Calima

Hexe des abends am Steg mit neuer LED-Beleuchtung

Heiß ist es heute, sogar der Wind, der sonst eher frisch vom Atlantik her weht, fühlt sich wie ein Luftstrom aus einem Föhn an. Gestern Abend hatten wir einen milchig trüben Sonnenuntergang, als Zeichen einer nahenden Wetteränderung, bei schlechter Fernsicht. Diese kommt daher, dass Sandteilchen vom afrikanischen Kontinent direkt zu den Kanaren geweht werden, bei einer östlichen Windrichtung. Und mit dem Ostwind kommt nicht nur der Sand, sondern auch die heiße Luft Afrikas zu den Kanaren. Das Wetterphänomen wird auf den kanarischen und kapverdischen Inseln als Calima bezeichnet. Manchmal ist wohl dabei soviel Sand in der Luft, dass sogar der Flugverkehr davon beeinträchtigt wird.

Abkühlung bringt immerhin der Sprung in die atlantischen Fluten, bei zurzeit 20 Grad Wassertemperatur. Während ich diese Zeilen tippe, dreht der Ostwind mächtig auf, Böen bis 28 Knoten rütteln kräftig am Schiff.

Wir haben aus aktuellem Wetteranlass das Haarkleid von Samy nochmals nachgeschnitten, er sieht jetzt deutlich jünger aus, auch wenn er, der Wärme wegen, den ganzen  Tag lang nur faul rumliegt.

Samy gefallen die neuen Lichter auch

Wir haben vor ein paar Tagen die Ausrüstungsshops und den Baumarkt in Arrecife gestürmt und haben, neben einem 5 Meter langen LED-Band, ein paar kleine Farbdosen und Nachschub an Politur gekauft. Das LED-Band ist mittlerweile fast unsichtbar am unteren Ende unserer Salonmöbel angeklebt und an die Elektrik angeschlossen, es sorgt am Abend für stimmungsvolle Beleuchtung. Der Gedanke daran war mir schon länger im Kopf rumgespukt, in Arrecife gibt es wirklich gutsortierte Geschäfte. Mit den Farben und der Grundierung will ich kleine Metallgegenstände am Motor anstreichen, die nicht aus Edelstahl sind und die durch das teilweise salzig-feuchte Klima einfach nicht mehr so schick aussehen.

Morgen wollen wir tagsüber einen Ausflug nach La Famara machen, um die, durch den Starkwind bedingten, vorhergesagten Wellen zu bewundern, die mit einer Höhe von 3-4 Metern auf die nördliche Küste treffen sollen.

Ansonsten gab es diese Woche einige Abschiede von Freunden, die für eine längere Sommerpause bis zum Herbst nach Deutschland fliegen. Außerdem hat Petra hat schon wieder planmäßig abgeheuert, und Ulrike ist auf Urlaub nach Malle und auf der Aida. Es ist jetzt spürbar Nebensaison auf Lanzarote.

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Rund Lanzarote

Bei vollkommen grauem Himmel verlassen wir die achte Kanareninsel La Graciosa nach dem Hundespaziergang. Es ist viel Wind, der uns vom Steg wegdrückt, besser als umgekehrt. Draußen wird das Großsegel im ersten Reff gesetzt, vor dem Wind fahren wir nach Süden. Die Wellen schaukeln das Boot gehörig durch, auch die Genua ist nicht vollständig ausgerollt, es sind gut 24 Knoten Wind, die erste Acceleration Zone des Tages, das sind die für die Kanaren typischen Gebiete mit starken Winden. Trotzdem macht Petra uns Mädels einen schönen Kaffee, Volker bekommt Tee, das Frühstück gibt es als Selbstbedieungsbuffet. Wir sehen die Bucht von Famara, die Halbinsel mit dem Sportlerhotel und dem Ort La Santa, dann wird es einsam an der Küste. Schwarzes Lavagestein bedeckt die Berge und die Küstenregion. Im Timanfaya Nationalpark können wir ein Gebäude ausmachen, bei Recherchen auf Google scheint es sich um eine Station mit großen Antennen zu handeln, die man bei den Busfahrten durch den Nationalpark nicht zu sehen bekommt.

