Ostersonntagsegelei

Nicht ganz so besinnlich und ruhig, dafür aktiv, ist ja auch nicht schlecht, sind für uns die Ostertage bisher verlaufen.

Freitag hatten wir Besuch von Ulrike, Horst und Evelyn an Bord und abends kam noch Harald mit seinen beiden Söhnen sowie Jens und Martina in die fröhliche Runde und wir sind zu neunt zum Italiener lecker essen gegangen. Dach ist der Abend mit einem Absackerdrink bei uns an Bord geendet. Gestern war Fremdsegeltag, Jens und ich haben bei Horst und Evelyn an Bord angeheuert. Wir sind nach Marina Rubicon gesegelt, kein weiter, dafür ein umso schönerer Törn, in Lee der Insel mit ablandigen Wind und wellenfrei. Über zehn Knoten hat die Logge angezeigt, und das mit gerefftem Großsegel! Die Schiffbauer der ehemaligen Dübbel-und-Jesse-Werft auf Norderney haben ihr Handwerk wirklich verstanden und nicht nur 100 Prozent seegängige Schiffe gebaut, sondern zugleich auch schnelle Rümpfe entworfen.

Heute hieß es für uns Leinen los, wir sind nach Corralejo auf Fuerteventura gesegelt, haben Andy und Christiane abgeholt, Freunde aus Darmstadt, die für eine Nacht bei uns an Bord bleiben werden. Ein kräftiger Wind bis 20 Knoten drückte in die Segel, Wolkentürme türmten sich in Luv auf, die Hexe segelte gewohnt flott los. Nach einer Stunde und 20 Minuten waren 13 Seemeilen abgesegelt, der Anker fiel auf gut greifendem AGrund im bestens geschützten Vorhafen von Corralejo. Das Beiboot diente als Shuttle, eine halbe Stunden später waren die beiden schon an Bord. Zurück ging es mit einem Reff im Großsegel und teilweise eingedrehtem Vorsegel durch die recht ruppige Passage zwischen dem offenen Atlantik und Lanzarote. Andy und Christiane fanden richtig gehend Gefallen am Segeln trotz Schaukelei, mit durchschnittlich zehn Knoten Speed ging es zurück in die Abdeckung von Lanzarote. Harald nebst Söhnen jagte uns mit seinem Kat vor sich her, denn zwei Boote sind bekanntlich eine Regatta. Um kurz nach 13 Uhr und ein paar Kreuzschlägen auf dem Rückweg lagen 31 Seemeilen in unserem Kielwasser.

Christiane, Andy und ich sind dann noch nach Playa Quemada gewandert und da vom Steinstrand aus ein paar Meter geschwommen. Cornelia kam mit unserem Leihauto dorthin gefahren und wir setzten uns in unsere Lieblingsstrandbar. Jetzt geht es gleich zum Abendessen und danach zum Sonnenuntergang ins Upperdeck.

Von Lanzarote wünscht die Hexencrew frohe Ostern an alle!

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Frischer weißer Spargel

Wer findet die Krabbe?

ist auf Lanzarote nicht aufzutreiben. Ich habe nichts unversucht gelassen, das Internet durchforstet, in Restaurants nachgefragt und in den Supermärkten die Frischeregale durchsucht. Nichts zu machen, hier auf der Insel. Allenfalls halbtrockene dünne grüne Spargelbünde findet man ab und zu, die können uns nicht locken. Cornelia hat aus lauter Verzweiflung heraus weißen spanischen Spargel im Glas gekauft. Nur, der ist leider so  gnadenlos weichgekocht, dass er, wenn er auch garnicht so schlecht schmeckt, konsistenzmäßig echt abfällt.

