Der Wind kommt, wir gehen.

La Revellata, der Leuchtturm vor Calvi, und tschüss!

Pünktlich um 12 Uhr fing es an, in die Bucht von Calvi hinein zu wehen, wir gehen Ankerauf, Segel hoch und machen uns auf den Weg nach Porquerolles, auf jeden Fall an die französische Küste. Im Moment rollt die Hexe ganz schön in den Wellen, die See hat Schaumkrönchen, der Wind kommt aus guten 120° mit 16 – 18 Knoten, wir segeln beständig über neun Knoten schnell. Morgen nach der Ankunft gibt es dann ein Update, wo wir wann gelandet sind.

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Was eingebrockt

Noch ist Samy entspannt

Da hab ich mir was ausgedacht heute Morgen!

Wie immer habe ich, sobald die Augen aufgeschlagen und der Kopf aufnahmefähig ist, nach dem Wetterbericht geschaut. Und das sieht trübe aus für Capraia, ab heute Abend regnet es die ganze Zeit bis Freitag Vormittag. Ich schaue mal die anderen Möglichkeiten an, in St. Florent, Calvi, Cannes regnet es zwar auch, aber nicht ununterbrochen, sondern ab und zu. Also studiere ich sämtliche Windprognosen, Windfinder, Weathertrack und vor allem Predict Wind. Sie alle sagen südöstliche Winde voraus, die Windgeschwindigkeiten liegen zwischen 12 und 18 Knoten. Ich schlage Volker also vor, heute nach St. Florent zu fahren, mit schönem achterlichen Wind, noch ohne Regen und Gewitter, und dann dort im Hafen oder vor Anker den Donnerstag abzuwettern. Er ist zwar nicht begeistert, willigt aber ein.

Um zehn Uhr legen wir ab, im Hafen ist von Wind kaum etwas zu spüren, aber bereits draußen beim Segelsetzen frischt der Wind auf lockere 14 Knoten auf, und Volker bindet vorsorglich Reff 1 ins Großsegel. Das war eine gute Idee, denn kaum waren wir an der Nordspitze der Insel, wurden aus den 14 schnell 18 Knoten und mehr.

Böenwalze

Im Canal de Corse kommt es dann aber noch dicker. Fette Gewitterwolken hängen über dem Wasser, wir setzen Reff 2 ins Großsegel, ehe die Front kommt, die Genua ist verkleinert, ich sitze am Radar und beobachte die Geschwindigkeit der Gewitterzellen. Eine geht direkt über uns hinweg, und es schüttet wie aus Eimern. Man sieht die Böenwalze herankommen. Eine andere Gewitterzelle bleibt glücklicherweise hinter uns.

Die Spitzengeschwindigkeit betrug 13,8 Knoten!

Hinter Cap Corse hätten wir bei dem dort herrschenden Wind eine Kreuz von zwanzig Meilen bis St. Florent. Darauf hat aber keiner von uns Lust, am wenigsten wohl der Hund, der ist verschnupft, weil er nicht ins Trampolin zum Spielen darf. Und der Wind nimmt zu und zu, und die Wellen werden immer höher und kommen immer schneller, in der Spitze hatten wir über 31 Knoten Wind. Dann laufen wir doch lieber ab nach Calvi. Ich setze die Route neu auf, wundere mich ein bisschen, dass es 216° sind und nur noch 27 Meilen, aber das ist ja schön.

Das Wasser tobt

Die Wellen sind echt unangenehm, ich schließe alle Schubladen mit dem kleinen Verschlusskopf, das brauchen wir sonst nie, und die Schiebetür zum Eignerbereich macht sich hin und wieder selbständig. Die Orchidee steht an einem gesicherten Platz, der Outremer-Pokal ist umgelegt, und der Wassersprudler ist im Schapp versorgt.

Glücklicherweise habe ich routinemäßig nach dem Ablegen alle Fenster gecheckt, da war doch tatsächlich ein kleines Fenster in der Gästetoilette offen, das wäre sonst bitter gewesen, weil irgendwann das Salzwasser in die Bilge und in die Flure kommt, und man den ganzen Rumpf auswaschen muss…

Der Wind geht schlafen und Samy darf ins Netz

Fünf Meilen vor dem Ziel betrachten wir die Bucht, um zu überlegen, wo man da bei welchen Windrichtungen am besten ankert, als Volker plötzlich zu mir sagt: „Das ist die Bucht von Ile Rousse, nicht Calvi!“ Oh nein! Da habe ich die falsche Bucht als Ziel eingegeben, und mich noch gewundert, warum der Kurs nicht ganz stimmt, und die Entfernung kürzer ist! Wenn man schon Zweifel hat, muss man das überprüfen, oh je oh je!

