Erinnerung

Bis hinüber nach Teneriffa
trägt das Meer Schaumkrönchen

Draußen singt der Sturmwind weiter sein Lied, ich sitze am Naviplatz und übersetze mir so nach und nach „Onkel Toms Hütte” aus dem Spanischen ins Deutsche. Die Betonung muss dabei schlichtweg auf „nach und nach” liegen, denn viele unbekannte spanische Vokabeln stellen sich mir in den Weg. Während es für eine einfache Konversation beim Einkauf im Supermarkt langt und es für meine Spanischbemühungen schon mal hin und wieder ein Lob gibt, fehlt mir bei dem Buch doch einiges an Vokabular. So lass ich jedes fehlende Wort von Google übersetzen und übertrage es dann ins Vokabelheft, das ist der beste Lernweg für mich.

Überblick…

über die Marina…

…von San Sebastian

Gleichzeitig fährt draußen immer wieder eine deutsche Segelschule Anlegemanöver, jeder Schüler legt zweimal an und wieder ab. Bei sieben Schülerlnnen, die sich reihum abwechseln, vergeht ganz schön viel Zeit. Mittlerweile übt die Crew seit über drei Stunden, hin und wieder muss der Segellehrer korrigierend ins Steuer eingreifen, damit es keine „feindlichen Berührungen” mit anderen Yachten gibt. Die SegelschülerInnen haben es bei dem Wind auch nicht wirklich leicht. Das Geschehen vor dem Fenster erinnert mich mal wieder an meine Segellehrerzeit in Kroatien und die mehreren hundert Anlegemanöver, die wir im Lauf der Jahre an der Stadtpier von Rovinji geübt haben. Jetzt hör ich mal schnell auf mit dem Blogschreiben, denn sonst schimpft die Capitania, dass ich nicht lang genug spanisch übe.

Cornelia hat gerade ein kleines Video von meinen “Wakeboardversuchen” auf dem Surfbrett bei 14 Stundenkilometern im Hafenbecken geschnitten , das ihr hier sehen könnt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Rund

Zwei Outremer 5x im Hafen von La Gomera
eine kleine Sensation!

Die fast kreisrunde Insel La Gomera ist die zweitkleinste der sieben kanarischen Inseln und liegt etwa 21 Kilometer östlich von Teneriffa, zu der täglich mehrere Fährverbindungen bestehen. Die Gesamtfläche beträgt ca. 369 Quadratkilometer und gerade einmal 24.000 Menschen besiedeln das Eiland. Der höchste Berggipfel von La Gomera ragt immerhin beachtliche 1.487 Meter hoch und befindet sich im Nationalpark Garajonay, der Park ist UNESCO Weltkulturerbe. Das besondere an diesem Park, oder besser gesagt am immergrünem Lorbeerwald, ist die große Artenvielfalt an Bäumen und Pflanzen, die dank der hohen Luftfeuchtigkeit bestens gedeihen können. An den meisten Tagen ist der Wald in eine Nebelwolke gehüllt, was ihm, wie könnte es anders sein, auch den Beinamen “Nebelwald” verleiht.

Die Inselhauptstadt ist San Sebastian, in deren geschütztem Yachthafen wir jetzt liegen. Die Stadt selbst besteht aus zwei Teilen, dem eigentlichen Ortskern direkt hinterm Strand, mit allen erdenklichen Versorgungsmöglichkeiten und einem hochgelegenen Ortsteil, der in die angrenzenden Klippen hineingebaut ist. Christoph Kolumbus soll bei seiner historischen Schifffahrt, Amerika entdeckend, von San Sebastian aus gestartet sein. weil El Hierro, die letzte Insel zu klein war, um Vorräte aufzustocken, legte Kolumbus hier an. Die angebliche Affäre mit der damaligen Herrin der Insel, Beatriz de Bobadilla scheint eher Mär als Wahrheit zusein.

Volker, standing upright on the board

Abends ist San Sebastian ein nettes lebhaftes Städtchen und bietet eine angenehme Vielfalt an Restaurants mit landestypischer Küche und einige Kneipen bzw. Bars. Bekannt ist La Gomera für sein ausgeprrägtes Netz an Wanderwegen, mit unterschiedlichen Längen-.und Schwierigkeitsgraden, die zum Teil schon einige Jahrhunderte Bestand haben und das ganze Inselinnere durchziehen. Wander-, bzw. Straßenkarten gibt es gratis im Tourismusbüro.