Ein Fall für Bob den Baumeister

Wer die Zeilen jetzt liest, wer demnächst nach Lanzarote in den wohlverdienten Urlaub fliegt und noch ein bisschen Platz im Fluggepäck hat für ein bis zwei Kilo frischen deutschen Spargels, kann sich gerne jederzeit mit uns in Verbindung setzen, wir würden uns mehr als freuen. :-)))

So, das musste raus, vielleicht hilft’s ja, weil wir auch nicht wissen, ob wir in der diesjährigen Spargelernteperiode nach Deutschland fliegen werden

Die Insel La Graciosa – die Anmutige

Passend zum Thema Spargel haben sich in den letzten drei Tage frühsommerliche Temperaturen um die 25 Grad auf den Kanareninseln eingestellt und wir haben die diesjährige Badesaison eröffnet. Die Wassertemperatur ist mit 20 Grad in Verbindung mit den höheren Außentemperaturen schon als angenehm warm zu bezeichnen, heute konnte ich sogar zusammen mit Jens einen ersten längeren Schnorchelausflug unternehmen und die für Lanzarote typische, extrem vielfältige Unterwasserwelt bewundern.

Am Samstag gibt es auf einer Finca eine Vollmonddisco, zu der wir eingeladen sind. Das ist für mich schon etwas besonderes, da ich in sehr jungen Jahren regelmäßig zu einer Vollmondisco in Saarwellingen gefahren bin, die dort eine feste Institution war. Das waren noch Zeiten…

Teguise

Es kommt auch sonst keine Langeweile auf, wir fahren mit Jens und Martina über die ganze Insel und zeigen ihnen die Schönheiten, wir treffen uns mit Doris und Erik im Upperdeck und knüpfen hin und wieder neue Kontakte zu Menschen die auf Lanzarote leben, wie beispielsweise mit Ulrike, die schon seit 22 Jahren das warme Klima der Kanaren zu schätzen weiß. Wir sind noch bis Ende April sicher hier und wollen dann den ersten Winddreher des überwiegend aus nördlichen Richtungen wehenden Windes nutzen und nach Madeira oder weiter segeln. Vamos a ver!

Manrique-Schild

Legoland

 

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Spaßsegeln

Die Herren in der Konferenz

mit Martina und Jens, sowie Ulrike mit Hündin Nelly. Spaßsegeln nennen wir kleine Segeltörns mit Freunden für ein paar Stunden. Wir liegen am letzten Steg vor der Ausfahrt in der Marina, und Jens und Martina konnten sich mit ihrer Maje direkt hinter uns legen, sodass wir uns problemlos morgens zum Frühstück und abends zum Drink treffen können.

Jetzt muss Jens sein Boot aus der Box fahren, dass wir vorbei kommen, dann legt sich die Maje ganz vorne an den Steg, wir hinten dran und warten auf Ulrike. Die erscheint pünktlich um elf Uhr, Hündin Nelly bewegt sich schon ganz selbstverständlich an Bord.

Die Ladys chillen auf dem Vorschiff

An diesem Tag machen wir alle Windstärken durch. Beim Ablegen ist noch ganz wenig Wind, wir versuchen es mit Segeln, nach einer Viertelstunde resigniert der Skipper und wir motoren ein Stückchen Richtung Papagayo-Bucht. Der Wind kommt wieder, diesmal etwas raumer, gut, dass die Männer den Code D schon vorbereitet haben, jetzt darf er ausgerollt werden, wunderschön steht das bunte Segel in der Sonne. Auch dieses Vergnügen ist von kurzer Dauer, kein Wind mehr, das Leichtwindsegel wird weg gerollt, der Motor muss ran.

Volker und der Code D

Kaum sind wir in der Nähe der Punta Papagayo, schon sieht man weiße Schaumkämme, „Katzenpfoten“ nennt Martina die, und auf einmal kommt der Wind zurück, die Genua wird ausgerollt, Papagayo-Bucht ist gestrichen, wir segeln bei 14 – 15 Knoten Wind schnell nach Los Lobos.

Dort ankern wir eine Stunde, trinken Café, Martina und Ulrike hängen die Füße ins Wasser, Jens traut sich und springt ins türkisblaue Nass, aber auch nicht zu lange, trotz strahlenden Sonnenscheins ist das Wasser noch ziemlich kalt.