Sofort setze ich den neuen Kurs auf Calvi ab, und siehe da, es sind genau die erwarteten 230°, nicht 216°, und es sind einfach gut zehn Meilen mehr. Tut mir jetzt sehr Leid für Samy, nächstes Mal hinterfrage ich es, wenn ein Wegepunkt nicht zu passen scheint.

Von Land aus sieht man die Hexe friedlich am Ankerplatz schwojen

Ab diesem Zeitpunkt ging auch der Wind schlafen und drehte auf genau von vorne, sodass wir motoren mussten. um 17:10 fiel der Anker vor Calvi, wir haben uns umgezogen, das Beiboot klargemacht, den Hund spazieren geführt. Er hat es uns (oder mir) nicht übel genommen. Danke Samy!

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Capraia

ist eine von sieben Hauptinseln, die das toskanische Archipel bilden, sie befinden sich genau gegenüber der toskanisch-italienischen Küste. Dazu gehören: Elba, die größte und bekannteste Insel des gesamten Archipels, daneben Giglio, die Insel, neben der Kapitän Schettino die Costa Concordia auf Grund gesetzt hat, Montechristo, wo die berühmte Geschichte des dazugehörigen Grafen von Daniel Defoe zu Papier gebracht wurde, Pianosa, die unter Naturschutz steht und von Seglern nur im Notfall angelaufen werden darf, Gorgona und Giannutri, die jeweils nur aus einer Gemeinde bestehen und  Capraia, die Ziegeninsel, auf der wir uns zur Zeit befinden. Daneben gibt es noch einige kleinere überwiegend unbewohnte Inseln. Das gesamte toskanische Archipel umfasst eine Fläche von ca. 60.000 Hektar, die Eilande werden auch die tyrrhenischen Inseln genannt. Dieser Name entspringt einer Legende, wonach die tyrrhenische Venus dem Meer entstieg und dabei ihren Perlenschmuck verlor, der dabei in Splitter zerbrach, diese Splitter wurden zu den heutigen Inseln. Soweit und so schön die Legende, Tatsache ist wohl, dass der kleine Fleck Capraia und die anderen Inseln auch in der Folge von Vulkaneruptionen vor ca. 1 – 3 Millionen Jahren entstanden sind.

Soweit zum Archipel allgemein, nun zu Capraia im Besonderen. Der Ankergrund vor der Hafeneinfahrt ist nahezu vollständig mit Seegras bewachsen, und unser Anker hat trotz viel Geduld und mehrerer Eingrabungsversuche keinen Halt gefunden. Danach haben wir uns entschlossen nach Ankunft in den Hafen zu verholen. Hier sind wir jetzt seit vorgestern und haben bereits zwei größere Ausflüge zu Fuß unternommen und uns an der reichhaltigen Natur und dem hoch über dem Hafen thronenden alten Ortskern sehr erfreut.

Im Ort selbst herrscht fast eine gespenstige Stille, die meisten Häuser sind verwaist, da die Saison schlichtweg vorbei ist. In dem Ortsteil am Hafen sind die Kneipen, Restaurants, der Tauchexkursionsanbieter und der Supermarkt noch geöffnet, man hat das Gefühl, dass das Inselleben hier pulsiert und nicht im Oberdorf. Es kommen mal mehr oder weniger Chartersegelschiffe an, die dann den Hafen für eine Nacht bevölkern.

Wir hatten mit dem Schweizer Ehepaar Benno und Margit das Glück, zwei sehr nette Liegeplatznachbarn für zwei Tage zu haben, die zudem schon die Welt von 2003 – 2006 umsegelt hatten und mit ihren über 80 Lebensjahren über eine unglaubliche körperliche und geistige Konstitution verfügen. Die beiden segeln jetzt noch anspruchsvolle Törns im Mittelmeer und sind beim gemeinsamen Klönschnack ein Quell an Geschichten, sehr schön!

Eine Quelle des Ärgernisses ist die allabendliche Beschallung durch eine mehr als provinzielle Dorfdisko in der äußeren südöstlichen Hafenecke, die den gesamten Hafen mit ihrer Musik nervt, auch wenn kein Mensch mehr dort ist. irgendwie muss der alternde Besitzer dieses Etablissements ein gestörtes Verhältnis zu den Hafenbewohnern haben. Wir sind jedenfalls von der allabendlichen/allnächtlichen Zwangsbeschallung reichlich genervt und können deswegen den Hafen für ruheliebende Segler leider nicht empfehlen. Wie man als Inselverwaltung so einen Bullshit auf einer sonst so ruhigen und wunderbaren Insel genehmigen kann, ist uns absolut nicht verständlich. (Ich würde sie trotzdem empfehlen, es ist eine wunderbare Insel, Heimat sozusagen, dann muss man eben abends eigene Musik anmachen!)