Der andere Segler vor unserem Bug

Wir kreuzen wieder vor dem Wind, zur Freude des Skippers wird es eine Regatta. In der Ferne sehen wir ein Segelboot, nach genauerer Betrachtung mit dem Fernglas einen Kat, eine schnelle TS42 von Masaudon. Kurz vor der zweiten Acceleration Zone im Süden haben wir den Seafox eingeholt, schließlich auch überholt. Seit 14 Uhr segeln wir in dem schönsten Sonnenschein, den man sich wünschen kann, und sooo schnell, lockere zehn Knoten, aber auch 12,5 haben wir schon gesehen.

Im Süden ist kurzfristig der Wind weg, wir sehen noch 3 Knoten auf der Anzeige, aber des Skippers Adleraugen haben schon ausgemacht, dass es vor der Marina Rubicon weiße Schaumkronen auf dem Wasser gibt, und er befürchtet, dass das Anlegen dort ziemlich katastrophal werden könnte. Also segeln wir weiter nach Puerto Calero. Das allerdings wird ein Härtetest für Boot und Crew! 20 – 27 Knoten Wind und eine ruppige Zweimeterwelle lassen die Hexe tanzen, wir fühlen uns wie auf einem Ruckelkarussell  auf dem Jahrmarkt. Die Wellen schäumen durchs Trampolin und die Gischt fliegt hoch an die Frontscheiben. Deshalb haben wir dann auch nicht in unserer Box, sondern längsseits auf der anderen Seite des Hafens gegen den Wind angelegt, und sind erst am nächsten Morgen auf unseren Liegeplatz gefahren. Ein großartiger Segeltag!

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Schnell, auf der Kreuz…

Der typische Seglertag: Morgens ein kurzer Blick aufs Wetter, den Zustand der Mannschaft, entschieden! „Geht schnell mit dem Hund, bringt Brot mit, redet mit dem Hafenmeister, und kommt schnell wieder!“, so die Anweisungen des Skippers früh um acht. Wir sind gerade nach dem Spaziergang vor dem Hafen-Supermarkt angekommen, der Anruf: „Das Boot ist fertig, seid Ihr gleich hier, damit wir ablegen können?“ Glücklicherweise ging es beim Hafenmeister schnell, und auch an der Supermarktkasse gab es um die frühe Uhrzeit noch keinen Stau. Viertel nach neun, waren die Leinen los, wir fahren aus dem Hafen, schnell die Fender weg, die Segel hoch, los geht’s.

Der Track sah fast aus wie ein Tannenbaum

Hoch am Wind segeln wir bis Arrecife, dann fängt die Kreuz an. Mehr als zehn Wenden haben wir gefahren, aus der ursprünglichen Strecke von 33 Seemeilen wurden 57 Seemeilen, auf dem einen Bug immer voll gegen die Wellen, der andere Bug war etwas angenehmer. Trotzdem war die Hexe schnell, stets über sieben Knoten. Die letzten vier Meilen mit dem Wind fragt man sich, war es vorher kalt?

Um kurz nach vier sind wir am reservierten Liegeplatz in der Caleta de Sebo auf La Graciosa, wo uns der Securitas-Mann in Empfang und die Leinen annimmt. Volker entsalzt das Boot, während Petra und ich mit Samy durch das kleine Dorf marschieren. Es gibt mehrere Restaurants, zwei Supermärkte, einen Gemüseladen, am nächsten Morgen entdecken wir sogar eine Metzgerei, eine Apotheke und eine Bäckerei. Nach dem Abendessen machen wir noch einen Bummel durch den Ort und trinken Bier und Rotwein in der Dorfkneipe, den Rotwein aus so kleinen süßen Gläsern, dass wir diese als „Tintenzwerge“ tituliert haben.

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Eine (fast) unglaubliche Geschichte

Ich steig mal ohne lange Vorgeschichte direkt ein und versuch, den ganzen unglaublichen Vorgang so kurz wie möglich und mit nur den allernötigsten technischen Wörtern zu beschreiben. Vor 12 Tagen habe ich mit einem weiteren Segler, John, den Katamaran unseres Freundes Harald, der wegen seiner Arbeit schon nach Hause fliegen musste,  von Puerto Calero nach Arrecife gebracht, damit dort ein neues Antifouling gestrichen sowie die Anoden vom Saildrive und den Propellern erneuert werden.