Ankerplatz vor Los Lobos

Auf dem Rückweg frischt der Wind auf bis über 22 Knoten, unser maximaler Speed liegt bei beeindruckenden 13,5 Knoten, so schrumpfen die zwölf Seemeilen bis zum Hafen schnell. Doch nach acht Meilen wird der Schalter umgelegt, der Wind ist weg, typisch für Puerto Calero, sehr angenehm zum Anlegen. Leider war da doch nicht so wenig Wind, aber diesmal hat Volker erst Jens und Martina abgesetzt, damit sie ihre Maje aus der Box fahren konnten, dann hat er bravurös angelegt, und die Maje kam wieder hinter uns an den Steg. Ein wunderschöner Segeltag für unsere Freunde und uns, mit vielen verschiedenen Windszenarien, alle waren begeistert.

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Weinprobe am Vormittag

Der Charco in Arrecife

Gestern Abend haben wir einen Besuch auf der SY Christina, dem wunderschönen Segelboot von unseren Freunden Elke und Uli in Arrecife gemacht, denn Uli hatte freundlicherweise für Volker ein „Scheuervlies“ besorgt, das wollte wir abholen, dann mit den beiden und Ulrike, der liebenswerten und quirligen Deutschlehrerin aus Oldenburg, die seit über 20 Jahren auf der Insel lebt, zum Abendessen an den Charco gehen. Der Charco ist ein kleiner Binnensee beim Zentrum von Arrecife, mit netten Restaurants und Tapasbars am Rand.

In dem Vulkan-Krater wird Wein angebaut

Zum Apéritif bot uns Elke an Bord ein Glas Weißwein ihres Lieblingswinzers auf Lanzarote an, ein halbtrockener Weißwein mit einem ganz besonderen Geschmack, der sogar dem Biertrinker Volker auf Anhieb gefallen hat.  So fröhlich eingestimmt, haben wir beim Abendessen verabredet, dass wir uns heute um zwölf Uhr bei der Bodega Guiguan bei Tinajo treffen sollten, um dort deren Weine zu verkosten, und unser aller Vorräte aufzufüllen.

Schön gestylte Weinflaschen mit köstlichen Tropfen

In dem kleinen Weingut wurden wir sehr freundlich empfangen (Ulrike kommt öfter mit Gästen her, ist den Winzern also bestens bekannt), und wir haben viel Interessantes über die Weinherstellung bei Guiguan erfahren. Auf Lanzarote wachsen die Reben auf vulkanischen Böden, meist werden einzelne Weinstöcke in Kuhlen angepflanzt, die Wurzeln tief in der Erde, so werden die Pflanzen vor dem Wind geschützt und das schwarze vulkanische Gestein speichert die Sonne und die Wärme auch für die kühlere Nacht, außerdem wird so die Feuchtigkeit im Boden gehalten.

Guiguan liegt im Anbaugebiet Tinajo, dort werden zum Teil andere Pflanzen kultiviert als in dem bekannteren Gebiet La Geria, Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen. So baut man bei der Bodega für den Weißwein nur die weiße Malvasia Vulcanica-Traube an, Moscatel für den Süßwein, Listán Negro für den Rosé, für den Rotwein mischt man zusätzlich etwas Syrah zum Listán Negro.

Sauber in Kisten verpackt lagern die Flaschen im Boot

Den Großteil der Trauben für 50 – 55.000 Liter, die pro Jahr gekeltert werden, stammen aus eigenen Weingütern, ca. zwanzig an der Zahl, eventuell wird noch etwas dazu gekauft. Bei den Weißweinen werden die Trauben optimal reif, geerntet, bei dem halbtrockenen sogar etwas überreif, damit sich daraus die natürliche Süße ergibt, nicht aus dem Zusatz von Zucker oder Chemie. Der Fermentationsprozess wird mit Kälte gestoppt, so sind die Weine einfach natürlich und behalten ihren sehr charakteristischen Geschmack. Bei dem edelsüßen Weißwein wird nach dem Ende der Gärung die Hälfte der Trauben für einige Zeit in die Sonne gelegt, und wieder zugefügt, vor der Filtration; so ergibt sich eine weitere Süße, ebenfalls völlig ohne Zusätze.

