Schöne Zeit

Downtown Denia

Denia kennen wir schon von unserem ersten Zwischenstopp vor knapp vier Jahren und schon damals hat uns der schöne Yachthafen mit seinen gepflegten Anlagen, Restaurants und der ewig langen Seepromenade sehr gut gefallen. Das quirlige Stadtzentrum ist gut 20 Gehminuten vom Hafen entfernt und allabendlich eine beliebte Flaniermeile für die Spanier und die Touristen.

Denias Burg

Alle paar Meter gibt es in der Fußgängerzone, neben den üblichen Geschäften, Tapasbars mit verlockenden regionaltypischen Tapas, die zu einem Einkehrschwung einladen. Da der Frühling in Spanien bereits Einzug gehalten hat, sind die Sitzplätze im Freien schon gut frequentiert, auch wir lassen uns vom mediterranen Flair gerne anstecken und genießen leckere Chipirones, das sind kleine panierte und frittierte Tintenfische, vorzüglich…

Die Palmen sind schön beleuchtet

Gestern Abend waren wir dann in einem der durchweg hübschen und modern gestalteten Hafenrestaurants, dem “Republica”, herausragend gut essen. Wir bekamen einen Sitzplatz mit schöner Aussicht auf das Meer und den heimelich warmen offenen Kamin. Das Essen war hervorragend und mein gut 400 Gramm schweres “Roasted Pork” war so opulent, dass noch was für Samy übrig blieb.

Zum ersten Mal 2019 in kurzen Hosen

Wir haben alle anstehenden Jobs, die es noch so an Bord zu tun gab, bei schönstem Sonnenschein erledigt, und ich konnte das bei milden 20 Grad sogar in Shorts tun. Heute haben wir uns nach einigem Abwägen dazu entschieden, trotz widersprüchlicher Wetterberichte abzulegen. Der eine sagte heftigen Gegenwind, der andere segelbaren Nordwestwind voraus. Fakt ist, dass beide Vorhersagen nicht stimmen, es ist gar kein Wind zurzeit und wir motoren. Heute Nacht wollen wir in der Nähe von Alicante ankern und morgen bis Cartagena weiter segeln, und endlich Beate und Bernhard dort wieder zu sehen.

Alle ehemaligen Probleme an Bord scheinen gelöst zu sein, die Motorräume sind endlich knochentrocken, die Heizung läuft nicht mehr aus, wir sind sehr froh, dass es so ist, toi, toi, toi…

Kunst auf der Promenade

“Good vibes” Café

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Tag 3: Bis Denia

Freitag, 8. Februar 2019, Baro 1022, bewölkt, später sonnig, Wind 2 – 18 Knoten
auf See, 17:30 Marina de Denia

Beim ersten Tageslicht habe ich in meiner Wache den Teig für ein Hefe-Baguette angesetzt, am Ende der Wache wurde es, schön geformt auf ein Backblech gelegt. Ich durfte mich anschließend hinlegen, das Brot musste aufgehen, dann gab es zum späten Frühstück frisch gebackenes Brot, lecker.

Bis 15:00 Uhr wehte der Wind mit 3 – 10 Knoten von vorne, dann,  ca. 15 Seemeilen vor dem Cabo de la Nao frischt er auf, immer noch von vorne, und es baut sich eine unangenehme Welle auf. Zunächst motoren wir gegenan, aber das ist ganz furchtbar, wir rollen lieber die Genua bis Reff 1 aus und kreuzen. So richtig Spaß macht das aber auch nicht, nach fast zwei Stunden beschließen wir, dass wir nach Denia ablaufen, wir wollen nicht die ganze Nacht, so sagt es der Wetterbericht, gegenan kreuzen und das Boot in die Wellen fallen lassen.

17:30 machen wir die Leinen in der Marina de Denia fest. Am heutigen Samstag verbringen wir einen angenehmen Tag mit kleinen Instandhaltungsarbeiten, Wäsche und Ausruhen. So wie es in den Wetterberichten aussieht, können wir am Montag mit Ostwind nach Cartagena fahren. Vamos a ver!