Rausgerutschter Antriebsstrang

Vorgestern  war das Schiff abholbereit, Cornelia hat uns (wieder John und mich) mit unserem Leihauto nach Arrecife gebracht. Nach kurzer Wartezeit ist der Kat ins Wasser gekrant worden, und wir sind mit beiden Motoren nach Puerto Calero zurückmotort. Beim Aufstoppen am Liegeplatz kam vom Backbordmotor nur ein kurzes lautes „Grrrrrrrrr“, danach sah man schon eine schillernde Ölspur im Hafenwasser, die Schraube drehte sich auch nicht mehr. Was tun? Klar war, dass ab jetzt Salzwasser ins Getriebe des Saildrives eindringen kann, wir also schnell handeln müssen, dass das Boot nach Arrecife zurück muss, um wieder ausgekrant zu werden, damit Folgeschäden durch Salzwasser zu vermieden werden. Klar war auch, dass nur noch ein Motor zum Manövrieren zur Verfügung steht, und dass wir wegen des Windes, der uns auf den Steg drückte, ein Boot brauchen würden, dass uns beim Manövrieren und Drehen im engen Hafenkanal hilft. Glücklicherweise kennt John den halben Hafen und ein freundlicher Herr mit einem RIB mit potentem 200-PS-Außenbordmotor brachte uns in die richtige Position, sodass wir mit dem funktionierendem Steuerbordmotor losfahren konnten. Cornelia hat uns noch eine Tüte mit geschmierten Brötchen und ein bisschen Saft im Vorüberfahren an Deck geworfen, schließlich hatten wir noch nicht einmal gefrühstückt!

Kurz nach der Hafenausfahrt bemerkten wir dann, dass der ehemals schwache Ostwind von der Hinfahrt auf stattliche 25 Knoten angewachsen war, so wurde es ein zeitraubend lange Fahrt gegen Wind und Welle nach Arrecife. Dort kamen wir um 15.35 Uhr an, uns wurde mitgeteilt, dass die Kranmannschaft um 16 Uhr Feierabend macht und uns jetzt nicht mehr kranen würde. Es wurde ein neuer Krantermin für den folgenden Morgen um 9.30 Uhr vereinbart.

Diese Halteschrauben wurden entfernt

Nach dem Kranen scharrten sich alle um den Saildrive, die Ursache war so schnell klar, wie die buchstäbliche Kloßbrühe. Ein Werftmitarbeiter vom Varadero Arrecife hatte die Opferanode vom Saildrive nicht so leicht anbringen können (die zwei Zinkteile passen nur in einer bestimmten Position korrekt zusammen) und hat einfach, wohl ohne groß nachzudenken, die zwei Halteschrauben  des kompletten Antriebsstranges gelöst, dann die Opferanoden angeschraubt, denn die beiden vermeintlich störenden Halteschrauben waren dann ja nicht mehr im Weg. Dadurch ist der gesamte Antriebsstrang mit Welle und Faltproppeller nach hinten gerutscht, das Getriebe wurde nutzlos und zudem auch noch beschädigt. Die Werft hat den Fehler gleich eingeräumt, jetzt kümmern sich einige Experten um den Fall.

Ich bin froh, dass ich nichts durch einen Fehler meinerseits kaputt gemacht habe, der Eigner ist froh, dass der Schaden gleich bemerkt wurde und nicht bei einer säteren Segelreise erst fmanifest wird, wenn man ja unter Umständen auf die Kraft beider Motoren angewiesen ist. Da wähnt man sich in einer Werft bei Spezialisten, aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Seit Sonntag ist unsere Freundin Petra wieder für ein paar Tage bei uns an Bord, wir freuen uns sehr darüber und zeigen ihr die Schönheiten von Lanzarote die sie bei ihrem Besuch vor einem Jahr noch nicht gesehen hatte.

Leider leidet Cornelia seit gestern Morgen unter Halsschmerzen, die am heutigen Tag nochmal einen Tacken zugelegt haben, wir verschieben unsere gemeinsame Segeltour nach La Graciosa, der nördlichsten und achten Insel der Kanaren. Bislang zählte diese immer zu Lanzarote, man sprach von den sieben Kanareninseln. Das hat sich erst kürzlich geändert, jetzt ist La Graciosa die achte Kanareninsel, ein Inselplus!