Die Herren verkosten mit Genuss

Wir waren jedenfalls alle überzeugt, der Chef des Weingutes, das seit 1948 von den Vätern auf die Söhne übertragen wird, schenkte auch gerne ordentliche Portionen zum Probieren in die Gläser, sodass Volker und Ulrike, die unsere Chauffeure waren, gleich zu Anfang um kleinere Portionen gebeten haben. Ab jetzt lagert in den Rümpfen der „Hexe“ eine nette Auswahl dieser herrlichen Weine, und auch der Bauch der „Christina“ ist gut gefüllt für weitere Fahrten. Die Weine der Bodega Guiguan  gibt es nämlich nicht in den Super- oder Weinmärkten der Insel, wohl in ausgewählten Restaurants und ansonsten nur bei der Bodega selbst. Prost!

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”Der traut sich was”

Ziegenkäse, paniert

nette Häppchen, appetitlich angerichtet

O-Ton Cornelia: „… dass der sich auf die Bühne traut”. Kurze Hintergrundinfo: Es ist Festivalwochenende auf Lanzarote, an zwei Orten, in Arrecife und Playa Blanca, mit kulinarischen und künstlerischen Darbietungen. Wir haben uns für das Fest, die „Feria del Queso et de la Cabra“, was soviel wie Käse- und Ziegenmesse heißt, in Playa Blanca entschieden und fanden am Plaza de Nuestra Señora del Carmen jede Menge Buden, die Köstlichkeiten aus den verschiedenen Lanzarotegemeinden feilboten, außerdem jede Menge Wein aus den heimischen Weingütern und hier gebrautes Bier.

Fisch auf heißer Asche

bunt und köstlich

Am oberen Ende des Festgeländes war eine große Bühne mit Licht und Tontechnik aufgebaut. Kaum da, schon ging es mit der Livemusik los, aber wie eingangs erwähnt, war der Sänger leider enttäuschend (das ist untertrieben, er war grottenschlecht!). Stattdessen haben wir dann äußerst lecker in einem netten Restaurant an der Uferpromenade zu Abend gegessen. Morgen früh gibt es eine Ziegenschau und eine andere Band, die aufspielen soll. Da wollen wir dann nochmal hin.

Puerto Calero im Hintergrund

Ferienwohnungen am Strand von Playa Quemada

Heute Nachmittag habe ich eine sehr schöne Wanderung entlang der Steilküste von Puerto Calero nach Quemada, unternommen. Ein schmaler, nicht immer befestigter Weg führt zu dem romantisch gelegenen Fischerort, der uns mit seinen kleinen Fischerhäuschen sehr an das nicht weit entfernte El Golfo erinnert, wo wir vor einigen Jahren mal einen Kurzurlaub verbracht haben.

Schäfchenwölkchen über der Vulkaninsel

Mit den Arbeiten rund ums Boot sind wir auch weitergekommen, der Elektrik-Anschluss des Hydrogenerators funktioniert wieder und dank der Hilfe von Erik konnten wir gestern die vermurkste Mutter austauschen, die die Propeller fixiert. Fast alle Gelcoatflächen haben wir poliert und anschließend mit Wachs von dem Hersteller 3M, gegen die “bösen” UV-Strahlen der Sonne geschützt. Das gleiche müssen wir jetzt noch mit den Rümpfen machen. Da es im Moment mal hin und wieder nieseln soll und wir am Sonntag schon ein Ausflugsprogramm haben, wollen wir am Montag und Dienstag den Job in Angriff nehmen.

Denn am Dienstag Abend werden Jens und Martina von der “Maje” hier anlegen, die beiden haben wir vor über vier Jahren in Portugal getroffen, und sind von da an immer wieder mal im gleichen Hafen gewesen, bis Frühjahr 2015 auf Ibiza und dem spanischen Festland.

