

Tatsächlich stimmt das – erstaunlicherweise – auch für Lanzarote, es gehört ja zu Spanien. Wir haben das noch nie so gesehen, und ganz viele andere, die noch länger hier auf Lanzarote leben, haben mir das bestätigt, nicht oft grünt es so grün.



Seit Anfang des Jahres regnet es. Nicht nur einmal in der Woche, wie anfangs, inzwischen regnet es an den meisten Tagen eher zweimal täglich, sehr seltsam. Solche Regenmengen sind auf Lanzarote eine Seltenheit, die Abflüsse an Straßen und Plätzen sind für solche Mengen nicht ausgelegt, in der Hauptstadt Arrecife, am Charco, geht unsere Freundin Ulrike nur mit Gummistiefeln mit dem Hund spazieren. Dafür gibt es unglaublich schöne Regenbogen:




Wir genießen die Fahrten über die Insel, man kann quasi zuschauen, wie das Gras, die Kräuter und die Wiesenblumen wachsen, Volker hatte schon die Idee, hier groß einzusteigen mit dem Import von Unkrautvernichtungsmitteln und Rasenmähern. Selbst an den Hängen der Vulkane wachsen kleine grüne Pflanzen, und inzwischen blühen die ersten Wiesenfelder. Lanzarote besteht ja aus Vulkangestein, und Vulkanerde ist unglaublich fruchtbar, reich an Mineralien, deshalb braucht es nur ein bisschen Regen, und schon fängt das Wachstum an. Wenn es aber so viel regnet wie in den letzten Wochen, kann man den Pflanzen beim Wachsen zuschauen.


Zwischendurch kommt ein strahlend blauer Himmel ans Licht, und wenn die Sonne strahlt, ist es warm, man kann draußen sitzen – aber nur im Windschatten – und die Wärme genießen. Denn der Wind war fast die ganze Zeit eher stürmisch. Gestern ist er eingeschlafen, aber – ebenfalls seit Beginn des Jahres – hatten wir mehrere Tage mit acht Windstärken. Deswegen gab es auch über vier Meter hohe Wellen an den nordwestlichen Küsten der kanarischen Inseln. Dort sind leider auch mehrere Menschen in den Wellen umgekommen.



Nun gibt es hier Menschen, die sich total freuen über das Grün, und andere, denen der Regen auf die Nerven geht, die ihre Insel lieber wieder in rot-schwarz sehen würden. Wir haben die Cockpitkissen im Boot verstaut, damit sie nicht nass werden, die Stoffschuhe in den Schrank gepackt, die warmen Mäntel und Regenjacken rausgeholt, aber wir sind immer wieder begeistert von dem neuen Farbglanz unserer Insel. Und oftmals gibt es wunderschöne Regenbogen.


Ab heute, Samstag, soll die Regenzeit vorbei sein. Tatsächlich hat es bis jetzt, 16:00 Uhr, noch nicht geregnet. Aber so richtig warm ist es leider nur im Windschatten, bei Sonne. Samstags gibt es bei den hiesigen Weingütern, also zumindest bei einigen, Live Musik, wir wollten gerne zuhören, und waren beim Weingut Stratus. Es war auch sehr schön, eine karibisch anmutende Sängerin sang mit bluesig-jazziger Stimme bekannte Lieder, leider nur zur Musik aus der Dose, aber es gefiel den Anwesenden gut, es wurde ordentlich applaudiert. Nur leider frischte der Wind immer mehr auf, sodass wir mit eiskalten Händen schließlich ins warme Auto geflohen sind.



Normalerweise muss man auf Lanzarote den Weißwein oder den hervorragenden Sekt aus der Malvasia-Traube richtig kühlen, mit Kühlmanschetten oder diesem genialen Stab, den uns Freundin Susanne geschenkt hat. Er wird einfach im Eisfach gekühlt, und in die Weinflasche gesteckt. Der Wein kommt dann durch den Stab in einem feinen Strom ins Glas, und ist tatsächlich eiskalt. Aber heute waren die Weißweine auch so richtig in der Temperatur, die vollen Gläser konnten sogar eine Weile rumstehen, ohne dass der Wein zu warm geworden wäre.
Nach dem Wochenende soll endlich wieder das lanzaroteñische Winterklima zurück kommen, 20 bis 25 Grad am Tag und nicht kälter als 18 Grad in der Nacht. Na, dann hoffen wir mal, dass die Vorhersagen der Wetterberichte stimmen. Aber, trotz allem Gejammere ist es hier ja doch deutlich wärmer als im kalten Deutschland oder im noch kälteren Kanada!
Die Windsbraut kommt!