Bruchstücke

Überall, entlang der Nordküste nahe bei Orzola, liegen Wrackteile, Ausrüstungsgegenstände und übrig gebliebene Plastikteile der am letzten Sonntag gestrandeten Yacht verteilt. Durch die hohen Wellen der letzten Woche und die scharfkantigen Vulkanfelsen bleibt einfach nicht mehr von der französischen Segelyacht übrig. Strandbesucher haben bereits damit begonnen, Wrackteile zu bergen und zusammen zu tragen. Manche Wohnmobilisten nutzen das Holz auch für ihr Barbecue. Der Innenausbau muss ein kompletter Selbstbau aus Dachlatten und weißen Sperrholzplatten gewesen sein. Hoffentlich wird alles och entsorgt, was nicht in die Natur gehört. 

So oft waren wir noch garnicht in der Gegend von Orzola und darum ist es umso schöner, dass wir den Playa de Orzola nun zufällig entdeckt haben, der ein regelrechtes Surfer-Eldorado ist und mit seinem Sandstrand auch zum Relaxen und Baden einlädt. Im Inselnorden ist es sonst halt auch deutlich kühler als im Süden, jedoch ist es im Moment so angenehm warm auf der Insel und dazu noch windstill, dass es sich dort gut aushalten lässt.

Auf dem Rückweg halten wir noch an der karibikähnlichen Lagune Charca de la Novia (Teich der Braut)an, die mit ihrem langen und flachen Sandbuchten zum Spazieren durch knietiefes Wasser einlädt. 

m Samstag waren wir zur Livemusik beim Weingut Stratus und haben dort nicht nur die beiden Musiker, sondern auch die tanzfreudigen Zuschauer bewundert, die zu Salsa und spanischen Klängen ihr Tanzkönnen dargeboten haben. Nach soviel heißer Musik sind wir zum Abkühlen, an den Playa de la Nación zwischen Puerto del Carmen und Matagorda gefahren. 

Gestern Mittag kam Gerd zu Besuch und hatte eine Überraschung für uns im Gepäck. Freunde von ihm verkaufen wegen Neukauf ihr altes Auto, und wir haben uns spontan entschieden, diese Chance  zu nutzen. Wenn alles gut geht, haben wir bald ein etwas älteres, bezahlbares Auto und sind somit nicht mehr von den lokalen Autoverleihern abhängig. Doch dazu mehr, wenn es soweit ist und das Auto auf uns umgemeldet wurde. 

Gestern war dann noch der Start der Segelregatta „Route du Rhum“ in die Karibik. Fast alle Offshore Segelklassen nehmen daran teil. Die großen Ultim Trimarane, die Imoca 60, die Open 40 und die beiden Kategorien mit den historischen Renntrimaranen und den historischen Einrumpfern. Ingesamt sind es 115 Segler auf 115 Schiffen die es bis zur Startlinie geschafft haben, für das 3.500 Seemeilen lange Rennen von Saint Malo über den atlantischen Ozean nach Guadeloupe. Leider gab es, Stand jetzt, schon ein paar Ausfälle, trotz sehr moderaten Bedingungen. Valerie Dorange von Initiative Coeur ist aus Unachtsamkeit mit dem historischen Trimaran „Use it again“ kollidiert. Initiative Coeur erlitt Wassereinbruch und ein Foil wurde beschädigt, während bei dem Trimaran ein Schwimmer beschädigt wurde. Beide Schiffe sind nach Roscoff zurück gekehrt. Heute kam bei einem komplett neuen Open 40, „No. 205“, der Mast von oben und auch einer der großen Trimarane „Actual Ultim 4“ ist auf dem Rückweg nach Frankreich. 

Ich bin sehr auf den weiteren Rennverlauf gespannt, da die Situation auf dem Atlantik wegen der ausbleibenden Passatwinde sehr spannend und für die Solisten anspruchsvoll wird. Doch dazu mehr beim nächsten Blogbeitrag.