Berichte zu veröffentlich, sei es über das Hafenwifi, das Datenvolumen unseres Mobilfunkvertrags, oder sogar über die Kurzwelle mit dem Pactormodem. Ihr, unsere treuen Blogleser, seid uns fleißig gefolgt, ihr habt Anteil genommen, sei es in Form eines Kommentars, eines Telefonats, oder sogar spontanen Besuchen an Bord. Wir danken recht herzlich für eure Treue.

Frühstück an Bord im Cockpit

Jetzt, in der Zeit, in der Reisewarnungen gegen befreundete oder benachbarte Länder ausgesprochen werden, Quarantänemaßnahmen unter Strafandrohung auferlegt sind, obwohl das Virus überall in Europa (und nicht nur dort) aufgetreten ist, nun, da das freie Reisen unter weißen Segeln, wenn überhaupt, nur noch sehr eingeschränkt möglich ist, werden wir leider nicht mehr in der gewohnten und bewährten Weise berichten.

Das soll aber nicht bedeuten, dass wir jetzt in einen vollständigen Beitrags-Shutdown gehen und unsere Bootserlebnisse nicht mehr veröffentlich wollen. Dazu gibt es viel zu viel Spannendes zu berichten. Nur das beinahe tägliche Update wird für die fast reisefreie Coronazeit entfallen und einem eher monatlichen Bericht weichen, der dafür aber auch entsprechend länger ausfallen wird. Und wenn Corona vorbei ist (wir wissen auch, dass ein Virus nicht einfach weg geht, …), also, wenn man wieder normal und jederzeit, ohne Restriktionen irgendwohin reisen kann, werden wir ganz vorne mit dabei sein und, sooft wir können, von den Reisen, den Ereignissen an Bord und vor allem von den Menschen, die uns begegnen, berichten.

In diesem Sinne kommen jetzt ein paar Geschichten, denn an Bord gibt es immer etwas zu tun, irgendwie geht auch immer etwas kaputt, aber jeder, der ein Boot sein Eigen nennt, kennt das nur zu gut, und den Nichtseglern wird das immer verbal um die Ohren gehauen.

Winsch mit zwei Micro-Switches

Also, vor ein paar Wochen schlummerten wir, in warme Decken eingepackt, in unserer Kabine, als wir mitten in der Nacht von einem superlauten Geräusch aus den Träume gerissen werden. Ein Geräusch, das an eine drehende Schraube im Wasser, ein hakelndes Getriebe beim Auto, oder eine trockenlaufende Pumpe erinnert. Sofort sprangen wir aus den Federn, ich stürmte nach draußen, die Capitania, inspizierte das Schiff von innen, dann trafen wir uns in der Naviecke wieder, schalteten den Hauptschalter und alle Einzelsicherungen am 24-Volt-Panel aus. Sofort war der Krach weg und es herrschte die gewohnte nächtliche Stille im Boot. Nach und nach begannen wir, einen Schalter nach dem anderen wieder anzustellen, doch es blieb glücklicherweise still. Also ab ins Bett und Licht aus. Keine zwei Stunden später schreckten wir wieder hoch, was für ein Lärm an Bord. Diesmal hatte Cornelia den richtigen Riecher und fand eine unserer elektrischen Winschen an Deck, die sich von selbst, wie von Geisterhand, in Bewegung gesetzt hatte. Es gibt einen 100-Ampère-Sicherungsautomat für jede Winsch, nach einer kurzen Zeit hatten wir den richtigen Schalter gefunden, und der Übeltäter hörte auf, sich zu drehen.

In der Folgezeit ging es an die Fehlersuche, Ralf stand uns telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. Zuerst hatte ich einen der zwei (An-)Schalter im Verdacht, deshalb von einer anderen Winsch den Schalter, den sogenannten Microswitch, abgelötet und bei unser Problemwinsch wieder angelötet. Doch damit war das Problem nicht gelöst, mal drehte die Winsch von selbst, mal nur langsam, mal nicht, am Ende garnicht mehr.