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Zweiter Versuch, zweiter Tag

Donnerstag, 7. Februar 2019, Baro 1020, zunächst diesig, ab Mittag sonnig, wärmer
auf See
Nach den Delfinen gehen wir unseren „Auf-See-Aktivitäten“ nach, Volker putzt das Boot, staubsaugt den Salon, setzt Segel und birgt sie. Ich versuche, den Fehler in meinen SSB- oder Pactor-Gerätschaften zu finden, denn ich konnte mich nicht mit den Winlink-Stationen verbinden, habe gestern Abend, nachdem wir wieder Telefonnetz hatten, lange mit Ralf von der Malwieder konferiert. Heute Morgen hat es – wie durch Zauberhand – funktioniert, und mein Problem mit Zygrib, dass ich ein neues Login, also einen neuen Personal Code brauchte, ist inzwischen nach dem dritten Anlauf auch in Ordnung, von PredictWind habe ich über das Pactor-Modem einen neuen Wetterbericht abgeholt, wir sind auf die Nacht vorbereitet. Morgens ist es noch sehr diesig, alle Konturen verschwinden, aber ab mittags kommt – wie versprochen – die Sonne raus, und es wird schön warm, wir setzen uns mit Samy ins Trampolin.
Tatsächlich können wir um 18:00 Uhr den Motor ausmachen, wir segeln bei neun Knoten raumen Wind, wieviel angenehmer als gestern um die gleiche Zeit gegen dreizehn Knoten anzumotoren. Es ist ganz still im Boot, nur die Dieselheizung macht ein freundliches Geräusch. Samy bekomt Olivenöl unter sein Abendessen gemischt, damit ihm das eher ungewohnte Gassigehen und Häufchen-machen auf dem Vorschiff etwas leichter fällt. Wir hingegen bekommen extrem leckeren Hackfleisch-Gemüse-Auflauf, und schon während des Essens legt der Wind weiter zu, wir fliegen mit zehn Knoten durch die Nacht. Jetzt sind wir schneller als der andere Segler, den ich auf dem AIS sehen kann. Er motort schneller, aber wir segeln fixer! Schon denken wir ans Reffen, aber Volker beschließt, dass das warten kann, erstmal schnel und segelnd ein Stück vorwärts kommen!
Damit wir auch batteriemäßig gut versorgt für die Nacht sind, befestigt Volker den Watt&Sea, den Wassergenerator, am Backbordheck, zum ersten Mal in der Geschichte dieses Bootes auf eigenen Wunsch mit Schwimmweste und eingepickter Lifeline, das hat mich ausgesprochen beruhigt! Der Wassergenerator zeigt ein blaues Licht, ein Zeichen, dass ab jetzt die Batterien gut geladen werden.
Aufräumen, spülen, dann richten wir das Bett im Salon für die Nacht, das ist eine riesengroße Fläche, und bei nächtlichen Überfahrten darf sogar der Hund mit dort schlafen. Ich habe eine neue Wettervorhersage über SSB-Radio und Pactormodem geholt, Windstärke und -richtung stimmen Volker so optimistisch, dass wir unser Etappenziel Valencia aufgeben, und doch Kurs nehmen auf das Cabo de la Nao; dann weiter an Benidorm und Alicante vorbei bis nach Cartagena durchsegeln wollen.
Um 18:45 flaut der Wind rasant ab, der Motor darf wieder mitschieben, aber vorher muss der Watt&Sea hochgeklappt werden (wieder mit Schwimmweste und Leine!). Nun motoren wir weiter durch die Nacht, es ist relativ viel los hier, der Segler motort immer noch vor uns her, einige Frachtschiffe und Tanker sind auf dem AIS zu sehen, mit Ziel Marseille, Valencia, Gibraltar, sogar Bizerte in Tunesien sehe ich auf den Informationen des AIS. Alle zwanzig Minuten klingelt der Timer, damit der Wachhabende einen Rundumblick wirft, allerdings meine ich, dass ich auf dem Bildschirm mit Radar und AIS mehr sehe als in der tiefschwarzen Nacht da draußen. Das Radar dreht alle zehn Minuten und würde uns warnen, wenn ein feindliches Schiff zu nahe kommt, ebenso wie das AIS. Der Sternenhimmel ist beeindruckend, und es ist nicht mehr so kalt wie die Nächte in LGM.
00:30 Uhr, ich löse Volker ab, das Barometer zeigt 102 Hektopascal, leicht gestiegen gegenüber heute morgen. Der Wind kommt immer noch mit 5 – 6 Knoten aus zwanzig Grad, leider nicht segelbar.
Um 03:00 Uhr übernimmt Volker die Wache, Wind und See sind unverändert, als ich um 05:30 Uhr ihn wiederum ablöse. Barometer weiterhin 1022, Sternenhimmel, und die kleinen Islas Columbretes sind fast querab, ich kann bei meinem ersten Außenrundgang ein schwaches Licht erkennen. Noch 175 Meilen bis Cartagena.

