Heavy Metal

so ein kleiner Hund!

Seit gestern haben wir wieder die täglichen Spaziergehrunden mit den Tierheimhunden in Los Realejos in unserem Tagesprogramm. Seit unserem letzten längeren Aufenthalt im Februar auf Teneriffa wurden viele der kleineren Hunde in ein neues Zuhause vermittelt. Die Arbeit der Tierschützer vor Ort wird wohl dennoch niemals enden, denn es gab ebenso viele Neuzugänge. Vor ein paar Tagen wurden drei gerade mal sechs Wochen alte Welpen bei einer Polizeistation abgegeben und von dort ins “Refugio internacional de los animales” vermittelt. Die drei schwarzen Babywelpen sind sooooo süß und genießen jede menschliche Zuwendung. Larissa, der wir ein paar Fotos zugesandt haben, meint, dass es sich eventuell um Bulldogwelpen handeln könnte.

“Sinfonia de las gambas”, lecker!

Gestern Abend waren wir unglaublich leckere Tapas in Puerto de la Cruz essen. Abschiedsessen sozusagen, nicht für uns, aber für Simone Jochen und Reik, deren Urlaub auf Teneriffa sich dem Ende zuneigte. Die „Bodega Julian” ist nicht nur wegen ihres leckeren Essens bekannt, es werden zwischendurch von dem Chef des Hauses und der stimmgewaltigen Tochter spanische Balladen gesungen und mit Gitarre begleitet.

Die ganze Familie macht Musik

Nicht umsonst glänzt die Bodega mit Top-Bewertungen im Netz und ohne Tischreservierung bekommt man auch keinen Platz.

Heute Nachmittag ging es mit unseren Schweizer Freunden, Walter und Monika, zu einem Probeschlag hinaus auf den Atlantik. Die beiden haben in Eigenleistung in 17 Jahren ein 42 Fuß langes Stahlschiff gebaut. Das Hauptaugenmerk bei der Ausfahrt war, was man trimmtechnisch am Schiff noch verbessern kann, um noch ein paar Zehntelknoten mehr raus zu kitzeln. Das Schiff ist als Langkieler konzipiert, braucht ein bisschen mehr Wind, bis es los segelt, dafür setzt es wundervoll weich in die Wellen ein und vermittelt so ein ganz anderes, ruhigeres Segelgefühl als die gewohnten Performance-Yachten. Trotz anfänglicher Schräglage beim Amwindkurs hatte Cornelia deshalb das Einrumpfersegeln sehr genossen.

brrrrr…

Das Wetter ist fast noch wie zur Winterszeit, es regnet hin und wieder, die Temperaturen liegen zwischen 18 und 20 Grad, und der Wind weht kühl aus nördlicher Richtung. Insgesamt  haben wir uns das ein bisschen wärmer vorgestellt oder vielmehr erhofft.

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Punktlandung

Der Teide, deutlich sichtbar beim Anflug

Sanft setzt die Boing 737 auf der Asphaltpiste des Flughafens auf, Applaus von den Fluggästen gibt es diesmal nicht. Irgendwie scheint es bei den Passagieren der Flugzeuge kein erkennbares System zu geben, ob nach einer glücklichen Landung geklatscht wird oder eben nicht –Zufallsprinzip anscheinend. Nur Cornelia wollte applaudieren, weil es eine ganze sanfte Landung der weiblichen Copilotin nach wirklich wackeligem Anflug war. Frauensolidarität eben.

Simone mit Jochen und Sohn Reik, die die Osterferien auf Teneriffa verbringen, holen uns vom Flughafen mit deren Leihwagen ab. Los geht es zum Schiff. Die Hexe liegt weiß glänzend im Hafenbecken und sieht hübsch aus. Cristino, unsere „Putzfee“ hat in unserer Abwesenheit ganze Arbeit geleistet, ohne das geht es auf den Kanaren nicht. Einfach so mal das Schiff wochenlang ohne Reinigungsfee liegen zu lassen, ist nicht empfehlenswert. Zu sehr setzt der Wüstensand der Sahara, der schwarze Staub aus dem Anagagebirge und der Ruß von den Armasfähren der weißen Gelcoatoberfläche zu.

Unser kleines Handgepäck ist schnell eingeräumt, die Cockpitpolster im selbigen plaziert und das Cockpitzelt eingezippt. (Es grüßen die Camper die Pastis :-). Danach geht es zu fünft in die Altstadt und Einkaufsgassen von Santa Cruz und endet in unserem Lieblingstapasbarrestaurant mit lokalen Köstlichkeiten.