Der Bösewicht, mit markierten Kabeln, damit wir sie beim Einbauen nicht vertauschen

Als nächstes stellten wir das Relais unter Generalverdacht, zumal es beim Anschalten nicht mehr klackte. Um es zu erreichen, muss man, im Inneren des Bootes einen Teil des Küchenschranks demontieren, was aber mit dem unterstützenden Rat von Outremer  kein Problem war. Und tatsächlich blinkte ein Anzeige-Led, was klar auf einen Fehler hinweist. Wir haben – ganz schlau –  von einer Cockpitwinsch ein Relais abgebaut und es gegen das angeblich defekte ausgetauscht. Doch die Winsch gab danach immer noch keinen Mucks von sich. Frustriert rief ich – malwieder – Ralf an, der meinte, dass ich nach und nach die Steuerkabel vom Relais für die Schalter abziehen soll. Tatsächlich, als die Kabel für den langsamen Winschgang ab waren, hörte das Blinken auf, ergo sitzt der Fehler im Winschschalter für den langsamen Gang, der muss dann getauscht werden, das ist einfach machbar. Das war jetzt schon die kurze Schilderung einer langen Odyssee …

Auf dem Weg durchs Watt

Wer gerne in Holland segelt, die Nordsee und das Watt mag, kommt an den idyllischen westfriesischen Inseln nicht vorbei, zumal ein herbstlicher Ausflug dorthin Ruhe, Erholung, Keine Corona-Infizierten, dafür schöne Segelerlebnisse verspricht. Auch wir sind dem Ruf gefolgt und haben die Einsamkeit, die Ruhe und die Stille auf Vlieland genossen. Im Sommer ist es nicht ganz leicht einen Liegeplatz im häufig vollen Hafen für einen Katamaran zu ergattern, aber in der Nebensaison ist auch für größere Boote genügend Platz. Bewusst und langsam, haben wir zu Fuß die Insel erwandert.

Durch das fast leere Dorf, die zahlreichen Stufen hinauf zum Leuchtturm, hinab zu den Dünen und schließlich durch die angenehm duftenden Kiefernwälder, um dann vom Aussichtsturm den Blick übers Watt, zur Nachbarinsel Terschelling und hinaus aufs offenen Meer schweifen zu lassen.

Ein Stück vom Regenbogen

Die Lichtspiele, am Himmel und am Horizont, sind im herbstlichen Holland besonders intensiv, der windbedingte schnelle Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Schatten, faszinierend. Und bedingt durch die Wettersysteme sind die Windverhältnisse vorhersagbar und zum planbaren Segeln ideal. Der Motor kann ausbleiben und hilft nur bei den Hafenmanövern, das erinnerte uns an zahlreiche frühere Fahrten in diesen nördlichen Gewässern.

Bis zum nächsten Beitrag…

Veröffentlicht unter Coronapause | 1 Kommentar

Toilettenprobleme Teil 2

Nachdem vor ein paar Wochen der Geruchsfilter gerissen ist und durch ein Rohr als Provisorium von mir ersetzt wurde, waren einige Tage später neue Probleme aufgetreten, die für noch mehr Rätselraten sorgten. Der Abwassertank lief über, und die Handpumpe der Toilette lies sich immer schwieriger bewegen, manchmal schnellte die Pumpe unter Druck stehend regelrecht nach oben. Mir schwante nichts Gutes und wir bestellten bei SVB schon mal 6 Meter Abwasserschlauch, rein vorsorglich, versteht sich.

Da müssen neue Schläuche her…

Vor drei Tagen lief dann die Toilette randvoll und lies sich weder durch gutes Zureden noch durch Gewalt leer pumpen. Ich schlief danach nachts schlecht, und meine Gedanken kreisten fast ausschliesslich um unser Toilettenproblem. Ist der Fäkalientank voll, ist der Schlauch nur an einer Stelle verstopft, welcher Schlauch ist zugesetzt, ist das Überdruckventil kaputt – Fragen über Fragen und keine Antworten. Die Anspannung in mir stieg fühlbar an. Gestern bin ich dann zu unserem Freund Kees gepilgert und habe ihn um seelischen und handwerklichen Beistand gebeten. Nachmittags um 15 Uhr gingen wir ans Werk, kurz vor 20 Uhr waren wir schlauer, auch etwas weiter, wenn auch noch nicht fertig. Der Auslassschlauch, der vom Boden des Fäkalientanks zum Seeventil hinabführt, ist komplett verkalkt, bzw. mit Urinstein zugesetzt, den haben wir als erstes ausgetauscht. Danach haben wir noch den Kunststoffbogen ausgebaut, in dem das Belüftungsventil eingeschraubt ist, auch dort war alles komplett dicht.