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Der zweite Versuch: Bis Spanien hat es geklappt!

Samy genießt die Sonne

Zwischen 09:00 und !0:00 Uhr wollten wir ablegen, das haben wir genau geschafft, mal sehen, wie weit wir heute kommen. Zunächst können wir mit dem Code D segeln, aber schon bald müssen wir ihn wieder bergen, denn mit drei Knoten Fahrt kommen wir nie bis Gibraltar. Wir schauen alle Wetterberichte an, das sieht schon sehr nach Motorfahrt aus für heute. Dabei hatte man an der Capitainerie in LGM eine rote Flagge gesetzt, das bedeutet, dass es mindestens vier Windstärken geben soll. Aber die waren wohl noch im Bett oder anderswo, jedenfalls nicht auf dem Mittelmeer vor Sète. Auch die Nahake, die gleichzeitig mit uns ausgelaufen ist, klagt bei einem kurzen Gespräch per Funk über den fehlenden Wind, und dass sie ihren Code D nicht ausprobieren können. Dabei hat sie immerhin den besseren Windeinfallswinkel, wenn auch nicht für den Code D.

Aber immerhin hatten wir zum ersten Mal Frühstück draußen im Cockpit bei herrlichem Sonnenschein und ein glattes Meer!

Wir motoren bei 4 – 5 Knoten achterlichem Wind bis zum Sonnenuntergang, dann dreht der Wind auf SSW und frischt auf. Wir packen den eingerollten Code D weg, bergen das Großsegel, weil es gar nicht mehr angeströmt wird, und kochen Abendessen. Mittlerweile ist das Barometer um fünf Strich gefallen, und der vorderliche Wind nimmt immer weiter zu. Nach dem Abendessen (Gulasch mit kleinen Fertigknödelchen) sind es schon bis zu 14 Knoten, die uns entgegen strömen. Dazu baut sich natürlich auch eine unangenehme Welle auf, das hatten wir so nicht bestellt! Der entgegen kommende Wind lässt unsere Reisegeschwindigkeit auf 4,5 Knoten fallen, auch doof. Wenn das so weiter geht, wollen wir nach Cap Creus ablaufen und uns eine Ankerbucht für die Nacht suchen. Oder wir fahren weiter, und hoffen, dass die Wetterberichte doch Recht haben, denn die behaupten, hier seien es 5 – 6 Knoten Wind, während unser Windmesser 12 – 15 Koten misst.

Vor Mitternacht werden Wind und Wellen weniger, kommt allerdings weiterhin von vorne, sodass wir motoren bis morgens um 06:00 Uhr. Wir verbringen die Nacht mit Wachen à ca. zwei Stunden, das passt ganz gut für uns. Morgens ist es leider total bewölkt, aber man merkt deutlich, dass es wärmer wird. Der Skipper ist genervt, heute Nacht konnten wir zwei Stunden segeln, aber das war es auch schon, ansonsten machen wir die Dieseltanks leer. Neues Ziel ist Valencia, das sind noch 190 Seemeilen.