Total veralgt

Der heutige Tag begann recht früh für die Capitania und mich. Gemäß dem Motto, “es gibt viel zu tun, packen wir es an”, starten wir in den Tag. Die Springfestmacherleine hat in unserer Abwesenheit im Hafenwasser geschleift und war zum Kleinbiotop, mit dickem Algenbewuchs, mutiert, da half nur schrubben mit der Wurzelbürste, die Capitania packt die Bettwäsche für einen Auffrischungswaschgang in die Waschmaschine, fährt mit Simone zum Supermarkt, damit im Kühlschrank das Licht nicht umsonst brennt und serviert uns allen ein leckeres spätes Pizzafrühstück.

Ausflug zum Strand Las Teresitas

Ab der Mittagszeit bekommen wir noch mehr Besuch an Bord des Hexenkat. Wolfram und Malgiosa, eine Seglerfamilie, die wir auf La Gomera kennengelernt haben, kommen mit ihren zwei Söhnen auf einen Kurzbesuch nach Santa Cruz.

An Tagen wie diesen geht die Zeit so schnell vorbei, nach einem kleinen gemeinsamen Nachmittagsausflug und dem abendlichen Lotusgrillen mit Simone, Jochen und Reik liegen wir faul auf dem Salonsofa rum und lassen den Tag Revue passieren. An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit…

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Abflug

Dunkel und monochrom grau ist es an diesem Mittwochmorgen, monoton klingend, mit einem ploppenden Geräusch, treffen die Regentropfen auf die metallene Fensterbank. Ganz anders wettermäßig war der gestrige Abend. Wir waren zu Axel und Ute in die Allee eingeladen. Es wurde angegrillt, Cecile und Gerhard waren mit von der Partie und alle Kinder. Obwohl “Kinder” klingt fast zu niedlich für die über einmeterachtzig großen Jungs, die ihrer Kindheit sichtbar entwachsen sind. Nach dem Freiluftessen auf der Terasse gab es noch angeregte Gespräche im beheizten Wohnzimmer.

Nach einer kurzen Nacht, in der ich wegen meines üblichen Reisefieber schlecht geschlafen habe, sitzen wir nun auf unseren gepackten Rucksäcken und warten auf den Bus. Nicht auf den Linienbus, sondern auf den VW-Bus, mit dem uns Larissa zum Flughafen bringen wird. Um 12.10 Uhr soll der Tuiflieger nach Teneriffa starten, und um 16.10 Ortszeit auf der Kanareninsel landen.

Morgen wollen wir die Hexe in einen segelklaren Zustand bringen und bei günstiger Windprognose am Freitag nach Lanzarote schippern. Obwohl das noch nicht ganz klar und sicher ist, weil es unterschiedliche Windprognosen für das Seegebiet rund um die Kanaren gibt. Wir hoffen, dass die für uns günstigste der Windvorhersagen eintrifft, andernfalls bleiben wir noch ein bisschen länger in Santa Cruz. Die blogfreie Zeit ist mit diesem kleinen Beitrag beendet. Wir freuen uns auf schöne Segelreisen mit unserem Kat und natürlich auf viele gute Zeiten mit befreundeten Seglern und auf neue Kontakte in 2018.

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Eine (traurige) Liebesgeschichte

Schnee auf dem Balkon im März

Wir sind noch immer im winterlich kalten Darmstadt. Heute morgen hat es noch heftig geschneit! Zumindest soll es zum Wochenende hin ein wenig wärmer und am Samstag auch durchweg sonnig werden.

Ein frühlingshafter Lichtblick, auf den wir uns freuen. Die Uhr wird am Wochenende auf die von uns favorisierte Sommerzeit umgestellt. Diese späte kühle Phase im März scheint wohl ein bekanntes Wetterphänomen zu sein und wird dementsprechend als Märzwinter bezeichnet. Ca. alle 5 -10 Jahre bleibt es im März winterlich kalt, dass es ausgerechnet dann sein muss, wenn wir zu dieser Zeit im Lande sind, ist schlicht und einfach Pech.