Der Inhalt des Schlauchs liegt auf dem Steg…

Heute früh stand ich um 7:30 Uhr wieder im Bad, und es gelang mir, die zum Fäkalientank aufsteigenden Schläuche, mit Gewalt und Ausdauer auszubauen. Das gleiche Resultat wie gestern, auch diese Schläuche sind voll mit Urinstein und Kalk. Ich folgte dem Rat von Ralf und hämmerte auf einem der Schläuche rum: Es kamen über 3 Kilo Urinstein auf anderthalb Meter Schlauch zusammen. Kein Wunder, dass die komplette Toilettenanlage verstopft war.

Kurz darauf kam Kees und half mir mit Rat und Tat beim Einbau der neuen aufsteigenden Abwasserschläuche. Die mussten zum Teil um Ecken gebogen werden, so schnell, wie es sich jetzt liest, ging es schon garnicht. Zu guter letzt haben wir noch ein paar Versuche gebraucht, bis die Handpumpe wieder dicht war. Jetzt funktioniert unsere Toilettenanlage einwandfrei und wir werden, auf Empfehlung vieler, das ganze System regelmäßig mit Essigreiniger spülen, damit es sich nicht mehr so zusetzt. Tausend Dank Kees, für Deinen Rat, Deine tatkräftige Mithilfe und Deine Geduld!!!

Veröffentlicht unter Leben an Bord | 1 Kommentar

Gäste an Bord

Glückliche Gesichter mit sattem Bauch

Samstag sind wir bei grauem Wetter und sechs bis sieben Windstärken nach Hoorn gekreuzt, haben einen wunderschönen Abschiedsabend mit den Kindern in der Bar der Hoofdtoren, und dort gibt es endlich die allerbesten Spareribs.

Gestern war dann großer Besuchs-Sonntag. Als erstes kommen rechtzeitig zum Frühstück Allegra, Christian und Zoey an, große Premiere: Unser Enkelkind ist an Bord! Und sie fand es großartig, nur dass natürlich immer jemand hinter ihr her sein muss, damit sie nicht vor lauter Begeisterung für die quakenden Enten selber im Wasser landet!

Das Enkelkind erobert das Boot

Dann hatte es sich, auch dank des Artikels über die „Hexe“ im Hoornblazer, der Vereinszeitung unseres hiesigen Segelvereins, herumgesprochen, was es mit dem großen Katamaran im Hafen auf sich hat, und einige Mitglieder des Vereins kamen zur Besichtigung. Volker macht sehr gerne sehr informative Führungen auf unserem Boot.

Nachmittags kommen dann Petra und Axel an, die nun eine Woche mit uns segeln können, beide hatte wir ja schon – einzeln zwar – in Lanzarote zu Gast, das wird wieder eine sehr schöne Woche werden. Und dann gibt es ein Wiedersehen mit Ingrid und Detlef, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, Detlef hat uns ganz zu Anfang unserer Reise 2014 von Cherbourg bis Concarneau begleitet. Und Ingrid hatte wir noch länger nicht mehr gesehen, das gab ein großes Hallo. nach so vielen Jahren freuen wir uns natürlich alle über das Wiedersehen und es gibt unendlich viel zu erzählen! Mit Tochter Saskia und Schwiegersohn Sebastian machen Detlef und Ingrid eine Urlaubswoche auf dem Ijsselmer.

Das Highlight des Tages: Ein Künstlerbuch von Ingrid

Killepitsch für die satten Mägen

Abends grillen wir alle zusammen auf der Hexe, dazu kommen auch Kees und Gre, denn Petra wollte sie auch sehr gerne treffen, außerdem gibt es immer auch für Kees (und, sehr zur Freude des Skippers nicht nur für ihn!) eine Flasche Düsseldorfer Killepitsch.

Es wird ein sehr geselliger Abend in unserem Cockpit, auch die kleine Zoey genießt die Aufmerksamkeit von so vielen netten Menschen, bevor sie gegen zehn Uhr hundemüde in ihr Campingbusbettchen fällt.

Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von Hoorn, motoren über das flache Ijsselmer nach Norden, in Workum wollen wir eine Nacht bleiben, Allegra und Christian haben dort einen Platz auf dem Camping It Soal gefunden. Ab der Schleuse Enkhuizen kommen die Fliegen, die lästigen kleinen Ijsselmerfliegen, die nichts tun, außer rumzusitzen, rumzuschwirren und die Menschen zu nerven. Sie stechen nicht einmal, und bis kurz vor Workum sind es Milliarden geworden, da hilft nur noch der Wasserschlauch und der Staubsauger.

Wir freuen uns sehr über ein Wiedersehen mit Hafenmeister Jan, und ganz besonders mit Carl-Martin, mit dem wir schon so viele schöne Bootsurlaube verbracht haben. Und das feiern wir – mal wieder  mit einem ordentlichen Grillmenü am Abend!