Erst nur zwei…

Gerade eben kamen uns Delfine besuchen, zuerst nur zwei, die wunderschön um die Büge herum spielten, dann kamen noch vier, und sie blieben lange, zu unserer Freude, auf jeden Fall so lange, wie Volker mit Schrubber und Füßen ein kleines Percussion-Konzert gab.

dann fünf Delfine

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A bientôt

LGM im Sonnenschein

„A bientôt“, bis bald, hat mir der nette Hafenmeister von La Grande Motte zum Abschied gewünscht. „Non, das will ich nicht hoffen“, habe ich geantwortet, aber man hat mich beruhigt, auf französisch würde man das sagen, wenn man zeigen will, dass einem die Person sympathisch ist und man sich folglich über ein Wiedersehen freuen würde. Gut, dann bin ich auch höflich und verabschiede mich ebenfalls mit „à bientôt!“.

Motorsegelnd haben wir die ersten Seemeilen des neuen Jahres ins Kielwasser gelegt, Samy hat es sehr genossen, bei schönstem Sonnenschein im Trampolin oder auf den Seiten zu liegen, das glatte Wasser sorgte für einen optimalen Wohlfühlgradient. Gerade kam ein bisschen mehr Wind auf, und wir wollten den Spinnacker setzen, als Volker noch mal eben schnell in den Motorraum schaut, ob alles in Ordnung ist. „Neiiiiiiiin, Cornelia, schnell Motor aus, ich brauche Eimer und Zewa!“

Tatsache ist, dass bei einer Schlauchschelle der Teil fehlte, der diese normalerweise um den Schlauch fest zieht, und das Wasser sich sprudelnd in den Motorraum ergoss. Nun hatten wir so ein Ersatzteil leider nicht dabei, außerdem war der Frustmoment zu groß, wir sind einfach umgedreht, und haben den schwarzen Peter dahin zurück gegeben, wo er hingehört: zu Outremer. Mir war es suspekt, als am Morgen die Sonne schien, und alles perfekt war für den Trip nach Süden. Komischerweise dachte ich, da kommt noch was nach…

wieder am Steg…

Irgendwie fühlte es sich seltsam vertraut an, wieder nach La Grande Motte zurück zu fahren, die Hafeneinfahrt ist hübsch bei Sonnenschein und wenig Wind, auch das Anlegemanöver mit nur einem Motor hat gut geklappt, Martin von der Lunara war Standby mit seinem Dingy, und die Hafenmeister von La Grande Motte waren hilfreich. Vielleicht hätte ich das nicht sagen sollen: “à bientôt”

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So ein Ärger…

Samy im Seniorengalopp

Sand wird am Strand vom Wind vorangetrieben, wirbelt durch die Luft und sorgt dafür, dass unser mittäglicher Strandbummel diesmal nach ein paar Minuten vorzeitig beendet wird. Sand in der Nase, Sand im Mund, Sand in den Augen, das reicht. Die Sonne lacht dazu bei einem Mix mit Wolken und blauen Himmel, großartige Lichtverhältnisse, nicht nur für Fotobegeisterte.

leckender Anschluss am Heizungslüfter

Wir und das Schiff sind abfahrbereit, haben wir zumindest bis gestern noch gedacht, nach dem Durchzug der Starkwindfront sollte es morgen in Richtung Spanien gehen. Doch daraus wird mal wieder nix aufgrund neuerlich austretendem Glykol von der Heizung, diesmal auf der Backbordseite, und weil Outremer schlichtweg vergessen hat, die Überlaufventile der beiden Dieseltanks und das Entwässerungsventil für die vorderen Backskisten einzubauen. Dabei wurde uns schon vor drei Wochen mitgeteilt, dass der Kat segelklar ist. Ist er aber leider immer noch nicht. Dabei haben wir, um nur mal von der Heizung zu sprechen, ausdrücklich darum gebeten, die gesamte Installation gründlich zu überprüfen, damit wir im Winter sorgenfrei heizen können, Zeit war dafür mehr als genug. „Was für ein Selbstverständnis von Arbeit und Qualität ist das, was hier an den Tag gelegt wird?“ fragen nicht nur wir uns. Wir sind jetzt endgültig genervt, entschuldigende Worte – Fehlanzeige.