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Cornelia hat einen Vogel,

“Mahmoud” frisst Cornelia schon fast aus der Hand

und ich bin da nicht begeistert von. Am letzten Sonntag hat der lokale Taubenreiseverein, offensichtlich in Zusammenarbeit mit einem marokkanischen Verein, eine Ladung marokkanischer Tauben,von hier aus auf die Reise zum ostafrikanischen Kontinent geschickt. Nur, ein eigentlich gut gefütterter Täuberich hatte wohl keine Lust mehr auf seine Heimat und ist hier in Puerto Calero immigriert. Seit dem sitzt das eigentlich recht hübsche Federvieh Tag für Tag vor dem Boot auf dem Steg, und weil die Capitania es nicht hungern sehen kann,  wird es mit meinem aus Deutschland mitgebrachten Müsli (der letzten Packung an Bord) gefüttert. Die Taube ist kein Kostverächter und pickt fleißig alles bis zum letzten Korn weg. Wenn der gefiederte Freund Cornelias Stimme hört, hebt er mittlerweile neugierig den Kopf und beim Landgang folgt er auf seinen zweiTaubenfüßen der Capitania auf Schritt und Tritt bis zum Stegende. Vorhin hat die (ehemalige) Reisetaube erstmals auf unserem Boot Platz genommen, bis der Hund an Deck erschienen ist, dafür gab es dann von mir ein Leckerli, nicht für die Taube , sondern für Samy, versteht sich. Um das Taubenthema vorläufig abzuschließen, die Taube ist beringt und die Aufschrift darauf besagt eindeutig, woher sie kommt und das sie zum Taubenverein Casablanca gehört.

Gestern war Reparaturtag auf der Hexe. Kurz nach sechs Uhr hörte ich hinter dem Bett ein klickendes Geräusch und dachte mir schon, dass das nichts Gutes zu bedeuten hatte, weil mein erster gedanklicher Verdacht auf die rausgeflogenen Hauptsicherung tippte. So früh am Morgen wollte ich noch keine Probleme an mich ranlassen, hab mir die Bettdecke übergezogen und mich rumgedreht.

Die Problemvermeidungsstrategie hat jedoch nur bedingt funktioniert, weil Cornelia die Waschmaschine ohne Landstrom nicht starten konnte. Eine kurzer Testlauf durch unser 220-Volt-System ergab, dass immer, wenn wir den Warmwasserboiler anschalteten, die Sicherung sofort rausflog. Ein schnelles Überprüfen der Elektroanschlüsse vom Boiler ist leider nicht möglich, da diese leider so schlecht erreichbar eingebaut sind, dass schon das Abschrauben der Schutzkappe eine Herausforderung ist, die ich nicht bewältige. Mit Wes und Danny von Catlanza hatten wir jedoch kurze Zeit später erfahrene Handwerker an Bord, die noch den ausgebildeten Sanitärspezialisten Antonio hinzuzogen. Der leerte erstmal das Heißwasser aus dem 80-Liter-Warmwasserbereiter, schraubte die Ringhalterungen ab, drehte den Boiler dann und erreichte so, erfolgreich nach einiger Zeit, den Elektro- und Heizelement-Anschluss. Der Heizstab und der Thermostat sind kurze Zeit später ausgebaut.

Heizstab

Thermostat

Bilder sagen hier mehr als Worte, so verkalkt ist der Heizstab, zudem hatte der Thermostat einen Kurzschluss, was wohl die Sicherung zum rausfliegen gebracht hat. Es war ein größerer Akt für alle Beteiligten, einen Heizstab mit exakt gleicher 1200-Watt-Leistung wie der alte auf der Insel zu organisieren, dazu obendrein noch einen passenden Thermostat. Schließlich gelang das fast Unmögliche nach endlosen Telefonaten und Fahrten. Abends ab 19 Uhr funktionierte unser Warmwassersystem dank des unermüdlichen Einsatzes aller drei Herren wieder, unseren besten Dank dafür und für die Hintergrundberatung auch an Ralf ein herzliches Dankeschön.