Seit zwei Tagen weht ein kräftiger Wind und es pfeift lautstark durch den Mastenwald im Hafenbecken. Gestern haben wir mal unser Windsurfbrett ausprobiert, aber zweckentfremdet. Vom Beiboot gezogen, mit einer Zugleine verbunden, stehend auf dem Surfbrett, ging es gleitend durch das Hafenvorbecken – ein Art “Wakeboarding”. Einige Abstürze ins kühle Nass sorgten für Erfrischung, immerhin lässt sich das Surfbrett mit Kanteneinsatz bedingt steuern und es macht richtig Spaß. Erst habe ich Jakob gezogen, dann er mich, Cornelia stand am sicheren Ufer und hat gefilmt.

Zigzag auf dem Weg nach Barbados

Für eine letzte Nacht vor der großen Atlantiküberquerung, haben unsere südafrikanische Freunde, Rosemary und François von der Zigzag im Hafen festgemacht, um sich von uns zu verabschieden. Heute sind die beiden mit ihrem Katamaran, einer Maverick 440, nach Barbados aufgebrochen und wollen dort in ca. 17 Tagen ankommen.

We wish you a safe crossing and fair winds from behind…, hope to see you again, some day!!!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Seemannsgarn?

Die Spitze des Teide winkt zum Abschied

Das Schiff schießt los, der Wind drückt mächtig in die Segel, Schaumkronen färben das blaue Meer weiß. Morgens beim Ankeraufholen herrscht noch bleierne Flaute, nur die Dieselmotoren bringen uns weiter, in Richtung La Gomera. Als ein leichter Westwind einsetzt, gehen die Segel hoch, doch die Brise ist so leicht, dass die Hexe ihrem Namen keine Ehre macht, passender wäre „schleichende Plastikente“.

Nur die Rückenflosse ist zu sehen,
wenn man genau hinschaut

Zudem wechselt das flaue Lüftchen alle paar Minuten die Richtung, ich sitze im Schalensitz und steuere mit der Pinne jede Winddrehung aus. „Es wäre schön, wenn es endlich Wind gibt!“, sage ich wiederholt zur Capitania, die mich zu mehr Geduld auffordert. Doch nochmal müssen 2 mal 75 Pferdestärken mit schieben. Dann kommt der nächste Segelversuch und einige Meter voraus zieht ein Rudel Pilotwale seine Bahn. Wir kommen uns sehr nahe, und Cornelia schießt ein paar Fotos der gemächlich dahin schwimmenden dunklen Tiere – das regelmäßige Atmen beim Auftauchen ist deutlich zu hören.

So friedlich empfängt uns der Hafen
von San Sebastian de la Gomera

So langsam zeichnet sich La Gomera immer deutlicher am Horizont ab, und dann kommt endlich Wind, erst wenig und dann immer mehr. Bald ist es zu viel Wind, die Hexe stürmt mit 12 Knoten hoch am Wind dahin und poltert über die Wellen. Weiße Gischt fliegt über den Bug und deckt das ganze Schiff ein, die Wellen passen irgendwie nicht zum Wind, zu kurz, zu abgehackt. Schnell verkleinern wir als “erste Hilfsmaßnahme” die Genua, fieren den Großsegeltraveller nach Lee und öffnen die Großschot, der Druck muss raus, noch 3,5 Seemeilen bis zum Ziel. Der Wind wird immer stärker, wir entscheiden uns, das Großsegel ganz zu bergen und mit der  gerefften Genua allein weiter zu segeln. Und dann ist plötzlich 500 Meter vor der Hafeneinfahrt der Wind komplett weg, nix mehr, nada, nicht ein Lüftchen. In unserem Heckwasser brodelt noch der Hexenkessel und wir schweben auf komplett plattem Wasser. Alle Segel weg, Fender raus, das Hafenoffice angefunkt.

So sah die Küche am nächsten Morgen aus…

Peter von der Florentine hat uns einen tollen Liegeplatz im Hafen reserviert. Längsseits geht es an den Steg, der Marinero nimmt die Leinen an, Peter steht mit Stiefsohn Jakob da, großes Empfangskomitee. Die Capitania legt das Schiff cool und souverän an den Steg. Den Rest des Tages spinnen wir Seglergarn, verdrücken das eine oder andere Bier, Grillen, was der Lotus hergibt und feiern in Kathrin’s Geburtstag rein. Weit nach Mitternacht geht’s mit ganz müden Augen endlich ins Bett.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Adieu, Santa Cruz

Dienstag, 23. Januar 2018, Baro  1022, sonnig, Wind NO um 4
Santa Cruz 09:20 – Playa de las Americas 16:00, 44 sm

