
mal auch Nordwest, aber niemals Nordost. Diese wenigen Worte beschreiben präzise die Windrichtungen in den Langfristvorhersagen, und damit offenbart sich unser Dilemma mit unserer Reiseplanung. Die nördlichen Winde wehen von Nordspanien, ausnahmslos. Damit ist der Weg Richtung Madeira/Azoren erstmal für uns versperrt, denn nur von dort könnten wir in den atlantischen Tiefdruckexpress einsteigen, der uns in den Norden bringen könnte, dem diesjährigen Sommerreiseziel.

Vielleicht fehlt uns nur die Lust auf 3-4 Tage hart am Wind, gegen 2-3 Meter hohe Wellen, bei 5-6 Beaufort zu segeln. Egal wie, “Hätte, hätte, Fahrradkette”, wie man so schön sagt, es bleibt uns nur „Abwarten und Teetrinken“.
Oder darf es doch ein alkoholisches Getränk sein, so wie gestern Abend. Da waren wir mit Jörn und Jana in unserem neuen Lieblingsrestaurant lecker Tapas essen. Die Auswahl und die Qualität der Tapas,im La Ermita in Tías ist wirklich unerreicht. Ich könnte da jeden Tag hin, Cornelia reichen gelegentliche Besuche. Danach gab es im vertrauten Upperdeck noch ein paar leckere weiße Cavasangria, mit Früchten und ausreichend Alkohol. (Ich hab lieber ein Glas Rioja genommen, und die Früchte am Ende aus Volkers Glas gepickt.)
Seit drei Tagen sind wir wieder auf Lanzarote, und die Sonne hat in der Zeit unserer Abwesenheit ganze Arbeit geleistet. Die Farbe der zuvor grünen Insellandschaft ist dem traditionell vertrauten, rot-braunen Farbton gewichen. Das Wetter hat sich gebessert, der nasskühle Winter ist endlich Geschichte. Jedoch, so richtig sommerlich ist es noch nicht, aber bei 23 Tagestemperatur gibt es nicht wirklich einen Grund zu jammern. (Nur der Wind könnte sich auch mal ausruhen!)




Gestern waren wir bei Lidl einkaufen, und nachdem die Capitania in Deutschland kiloweise Erdbeeren vernichtet hat, waren wir total happy, dass nun auch dort im Sortiment kanarische Erdbeeren aus Teneriffa angeboten werden. Wir wollten leckere Marmelade davon kochen, nur Gelierzucker gibt es auf Lanzarote nicht, man macht hier keine Marmelade selbst, sagte die freundliche Verkäuferin, aber Gelatinepulver gibt es, nun muss sie nur noch fest werden.
Gestern war ich mal wieder im Wasser zum Rümpfe Reinigen und ich muss sagen, dass das Coppercoat von mal zu mal einen besseren Bewuchsschutz bietet. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich jetzt öfter mit einem Schleifschwamm die Oberfläche und damit das Kupfer reaktiviere. So macht die Unterwasserschiffpflege Spaß und geht auch schneller vonstatten.

Ansonsten braucht der Aufbau mal wieder eine Politur, und das ist mein Arbeitsprogramm der nächsten Tage. Die Capitan hat sich auch Arbeit, bzw. Material mitgebracht. Ein Reißverschluss vom Cockpitzelt hat leider Zahnausfall und muss ersetzt werden. Ansonsten steht die Hexe hübsch da, nachdem ich gestern, den Saharastaub der letzten Wochen mit einem gründlichen Waschgang entfernt habe.
Gestern war hier nicht wie in Deutschland Vatertag, nur einen Bollerwagen mit ‘ner Kiste Bier für eine Vatertagstour habe ich hier auch nicht. Es gab stattdessen einen ausgiebigen Mittagsschlaf und ein großes Eis zur Kaffeezeit, sehr schön.