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Heilende Hände

Samy ist in den paar Tagen, an denen Tochter Larissa und Freund Johannes uns auf Lanzarote  besucht haben,  in den Genuss einer Hundemassage und -behandlung gekommen. Nicht nur der Sturz von der Mauer, sondern auch sein Alter und seine gesamte Physiognomie hatten ihn immer mal wieder mit Schmerzen im Bewegungsapparat geplagt. Nun war Larissa an Bord und hat Samy sowohl osteopathisch als auch physiotherapeutisch sanft behandeln können. Siehe da, am Ende scheint er schmerzfrei zu sein, und läuft wie ein junger Hund durch die Gegend. Hier der Bericht der Expertin:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2164016373889042&substory_index=0&id=2030155987275082

Außerdem ist unser Film über die Anti-Fouling-Aktion und den großen Kran in Arrecife online:

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Haltlos

Habe ich eigentlich schon geschrieben, dass wir in den letzten Tagen in den Genuss von weißem Spargel gekommen sind?

Harald und seine Söhne haben zweieinhalb Kilo besten Spargels aus der lippischen Region mitgebracht, der hat schon mal ausgezeichnet geschmeckt. Meine Tochter Larissa hatte dann noch neben einem Schlagdrehschrauber, der in meinem Werkzeugsortiment gefehlt hat, den ich brauche, wenn sich mal eine Schraube festgefressen hat oder der Schraubenkopf vermurkst ist, noch weitere zwei Kilo Weiterstädter Spargel mitgebracht.

Die letzte Stange gibt es heute Abend zum Abschiedsgrillen als Spargelsalat. Morgen segeln Martina und Jens mit ihrer Maje weiter nach Teneriffa, und Larissas und Johannes’ Zeit auf der Insel ist schon  wieder vorbei.

Doppelabschied also, so schöne Tage gehen mir persönlich immer wieder viel zu schnell vorbei, aber wir sind ja noch nicht am Ende unserer Reise und deshalb will ich keine bluesige Stimmung aufkommen lassen. Zumal wir seit heute Mittag das schönste Wetter haben, was man sich wünschen kann. 25 Grad im Schatten, dazu ein frischer Wind und ein blauer Himmel wie er blauer nicht sein kann.

Heute habe ich mit Verwunderung festgestellt, dass unsere Haltestangen für die Rückenpolster im Cockpit nur mit Spaxschrauben eingeschraubt sind anstatt mit Gewindeschrauben, Mutter und Unterlegscheiben, weil eine der Edelstahlstangen  samt Schrauben aus dem Laminat  rausgebrochen ist, haltlos…

Sonst ist das Schiff jetzt technisch und optisch auf Vordermann und bereit für die nächste Reise.

Nur der Wind, bzw. dessen Richtung macht uns noch einen Strich durch die Rechnung, denn der weht sich präzis auf die Richtung ein, in die wir hinwollen, nämlich auf Nord. Wir denken schon darüber nach, eine atlantische Schleife nach Westen zu segeln, bis wir in den Bereich der Südwinde kommen, aber dazu bei einem späteren Blogbeitrag mehr.

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LuftLoch

Seit gestern sind Larissa und Johannes an Bord, und weil es fürJohannes der erste Besuch auf Lanzarote ist, sind wir gleich heute zu viert mit unserem Leihauto zur ersten Inselrundfahrt aufgebrochen, um ihm die Sehenswürdigkeiten von der Insel zu zeigen. Die beiden bleiben nur ein paar Tage, da muss man schon jeden Tag rumfahren, um möglichst viel von den Schönheiten Lanzarotes zeigen zu können.

Der Beste!

Cornelia hatte zudem noch einen spätmorgendlichen Termin beim besten Osteopathen der Insel in Playa Blanca. Der Ausdruck vom besten Osteopath kam übrigens von dessen Sprechstundenhilfe und Ehefrau als Entschuldigung für die mehr als 7-tägige Wartezeit auf einen Termin. Jedenfalls hat der dank seines Könnens die Capitania in 45 Minuten wieder in in Form gebracht, d.h. den Beckenschiefstand gerichtet und die Wirbelkörper an ihren Platz gerückt. Und inzwischen geht es der Capitania richtig gut, nachdem sie anfänglich nach der Behandlung ganz schön geautscht hatte.

