

Schon lange bevor die eigentlichen Weihnachtstage beginnen, werden in zahlreichen Orten und Gemeinden Krippen aufgebaut. Doch nicht so wie in Deutschland, mit nur ein paar Figuren und einem Stall. Bei den hiesigen Krippen werden die Highlights der Insel „en miniature“, detailgetreu nachgebaut. Sei es die Saline, die historische Bäderbrücke in Arrecife, das bunte Haus in Arrieta, die Vulkanlanschaften, die Weinberge und noch vieles mehr wird mit viel Aufwand modelliert und konstruiert. Die schönsten Krippen, die wir bisher kannten, stehen in Tinajo, in Arreciffe und Yaiza. Jede für sich ein echtes Kunstwerk.
Heute haben wir einen Ausflug in das Vulkan- und Weinanbaugebiet gemacht und einen Stop bei der Stratus Bodega eingelegt. Wir wurden mit stimmungsvoller Livemusik empfangen und nahmen uns dann erstmal viel Zeit, um die aufwendig gebaute Krippe zu inspizieren. An der Stelle sagen Bilder mehr als Worte, und was nachgebaut wurde, habe ich ja schon weiter oben ausgeführt.





Wir drehten noch eine Runde durch den dazugehörigen Bodegaladen, in dem neben dem Wein noch regionale Köstlichkeiten, Souvenirs und regionale Mode-Accesoires angeboten wurden. Cornelia konnten einem preisgekrönten Käse nicht widerstehen, aber der, wie sie selbst sagte, der teuerste Käse ist, den sie je gekauft hat. (Glücklicherweise schmeckt er auch richtig gut.)


Wir hörten noch ein wenig der Band zu und machten uns dann auf den Weg zur nächsten Bodega, die nur einen größeren Steinwurf von Stratus entfernt ist.
Angekommen bei der Bodega Geria, fanden wir das leckere grobe Salz (hier bezahlbar) aus der Inselsaline zum Verkauf und stöberten durch den Weinverkauf. Aber auch hier gab es leider keinen Spumante, und den trinken wir doch als mal gerne. Alsbald lockte uns Gesang und Gitarrenmusik nach draußen. Traditionelles kanarisches Liedgut wurde stimmungsvoll von einem Männerchor mit vielen Gitarren und phantasievollen Rhythmusinstrumenten dargebracht. Wir setzten uns zu den Fans und genossen den einzigartig schönen Ausblick ins Vulkangebiet, die Musik, die teilweise tanzende Menge und die wärmende Mittagssonne.
Jeden Samstag gibt es diese musikalischen Veranstaltungen, bei verschiedenen Bodegas. Nun wissen wir jetzt schon, was wir am nächsten Samstag wieder machen werden.
Ansonsten ist Weihnachten jetzt gelaufen, auch in Spanien. Am Tag der Heiligen Drei Könige bekommen die Kinder ihre Geschenke, danach verschwindet auch hier die Weihnachtsdekoration so langsam aus dem Stadtbild.
An Bord standen in der letzten Woche ein paar Unterhalts-und Verbesserungsarbeiten an. Ich habe die beiden großen Genuawinschen in ihre Einzelteile zerlegt, gründlich gereinigt, frisch gefettet und wieder zusammengesetzt. Bei den großen Winschen ist das eine sehr zeitaufwendige Prozedur. Doch es gibt noch ein paar weitere Fortschritte zu vermelden. Die neuen Batterien sind eingebaut und liefern ab jetzt den Strom und halten auch bei hohem Verbrauch ihre Spannung über 25, 6 Volt. Die dazugehörige Regelelektronik wie das Batterie-Management-System und der Cerbo, der die Daten übermittelt, arbeiten ebenfalls tadellos. Kurzfristig haben wir uns schon vor Weihnachten entschlossen, das Batteriesystem mit einer weiteren, also einer dritten Batterie zu erweitern. Die soll kommende Woche kommen und muss dann nur noch in das bestehende System integriert werden. Ich werde bald mal über das komplette Batterie-Setup ausführlich berichten, wenn es komplett ist.



Ein Geräusch, das Freude macht: So schön klappert die frisch gereinigte und geölte Sperrklinke:
Der lokale Motormechaniker will am Montag nochmal vorbeikommen, weil das Impellergehäuse auf magische Weise immer noch leckt, und an dem Punkt, zwei Monate nach der Wartung, mal endlich Ruhe herrschen muss, sonst schwillt mir der Kamm, wie man so schön sagt.
Nächste Woche rauscht nochmal ein Tiefdruckgebiet mit Regen und Gewitter im Gepäck durch. Wir liegen ja gut hier in Puerto Calero, und erst, wenn die neuen Solarpanele installiert sind können wir wieder ans Segeln denken. Obwohl es so langsam in den Fingern kribbelt, so ein lange segellose Zeit ist nichts für mich.