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Schwimmt wieder

Riesenkran mit Riesenkräften

Viel gab es zu tun in den letzten beiden Tagen, aber das haben wir uns auch schon so gedacht. Nach dem morgendlichen Auskranen am Montag hat ein Werftmitarbeiter beide Rümpfe mit einem Monster von Hochdruckreiniger vom Algenbewuchs befreit, nur untendrunter war er nicht so gründlich, der junge Mann musste dann später an unserem Standplatz ein paar Stunden lang mit einem Exzenterschleifer nacharbeiten. dabei habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, mich mit Staubmaske und Schleifpapier bewaffnet und einmal komplett das Alt-Antifouling angeschliffen, damit der Farbauftrag nicht so dick wird.

Profi-Atemmaske

Drecksarbeit, der Schleifstaub setzt sich trotz Profi-Atemschutzmaske und -brille überall fest. Der Biozidstaub ist quasi überall, nicht schön.  Um 16 Uhr war das Schlimmste geschafft, mit einem Freund habe ich den ersten neuen Antifoulinganstrich aufgetragen. In zwei Stunden war der Job getan, wir waren zufrieden mit dem Ergebnis. Die anschließende Entstaubduschorgie versetzte mich in einen halbwegs ansehnlichen Zustand, wie die Capitania bestätigte. So konnten wir mit Uli und Elke zum leckeren Abendessen ins gemütliche Zentrum von Arrecife gehen. Die beiden hatten wir 2018 in Teneriffa kennengelernt, nun standen sie auch  mit dem Schiff an Land – ein schöner Zufall!

Interprotect

Gestern ging es in aller Früh um acht Uhr halbwegs ausgeruht ans Werk. Ich hatte in der Nacht schlecht geschlafen. Unsere Motorantriebseinheit, der sog. Saildrive musste überholt werden. Durch das Muschelabkratzen war dessen Schutzanstrich beschädigt, das kann zu Korrosion am Aluminiumgehäuse führen, nicht gut.

Nach längerem Suchen und Fragen hatten wir eine Dose Interprotect erstanden. Das ist ein Zwei-Komponenten-Anstrich, der uns von Ralf empfohlen wurde.

Polierter Propeller

Zudem hat Uli mir eine Fächerschleifscheibe für den Einhandwinkelschleifer gegeben, damit konnte ich die Bronzepropeller auf Hochglanz schleifen mit einem sehr schönen Resultat. Zuvor hatten wir ihn in mühevoller  Kleinarbeit von Muschelresten befreit, und dabei ordentlich was abgekratzt.

Die Mitarbeiter von der Werft haben ab neun Uhr die zweite Lage Antifouling gestrichen. Ich habe insgesamt drei Anstriche Interprotect aufgebracht, damit ist der Saildrive bestens geschützt.

 

 

Saildrive verkratzt

Saildrive mit Interprotect

Saildrive mit selbstpolierendem Antifouling

 

 

 

 

 

 

Selbstpolierendes Antifouling für Saildrive

Damit er nicht wieder so schnell mit Muscheln bewächst, habe ich den Saildrive mit insgesamt vier Lagen Antifouling geschützt.

Zurück zum Meer

Heute Morgen war es um neun Uhr soweit, der 820-Tonnen-Kran hob uns sanft an und setzte uns kurz danach ebenso sanft wieder ins Wasser. Der Kran ist wirklich die Schau, ein wahrhafter Gigant, dabei so beweglich. Alle vier steuerbaren Achsen mit den riesig großen Rädern sind einzeln per Fernbedienung lenkbar, ein echtes Wunder der Technik.

Segelnd ging es nach Puerto Calero zurück. Dort wurde die Hexe außen grundgereinigt, zweieinhalb Stunden lang. Der Schleifstaub, von uns, von dem Nachbarboot, überhaupt von dem ganzen Arbeitsplatz, war überall, das Schiff sah aus „wie Hund“. Jetzt sind wir fertig, auch sehr glücklich darüber und werden uns bald mit ein paar Drinks im Upperdeck, dem lokalen Pub, belohnen.