fehlendes Überlaufventil am Überlaufschlauch des Dieseltanks

Die Krönung dabei ist, dass wir ausdrücklich darauf hingewiesen wurden, für die Hafengebühren selbst aufzukommen und das, obwohl das Schiff ersichtlich noch nicht fertiggestellt war, bzw. immer noch ist. Früher war die Werft diesbezüglich großzügig und unproblematisch. Zufriedene und vom Schiff begeisterte Kunden geht halt anders.

Schön hingegen ist, dass wir gestern mit Richard und seiner Frau Ann, beides Outremereigner aus Kanada, schön im Marin’Sol lecker zu Abend essen waren. Zudem kommen gleich die Crews von dreo Booten zu einem Abendessen zu uns an Bord, da zudem noch netterweise das Essen mitgebracht wird, und wir deshalb nur für die Getränke sorgen werden.

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Doppelt rot.

Sturmwarnung: Am Signalmast des Hafenmeistergebäudes werden am späten Vormittag zwei rote Flaggen übereinander gesetzt. Nichts Gutes bedeutet dieses Doppel-Rot, und beim direkten Abgleich mit dem Internetwetterbericht wird klar, dass ab dem Nachmittag alle Zeichen auf Sturm stehen.  Bis in die Abendstunden tobt der Sturm, manche Böen erreichen selbst im Hafen über 35 Knoten Wind, und ein paar Schauer sind auch dabei. Die luvseitigen Fender haben wir auf Deck gelegt, damit sie nicht ständig an die Bordwand trommeln.

Cornelia nutzt die Gunst der Stunde, um unseren ersten Drohnenfilm, den wir vom Boot aus in der zurückliegenden Woche gedreht haben, zu schneiden, zu untertiteln und mit passender Musik zu umranden.

Hier ist das Ergebnis, viel Spaß beim Anschauen…

 

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Zwischenbericht

Schreiben könnte ich viel, zum Beispiel davon, welche Probleme mit unserem Schiff uns, abgesehen von der Starkwindvorhersage, noch hier in La Grande Motte halten. Lust dazu habe ich eigentlich keine, denn wir würden viel lieber von tollen Erlebnissen erzählen und nicht von nervigen Defekten, die fast zwei Jahre nach der Bootsübergabe eigentlich keiner mehr erwarten würde. Aber unser Outremerkat ist anscheinend immer wieder für Negativüberraschungen gut.

Eines von diesen Negativerlebnissen ist, dass die am Montag in Betrieb genommene Entsalzungsanlage gestern gleich an zwei Stellen geleckt hat. Die Anlage war während des zurückliegenden Werftaufenthaltes ausgebaut worden, um ein Leck im Heck abzudichten. Der herbeigerufene Monteur zog die Überwurfschrauben der Zuleitungen nach und jetzt hoffen wir, dass das Problem gelöst ist.

Sonnenuntergang über LGM

Heute fand ich dann ausgelaufene Heizungsflüssigkeit in zwei Bilgenabteilungen. Da ich mir anfangs nicht sicher war, um welche Art von Flüssigkeit es sich handelt, und weil man ja als Bootsfahrer darauf konditioniert ist, den Salz- bzw. Süßwassertest zu machen, hab ich gleich meinen Finger darin getaucht und das probiert. Ich kann nun hier mitteilen, dass ich noch nie so was ekelhaft Schmeckendes im Mund hatte. Grund für die Undichtigkeit waren in dem Fall lockere Schlauchschlellen von  den Schlauchverbindern.