Der Lorbeerwald auf La Gomera

Richtiggehend Pech hatten der tragischen Legende nach auch die Prinzessin Gara von La Gomera und ihr Geliebter Jonay. Die beiden Jugendlichen verliebten sich auf einem Fest, bzw. einer Zusammenkunft der Stammeshäuptlinge von La Gomera und Teneriffa. Ein Priester sagte den beiden und den Inseln ein großes Unheil vorher, wenn sie an ihrer Liebe festhalten sollten. Doch Gara und Jonay ließen sich davon nicht beeindrucken, und der Jüngling überquerte in einem Boot aus Ziegenfellen die Meeresenge zwischen Teneriffa und La Gomera, um seine geliebte Prinzessin in die Arme zu schließen. Gemeinsam floh das Liebespaar in den Lorbeerwald von La Gomera. Als beide keine Zukunft für ihre Liebe mehr sahen, schnitzen sie eine beidseitig angespitze Lanze aus Lorbeerholz, hielten diese zwischen sich und umarmten sich zum letzten Mal, während die Lanze ihr Leben auslöschte. Seit dieser Zeit, so sagt man, heißt der Nationalpark und Nebelwald auf La Gomera “Garajonay”

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Festes Wasser, auch Schnee genannt

Zauberhafte Bergwelt

Viele Pistenkilometer und auch Höhenmeter liegen hinter uns und alle Knochen sind glücklicherweise heil geblieben. Alle Zutaten, die man für eine perfekte Skifahrwoche braucht, haben wir in Maria Alm vorgefunden: Enorm viel Schnee auf gut präparierten Pisten, wenig Menschen an den Liften und auf den Pisten, fast jeden Tag Sonne, nette Pistenlokale zum Einkehren, oder die eine oder andere Après-Ski-Party.

Rezept für Kaspressknödel, lecker!

Für mich war Maria Alm mit seinen angrenzenden und über Lifte, Gondeln und Bergbahnen verbundenen Skiorten wie Diemen, Hintermoos, Hintertal und Mühlbach eines der schönsten Skigebiete der letzten Jahre. 32 Pistenkilometer umfasst dieser “Hochkönig” genannte Teil der Österreichischen Alpen. Abends wurden wir in den landestypischen Restaurants mit österreichischen Spezialitäten, wie Speckknödelsuppe,  Gröstl, Wiener Schnitzel, Haxen oder Gebirgsbachforelle lukullisch verwöhnt.

Bereit für die Abfahrt!

Auch Hund Nana
liebt den Schnee
… und die großen Stöcke

Nur einen kleinen Pferdefuß gab es dann doch, wir waren alle mehr oder minder die ganze Woche erkältet, verschnupft oder von Husten geplagt. Die lokale Apotheke wurde mehrfach frequentiert, um Nasenspray, Schleimlöser oder Halsschmerztabletten käuflich zu erstehen. Eins ist sicher, wir wollen im nächsten Winter wieder nach Maria Alm zurück.

Auch am Skilift gibt es Hexen …

Seit Freitag Abend sind wir wieder im mittlerweile frühlingshaften Darmstadt, heute war es tatsächlich 16 Grad warm. Da wir im Moment leider nicht wissen, wann es zurück zu den Kanaren geht, werden wir eine Blogpause einlegen.

 

Mitte rechts der Großglockner

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Ein bisschen Kultur

Die letzten zwei Tage in Darmstadt haben wir genutzt, um mal wieder ins Theater zu gehen. Unser Spanisch wird ja jeden Tag besser, aber ob das für einen ganzen Theaterabend ausreichend wäre, wage ich zu bezweifeln. Das machen wir lieber auf deutsch. So sind wir Freitag Abend ins Darmstädter Mollerhaus gezogen, ein Ein-Personen-Stück stand auf dem Programm: “Inneres Ensemble”, von und mit Anouschka Sarafzade. Um es gleich vorweg zu nehmen, ein großartiges Stück!