Kurzes Fazit noch zum Ende dieses Beitrages: Die Jungs von der Werft arbeiten wirklich professionell, wir können Arrecife empfehlen, um ein Schiff auszukranen, nur ein bisschen mit aufpassen muss man, so wie überall eigentlich, außerdem gibt es auch einen tollen kleineren Travellift.

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Raus geht’s

Die Frühlingsmonate sorgen nicht nur für ein Frühlingserwachen bei den regionalen Pflanzen und Kakteen, die alle in den schillerndsten Farben, all überall auf der Insel blühen, ebenso scheinen die Algen und Muscheln im Wasser einen ungeahnt kräftigen Wachstumsschub zu bekommen. Man kann fast dabei zuschauen, wie unsere Rümpfe mit einer grünlich schimmernden Algenschicht zuwachsen. Zudem ist unser Antifoulinganstrich schon einunddreiviertel Jahre alt und der biozidhaltige Anteil dadrin, der den Bewuchs fern halten soll, scheint nicht mehr besonders zu wirken.

Bewachsenes Unterwasserschiff ist leider gleichzusetzen mit deutlich mehr Reibung im Wasser und dadurch langsamerem Boot. Es hilft also alles nichts, wir müssen raus, mit einem breiten Katamaran gibt es halt kranmäßig nicht die ganz große Auswahl. Man muss das nochmal deutlich rausstellen, es geht nicht um das Gewicht, nur um die Breite. Die meisten Travellifts können locker 5-6 Meter breite Schiffe aller Art aus dem Wasser heben. Die etwas größeren Lifte, die, die so um die 90 – 120 Tonnen heben können, schaffen schon eine Bootsbreite von 6 – 7,50 Meter. Nur danach wird die Luft dünn für breitere Kats, weil häufig auch die Kranbox nicht so breit ist. Im Nachbarort, in Arrecife,  gibt es einen 600-Tonnen-Travellift und eine ausladende Kranbox, sodass über 12 Meter breite Boote aus dem Wasser gehoben werden können. Dort haben wir für morgen um halb zehn einen Termin zum Auskranen ausgemacht. Wir wollen zwei Antifoulinganstriche aufbringen lassen; da die Farbe nach dem letzten Anstrich gut 24 Stunden trocknen soll, denken wir, dass wir am Donnerstag Morgen wieder zurück ins Wasser gehen werden.

Neben dem Unterwasseranstrich wollen wir noch die Anoden der Propeller und des Saildriveantriebs wechseln sowie ein paar neue Epoxyschutzanstriche auf den Saildrive aufbringen. Mehr Infos und Fotos zu den einzelnen Arbeitsfortschritten gibt es im nächsten Blogbeitrag.

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Abgestürzt

Agaven und Aloe

schräge Palmen

üppig blühende Bougainvillea

Der heutige Morgenspaziergang mit Samy ist ein bisschen kürzer ausgefallen als sonst. Wie immer gehen wir an der schönen oberen Hafenpromenade entlang, die wunderbare Farbe der Bougainvillea erfreut mein Herz täglich aufs Neue, ehe wir auf das weite Feld Richtung Puerto del Carmen kommen, wo der Hund rennen und ich den Blick über unendliche Weiten Richtung Afrika schweifen lassen kann.

Heute treffen wir nämlich an der schmalen steilen Engstelle davor eine Engländerin mit einem ganz kleinen weißen Hundemädchen. Der kleine Giftzwerg stellt sich vor Samy und keift ihn an. Samy dreht sich um, um ganz schnell wegzurennen, nimmt aber leider nicht den Weg, sondern stürzt über die Klippe in die Tiefe, auf einen darunter stehenden Strandbuggy!

Samy ist müde nach der Aufregung

Bis ich runter gerannt bin, ist er offensichtlich schon wieder aufgestanden, von dem Gefährt runter geklettert, und sucht humpelnd und ein bisschen verwirrt nach einem Ausgang aus der Absperrung. Nach ausgiebigem Streicheln und vorsichtigen Durchbewegens der Pfoten und Beinchen machen wir uns ganz langsam auf den Heimweg. Das Brotkaufen im Supermarkt und der Morgenkaffee auf der Terrasse am Hafen fallen besser heute aus. Samy ist tatsächlich ein bisschen schockiert über sich selbst, und mir zittern die Knie.