Wehrturm

Währenddessen haben wir wartenden Drei einen sehr schönen Spaziergang entlang des Mirador de las Papagayos gemacht, von wo aus man nicht nur die einmalig schönen Papageienstrände betrachten, sondern auch, ein paar hundert Meter weiter, den Wehrturm der Normannen aus dem 14. Jahrhundert besichtigen kann. Weite Teile der Wehranlage und der zugehörigen Umrandungsmauern befinden sich, gut sichtbar von oben, unter Wasser.

Nachdem wir Cornelia  wieder eingesammelt hatten, ging es zur alten Saline, über die wir vor ein paar Tagen schon mal ausführlich berichtet haben, von dort weiter nach El Golfo zu unserem direkt am Wasser gelegenen Lieblingsrestaurant Costa Azul.

Da wir nahe zu Hochwasser dort eintrafen, wurde uns ein tolles Wellenspektakel durch die nah am Ufer brechenden Wellen geboten. Am späten Nachmittag ging es durch die erstarrte, spektakuläre Lavalandschaft zurück zum Boot. Wes, der Inhaber von Catlanza, der Tagesfahrten mit Segelkatamaranen anbietet, brachte mir meine wiedergefüllte Tauchflasche zurück, das gab mir die Gelegenheit, meine Tarierweste anzuschließen und zu testen. Die hatte nämlich beim letzten Tauchgang im Hafen an einem Ventil abgeblasen. Durch diese Undichtigkeit kann die Tarierweste ihre eigentliche Aufgabe nicht erfüllen, den Taucher, in dem Fall mich, durch Lufteinpumpen, bzw. -ablassen, schwebend im Wasser zu halten. Dabei hatte ich vor noch nicht allzu langer Zeit die Weste zur Revision im Tauchgeschäft abgegeben und seitdem nicht mehr benutzt.

Egal wie, in dem Einlassventil, direkt beim Druckluftanschluss fand ich Wasser. Ergo, das Ventil war nicht richtig zusammen geschraubt und daher undicht, kleine Ursache mit großer Wirkung.

… nachher

vorher

Jens von der Maje hat mir gestern noch beim Ziehen von zwei neuen Silikonnähten geholfen. Irgendwie bekomme ich die nicht so schön hin wie er und gerade im Innenbereich sieht das ja nicht so hübsch aus, wenn das Silikon überall hin geschmiert ist. Aber wie man auf dem Beweisfoto sehen kann, haben wir jetzt wieder dank seiner Hilfe eine 1-A-Silikonnaht.

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Ostersonntagsegelei

Nicht ganz so besinnlich und ruhig, dafür aktiv, ist ja auch nicht schlecht, sind für uns die Ostertage bisher verlaufen.

Freitag hatten wir Besuch von Ulrike, Horst und Evelyn an Bord und abends kam noch Harald mit seinen beiden Söhnen sowie Jens und Martina in die fröhliche Runde und wir sind zu neunt zum Italiener lecker essen gegangen. Dach ist der Abend mit einem Absackerdrink bei uns an Bord geendet. Gestern war Fremdsegeltag, Jens und ich haben bei Horst und Evelyn an Bord angeheuert. Wir sind nach Marina Rubicon gesegelt, kein weiter, dafür ein umso schönerer Törn, in Lee der Insel mit ablandigen Wind und wellenfrei. Über zehn Knoten hat die Logge angezeigt, und das mit gerefftem Großsegel! Die Schiffbauer der ehemaligen Dübbel-und-Jesse-Werft auf Norderney haben ihr Handwerk wirklich verstanden und nicht nur 100 Prozent seegängige Schiffe gebaut, sondern zugleich auch schnelle Rümpfe entworfen.