Eine Schauspielerin und eine Leinwand und ganz wenige Requisiten, aber viele Kostüme.
Bei der Generalprobe eines Stücks ist die Regisseurin vollkomen genervt: Die Schauspielerinnen machen, was sie wollen, keine Szene läuft ungestoppt durch, und sie sucht immer nach dem roten Faden des Ganzen. Am Anfang ist auf der Leinwand im Video ein Zuschauerraum zu sehen, langsam füllt er sich mit den Frauen, alles verschiedene Facetten der Autorin oder der Regisseurin, “eine Reise durch die Vielfältigkeit des eigenen Ichs”, nennt es Sarafzade. Prominent ist die lustige Figur der “Pausenfüllerin”, es gibt die Handwerkerin, die Nichtskönnerin, die Schlussdramatikerin, und und und…

In Real und auf der Leinwand

Immer spielt die Schauspielerin mit der Leinwand, läuft in die gefilmte Szene hinein oder die Regisseurin redet mit dem gefilmten Schauspieler-Ich, sehr spannende siebzig Minuten. Das Publikum war begeistert, wir auch, ein schöner Abend und sehr empfehlenswert, sollte das Stück auf Tournee in Eure Stadt kommen.
Gestern Abend, nachdem die Koffer für unsere Skiwoche gepackt waren, haben wir uns noch in das Darmstädter Jazz-Institut im Achteckigen Haus aufgemacht, und uns bei der Musik der Gruppe “Don’s Bag” mit Gast Jan Belling am Saxophon einen entspannenden Abend zu gönnen. Klassische Jazzstücke aus den sechzigern und Jazzsounds zu Prince, ebenfalls ein gelungener Abend.

Seit sieben Uhr sind wir mit dem Auto unterwegs, durch dicke Nebelfelder in den Niederungen und sonnige Höhenlagen, die Wiesen sind noch leicht mit Schnee bedeckt, nach Österreich zum Skifahren.

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Krabbelt da was?

Eine gewisse Ruhe ist wieder im Hafen eingekehrt. Das Geschaukel der Boote in den letzten Tagen hat nicht nur an den Leinen, sondern auch an unseren Nerven gezerrt. Jetzt ist der Schwell aus dem Süden verschwunden, der Wind hat sich gelegt Frieden im Schiff und im Hafen. Nur über eine Sache sind wir seit gestern mehr als beunruhigt und hoffen inständig, dass es nur ein bedeutungsloses Kleintier war, das ich gesehen habe.

Die Kanaren sind leider unter Fahrtenseglern dafür bekannt, dass sie die Heimat der gefürchteten Küchenschaben oder auf spanisch Cucarachas sind. In jeder Pappverpackung oder in Salat und Obst können Eier oder Larven der Plagen hängen, und unentdeckt mit den Einkäufen an Bord gelangen.

La Cucaracha gibt es auch als Lied…

Jedenfalls, gestern Nacht, in den frühen Morgenstunden, krabbelt ein kleines rötliches Krabbeltier an der Innenverkleidung von unserer Kajüte lang. Noch halb im Schlaf versuche ich, das „Tierchen“ mit der flachen Hand zu erschlagen, erwische es aber nicht richtig, und das Insekt rutscht zwischen Matratze und Bordwand nach unten. Ich war sofort aus dem Bett, die eilig geweckte Capitania kurz danach. Wir haben die Lattenroste aufgestellt, alles abgesucht und abgeleuchtet, doch das vermaledeite Tier war nicht zu finden. Nachdem alles zurück am Platz – und die Capitania wieder eingedöst war, habe ich im Netz nach Bildern von Küchenschaben gefahndet. Soviel sei gesagt, rötlich sind sie fast alle, doch ob das nur ein harmloser Käfer oder eine Cucaracha war, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Gelesen habe ich jedenfalls, dass es leider auch kleine fliegende Kakerlaken gibt. Im Tageslicht haben wir dann alle Bilgenabteile durchsucht und nix tierisches gefunden, außer vielen möglichen Verstecken, in Kabelrohren und nicht erreichbaren Durchbrüchen.

Fallen extra für Cucarachas gibt es zu kaufen

Nicole hat heute fünf Cucaracha-Fallen im Supermarkt gekauft und an verschiedenen Stellen im Schiff aufgestellt. Doch die Unsicherheit bleibt. Was, wenn das Krabbeltier irgendwo seine Eier abgelegt hat, kurz bevor es verendet ist, und die gefürchteten Schaben sich epidemieartig im Schiff verbreiten? Wenn wir nur eine in den aufgestellten Fallen finden, wissen wir, dass wir ein super ernstes Problem an Bord haben. Jetzt heißt es abwarten und die Nerven bewahren. Im schlimmsten Fall muss ein Kammerjäger das Schiff, bzw. die Plage ausräuchern…

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Kein Ende in Sicht

Gestern war Rundfahrtag, über 200 zurückgelegte Kilometer standen auf dem Tagestacho von unserem kleinen Leihflitzer, einem Citroen C3. Wir haben Nicole einen Teil der Schönheiten von Teneriffa gezeigt. Angefangen haben wir mit Igueste, einem kleinem Ort im äußersten Nordosten, der anscheinend abseits aller Haupttouristenströme und dafür umso idyllischer erscheint. Die kleine Schlucht führte diesmal Wasser, die Wiesen erschienen in einem satten Grün, alles was blühen kann, tat es auch. Der Weg aus Igueste raus ist der umgekehrte wie rein.