Dazu gibt es noch ein paar, ebenfalls heute entdeckte, Gelcoatprobleme.

Fazit: Samstag los segeln ist gestrichen. Martin und Susanne freuen sich, dass wir ihnen. noch ein paar Tage länger hier in LGM erhalten bleiben, folglich verbringen wir die Abende zusammen. Und daher gibt es glücklicherweise nicht nur Negatives zu berichten. Ein Highlight am heutigen Tag war, dass uns Raphael das Spleißen von Dyneema (Material, aus dem Schoten und Fallen hergestellt werden) geduldig und anschaulich erklärt hat. Wir sind sehr froh darüber, da dieses Material an vielen Stellen im Riggbereich an Bord verwendet wird und bei Verschleiss ersetzt werden muss.

Morgen machen Cornelia und Susanne einen Ausflug nach Port du Rhône, um Silvia und Jürgen das Auto zurückzugeben. Das Schiff ist im Decksbereich jetzt komplett poliert, das erfreut mein Auge und am Wochenende sollen die Temperaturen wieder in den zweistelligen Bereich zurück klettern, das ist ja auch etwas Positives.

In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern viele positive Momente und schon jetzt ein schönes Wochenende.

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Eclipse of the Moon

Wer hat sie gesehen, die totale Mondfinsternis des rötlich schimmernden Morgenmondes? Um 5:20 Uhr hab ich mich still und leise, ohne die Capitania zu wecken, winterlich warm angezogen, um das Mondspektakel an einem sternenklaren Himmel zu bestaunen. Langsam schob sich der Mond nordwestwärts in den Erdschatten bis zur völligen Mondfinsternis, es dauerte eine ganze Weile bis dahin. Die Finsternis hielt dafür auch eine gute Stunde an, um dann von dem oberen Mondrand aus langsam wieder zu weichen. Cool und kalt gleichzeitig, bei minus 1 Grad Celsius Außentemperatur, auf französisch heißt Mondfinsternis übrigens “Eclipse de Lune“.

Die Leine fürs Seitenschwert ist kalibriert

Heute haben wir mit Raphael, dem engagierten Aftersalesmitarbeiter von Outremer, die noch zu erledigenden Punkte auf der To-Do-Liste besprochen und heute Nachmittag, ging es gleich mit dem Abarbeiten los. Cornelia und ich waren währenddessen nicht untätig und haben die neuen Leinen die bei den Seitenschwertern installiert wurden, mit Knoten so kalibriert, dass die Schwerter auf der einen Seite bei Nichtgebrauch hoch genug  aufgewincht, andererseits auf einem Kurs gegen den Wind tief genug abgesenkt werden können.

Samy hat mit dem ganzen Trubel nichts zu tun…

Dann haben wir unsere Meerwassentsalzungsanlage wieder in Gebrauch genommen und den rechten Wassertank mit dem kostbaren Nass aufgefüllt – ab jetzt brauchen wir wieder keine Mineralwasserflaschen mehr zu schleppen. Später kam noch der Servicemitarbeiter von Delta Voile vorbei und hat unser Leichtwindsegel zur kleinen Nachbesserung mitgenommen. Es geht also voran an Bord.

Nur die zukünftige Wettersituation betrachten wir mit Sorge, ab Mittwoch ist ein länger andauernder Wintersturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometer aus West bis Nordwest vorhergesagt. Geduld ist gefragt, mal schauen, wann wir hier aus LGM wegkommen.

50 Knoten Wind…

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Schluckspecht

Schneefall bei Heidelberg

Sonne hinter der französischen Grenze

Gestern war es soweit, unsere unbeabsichtigt verlängerte Wintersegelpause ging zu Ende und nach einer achteinhalbstündigen Autofahrt, die, abgesehen von ein paar Schneeschauern im badischen Verkehrsraum, ereignislos verlief, standen wir endlich wieder vor unserem Boot. Unser erster Blick galt natürlich dem neuen Antirutschbelag und gleich beim ersten Anbordsteigen war der berühmte Vorher-Nachher-Unterschied mehr als deutlich spürbar. Die Sandkörnung ist jetzt so aggressiv, dass ein unbeabsichtigtes Ausrutschen an Deck eigentlich ausgeschlossen werden kann.