Gestern haben wir das Video von der Atlantikpassage Gibraltar nach Lanzarote fertig geschnitten, viel Spaß damit!

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Die Wüste lebt,

Der Regen kommt, und eine Wasserhose bildet sich

oder besser gesagt, sie breitet sich aus, zumindest was den Sand angeht, denn der ganze Kat ist sandmäßig rot eingefärbt. Nach dem Regen der letzen Nacht haben sich heute Morgen wieder dunkle Gewitterwolken über Puerto Calero zusammengebraut und über dem Hafen abgeregnet, noch mehr rot an Bord. Wir waren zu dem Zeitpunkt gerade oberhalb des Hafens, mit Samy bei der lokalen Tierärztin, die hier auf Lanzarote nahezu jeder kennt, und die liebevoll „Jane the Vet“ genannt wird, der Hund hat immer noch Ohrenprobleme. Jedenfalls hatten wir von der Höhenlage aus einen guten Blick auf das Naturspektakel und unter einer Wolke bildete sich sogar eine kleine Wasserhose.

Vor zwei Tagen kamen Peter und Kathrin mit ihrem Schiff Florentine nach Puerto Calero, wenn auch nur leider für eine Nacht. Im letzten Winter haben sich unsere Wege immer wieder gekreuzt, und wir haben mit dem sympathischen Paar jede Menge Zeit verbracht. Jedenfalls ging es nach dem Anlegemanöver und einem Begrüßungsgetränk bei uns an Bord  ins Pub, um dort das Fußballspiel Deutschland-Holland anzuschauen. Horst, Erik und Doris kamen auch noch mit dazu, so standen wir da in einer sehr fröhlichen siebener Runde und sahen uns das Match gegen die holländischen Freunde angeschaut. Das Ergebnis nach 90 Minuten hat uns natürlich noch fröhlicher gestimmt, und dass der Wirt dazu eine fast halbvolle Flasche Limoncello spendiert hat, sorgte für noch mehr Erheiterung. Irgendwann war dann Schluss, schließlich wollten Kathrin und Peter am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe in Richtung Marokko aufbrechen.

Doch wir waren schon vor dem Wecker wach, fremd-reisegefiebert, sozusagen. Ein letztes Drücken, ein letztes Winken und dann warfen wir den beiden die Leine los, wünschten Ihnen Farewell und schon verschwand die Florentine hinter der Hafenausfahrt.

Kurz darauf kam Wes von Catlanza, um unsere Vorsegelrollanlage zu demontieren, die auf der Überfahrt reichlich Metallstaub verloren hatte, was ja kein gutes Zeichen ist. Die Wanten wurden gelockert, der Mast nach vorne mit Gennakerfall und dem Kutterstag gesichert, schon konnte die Rollanlage demontiert werden. Welches Problem genau den Metallabrieb verursacht hat, scheint klar zu sein. Der Vorstagspanner hat an einer zu tief eingedrehten Sicherungsschraube vom Rollmechanismus geschliffen; soweit die Expertenmeinung im Moment.

Morgen sollten wir mehr dazu hören. Es gibt  noch ein paar andere Baustellen, die Schiebetür zum Salon schleift, auch dort reibt Metall auf Metall; es muss ein neuer Elektrostecker für den Watt& Sea und ebenso ein neuer Plastikstecker für den Hydraulikanschluss besorgt werden. Wir warten auch noch auf ein Signal aus Arrecife, wann die Hexe dort an Land gekrant werden kann, um neue Antifoulingfarbe zu streichen.

 

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Klasse war’s

Die Capitania hat es am Ende ihres letzten Blogbeitrags schon passend zusammengefasst, dass wir insgesamt einen super Segeltörn hatten.