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(K)eine neue Insel

Der Strand von Salivoli in der Morgensonne

Als wir heute Morgen relativ früh abgelegt haben, gab es einen Plan, heute nach Livorno zu motoren, weil leider wieder mal kein Wind weht, und morgen mit leichtem Ostwind die 40 Seemeilen nach Porto Venere vor La Spezia zu segeln. Doch anfänglich gab es Nordwind mit zehn Knoten, da mussten wir ganz schnell das Segel setzen, als er ein bisschen auf Nordost drehte… und plötzlich nur noch mit zwei Knoten wehte, als das Großsegel oben war.

Nach einer Stunde Motorfahrt kommt allerdings der Skipper und mault, dass er nicht so lange motoren will, und außerdem zeigte die Vorhersage für die italienischen Küstengebiete immer weniger Wind an, sodass die Gefahr von weiteren „Motorboot-Tagen“ herrschte. Auf solche Diskussionen habe ich ja überhaupt keine Lust, weil ich dann immer am fehlenden Wind Schuld bin, und kann doch leider gar nichts dafür. Wenn es nach mir ginge, hätten wir beständig zwölf bis vierzehn Knoten Wind aus 150 Grad, egal ob von Backbord oder von Steuerbord.

Also schlage ich vor, doch einfach den Kurs zu ändern und die kleine Insel Capraia anzusteuern, dann lassen wir eben die italienische Küste aus, lernen eine neue Insel kennen, und segeln in ein paar Tagen, hoffentlich mit Wind, nach Nizza oder Cannes. So machen wir das.

Capraia in Sicht!

Tatsächlich sind wir alle 26 Meilen unter Motor gefahren, der Wind kam aus wechselnden Richtungen mit einem bis viereinhalb Knoten, zehn Minuten lang durfte die Genua mit ziehen, aber dann war auch dieser Hauch vorbei. In Capraia angekommen, haben wir uns zunächst vor Anker gelegt, beim ersten Versuch hielt der Anker schlecht, beim zweiten Mal war es in Ordnung, aber hier ist viel Posidonia, und der Anker gräbt sich nicht richtig im Sand ein. Nach einem kleinen Erkundungsgang im Ort beschließt Volker plötzlich, dass wir doch besser im Hafen aufgehoben sind, zumal inzwischen noch ein Segler gekommen ist und sich sehr in unsere Nähe gelegt hat. Die Marina ist auch halbleer, ich telefoniere kurz mit dem Hafenbüro, klar können wir kommen, der Preis ist in Ordnung, nicht so günstig wie in Piombino, aber wir sind ja schließlich auch auf einer Insel hier.

Als ich nach dem Anlegen zum Marinabüro gehe, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Ich war hier schon einmal! Vor ein paar Jahren, als ich bei Sabines Mädelstörn mitfahren durfte, haben wir genau hier angelegt, Fritzi ist in die Farmacia gegangen wegen ihres Quallenbisses, und abends sind wir auf den Hügel gestiegen, um dort vorzüglich zu essen. Also keine neue Insel für mich, aber für Volker und Samy. Und morgen werden wir sie erkunden!

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Facettenreich

Johannes, mit dem SuP unterwegs

Zum Ausprobieren gab es zahlreiche Gelegenheiten, egal ob beim Zwischenstop oder in der Lacona-Bucht. Immer ging unser neues Stand-Up-Paddleboard, kurz SuP genannt, direkt nach dem Ankern zu Wasser und wurde von Larissa, Johannes, der Capitania oder mir für ausführliche Buchtenerkundungen oder einfach nur zum Spaß genutzt. Die neue Trendsportart ist die am schnellsten wachsende Wassersportart, im Stehen zu paddeln hat  bei uns an Bord nun Einzug gehalten. Zuerst mit schlotternden Knien ums Gleichgewicht bemüht, speziell bei Wind und Wellen, hin und wieder kniend, doch dann fast elegant, waren wir alle auf dem aufblasbaren SuP unterwegs. Mit zunehmender Begeisterung wurde das neue Brett von allen angenommen, selbst Samy fährt mit, wenn man kniet.