Adieu, Santa Cruz

Heute haben wir Besuch an Bord, als wir endlich die Leinen in Santa Cruz loswerfen: Petra und Joachim, Freunde von Sepp wollen mit uns bis Los Cristianos segeln. Nach anderthalb Monaten, die die Hexe hier festgelegen hat, ist es die erste Fahrt im neuen Jahr, bei schönem Nordostwind und reichlich Sonne. Rosemary und François von der Zigzag winken uns zu, als wir aus dem Hafen herausfahren. Die beiden kommen vielleicht morgen oder übermorgen für eine Nacht nach San Sebastian, bevor sie zur weiten Fahrt in die Karibik aufbrechen.

das war nur ein Bruchteil der Herde

Das Ablegemanöver klappt hervorragend, trotz Seitenwind dreht die Hexe brav um die Springleine, den helfenden Marinero mit seinem Boot hätten wir eigentlich doch nicht gebraucht, aber es wer weiß das schon vorher. Direkt nach der Hafenausfahrt geht das Großsegel hoch, bei zunächst leichtem Wind und ein bisschen zickigen Wellen segeln wir nach Süden. Ich bin gerade dabei, das Frühstück vorzubereiten, die beiden haben frische Croissants und Brötchen mitgebracht, da kommt der Ruf „Delfine, Delfine, ganz viele!“. Tatsächlich sind es vielleicht hundert Tiere, die in der nächsten Stunde mit unserem Boot spielen, egal, ob wir langsamer werden oder schneller, sie spielen um die Rümpfe, kommen von hinten, seitlich, springen übers Wasser, toll! So viele Tiere auf einmal haben wir noch nie gesehen, manche sind einfarbig, andere getüpfelt, sehr lustig.

Wir frühstücken in Ruhe, fast bei Flaute, mit Rührei und frischen Coissants, pünktlich danach frischt der Wind auf, und die Hexe wird schneller.

Punta roja vor dem Teide

Um 14:00 Uhr passieren wir  Punta roja, ein roter großer Fels im Meer, der die Südostspitze von Teneriffa markiert, danach segeln wir nachWesten weiter. Um 15:15 fahren wir an Punta Salema vorbei, jetzt wird das Meer deutlich ruhiger. Hier unten sind mehr Segelboote unterwegs, allerdings viele unter Motor auf dem Weg nach Nordosten.

Auch wir müssen die letzten Meilen motoren, es ist fast kein Wind mehr und Petra muss ihr Leihauto am Flughafen zwischen 17 und 18 Uhr abholen, sonst hätten wir vielleicht das ganze ausgesessen. Der Anker fällt um q6:00 Uhr direkt vor der Playa de las Americas neben Los Cristianos, Volker fährt die beiden zum Strand und weg sind sie.

Wir liegen hier ruhig und gemütlich und freuen uns auf die Überfahrt morgen nach La Gomera.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Vermittelt

Wer denkt, wir sind jetzt wieder auf den Hund gekommen, irrt sich. Wir gehen aber weiterhin fleißig mit den Hunden des Refugio de los Animales spazieren und tragen so mit zahlreichen anderen Freiwilligen dazu bei, dass die vierbeinigen Freunde einmal am Tag nach draußen kommen und eine große Gassigehrunde drehen können. Ist gut für den Hund, fürs Gemüt und die Kondition. Sonntag waren wir wieder im Tierheim und haben natürlich auch nach dem Hund Ausschau gehalten, der, wie auch zahlreiche Blogleser bemerkt haben, unserem verstorbenen Nico sehr ähnlich sieht und auch noch fast gleichlautend heißt. Doch Viggo wurde am Samstag in eine inselansässige Familie vermittelt und erfreut sich dort jetzt hoffentlich seines Hundelebens.

Nach drei Gassigehrunden mit insgesamt sechs Hunden haben wir uns touristisch nach Orotava aufgemacht, einem historischen Ort, der hochgelegen über der Küstenstadt Puerto de La Cruz thront. Orotava biete einige Kilometer Altstadt-Gassen mit alter Gebäudestruktur, die zum Teil aus dem 16. Jahrhundert stammt. Viele Fassaden ziert der kanarentypische Holzbalkon, der sich in vielen Fällen über die ganze Hausbreite erstreckt.

im botanischen Garten

Hinterm Rathaus gibt es einen kleinen aber feinen botanischen Garten und in der katholischen Kirche lag der Weihrauchgeruch der Sonntagsmorgenmesse noch in der Luft. Die Aussicht von Orotava über die Küste, das Meer und zum Teide ist unbeschreiblich schön, daher versuch ich es erst garnicht.

Soviel rumlaufen macht Hunger und Durst, und da bietet es sich an, dass es nahe zu den Kirchen auf Teneriffa, fast überall, kleine Plätze mit Bodegas oder Tapasbars gibt. Eine dieser urigen Bodegas haben wir ausgesucht und in der Sonne einen kleinen Mittagslunch mit Bier und Wein genossen.