Gigantische Brandung

Anschließend fuhren wir durch unzählige Haarnadelkurven ins Anagagebirge hinauf, um dann von der über 800 Meter hohen Anhöhe einen weiten Blick, sowohl nach Osten als auch nach Westen zu genießen. Taganana wurde besichtigt, in Almaciga hielten wir auf ein Bier an und bewunderten die infernalische Brandung, die sich über die Felsen im Meer an den Strand brachen.

Lorbeerwald über die Straße

Danach ging es ab in den immerfeuchten Lorbeerwald und in die Hochebene von Las Mercedes.

Schnitzel – alle

Abends fuhren wir nach Los Cristianos in den Inselsüden, um dort im Restaurant Primavera die besten Schnitzel der Welt zu essen. Das XXL-Schnitzel ist der Hammer, so eine fein-gewürzte Panade, so zart das Fleisch, außerdem der Kartoffelbrei, mmmhhhh. Die Ladies hatten Seehecht mit  Ratatouille-Gemüse und waren genau so begeistert wie ich. Nicole fuhr uns nach Hause, es gab noch einen Absacker für mich, bevor ich ins Bett bin, Cornelia und Nicole tagten noch bis ein Uhr nachts.

Ganz anderes Thema – der Sturm vom vergangenen Sonntag hat einige Schäden auf den Kanaren angerichtet. Auf Gran Canaria wurden einige Yachten auf Land geworfen, in La Gomera haben sich Stege losgerissen, auf Teneriffa wurde eine 8- köpfige Wandergruppe am Strand von Wassermassen eingeschlossen und musste nach einer unfreiwilligen Nacht im Freien gerettet werden, auf zahlreichen Straßen gab es Beeinträchtigungen für den Autoverkehr durch Schlamm-und Gerölllawinen.

Und noch lässt uns der Sturmwind nicht aus seinen Klauen heraus, denn seit heute Nachmittag weht es wieder mit Sturmstärke und der Schwell im Hafen lässt alle Schiffe tanzen.

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Der perfekte Segeltag

Regenbogen zum Start

Dazu braucht es ein paar Zutaten, die man als Segler selten in so einer wunderbaren Kombination wie am gestrigen Samstag bekommt (zumindest bei uns ist das schon über fünf Monate her). Beim Ablegen lag das Meer noch da wie ein ölig glatter Teppich, nur die ewige Atlantikdünung zeugte vom lebenden Ozean. Bei 2200 Umdrehungen arbeitet der Steuerbordmotor konstant und ruhig in seinem Motorabteil und der Propeller treibt die Hexe auf gute 6,2 Knoten Fahrt an.

Nicole genießt das Segeln
am Bug der Hexe

Zeit zum Entspannen, zum Genießen und Zeit zum Ankommen für Nicole auf dem bewegten Meer. Starkwind am ersten Segeltag ist häufig Gift für frisch an Bord gestiegene Segelgäste.

Nach einer Stunde setzte ein ruhiger gleichmäßiger Südwind ein, der sich im Laufe der Zeit auf konstante 14 Knoten steigerte. Der Windeinfallswinkel war mit 120-140 Grad wahrem Wind ideal für unser Leichtwindsegel, den Code D und dass dazu die Sonne noch geradezu verschwenderisch vom tiefblauen Himmel schien, war wunderbar. Das Schiff segelte ruhig und gleichmäßig mit 9-10 Knoten dahin, ab und an ein bisschen an den Schoten getrimmt, mehr gibt es nicht zu tun.

Kielwasser bei 10 Knoten

Nicole wünscht sich ein paar Delfine herbei und eine halbe Stunde später spielt ein Delfinrudel ums Schiff herum. Als ob das des Schönen noch nicht genug wäre, kreuzt kurz darauf eine Grindwalgruppe unseren Weg.