Unterwegs zum Strand mit dem Dinghy

Wenn die Hexe in einer wunderbaren Bucht  vor Anker liegt, gibt es noch viel mehr Wassersportaktivitäten denen man je nach Gusto nachgehen kann. Ich guck gerne den Fischen zu und kann ewig lang an einer felsigen Küste schnorcheln und die Unterwasserfreunde beobachten, Larissa schwimmt auch mal weite Distanzen zwischen Ankerplatz und Strand, Cornelia dreht mit Vorliebe ihren Runden ums Boot und Johannes hat sich mit dem Windsurfvirus infiziert und bereits am ersten Tag enorme Fortschritte gemacht.

Lehrer und Schüler

Wassersport ist so facettenreich, besonders vom ankernden Schiff.

Mittlerweile sind wir wieder zu zweit allein an Bord. Larissa und Johannes haben gestern den langen  Heimweg angetreten. Wir haben den Tag im Hafen abgewettert und dessen Annehmlichkeiten genossen, weil es fast den ganzen Tag regnet.

Seit heute, Sonntag Morgen 09:30 Uhr sind wir wieder unterwegs, leider unter Motor, Richtung Livorno.

Nana und Nico haben ihre eigene Sportart – Tauziehen!

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Inselrundfahrt, oder Cornelias Wille geschehe.


Sie wollte, ich wollte nicht unbedingt, der Nachwuchs war indifferent. Schon seit ein paar Tagen liegt mir Cornelia damit im Ohr, dass sie gerne mal das Inselinnere von Elba mit dem Leihwagen erkunden möchte, ein paar Bergdörfer besichtigen, auf den Monte  Calamita, den höchsten Berg von Elba mit der Seilbahn fahren, und in einer Töpferei, wo sie früher schon mal war, nach einer ganz besonderen Kaffeetasse suchen. Ich finde Elba einmalig schön, sogar so schön, dass ich es für irgendwann mal, als einen Zweitwohnsitz durchaus in Betracht ziehen könnte. Aber muss ich dafür unbedingt einen Tag in einem kleinen Fiat Panda rumsitzen und auf den touristisch vollgestopften Inselstraßen rumgurken? Die Frage ist ganz klar mit nein zu beantworten, aber der stete Tropfen aus Cornelias Umstimmungsrepertoire zeigt sein Wirkung. So haben wir uns auf einen halben Autofahrtag geeinigt, nur am Panda ging leider kein Weg vorbei.

Erstes Ausflugsziel war das historische, am Berg gelegene Capoliveri, das mit einem wunderbaren Rundumblick und einer sehr hübschen Altstadt punkten konnte. Abseits der Piazza Garibaldi, auf der hauptsächlich deutsch gesprochen wird, sind nicht viele Touristen unterwegs in dem kleinen Städtchen, so können wir in Ruhe alles bestaunen und fotografieren.

Die Buchten des Inselsüdens sind von dort aus ebenso sichtbar, wie Portoferraio im Norden und die höher gelegenen Ortsteile von Porto Azzurro. Das nächste Etappenziel führte uns, einmal fast das gesamte Inselinnere durchquerend nach Marciana Marina und von dort ging es in einigen Serpentinen hoch ins Bergdorf Poggio. Auf der Fahrt dorthin fiel uns einmal mehr auf, wie grün Elba ist.

Summa summarum muss Man(n) sagen, dass eine Inselrundfahrt mit Leihwagen zum unbedingten Pflichtprogramm gehört. Der zweitägige Hafenaufenthalt in Portoferraio, war den Windvorhersagen geschuldet, die vor einem stürmischen Nordostwind n Verbindung mit Gewitter und Starkregen gewarnt haben. Diesmal trafen die Negativvorhersagen auch zu und ich war in der Nacht vom Montag auf Dienstag nicht der einzige Skipper, der wachend um zwei Uhr nachts an Deck stand und Leinen und Fender kontrolliert hat. Zumindest so lange, bis der Regen mich zurück in Koje zwang.

Heute präsentiert sich der Himmel und das Meer wieder in einem tadellos strahlenden Blau und wir sind einmal mehr in den Inselsüden aufgebrochen. Nun liegen wir wieder vor Lacona Beach, herrlich!

Bilder folgen!

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Um den Walfisch rum

Nun sind Larissa und Johannes schon den zweiten Tag an Bord, Nana hat sich gut eingelebt, sie liebt das Beiboot, denn das bringt sie zum Strand und zum Spazieren gehen.

Mit gutem Wind sind wir am Samstag von Piombino gestartet. Kaum waren die beiden nach vielen Staus endlich angekommen, habe ich mir beide Hunde geschnappt und sie Gassi geführt, während die anderen das Gepäck und die mitgebrachten Waren verstaut haben. Ja, unser Funkgerät ist mitgekommen, das bauen wir nachher ein, und probieren es aus; außerdem ganz viel Hundefutter für unseren schneubischen Esser, der mag nämlich nicht alle Sorten Trocken- oder Feuchtfutter; und – hurra – das SUP, das Stand-Up-Paddle-Board.