Wintersonne über der Bucht von Aigues Mortes

Hellweiß blinkt der neue Decksbelag in der Sonne, denn nach den grauen Tagen in Darmstadt scheint hier im Süden endlich die Sonne von einem superblauen Mittelmeerhimmel. Das Autothermometer zeigte kurz vor der Ankunft wärmende 10 Grad, nicht schlecht. Noch besser als das Wetter war die Einladung der Lunaracrew zum Abendessen. Und Überraschung, nicht nur Martin und seine Frau Susanne waren an Bord ihrer “Lunara“, sondern auch Sylvia und Jürgen von der “Graskarpfen” fanden sich bald ein. Die beiden hatten wir mehr als ein Jahr nicht gesehen und entsprechend groß war die Wiedersehensfreude.

Heute hat mich eine innere Unruhe irgendwie schon um 6.30 Uhr geweckt und um 8 Uhr hielt mich nichts mehr im Bett. Zuviel galt es zu erledigen, wir wollten noch vom glücklichen Umstand des Mietwagens profitieren. Also ging es mit einer Wasserpumpenzange gleich in die vordere Backskiste, um zwei von den drei großen 13-Kilogramm-Butangasflaschen auszubauen. Einer der Spanngurte zum Fixieren war so korrodiert, dass nur der finale Schnitt mit dem scharfen Messer die Gasflaschen freigab.

Hundespuren im Sand

Auch der Dieselvorrat im Steuerbordtank war ziemlich im Keller, ich tanke gerne, wann immer möglich, mit den Reservekanistern von der Autotankstelle, den Dieselkraftstoff ohne Bioquotenpflichtanteil (das ist der teurere Diesel!). Der Vorteil liegt dabei auf der Hand, dieser Diesel der DIN En Norm 590 neigt deutlich weniger zur Algen-, bzw. Bioschlammbildung im Tank als der normale Diesel. Das macht beim Auto nix aus, da das Zeug so schnell verbraucht wird, dass sich keine schädliche Biosuppe bildet. Jedenfalls haben wir 190 Liter in Kanistern rangekarrt und eingefüllt, war auch gleichzeitig ein Krafttraining, gell.

LGM hat uns wieder

Die frisch gefüllten Gasflaschen, stehen wieder an ihrem Platz, gesichert mit einem neuen Spanngurt mit Edelstahlschließe!!! Wenn so ein Arbeitstag mal anfängt und die Motivation da ist, macht man weiter. Sechs Stunden lang haben wir Gelcoat poliert, den Salon grundgereinigt, die Eignerkammer komplett gestaubsaugt, die Betten frisch bezogen, und das Leihauto am Flughafen abgegeben.

Dazu noch ein Wort, wir hatten einen Ford Kuga, Benziner, mit Allradantrieb und Automatikgetriebe. Dieser kleine SUV hat mehr als 10 Liter im Durchschnitt verbraucht und das bei ruhiger Autobahnfahrt, wie “en France” üblich mit 130 km/h. Ich hab das Suv gleich mal in Suf(f) umgemünzt. Mein alter Mercedes Diesel mit Achtzylindermotor, der bald nicht mehr alle Straßen in meiner geliebten Heimatstadt befahren darf, verbraucht bei ruhiger Fahrt nicht mehr als acht Liter im Schnitt. Wo ist der Fortschritt?

Zum Schluss gehen noch ganz schnell herzlichste Grüße von uns an die Vereinsmitglieder des Segel-Club-Saar und des Yachtclub Saarbrücken, die heute ihren gemeinsamen Jahresempfang feiern, wozu wir ganz viel Spaß und Erfolg aus LGM wünschen.

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