Heute hieß es für uns Leinen los, wir sind nach Corralejo auf Fuerteventura gesegelt, haben Andy und Christiane abgeholt, Freunde aus Darmstadt, die für eine Nacht bei uns an Bord bleiben werden. Ein kräftiger Wind bis 20 Knoten drückte in die Segel, Wolkentürme türmten sich in Luv auf, die Hexe segelte gewohnt flott los. Nach einer Stunde und 20 Minuten waren 13 Seemeilen abgesegelt, der Anker fiel auf gut greifendem AGrund im bestens geschützten Vorhafen von Corralejo. Das Beiboot diente als Shuttle, eine halbe Stunden später waren die beiden schon an Bord. Zurück ging es mit einem Reff im Großsegel und teilweise eingedrehtem Vorsegel durch die recht ruppige Passage zwischen dem offenen Atlantik und Lanzarote. Andy und Christiane fanden richtig gehend Gefallen am Segeln trotz Schaukelei, mit durchschnittlich zehn Knoten Speed ging es zurück in die Abdeckung von Lanzarote. Harald nebst Söhnen jagte uns mit seinem Kat vor sich her, denn zwei Boote sind bekanntlich eine Regatta. Um kurz nach 13 Uhr und ein paar Kreuzschlägen auf dem Rückweg lagen 31 Seemeilen in unserem Kielwasser.

Christiane, Andy und ich sind dann noch nach Playa Quemada gewandert und da vom Steinstrand aus ein paar Meter geschwommen. Cornelia kam mit unserem Leihauto dorthin gefahren und wir setzten uns in unsere Lieblingsstrandbar. Jetzt geht es gleich zum Abendessen und danach zum Sonnenuntergang ins Upperdeck.

Von Lanzarote wünscht die Hexencrew frohe Ostern an alle!

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Frischer weißer Spargel

Wer findet die Krabbe?

ist auf Lanzarote nicht aufzutreiben. Ich habe nichts unversucht gelassen, das Internet durchforstet, in Restaurants nachgefragt und in den Supermärkten die Frischeregale durchsucht. Nichts zu machen, hier auf der Insel. Allenfalls halbtrockene dünne grüne Spargelbünde findet man ab und zu, die können uns nicht locken. Cornelia hat aus lauter Verzweiflung heraus weißen spanischen Spargel im Glas gekauft. Nur, der ist leider so  gnadenlos weichgekocht, dass er, wenn er auch garnicht so schlecht schmeckt, konsistenzmäßig echt abfällt.

Ein Fall für Bob den Baumeister

Wer die Zeilen jetzt liest, wer demnächst nach Lanzarote in den wohlverdienten Urlaub fliegt und noch ein bisschen Platz im Fluggepäck hat für ein bis zwei Kilo frischen deutschen Spargels, kann sich gerne jederzeit mit uns in Verbindung setzen, wir würden uns mehr als freuen. :-)))

So, das musste raus, vielleicht hilft’s ja, weil wir auch nicht wissen, ob wir in der diesjährigen Spargelernteperiode nach Deutschland fliegen werden

Die Insel La Graciosa – die Anmutige

Passend zum Thema Spargel haben sich in den letzten drei Tage frühsommerliche Temperaturen um die 25 Grad auf den Kanareninseln eingestellt und wir haben die diesjährige Badesaison eröffnet. Die Wassertemperatur ist mit 20 Grad in Verbindung mit den höheren Außentemperaturen schon als angenehm warm zu bezeichnen, heute konnte ich sogar zusammen mit Jens einen ersten längeren Schnorchelausflug unternehmen und die für Lanzarote typische, extrem vielfältige Unterwasserwelt bewundern.

Am Samstag gibt es auf einer Finca eine Vollmonddisco, zu der wir eingeladen sind. Das ist für mich schon etwas besonderes, da ich in sehr jungen Jahren regelmäßig zu einer Vollmondisco in Saarwellingen gefahren bin, die dort eine feste Institution war. Das waren noch Zeiten…

Teguise

Es kommt auch sonst keine Langeweile auf, wir fahren mit Jens und Martina über die ganze Insel und zeigen ihnen die Schönheiten, wir treffen uns mit Doris und Erik im Upperdeck und knüpfen hin und wieder neue Kontakte zu Menschen die auf Lanzarote leben, wie beispielsweise mit Ulrike, die schon seit 22 Jahren das warme Klima der Kanaren zu schätzen weiß. Wir sind noch bis Ende April sicher hier und wollen dann den ersten Winddreher des überwiegend aus nördlichen Richtungen wehenden Windes nutzen und nach Madeira oder weiter segeln. Vamos a ver!

Manrique-Schild

Legoland

 

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