Noch vor dem Dunkelwerden fiel der Anker in der Bucht von Lacona, wir konnten zum Essen zum Italiener gehen, nicht so schwierig in Italien… Dort gab es lecker Pizza, Spaghetti alle Vongole verace und Cotoletta für Volker, wir waren so satt, dass nicht einmal eine Kugel Eis noch reinpassen wollte.

Erste Versuche auf dem SUP

Am nächsten Morgen sind wir früh zum Strand, es gab Markt auf dem kleinen Platz, und dann kam das Paddelboard dran. Alle haben sich mal dran versucht, die meisten mehr, ich weniger erfolgreich, aber auf Knien kann ich weit damit fahren. Das Video von Volkers Windsurfs ist online, und kann hier angeschaut werden.

Johannes hat seine neue Ganz-Gesichts-Tauchermaske ausprobiert, mit aufgeschnallter GoPro, so richtig begeistert war er noch nicht von dem Resultat, weil die Kamera natürlich einen anderen Ausschnitt nimmt als die Augen. Aber er arbeitet daran. Nachmittags wollten wir weiter nach Marciana Marina, leider mit nicht so viel Wind, sodass der Motor längere Zeit mitschieben musste.

Hinreißende Buchten…

Elba sieht ja wie ein Walfisch aus, mit einer mächtigen Schwanzflosse am östlichen Ende, bei Porto Azzurro, dem Bauch mit der Lacona Bucht und dem Kopf, der nach Westen zeigt. Und an diesem Kopf sind wir vorbei gesegelt, es gibt dort hinreißende kleine Orte, Sand- und Kieselstrände und wunderschöne kleine Buchten, in denen man tagsüber ganz gut und sicher ankern kann.

Um halb fünf fiel der Anker vor Marciana Marina, einem unserer Lieblingsorte auf Elba, mit den Hunden erkunden wir anschließend ein bisschen die Strandpromenade, lassen uns in einem Geschäft zum Kauf einer Flasche „Meloncino“ verführen, das ist ein Limoncello aus Melone.

Der Himmel kündigt den Wetterumschwung an

Nach einer ruhigen Nacht fängt es am Morgen an zu wehen, gleichzeitig wird das Meer unruhig, irgendwo muss es schon richtig viel Wind geben, die Hexe schaukelt und schaukelt. Auch als Larissa und ich in das Dinghy steigen für den Morgenspaziergang mit den Hunden, ist das eine ganz schön wackelige Angelegenheit. Wir kaufen Brot und leckeres Obst bei dem kleinen Gemüsestand, dann fahren wir zurück zur Hexe. Hier ist das Aussteigen auch eine Herausforderung, aber Taschen, Hunde und Menschen kommen trocken an Bord.

Bald darauf haben wir den welligen Platz verlassen und sind sieben Seemeilen bis Portoferraio  – motort, denn die Wellen sind zwar schon da, nur der Wind lässt noch auf sich warten. Um 12:00 Uhr sind die Leinen fest in Portoferraio.

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Flächenbrand / Ein voller Tisch

So fing es an…

Beim Tanken sind wir jedesmal positiv überrascht davon, wie wenig unser 6-PS-Tohatsu-Motor, den wir an unserem Beiboot hängen haben, an Benzin verbraucht. Jetzt sind wir eine ganze Woche, und das jeden Tag mehrmals, zwischen Land und Schiff hin-und hergefahren und trotzdem konnte der Tankwart an der Bootstankstelle in Porto Azzurro gestern nur gerade mal fünf Liter in unseren Zwölf-Liter-Tank nachfüllen. Gut für uns – wenig Umsatz für den Tankwart.

… und breitete sich ganz schnell aus

Auf dem Rückweg zum Ankerfeld bemerkte ich am Ufersaum aufsteigenden Rauch, nix besonderes denn hier werden überall Grünabfälle verbrannt. Keine fünf Minuten später loderten bereits Flammen meterhoch auf und mit jeder Windböe breitete sich das Buschfeuer weiter aus und verschlang laut prasselnd  alles Grüne, was ihm in den Weg kam. Der Rauch wurde dichter und weitete sich über die Bucht aus, die Flammen loderten immer höher und wir entschieden uns, sofort ankerauf zu gehen, um nicht geräuchert zu werden.

