Aller guten Dinge sind drei

Irgendwie hat die Spanienrundfahrt mit Fahrrad, La Vuelta, eine magische Anziehungskraft auf uns. Jetzt sind wir schon zum 3. Mal, mehr oder minder zufällig, Zuschauer dieses Sportspektakels geworden. Das erste Mal sind wir bewusst zur Vuelta in Sanxenxo gegangen, doch kaum hier in Vigo angekommen, werden wir ein weiteres Mal Zeugen dieser Großveranstaltung.

Und heute war unser Plan, mit Larissa so früh Richtung Santiago de Compostela aufzubrechen, dass wir ihr noch den letzten Abschnitt des Jakobswegs zeigen können, und auvh die Kathedrale , wo die sterblichen Überreste des heiligen Jakob aufgebahrt sein sollen.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Randgebiete der Altstadt von Santiago näherten wir uns dann erwartungsvoll dem inneren Teil und dann der riesigen Kathedrale, die gleichzeitig auch die Ruhestätte des Apostels ist.
Doch was sehen wir, ganz klar, statt der Kathedrale, den Zieleinlauf der heutigen Vueltaetappe. Die ganze Innenstadt scheint mit Absperrgittern vollgestellt zu sein, die den Weg für die Radprofis freihalten und die zigtausende Zuschauer in Bahnen lenken sollen. Ziemliches Chaos, so bleibt uns leider einiges verwehrt, aber, zwei von den Radprofis machen es sich nach dem Zieleinlauf mit einer Flasche Champagner in der gleichen Kneipe wie wir gemütlich. Fans werden darauf aufmerksam, Pressevertreter ebenso, Fotos werden geschossen, ihre Carbonfahrräder haben die beiden auch noch dabei und wir freuen uns einmal mehr über unseren Platz “in der ersten Reihe”. Die Vuelta 2014 ist jetzt zu Ende, die Radprofis haben jetzt Zeit zur Erholung und wir haben Zeit, uns einen neuen Etappenhafen mit einer anderen sportlichen Großveranstaltung zu suchen- smile!!!
Larissa haben wir gut und sicher danach auf dem Flughafen abgesetzt und wir sind dann zu unserer “Hexe” gefahren und sitzen jetzt bei sehr angenehmen Temparaturen und einem Drink noch schön draußen.
Unser englischer Segelfreund Trevor würde jetzt sagen “oh, what a good life”, wir schließen uns dem dann gerne an.
P.S. Das Internet hier ist katastrophal, deswegen gibt es im Moment keine Bilder, holen wir es nach.

Eine gute Zeit

Jetzt sind wir ziemlich genau elf Tage in Galizien, dem nördlichsten Zipfel von Spanien und wir müssen sagen, dass wir hier bis jetzt eine wirklich gute Zeit haben. Wir glauben, der richtige Mix macht es aus, diese abwechslungsreiche hügelige Landschaft, häufiger Wechsel zwischen Wolken, Sonne, Nebelfeldern, angenehmen Temperaturen – tagsüber 25 Grad und nachts 17 Grad, ruhige Parks und ruhige Strandabschnitte, romantische Altstadtgassen mit Kneipen, Restaurants und ziemlich vielen fröhlichen Menschen, diese allgemein zu spürende Gelassenheit und Freundlichkeit. Kurzum wir fühlen uns hier in Galizien – sei es La Coruña, Sanxenxo oder aktuell in Vigo – ausgesprochen wohl und das ist sicher auch ein Grund, warum wir uns seit einiger Zeit so zögerlich fortbewegen. So, das mussste mal zu diesem schönen Stück Land gesagt werden. Zu den Häfen kann man allgemein sagen, dass die Betreiber häufig Segelclubs sind und die müssen über irgendwelche Fördergelder verfügen, weil anders können wir uns diesen Wohlstand nicht erklären. Es gibt millionenschwere Vereinsheime mit Sekretariat, Concierge und einigen Marinamitarbeitern, sog. Marineros, Jollenhallen, Parkhäusern, Fuhrpark, Krananlagen, etc. Da muss wohl ein besonderes – evtl. staatliches – Förderkonzept dahinter stehen. Aber jetzt wollen wir dann doch mal mit unseren weiteren Plänen rausrücken. Morgen Abend fliegt Larissa nach Good old Germany. Wir haben wieder mal einen Leihwagen zum günstigen Wochenendtarif und werden sie nach Santiago de Compostela zum Flieger bringen. Heute haben wir dann noch eine Werftvertretung für unser Schiff gefunden, denn unsere Zinkanoden vom Antrieb (Schraube und Welle) sind breits ziemlich aufgebraucht und müssen dringend erneuert werden. Geschieht dies nicht beizeiten, kann der Antrieb rosten. Dazu wird das Schiff am Montag morgen mt einem sog. Travellift (Kran) ein Stück aus dem Wasser gehoben, bis man die Zinkanoden erreichen kann. Wenn alles gut geht, ist das in einer Stunde getan und wir können am gleichen Tag noch ein Stück weiter, wenn nicht, hier in Vigo gibt es so viel zu sehen. Und dann wollen wir weiter nach Portugal, wenn der Wind mitspielt. Seit fünf Tagen gibt es nur thermische Winde, d.h. morgens weht meist ein schwacher Wind aus Ost, der ab mittags auf Südost dreht. Noch bevor es Zeit ist für Kaffee und Kuchen, dreht der Wind so gegen 14 Uhr auf Süd, um dann im weiteren Lauf des Nachmittags auf Südwest zu drehen und ein bisschen aufzufrischen. Abends ist dann die Luft raus beim Wind (nicht bei uns) und kein Hauch weht mehr. Den ganzen Weg nach Süden wollen wir auch nicht motoren, wir sind ja nun mal auf einem Segelboot und deswegen müssen wir mal abwarten, wie weit wir kommen, bevor wir uns Ende September einen Leihwagen mieten und für ca. 14 Tage nach Darmstadt fahren werden. Aber egal, ob das Schiff nun hier in Spanien bleibt oder ob wir bis dahin noch nach Lissabon segeln werden, wir hoffen auch weiterhin, eine so gute Zeit zu haben – mit schöner Lanschaft, schönen Städten, schönen Segelabschnitten und natürlich auch mit Euch, Ihr lieben Freunde in der Heimat. Danke für Eure Zuschriften, eure positiven Kommentare und Eure Anrufe. Bilder folgen, wenn wir wieder WLAN haben.