Punktlandung

Der Teide, deutlich sichtbar beim Anflug

Sanft setzt die Boing 737 auf der Asphaltpiste des Flughafens auf, Applaus von den Fluggästen gibt es diesmal nicht. Irgendwie scheint es bei den Passagieren der Flugzeuge kein erkennbares System zu geben, ob nach einer glücklichen Landung geklatscht wird oder eben nicht –Zufallsprinzip anscheinend. Nur Cornelia wollte applaudieren, weil es eine ganze sanfte Landung der weiblichen Copilotin nach wirklich wackeligem Anflug war. Frauensolidarität eben.

Simone mit Jochen und Sohn Reik, die die Osterferien auf Teneriffa verbringen, holen uns vom Flughafen mit deren Leihwagen ab. Los geht es zum Schiff. Die Hexe liegt weiß glänzend im Hafenbecken und sieht hübsch aus. Cristino, unsere „Putzfee“ hat in unserer Abwesenheit ganze Arbeit geleistet, ohne das geht es auf den Kanaren nicht. Einfach so mal das Schiff wochenlang ohne Reinigungsfee liegen zu lassen, ist nicht empfehlenswert. Zu sehr setzt der Wüstensand der Sahara, der schwarze Staub aus dem Anagagebirge und der Ruß von den Armasfähren der weißen Gelcoatoberfläche zu.

Unser kleines Handgepäck ist schnell eingeräumt, die Cockpitpolster im selbigen plaziert und das Cockpitzelt eingezippt. (Es grüßen die Camper die Pastis :-). Danach geht es zu fünft in die Altstadt und Einkaufsgassen von Santa Cruz und endet in unserem Lieblingstapasbarrestaurant mit lokalen Köstlichkeiten.

Total veralgt

Der heutige Tag begann recht früh für die Capitania und mich. Gemäß dem Motto, “es gibt viel zu tun, packen wir es an”, starten wir in den Tag. Die Springfestmacherleine hat in unserer Abwesenheit im Hafenwasser geschleift und war zum Kleinbiotop, mit dickem Algenbewuchs, mutiert, da half nur schrubben mit der Wurzelbürste, die Capitania packt die Bettwäsche für einen Auffrischungswaschgang in die Waschmaschine, fährt mit Simone zum Supermarkt, damit im Kühlschrank das Licht nicht umsonst brennt und serviert uns allen ein leckeres spätes Pizzafrühstück.

Ausflug zum Strand Las Teresitas

Ab der Mittagszeit bekommen wir noch mehr Besuch an Bord des Hexenkat. Wolfram und Malgiosa, eine Seglerfamilie, die wir auf La Gomera kennengelernt haben, kommen mit ihren zwei Söhnen auf einen Kurzbesuch nach Santa Cruz.

An Tagen wie diesen geht die Zeit so schnell vorbei, nach einem kleinen gemeinsamen Nachmittagsausflug und dem abendlichen Lotusgrillen mit Simone, Jochen und Reik liegen wir faul auf dem Salonsofa rum und lassen den Tag Revue passieren. An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit…

Abflug

Dunkel und monochrom grau ist es an diesem Mittwochmorgen, monoton klingend, mit einem ploppenden Geräusch, treffen die Regentropfen auf die metallene Fensterbank. Ganz anders wettermäßig war der gestrige Abend. Wir waren zu Axel und Ute in die Allee eingeladen. Es wurde angegrillt, Cecile und Gerhard waren mit von der Partie und alle Kinder. Obwohl “Kinder” klingt fast zu niedlich für die über einmeterachtzig großen Jungs, die ihrer Kindheit sichtbar entwachsen sind. Nach dem Freiluftessen auf der Terasse gab es noch angeregte Gespräche im beheizten Wohnzimmer.

Nach einer kurzen Nacht, in der ich wegen meines üblichen Reisefieber schlecht geschlafen habe, sitzen wir nun auf unseren gepackten Rucksäcken und warten auf den Bus. Nicht auf den Linienbus, sondern auf den VW-Bus, mit dem uns Larissa zum Flughafen bringen wird. Um 12.10 Uhr soll der Tuiflieger nach Teneriffa starten, und um 16.10 Ortszeit auf der Kanareninsel landen.

Morgen wollen wir die Hexe in einen segelklaren Zustand bringen und bei günstiger Windprognose am Freitag nach Lanzarote schippern. Obwohl das noch nicht ganz klar und sicher ist, weil es unterschiedliche Windprognosen für das Seegebiet rund um die Kanaren gibt. Wir hoffen, dass die für uns günstigste der Windvorhersagen eintrifft, andernfalls bleiben wir noch ein bisschen länger in Santa Cruz. Die blogfreie Zeit ist mit diesem kleinen Beitrag beendet. Wir freuen uns auf schöne Segelreisen mit unserem Kat und natürlich auf viele gute Zeiten mit befreundeten Seglern und auf neue Kontakte in 2018.