So schnell war die Hexe

Cornelia schoss schnell noch ein paar Fotos, dann hissten wir das Großsegel. Draußen auf dem Meer erwartete uns ein frischer, West  – Nordwest, nach dem Ausrollen unserer großen Genua beschleunigte die Hexe direkt auf über 8 Knoten Speed. Der Wind wurde stärker, der Kat schneller und Piombino kam immer näher. Hoch am Wind rauschten wir mit bis zu 11,8 Knoten dahin. Ganz schön viel Druck in, bzw. auf der Bude, es wird Zeit zum reffen. Mit Reff eins und der halben Fock sind wir in Böen immer noch mit 10 Knoten unterwegs.

Kurze Zeit danach fällt der Anker vor der Hafeneinfahrt von Salivoli. Unser erster Ankerversuch misslingt, der Spadeanker gräbt sich wegen sehr unebenem Meeresgrund zum ersten Mal nicht richtig ein, beim zweiten Anlauf hält das Grundeisen so wie es soll.

Cornelia hat soeben auch Blog geschrieben und das haben wir wohl unabhängig voneinander gemacht. Deswegen gibt es jetzt zwei Beiträge vom gleichen Tag, doppelt hält bekannter Weise manchmal besser, oder die linke Hand weiß nicht, was die Rechte tut.

Gruppenfoto mit Cosimo

Nachdem wir den Donnerstag Abend mit unseren neuen Freunden von dem Segelboot „Kima“ im „Quattro Gati“ in Porto Azzurro so sehr genossen hatten, trafen wir uns auch gestern wieder mit dieser außergewöhnlichen, multinationalen Familie. Der Star ist natürlich Cosimo, geboren in Oman, der zweieinhalbjährige goldblonde, süße und witzige Sohn von Maja und Massimo, einem vielsprachigem Italiener. Maja ist Tochter einer deutschen Mutter, in Brasilien geboren, dort aufgewachsen bis zum 12. Lebensjahr, dann nach Colorado umgesiedelt, und jetzt in Italien lebend, und natürlich spricht die Architektin alle diese Sprachen fließend. Selbst deutsch, obwohl sie nie in Deutschland gelebt hat. Mutter Monika wiederum ist in zweiter Ehe mit Eric verheiratet, aus Colorado, spricht ebenfalls fließend deutsch, klar, englisch, klar, portugiesisch, italienisch, und was weiß ich noch. Beide waren Lehrer, heute stellt Monika wunderbare Töpfereien her und Eric macht Skulpturen aus Eisen und Stahl. Auf jeden Fall geht es sprachlich hoch her bei unseren Treffen. Selbst Cosimo spricht italienisch, deutsch und englisch!

Der kleine Busfahrer

Salivoli liegt am nordwestlichen Rand von Piombino, wir wollten gerne einen Blick in die Altstadt von Piombino werfen. Alle halbe Stunde fährt ein Bus von hier ins Zentrum. Nachdem die Kima die Hafenformalitäten erledigt hatte, alle frisch geduscht waren, trafen wir uns an der Bushaltestelle vor der Marina. Volker und ich hatten schon mal vorgefühlt, ob die Busse den Samy auch ohne Maulkorb mitnehmen würden, ein freundlicher Fahrer meinte „das ist ja nur ein kleiner Hund, dann ist das in Ordnung!“ Vielleicht für Samy, auf jeden Fall für Cosimo war es das allererste Mal, eine neue Erfahrung: Busfahren. Mit hochroten Backen und leuchtenden Augen saß Cosimo neben seinem Vater und staunte. Der ganze Bus unterhielt sich mit uns, gab Tipps, bis wohin wir fahren sollten, und welches Restaurant zu empfehlen wäre. An der entsprechenden Haltestelle hielt der Busfahrer geduldig an, bis wir verstanden, dass wir hier aussteigen sollten. Und dann durfte Cosimo sich ganz alleine auf den Fahrersitz setzen, und das große Lenkrad anfassen! Alle Insassen winkten uns zu, als der Bus weiterfuhr, und wir uns auf den Weg in die Altstadt machten.

Den lebenden Hummer hat uns die Chefin auch angeboten

Ein schön angeleuchteter Wachturm kann dort abends besichtigt werden, die engen mittelalterlichen Straßen sind voller kleiner Geschäfte und vieler Restaurants, doch Massimo fand schnell das empfohlene Lokal “Al Buco Giusto”. Gut, dass wir relativ früh waren um kurz vor acht, denn wir bekamen in dem kleinen Restaurant einen Tisch für sechs Personen und ein Kinderstühlchen. Die Tische waren mit karierten Papiertischdecken überzogen, das Wasser kam in großen Literflaschen aus Plastik, der Wein wird in kleine Chiantiflaschen abgefüllt. Und das Essen ist perfekt!

Antipasti!