Wenn wir unserer kleinen Atlantikpassage von Gibraltar nach Lanzarote nach dem klassisch-deutschen Schulsystem eine Note geben wollten, wäre es eine glatte Eins. Das aus mehreren Gründen: Der Wind war von Anfang an so konstant, sogar nachts, dass abgesehen von ein paar Knoten mehr oder weniger, man durchaus von perfekten Segelbedingungen sprechen kann. Aber nicht nur der Wind war auf unserer Seite, der Vollmond hatte ebenso seinen Anteil an dem schönen Segelerlebnis. Eine mondhelle Nacht auf dem Meer fühlt sich rein subjektiv für uns sehr positiv an, mehr Horizont, weniger bedrohlich-dunkel erscheinendes Meer, mehr Orientierung.

Mond an Bord

Der nächste positive Punkt ist das Boot selbst. Wir haben relativ früh in der Passage ein Reff ins Großsegel gebunden und es auch bis zum Ende drin gelassen. Bei Windgeschwindigkeiten von 18-33 Knoten waren wir damit perfekt unterwegs. Die Windschwankungen haben wir mit der Rollgenua ausgeglichen, mal mehr, mal weniger Vorsegelfläche. Nichts geht schneller, als das Rollvorsegel zu reffen. Das Boot lief dabei wie auf den buchstäblichen Schienen, stoisch-ruhig. Das hat wiederum einen weiteren schönen Effekt, an den man zuerst so garnicht denken mag. Bei einem gut ausbalancierten Schiff verbraucht der Autopilot weniger Strom, da nur kleine Kurskorrekturen notwendig sind. Dadurch gibt es auch weniger Querbeschleunigungen, die Mann/Frau gerne als besonders unangenehm empfindet. Zudem konnten wir wegen des guten Winds ohne großen Aufwand eine schnelle Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen.

Der einzige Negativpunkt der Reise war, falls man denn davon reden will, dass die Delfine sich nicht blicken liessen, und das kennen wir so garnicht. Normalerweise kommen jeden Tag, besonders auf dem Atlantik, ein paar fröhlich-spielende Delfine angeschossen und schwimmen mit unserem Schiff um die Wette.

Vogel auf Schwert

Unser tierischer Ausgleich kam aber in Form einer Seeschwalbe, exakt kitschig-romantisch zum Sonnenuntergang, die es sich auf unserem Leeschwert bequem gemacht und trotz Rauschefahrt dort fast eine Stunde verbracht hat. Es hat mich total berührt, dass so ein Vogel, der sonst in den Weiten des Atlantiks seinen Lebensmittelpunkt hat, bei uns an Bord einen Rast- oder Ruheplatz, wenn auch nur für kurze Zeit, gefunden hat.

Zudem haben wir innerhalb eines vollen Tages gut acht Stunden schlafen können, nicht am Stück, jedoch über den Tag verteilt. Auch kürzere Schlafsequenzen reichen wohl vollständig aus. Dadurch haben wir uns zu keinem Zeitpunkt der Reise gestresst oder ermüdet gefühlt. In den 48 Stunden nach unserer Ankunft in Puerto Calero haben wir das Boot komplett entsalzen, einige Waschmaschinenladungen gewaschen, alles komplett durchgesaugt. Wir waren mit Evelyn und Horst italienisch essen, haben unsere Lieblingsteinbucht besucht, ich habe meine ersten Runden  2019 mit dem Stand-up-Paddle-Board gedreht. Samy hat seinen wohlverdienten Auslauf erhalten, wir hatten einen schönen Pubabend mit Doris und Erik und einiges mehr.

Samy schnuffelt Landluft

Wir sind sehr froh, auf Lanzarote zu sein, irgendwie geht von diesem kleinen atlantisch-vulkanischen Eiland ein besonderer Reiz aus.Wir werden sicherlich ein paar Wochen hier auf der Insel verbringen, zumal es ein paar Punkte an Bord zu reparieren gibt, bevor wir weiter segeln können. Dazu jedoch mehr im nächsten Blogbeitrag…

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