Veröffentlicht unter Leben an Bord | Schreib einen Kommentar

Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 2: Regatta den ganzen Tag

Freitag, 11. September 2020, Baro 1017,
bedeckt, später auch mal sonnig, kühl, Wind SW um 4
Vlieland 08:40 – 16:00 Enkhuizen, 53 sm

Noch grau am Morgen: Der Abschied von Vlieland

Start in Vlieland: Direkt vor uns fährt eine Dehler 36 aus dem Hafen, setzt – wie wir – direkt nach der Hafeneinfahrt das Großsegel, und los! Obwohl ein ganz leichter achterlicher Wind weht, überholen wir sie mit Leichtigkeit, der Skipper ist zufrieden.Nach und nach stehen die anderen Matrosen auf, Larissa muss ja immer früh schon mit Hund Nana raus, sie war wach und konnte beim Ablegen helfen.

Schnell im Watt, über 11 Knoten Geschwindigkeit!

10:25 Uhr sichten wir, leider auf der falschen Sandbank, neun Robben. Alle anderen Attraktionen haben ja auch ganz gut geklappt, sogar ein Hubschrauber über Vlieland wurde gesichtet! Der Strom beschleunigt die Hexe, die aber sowieso schnell segelt, an allen anderen Seglern können wir vorbei ziehen, sehr zur Freude des Skippers.

12:40 sind wir an der Schleuse Kornwerderzand, haben Glück, denn sofort geht die Brücke auf, und wir können direkt in de Schleusenkammer einfahren. Mit zwei anderen Booten werden wir hinunter auf Ijsselmerniveau geschleust, schnell werden wieder Segel gesetzt und abermals überholen wir eine Dehler 39 und eine X-Yacht, die Regatta ist eröffnet.

14:00 Uhr sind wir an Stavoren vorbei, der veränderliche Wind macht dem Skipper zu schaffen, denn wir haben hier mindestens drei Schiffe, die heimliche Regatta segeln, eben jene Dehler 39, die X 36 (der heimliche Favorit) und noch mindestens ein anderes Einrumpferboot. Volker kämpft gegen den schwachen Wind, aber nach Stavoren frischt der auf und nun ist der Kampf eindeutig gewonnen für den Skipper der Hexe.

Mit Sicht über alles: Die Hexe

Die „Leichtmatrosen“ vertreiben sich derweil die Zeit mit Kartenspielen im Warmen, das Ijsselmer ist flach genug, dass es auch den empfindlichsten Magen schont. Und im Boot ist es deutlich wärmer als draußen gegen den Wind. Wir haben ungefähr fünf Lagen Klamotten an, einschließlich Skihose und gefütterter Weste. Doch das Segeln macht großen Spaß und sobald wir angelegt haben und aus dem Wind sind, merkt man, dass es immer noch Spätsommer ist.

Im Buitenhaven in Enkhuizen bekommen wir auch wieder einen royalen Liegeplatz, längsseits an der „Vriendshap , die Freundschaft ist ein schöner großer Boter mit einem Schweizer Skipper, der leider auch wegen Corona über zu wenig Charterfahrten klagen kann.

Fast wie ein Bühnenbild

Enkhuizen präsentiert sich von seiner besten Seite, der Himmel ist fast wolkenlos, die Menschen sitzen in den Cafés und Restaurants, es ist Freitag Spätnachmittag / Abend, ein entspanntes Einläuten eines schönen Wochenendes scheint hier gegeben.

Enkhuizen

Gerade machen Volker und ich uns noch Gedanken über das Abendessen, da kommen die Kinder zurück vom „Landgang“, und meinen, sie hätten ganz viel Lust auf holländische Spareribs. Die besten, sagt Larissa, gab es doch früher in der Mastenbar am Companieshaven in Enkhuizen. Tatsächlich kann ich noch einen Tisch für uns organisieren, heute holländisch Aus-Essen!

Veröffentlicht unter Logbuch | Schreib einen Kommentar

Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 1

Dienstag, 8. September 2020, Baro 1022, bedeckt, Wind W 4 – 5
Hoorn 14:50 – Stavoren 18:55, 23 sm

Larissa, Johannes und Nana

Gäste an Bord: Larissa, Johannes, Lucie, Jannis, Hündin Nana

Volker manövriert bravourös an dem Motorboot vorbei, das am Meldesteiger festgemacht hat. Auf beiden Seiten ist nicht mal ein  Meter Platz, aber es passiert nichts. Vor der Hafeneinfahrt wird wie immer schnell das Großsegel hochgezogen, die Genua ausgerollt, und um 15:15 segelt die Hexe bei 14 – 15 Knoten Wind von raumschots mit über sieben Knoten Fahrt durchs flache Ijsselmeer. Ein bisschen Sonne wäre jetzt gut, aber unseren Gästen gefällt es auch so, sie sitzen im Netz und erfreuen sich am Katamaran-Segeln.