Massimo ging gleich mal in die Küche und schaute, was wir so zur Vorspeise bekommen. Eigentlich sollte es nur ein bisschen Fisch und Crostini sein, aber zum Schluss war kein Platz mehr auf dem großen Tisch, es gab einlegte Sardellen, köstlich, Cozze (Miesmuscheln), geröstete Brotscheiben mit Hühnerleber, Carpaccio vom Rind, Carpaccio von Steinpilzen, und noch Kutteln, (irgendein dritter oder vierter Magen der Kuh, aber sehr schmackhaft), alles außergewöhnlich lecker! Und eigentlich waren wir damit schon satt, dann gab es aber noch hausgemachte Papardelle, je nach Wunsch mit Steinpilzen, oder Muscheln, oder Fleisch, sensationell!

Hexentanz in der Altstadt

Wunderbar gesättigt sind wir mit Cosimo durch die Straßen getanzt. Leider fahren spätabends keine Busse mehr, aber Massimo hat ein großes Taxi für alle gefunden, angeblich das einzige in Piombino. So ein schöner Abend!

 

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Starkwind ade

Der Skipper versucht, dem Hund die Krallen zu feilen…

Seit dem gestrigen Tag flaut es beständig ab, mit dem nachlassenden Wind steigt der zuvor stark  gesunkene Luftdruck wieder nach oben, fast so weit wie bei einem nordischen Sommerhoch. Nur merklich kühler ist es durch den tagelang anhaltenden Nordwind geworden, besonders in der Nacht. Heute morgen um sieben Uhr waren es kühle elf Grad draußen, die Dieselheizung kam seit Langem mal wieder zu einem Einsatz und wir freuen uns, dass sie tadellos funktioniert.

Friedliches Ankerfeld

Tadellos hat auch der Anker in den letzten Tagen gehalten, sich im Starkwindeinsatz bei bis zu 30 Knoten Wind bestens bewährt. Wir hatten reichlich Kette gesteckt, gut und gerne das sechsfache der Wassertiefe, 45 Meter Ankerkette, um genau zu sein. Die Zwölf-Millimeter-Kette wiegt über  drei Kilo pro Meter, der Anker 44 Kilogramm, das hohe Gewicht bringt ausreichend Dämpfung bei einfallenden Böen, sodass wir kein Rucken im Schiff verspüren. Aber uns ist aufgefallen, dass der Katamaran sich immer mal wieder richtungsmäßig anders dreht als der Monohull. Entweder liegt das an der langen Bridle, dem langen Hahnepot, oder schlicht daran, dass wir keinen bewegungsbremsenden Kiel durchs Wasser schleifen. Zusammenfassend würde ich sagen, der Kat bewegt sich bei Winddrehern mehr hin und her als ein Einrumpfer.

Verlassener Steinbruch

Heute war endlich mal wieder der Versuch eines Segeltages, mit einem schönen achterlichen Schiebewind konnten wir aus der Lacona-Bucht raus segeln. Der Wind schlief jedoch schnell wieder ein, motorend ging es nach der Umrundung vom Capoliveri nordwärts in Richtung Porto Azzurro. Wir haben dabei zwei überirdische, mittlerweile zerfallene Steinbrüche gesehen, in denen Eisen aus dem Stein gewonnen wurde. Der hohe Eisengehalt im Stein würde auch erklären, warum unserer elektronischer Kompass bei der Kapansteuerung so eine hohe Abweichung zum geplotteten Kurs hatte.

Bildschöne Buchten südlich von Porto Azzurro laden zum Baden ein

Bei einem mittäglichen Ankerstop in der wundervollen Cala Nova lernten wir Massimo und seine sehr sympathische, amerikanisch-deutsche Familie kennen, wir ankerten neben deren hübscher X-402. Bei einem gemeinsamen Strandpicknick wurden Seglergeschichten und andere Anekdoten ausgetauscht. Am späten Nachmittag gingen wir ankerauf und liegen jetzt fast genau auf der gleichen Ankerposition wie bei unserem letzten Besuch in Porto Azzurro. Jetzt weht es auch wieder mit guten 16 Knoten und gleich geht die Sonne unter.

Sunset vor Porto Azzurro

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Au weia!

Der Seegang hat uns immer wieder mal wach gehalten in der Nacht zum Montag, es hat gegluckert und geschaukelt, wenn die Wellen mit dem Südwind direkt in die Bucht gelaufen sind. Seit heute Morgen lässt der Wind nach und wechselt beständig die Richtungen. Die Hexe fährt Karussell mit uns, aber der Anker scheint das mitzumachen.

