Es regnet – il pleut 

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wie der Franzose sagt. Der Regen ist an sich nichts Ungewöhnliches in der Bretagne, aber es regnet auch, wenn Sonnenschein vorhergesagt ist. Die Luftfeuchtigkeit ist enorm hoch, Handtücher, die wir zum Trocknen in den kurzen regenfreien Perioden raushängen, sind kaum weniger feucht, wenn wir sie wieder abhängen.

Aber das Wetter soll nicht die Hauptrolle in diesem Blogbeitrag spielen, eher eine kleine Nebenrolle. Ansonsten ist es sehr schön hier in der Bretagne, malerische Buchten und Flussläufe zeigen ein veränderliches Landschaftsbild durch das ständige auf und ab der Gezeiten, hübsche historische Altstadkerne laden zum Bummeln ein, und in den traditionellen Creperien gibt es herzhafte Galettes, süße Crepes und natürlich den landestypischen Cidre.

Auch dass unsere Website, an der wir so hängen, die unter anderem über 12 Jahre unseres seglerischeren Lebens beinhaltet und abbildet und in den letzten Wochen mehrfach offline, von gegnerischen Mächten angegriffen und noch immer nicht vollständig wiederhergestellt ist, bekommt nur eine kleine Nebenrolle, also ein paar Zeilen Aufmerksamkeit in diesem Blogbeitrag. Cornelia ist beinahe täglich, im nicht immer zufrieden stellenden Austausch mit unserem Provider Ionos und investiert Stunde über Stunde, nur damit auf der Website wieder alles so ist, wie es bisher war. Eine echte Sisyphusarbeit. Wir hoffen, dass  wir jetzt und zukünftig wieder Blogbeiträge einstellen können, damit wir unser Seglerleben mit Euch teilen können.

Der eigentliche Grund für die Reise in die Bretgne war ja, das bei unserem Mastenbauer Lorima das sogenannte stehende Gut gewechselt werden soll. Bezahlen für die Wanten und das Vorstag mussten wir im Voraus, erst dann sollte die Bestellung an den Zulieferer rausgehen. Am Tag vorm Wechseltermin sind wir nach wunderbaren gemeinsamen Ferientagen mit unserer Enkelin hoffnungsfroh in die Bretagne zu unserem Boot nach Lorient gefahren.

Kurz gab es nach dem Anruf vom Directeur von Lorima ein bisschen Konfusion, weil der uns mitteilte, dass der eingeplante und für uns vertraute Projektmanager nicht mehr zur Verfügung steht. Doch ein Ersatzrigger war schnell gefunden, nur mein Vertrauen in einen guten und geregelten Projektablauf war erst einmal ein bisschen erschüttert. Egal wie, gestern ging der Wechsel der beiden Hauptwanten mithilfe eines Krans und  der geriggten Hilfswanten, gut und flott über die Bühne. Zwei junge Rigger arbeiteten hoch im Mast und der Chef der Firma und ich als Helfer an Deck, sozusagen als Bodenpersonal. 

Nach zwei Stunden waren die Wanten erfolgreich getauscht und die Hexe fuhr vom Kranplatz zurück zu unserem Liegeplatz. Dann ging es mit viel Einsatz, zu viert, an den Wechsel des Vorstags, ebenfalls bei stehendem Mast. Das ist insofern möglich, als wir ein zweites inneres Kutterstag und mehrere Fallen haben, die den Mast auch ohne Vorstag sicher oben halten.

Schnell war das alte Stag unten, was dann extrem lang dauerte, war der Wechsel der einzelenen Aluminiumprofile, die über das eigentliche Vorstag montiert werden, und an denen das Vorsegel nach oben gezogen und aufgerollt werden kann. Es dauerte bis ca. 18 Uhr, bis wir soweit waren, dass das neue Drahtvorstag samt den alten ummontieren Aluprofilen, gesetzt werden konnte. Um 19 Uhr war dann alles erledigt, zehn Stunden harte Arbeit lagen hinter uns. Das Team von Iroise Rigging hat wirklich eine sehr gute Arbeit geleistet und meine Befürchtungen haben sich –  Gott sei Dank – nicht bestätigt. 

Unsere Wanten bestehen im Prinzip aus dem hochfesten Material Kevlar. Und laut der Auskunft vom Rigger werden unsere alten Wanten recycelt. Das Kevlar wird von einer holländischen Firma geschreddert und danach zu schussfesten Westen oder Hitzeschutzhandschuhen weiter verarbeitet.

Die Hexe liegt jetzt vollgetankt, vollproviantiert und bereit für neue Abenteuer am Steg. Wir werden berichten.