Leise

…rieselte der Schnee am Abend vor unserem Rückflug nach Lanzarote und verzauberte unseren kleinen Garten in ein weißes Winter Wonderland.

Am Tag davor haben wir alle Weihnachtsdekoration in die Kisten gepackt, den Weihnachtsbaum entschmückt, und ihn schließlich in den Garten verfrachtet. Danach galt es das hinterbliebene Nadelmeer auf dem Fußboden zu beseitigen und die Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen. Wie ein eigentlich frischer Tannenbaum, nach gerade mal neun Tagen im heimischen Wohnzimmer, so arg nadeln kann, ist mir ein Wunder. 

Aber egal, die Koffer waren rechtzeitig gepackt und wir abholbereit und abflugklar. Doch durch einen medizinischen Notfall in der Nachbarschaft unseres Schwiegersohnes mussten wir mit unserem Auto los, da die Straße dort durch die Rettungswagen blockiert war. Dabei habe ich wohl in der plötzlichen Hektik mein Telefon zuhause liegen lassen, und das erst kurz vorm Flughafen bemerkt. Ich nahm den Umstand halbwegs gelassen zur Kenntnis, denn wir haben noch ein altes Ersatztelefon an Bord, und ich habe mir schon vorgestellt, wie ich in den nächsten Wochen ein Smartphone freies Leben führe (das kann man sich aber gar nicht vorstellen Anm. d. R.). Doch wie es der Zufall so wollte, bekam die Capitania kurz nach dem Passieren der Security eine Nachricht auf ihr Telefon, dass unser Flug 1,5 Stunden Verspätung hat. Diese Chance musste ich dann schon nutzen, um doch mit meinem Telefon nach Lanzarote zu fliegen. Ein kurzer Anruf beim Schwiegersohn, der sich sofort bereit erklärte, das Telefon zuhause abzuholen, und ein kurzes Gespräch mit den Security Mitarbeitern, die uns wieder in den offenen Flughafen-Bereich schleusten, reichten . Eine knappe Stunde später hatte ich mein Mobiltelefon wieder in den Händen. Ein bisschen Abenteuer ist ja ganz ok. Danke an Johannes.

Jetzt sind wir wieder auf dem Boot, haben Sylvester mit unseren lieben Freunden an Bord gefeiert und erfreuen uns an den wärmeren Temperaturen. Obwohl es in den letzten Tagen wettermäßig sehr wechselhaft ist für hiesige Verhältnisse. 

Lanzarote verwandelt sich zusehends  zur grünen Insel, in den letzten Wochen hat es hier, nach den trockenen Wintern der letzten Jahre, außergewöhnlich viel geregnet. So grün haben wir unsere Insel noch nie erlebt. Überall wächst und gedeiht es, und es gibt viele wild blühende Blumen. Als ob es nicht schon genügend Regen gegeben hätte, liegt die atlantische Tiefdruckbahn in diesem Winter anscheinend so weit südlich, dass Lanzarote immer wieder von diesem windigen und feuchten Wetterphänomen gestreift wird.

Heute waren wir mal wieder Wellen gucken, denn das jetzige Tief bringt eine Sturmfront mit hohen Wellen mit sich. Dieses Spektakel lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Rolf und Cerstin waren mit von der Partie, und in der Umgebung von La Santa bewunderten wir die anrollenden Wassermassen und die brechenden Wellen. 

Die nächsten Tage werden mit 17-18 Grad recht kühl, die Dieselheizung an Bord funktioniert, und die langen Hosen stehen im Moment höher im Kurs als die Shorts. 

Zum Schluss wollen wir es nicht versäumen, all unseren Lesern und Freunden ein wunderbares neues Jahr mit Glück, Freude und Gesundheit zu wünschen.

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