Stavoren, der alte Hafen

Kurz vor 17 Ihr sind wir an der Krabbergatsluis, wir können auch direkt einfahren, der kleine Boter vorne hat in der Mitte der Schleusenkammer festgemacht, wird aber aufgefordert, sich weiter nach vorne zu verlegen, denn nach uns kommen noch zwei größere Boote. 17:12 sind wir durch, nun sind es nur noch elf Seemeilen bis Stavoren.

Hafenmeisterbüro in Stavoren

Kurz vor sieben machen wir an dem Plattbodenschiff „Vrouenzand“ fest, wie es uns die Hafenmeisterin per Telefon und Funk empfohlen hat, und tatsächlich kommt sie auch noch vorbei, um 30,90 € Liegegeld zu kassieren. Sie hatte sich auch gleich an den Katamaran Hexe erinnert.

Mittwoch, 9. September 2020, Baro 1018,
bedeckt, Sprühregen, Wind aus westlichen Richtungen  5 – 6
Stavoren 11:00 – Vlieland 16:50, 37 sm

Die Einfahrt zur Lorentzsluis

Nach reichhaltigem Frühstück und einem Schnack mit der holländischen Hexe, der Yoga-Skipperin von der Vrouenzand, die einen Hexenbesen als Windmesser im Mast hat, starten wir zur Lorentzsluis. Der Wind ist frisch, die Genua reicht aus, um uns mit 6 – 7 Knoten Fahrt zur Schleuse zu bringen. Die kleine steile Ijsselmer-Welle ist zwar unangenehm ohne Großsegel, außerdem ist es kalt und ein bisschen feucht, deswegen verstecken sich alle im Cockpitzelt, außer dem jeweiligen Steuermann und Johannes, dem es in der frischen Luft angenehmer ist als unten im geschlossenen Zelt. Lucie, die gestern dem Skipper einen Schreck eingejagt hat, als ihr beim ersten Blick aus dem Fenster des stehenden Bootes schon “ein bisschen schlecht” wurde, hält sich heute tapfer, trotz der Wellen.

Der Zweimaster

An der Schleuse dürfen wir direkt einfahren, hinter einem großen Bagger und mit zwei kleinen Segelbooten geht es einen halben Meter hoch, dann sind wir frei und haben Salzwasser unter den Rümpfen.

Auch ein russischer Zweimaster ist in dem Programm drin, dass Larissa für ihre Freunde organisiert hat, sowie zwei große Flusskreuzer, die aus Harlingen kommen.

Käpt’n Nana

Nach der Schleuse wird das Großsegel gesetzt, im Fahrwasser geht es direkt vor dem Wind, dann mit halbem Wind bis Harlingen. Dort kommen wir pünktlich kurz vor 14 Uhr an, genau zu Hochwasser, denn von da ab kippt die Gezeit, und wir haben den Strom mit uns, zunächst nur ganz leicht, später stärker.

Ab Harlingen motoren wir, denn in dem engen Fahrwasser ist nicht gut kreuzen, wie man spätestens an der Segelyacht sieht, die uns – kreuzend – die Vorfahrt nimmt. Nicht ohne dass Volker den Mannen an Bord der Atlantik zuruft, dass er gerne Nachhilfestunden in Seemannschaft geben könnte.

Super Segeln!

Leider kommen jetzt die Regenwolken immer näher, es ist nass und ungemütlich am Steuer, aber hier ist viel zu viel Verkehr, da muss der Skipper am Rad stehen. Ich mache das Radar an, damit wir nicht aus Versehen Boot oder Boje rammen, wir motorsegeln bis zur nordwestlichsten Tonne, dann können wir wieder segeln, der Regen ist vorbei, und blauer Himmel kommt heraus.

Nun allerdings geht es richtig flott voran, der Wind hat wieder aufgefrischt auf über 16 Knoten, und es steht eine ordentliche Welle aus dem Gatt. Durch den Strom und den Wind beschleunigt die Hexe auf über neun, manchmal zehn Knoten Fahrt, das macht ordentliches Gerumpel im Boot, wenn sie in die Wellentäler fällt.