Amor de mis Amores

Nachmittags legen wir auf unserem  alt bekannten Platz in der Marina de Tenerife an. Segeln kann ja so schön sein! Einen einzigen Wermutstropfen gab es dann doch, als Cornelia beim Herabsteigen von der Bordleiter in der Sorgleine hängen bleibt, längs auf den Steg fällt und sich die Hüfte prellt. Abends fahren wir deswegen “nur” mit dem Taxi zur Tapasbar, anstatt den Weg zu den Ramblas hinauf zu laufen. Nach dem leckeren Essen im „Amor de is Amores“ ging es hinunter gestärkt und langsam zu Fuß.

Die aufgewühlte See

Heute geht es mit der Hüfte, bzw. dem Gehen schon wieder viel besser. Dafür geht es wettermäßig gerade ganz wild ab. Es weht jetzt schon mit über 35 Knoten und heute Nacht soll sich der Sturm noch steigern und Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer erreichen, in Begleitung von sintflutartigen Regenfällen.

Sturm über Santa Cruz

Der Unwetterwarndienst spricht bzw. schreibt von einer Art Hurrikan und die Emanuelle aus dem Hafenbüro hat der Capitania erzählt, dass der gesamte Zivilschutz aller kanarischen Inseln in Alarmbereitschaft versetzt wurde. Unseren Ausflug nach La Laguna haben wir vorzeitig beendet, weil wir klitsch-klatsch nass geworden sind. Ich denke, dass wir an einem sehr guten und sicheren Platz liegen, wir haben doppelte Festmacher-und Springleinen ausgebracht, um das Schiff zu sichern. Mehr gibt es nicht zu tun, wir sind heilfroh, dass wir jetzt nicht draußen auf dem Atlantik unterwegs sind.

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Ein schwarzer Tag

für ein kleines weißes Segelboot.Dunkle Wolken ziehen vom Wind getrieben, Regen prasselt auf unser Kajütdach. Unsere Freundin Nicole hat ihr Radrenntraining auf Gran Canaria beendet und will nun eine Woche mit uns segeln.

Der Bergeversuch scheitert

Nahe zur Hafeneinfahrt stampft eine kleine weiße Holzyacht in den anrollenden Wellen, auf und ab, bis zu dem Zeitpunkt, an dem wohl die Vorleine reißt. Das kleine Schiff geht plötzlich auf Drift in Richtung Strand. Wir versuchen die Hafenmeisterei über Funk zu erreichen, leider erfolglos. Ich rufe die Küstenwache über Kanal 16 an und erreiche die Revierzentrale von Gran Canaria. Charterboote, bzw. vorbeifahrende Ausbildungsyachten scheinen die heikle Lage nicht wahrzunehmen, unseren Funkverkehr auf dem Notrufkanal 16 hat offensichtlich keiner mitbekommen. Währenddessen treibt das Schiff weiter in Richtung Strand, rollend in den Wellen, schwankt der Mast wie eine Peitsche durch die Luft. Das maritime Rettungscenter von Gran Canaria ruft uns über Funk zurück und fragt, ob Menschen auf dem treibendem Holzschiff seien. Wir können diese Frage glücklicherweise verneinen.

Zwei Marineros versuchen die “Alondra” vom Stranden abzuhalten…

Schon gestern Abend schwojte das Schiff allein und verlassen an seiner Mooringboje herum. Wir machen uns auf den langen Weg zur Strandungsstelle, um das lang gestreckte Hafenbecken von Pasito Blanco herum. Dort angekommen sind wir nicht die einzigen Zuschauer des Dramas, das sich auf dem Wasser abspielt. Wellen brechen über die quer in der Brandungszone angespülte Yacht.

… doch die Wellen holen sich das Schiff

Ein Schlepp- bzw. Bergeversuch scheitert, meiner Meinung nach, weil man versucht, das Schiff quer vom Strand abzubringen und damit gegen den Kiel zieht. Dann gibt es plötzlich einen Knall wie aus einer kleinen Pistole und die Schleppleine reißt. Inzwischen kommt ein Rettungsboot der spanischen Rettungsgesellschaft um die Ecke, macht sich ein Bild von der Lage, wagt aber keinen weiteren Bergeversuch und dampft wieder davon. Das Schicksal der kleinen weißen Yacht ist jetzt wohl endgültig besiegelt. Mit hängenden Köpfen gehen wir im strömenden Regen zu unserer Hexe zurück.

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