Die Spitze des Turms verschwindet im NebelDer graue Himmel schluckt den GoldglanzDüster schaut die Figur über das Becken
Wenn wir in Darmstadt sind, gehe ich jeden Morgen mit Samy über die Mathildenhöhe. Je nach Jahreszeit und Wetterlage zeigt sie sich in gänzlich unterschiedlichem Licht, das ist sehr spannend. Waren es im Sommer bereits vor acht Uhr kräftige Farben, die das Bild ausmachten, so sind es momentan eher Schwarzweiß-Bilder, die ich zu sehen bekomme. Der Hochzeitsturm verschwindet im morgendlichen Dunst, die goldenen Kuppeln der russischen Kirche schimmern nur noch verhalten. Dazu ist es still hier oben. Zwar dringt aus der Stadt und den Einfallstraßen ein gleichmäßiges Verkehrsbrummen, aber hier oben gehen nur ein paar einzelne Menschen mit ihren Hunden spazieren.
Hinter dem Schwanentempel geht der Blick Richtung OdenwaldSommerwolken schmücken den Himmel über dem EnsembleEin schöner Ort für Hochzeitsfotos
Im Sommer ist das anders, da gibt es auch schon frühe Touristen, die, mit Handys oder Fotoapparaten bewaffnet, wild in der Gegend herum knipsen. Im Winter sind die Steinfigurinen im Platanenhain in schmucklosen Holzkisten verpackt, damit der Frost ihnen nichts anhaben kann. Der vom Sommer ausgedörrte Rasen wird langsam wieder grün. Noch einen Unterschied gibt es: Im Winter bleiben die Wiesen auch am Samstag und Sonntag sauber, während dort im Sommer unzählige Flaschen und Dosen von den abendlichen Feierstunden Darmstädter Jugendlicher liegen bleiben, schade, dass sie dafür kein Gefühl haben, und ihren Dreck noch abends nicht aufräumen. So machen es die städtischen Angestellten, die schon früh morgens hier sauber machen, sehr löblich. Aber die Mathildenhöhe möchte ja auch Weltkulturerbe werden, da muss sie sich schon ordentlich präsentieren.
Der Hochzeitsturm, auch schön im kalten Winterhimmel
Mir gefällt mein Morgenspaziergang, der freie Blick bis hin zum Odenwald und auf der anderen Seite in die Rhein-Main-Ebene tut gut, und ich bin gerüstet für den Tag.
Nachdem wir in der vergangenen Woche unserem Oberbürgermeister bei seiner Rede zur Eröffnung des Darmstädter Weihnachtsmarktes zugehört, und die Schönheit der diesjährigen Glühweinkönigin bewundert haben, haben wir uns an den Folgetagen so richtig weihnachtlich eingegroovt.
Nikoläuse, Lichterketten, Weihnachtssterne und anderer vorweihnachtlicher Dekoschmuck wurde aus tiefen Kellerräumen hervorgekramt und an exponierter Stellen in unserer Wohnung drapiert. Doch das war nur der erste Schritt beim Zünden der Vorweihnachtsrakete.
Für uns…… für Larissa… für den Friedhof
Massen von Tannenzweigen wurden besorgt, Stumpenkerzen in der Drogerie gekauft und Wickeldraht im Baummarkt erworben. Vorgestern war es soweit, und in einem mehrstündigenArbeitseinsatz habe ich aus dem Material drei komplette Adventskränze gewickelt und dekoriert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Viele Englein
Gestern haben wir das regenfreie Wetterfenster genutzt und sind zusammen mit Larissa zum kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt nach Altsaarbrücken aufgebrochen, der dort bereits 44 mal, wie üblich am ersten Adventswochenende stattfand. Engel aus Metall und Schwemmholz, weihnachtliche Gestecke, Schickes in Strick, Silber sowie Silberschmuck werden ausgestellt und angeboten. Auch saarländisch-kulinarische Highlights wurden an den Buden im historischen Altsaarbrücker Ortskern präsentiert. Heute Abend treffen wir uns mit unseren Freunden aus der Allee zum alljährlichen Gänse- und Entenessen in der Linzer Stube.
Viel Neues vom Boot, bzw. von Outremer gibt es nicht, wir haben nur erfahren, dass es einen Schaden am Masttop gibt, der repariert werden muss, nur bei der Garantiefrage gibt es bis jetzt noch keine Einigkeit. Wir sind der Meinung, dass der Schaden durch den Großfallblock entstanden ist, nachdem der Lümmelbeschlag auf dem Atlantik gebrochen war. Lorimar, der Mastenbauer, verneint dies und will die Sache auf uns abwälzen, weil wir das Vorliek des Segels bei der provisorischen Reparatur nicht tief genug festgebunden hätten. Diese Argumentation finden wir sehr fragwürdig, da wir ja aufgrund eines Materialfehlers des Lümmelbeschlages, der zudem bekannt war, zu dieser Notreparatur gezwungen wurden. Wir werden zeitnah berichten. wie diese Sache ausgeht.