Mittags waren wir schön mit Samy spazieren, der Südwind hatte sich gelegt, und der Seegang war schwächer geworden. Noch war der angekündigte Wind aus Nordost nicht so stark, die ersten Böen kamen um 17 Uhr, hielten sich aber in Grenzen.

Handy in Reis

Nach einem kurzen erfrischenden Bad sitze ich gerade mit eingeseiften Haaren auf den hinteren Stufen, da höre ich einen Volker-Schrei: „Nein, das ist jetzt nicht wahr!!!“ Das Iphone war ihm aus der Hand geglitten, auf dem Steuermannstuhl aufgeschlagen und, platsch, ins Wasser gehopst. Ins Meerwasser, versteht sich. Wasser mögen unsere elektronischen Freunde ja schon nicht so gerne, aber Salzwasser ist so etwas ähnliches wie ein Todesurteil.

Nach kurzen Schrecksekunden springt Volker ins Wasser, um das Handy hochzutauchen, vielleicht können wir ja wenigstens die Sim-Card retten. Er findet es auch beim ersten freien Tauchgang, ich spüle es unter Süßwasser aus, dann hole ich die Sim-Card raus, spüle sie ebenfalls und trockne sie sorgfältig ab. Das Telefon trocknen wir so gut es geht von allen Seiten in der Sonne, dann kommt es in eine kleine Tupperdose mit Reis. Macwelt sagt, das kann helfen, muss aber nicht. Einen Versuch ist es allemal wert.Von einem früheren solchen Malheur haben wir noch ein älteres einfaches Nokia, das kommt eben mal schnell an den Ladestecker, die Sim-Card rein, telefonieren kann Volker wieder. Aber kein Whatsapp, und vor allem kein Spiegel-Online, wenn er nachts wach liegt, oder am Morgen oder auch am Tag oder Abend die Nachrichten studieren möchte, bitter bitter. Für die nächste Zeit weiß ich auf jeden Fall, wo ich nach meinen Telefon zuerst schaue, wenn ich es mal vermisse…!

Eine Böenwalze kommt

Am Abend fahren wir mit Samy zum Strand, man kann da auch im Dunkeln gut anlanden, muss nur ein Stückchen durchs Wasser waten, aber das ist ja noch warm. Ich sehe schon, wie Volker nervös während des Essens im dortigen Lokal immer wieder zu unserem Boot hinüber schaut. Irgendetwas scheint nicht in Ordnung, er will aber nicht so recht heraus damit, was ihm Sorge bereitet. Erst als wir uns auf den Rückweg zur Hexe machen, sage ich: „Der Segler hat sich aber nah an uns heran gelegt.“ „Ja, und genau deswegen fahren wir jetzt dorthin und scheuchen ihn weg!“, sagt Volker.

Gesagt, getan. Wir klopfen an das Boot, versuchen dem Mensch auf Englisch, Französisch und Italienisch klar zu machen, dass das überhaupt nicht geht, dass er über unserer Kette liegt, und er sich bitte woandershin legen soll. Er liege ganz sicher, habe 25 m Kette draußen und zwei Ankeralarme, er würde aufpassen. Aber Volker lässt nicht los, er solle sich doch einen anderen Platz suchen, hier seien zwei Kilometer Strand, da müsse man doch nicht bei vorhergesagtem Starkwind so nah bei einem anderen Boot ankern.

Das Gelbe sind die Schiffsbewegungen von heute Nacht

Wir fahren erbost zur Hexe zurück, aber der Einhandsegler macht keine Anstalten, den Anker zu lichten. Jetzt wird Volker richtig böse, ich erkenne das immer daran, wenn sich seine Stimme überschlägt und ganz heiser klingt. „Go away, go away…“ Schließlich holt der andere den Anker hoch, zuerst sieht es so aus, als habe er sich tatsächlich in unserer Kette verhakt, wir stehen schon bereit, einen Zusammenstoß abzumildern, dann fährt er mit Vollgas an uns vorbei und ankert schließlich weit draußen in der Bucht. Wahrscheinlich wollte er jetzt auch nur seine Ruhe haben.

Es sieht direkt gut aus!

Die Nacht zum Dienstag war in Ordnung, der Wind kaum über zwanzig Knoten, die Bucht von Lacona ist ideal gegen alle nördlichen Winde geschützt. Heute Morgen hat Volker das Windsurfbrett ausgepackt, auch hierfür ist die Bucht gut geeignet. Surfen scheint wie Radfahren oder Flöte spielen zu funktionieren: Wenn man es einmal gut kann, verlernt man es nicht mehr. Ich habe ein paar Szenen gefilmt, die stelle ich demnächst auf Youtube.

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