Schnell sind wir bei dem letzten kleinen Stück längs des Strandes von Vlieland angekommen, nun müssen schnell im engen Fahrwasser die Segel geborgen werden. Dann haben wir beide ein bisschen Herzklopfen, denn wir kennen die Hafeneinfahrt nach Vlieland und wissen um den tückischen Vliestrom, der an der Einfahrt vorbei versetzt.

Aber Volker fährt mit Mut bravourös in die zwölf Meter breite Einfahrt, und schon sehen wir voraus einen schönen Liegeplatz am uns vom Hafenmeister telefonisch avisierten B-Steg. Ein royaler Platz für die Hexe. Und wir sind so froh, endlich wieder auf unserer westfriesischen Lieblingsinsel zu sein!

Vlieland Beach

Nana liebt den Strand

Lucie und Jannes erkunden die Insel

Veröffentlicht unter Logbuch | 2 Kommentare

Schmutziges Thema

Eingeklemmt in die Backskiste, mit kleiner Zugangsluke zum Fäkalientank

Hände, so klein wie ein Kind müsste man haben, so trainiert und beweglich wie ein Yogameister müsste man sein, und die Erfahrung eines alten Handwerksmeisters müsste man haben… Seit ein paar Tagen haben wir immer mal wieder übel riechende Fäkalien in der Bilge, von denen wir nicht wissen, wo sie herkommen. Ich habe alle Inspektionsluken geöffnet, die Toilettenschläuche in den Bilgen gecheckt und die Quelle des Gestanks bzw. Austritts nicht gefunden.

Der Fäkalientank (rechts im Bild), der kaputte Geruchsfilter ist links daneben

Heute Morgen stank es wieder zum Himmel, eklige Brühe schwappte in der Bilge, mir geht  das Thema mittlerweile so richtig auf den Senkel.

Leider kam keine Wünschdirwasfee mit einem Klempner im Schlepptau, um unser Problem zu lösen. So haben wir uns entschlossen, das gesamte Fäkalientanksystem auf den Kopf zu stellen und auch kleinere Erneuerungen vorzunehmen, soweit es nötig und die entsprechenden Teile vorhanden waren

Die alte Toilettenpumpe wird zerlegt, sorgfältig gereinigt und als Ersatzteil eingelagert

Was wir schon seit längerem als Reserve mit uns rumfahren, ist eine komplette Toilettenpumpe von unserem WC. Die war nach einer Stunde installiert, aber dann bin ich auf die Idee gekommen, dort mal eine halbe Banane durchs sanitäre System zu spülen… Und siehe da, es baute sich genau so ein Druck auf, der so nicht sein soll, wie beim Toilettengang, und langsam tropfte Wasser in die Bilge. Nur diesmal waren wir direkt dabei und mit der Taschenlampe ausgestattet, konnten die lecke Stelle gleich orten, also damit schon mal einen Teilerfolg erzielen.

Der Kohlefilter mit deutlich sichtbaren Riss an der linken Seite

Beim Kohlefilter des Fäkalientanks, der als Geruchsfilter dient, klaffte an der Unterseite ein deutlich sichtbarer Riss. Da wir den Filter nicht als Ersatzteil an Bord haben, war klar, dass wir eine provisorische Reparatur durchführen müssen, bei der das leckende Teil aus der Leitung aus-und ein Ersatzrohr eingebaut werden muss, damit die Belüftungsfunktion der Leitung für den Fäkalientank erhalten bleibt. Ein Ersatzrohr war mit der Hilfe von Kees schnell gefunden.

Nur für den Ausbau des Kohlefilters und für den Einbau des Rohrstücks musste ich mich so verwinden, kleinmachen und anstrengen, dass ich nach der knapp zweistündigen Prozedur echt platt war und mir den Inhalt aus dem ersten Satz dieses Blogbeitrages schon sehr gewünscht hätte. Verborgen und schwer erreichbar für mich waren die Verbindungsstücke und Schlauchschellen. Doch was lange währte, wurde endlich gut.

Der Spaß danach

Cornelia hat mittlerweile Ersatzkohlefilter im großen weltweiten Netz (fast heimisch: in Wiesbaden!) bestellt. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob ich mich darauf freuen soll, wenn der Ersatz ankommt…

Als Belohnung gab es nach einem üppigen 14-Uhr-Frühstück einen Spaziergang im Julianapark.

Veröffentlicht unter Leben an Bord | 1 Kommentar