Balkone

Blick über die Sadt

Zudem schien am Sonntag erstmals seit einigen Tage eine hell strahlende Sonne von einem nahezu makellos blauen Himmel, was will man mehr von so einem Tag?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Danke Sepp!

Das sind die neuen Batterien

Mit einem Tag Verspätung wurden gestern unsere Verbraucherbatterien ausgetauscht.
Der Ausbau der kaputten Energieträger gestaltete sich erstmal ein schwierig, weil die großen Batterien nicht durch die ausgeschnittenen Öffnungen unserer Salonbank passen wollten. Egal wie wir es versucht haben, die 70 Kilo schweren Dinger ließen sich nicht rausheben, immer blieb irgendeine Ecke irgendwo hängen.

Wir machen Platz

Bis Mark, der Technico, die rettende Idee hatte, es musste erst ein bisschen Platz zum Batterierangieren geschaffen werden. Wir bauten einen Heizungslüfter aus und räumten das Nachbarfach leer. Dann war der Ausbau schon fast erledigt. Auf genau umgekehrtem Weg kamen die neuen Batterien an ihren vorgesehenen Platz und wurden von Mark, fach- und sachgerecht angeschlossen. Um es kurz zu machen: jetzt funktioniert alles wieder tadellos. Das Ladegerät für den Landstrom pumpt ordentlich Ampère in den Energiespeicher, bei Motorbetrieb hauen die Lichtmaschinen reichlich Energie ins System und die Solarpanele lieferten bei teilbedecktem Himmel über 20 Ampère. Alle Anschlüsse wurden gecheckt, mit dem Multimeter nachgemessen und die Einstellungen für den Batterietyp überprüft. Nachdem wir insgesamt über 500 Kilogramm Batterien an und von Bord geschaffen haben, scheinen wir jetzt wieder ein perfekt funktionierendes Batteriesystem zu haben.

Kabelmurks

Anschließend ging der Schiffselektriker dem nächsten Problem auf die Spur, dem nicht arbeiten Watt&Sea-Hydrogenerator. Schnell stellten sich gleich zwei Fehler als Ursache für das Problem heraus. Zum einem war am Laderegler ein Kabel nicht korrekt in den Schnappverschluss eingerastet, und zum anderen war ein Kabel des Anschlusssteckers vom Hydrogenerator selbst lose. Bei letzterem war jetzt schon zum 2. Mal in der kurzen Besitzgeschichte eine Lötstelle gebrochen, sodass wir einvernehmlich für den Austausch dieses unzuverlässigen Steckers plädiert haben. Den neuen Stecker gibt es jedoch erst am Montag, weil Samstag Nachmittag das Fachgeschäft geschlossen hatte. Kein Problem, Hauptsache, die Ursache ist bekannt und kann beseitigt werden.

Inneneinrichtung in der “Liebe meines Lebens”, schick und phantasievoll

Kontrastprogramm: Wer jetzt noch Lust zum Weiterlesen hat, dem schreib ich gerne auf, was wir Schönes Samstagabend erlebt haben und dafür geht ein herzliches Dankeschön an Sepp und seine lieben Freunde(Innen), Hans-Joachim, Brigitte und Petra. Sepp ist auch ein passionierter Outremer-Segler, der im Winter auf Teneriffa wohnt, wir haben schon mal berichtet, dass wir ihn in seinem Haus besucht haben. Gestern kamen die vier zu uns an Bord, um uns zu einem Abendessen in ein peruanisches Restaurant abzuholen. Wir glühten ein wenig an Bord vor, da es noch viel zu früh fürs Essengehen auf den Kanaren war. Keiner geht um 6 oder 7 Uhr abends ins Restaurant. Aber selbst, als wir kurz nach 20 Uhr im nördlichen Innenstadtteil „Las Ramblas“ im Lokal aufgetaucht sind, waren wir mit Abstand die ersten Gäste, erst als wir um kurz vor 23 Uhr nach Hause aufgebrochen sind, war der Laden voll – da hab ich jetzt das Ende vorweggenommen.

Das amuse geule – Hühnerfrikassee mit Soße auf kanarische Art

Das Essen jedenfalls im “Amor de mis amores”, also der “Liebe meines Lebens“ war mit das Beste, was ich in meinem Leben gegessen habe. Es gab Tapas, also kleine Gerichte, aber die hatten es sich; u.a. ein kleines paniertes  Bällchen mit passiertem Hühnerfleisch (die Holländer würden sagen „Bitterballen, aber ganz anders und sehr köstlich)“, serviert auf einem halben Porzellanei,  Es gab Rindercarpaccio mit Koriander und einer hausgemachten Mayonnaise rundherum, Ceviche, mit Zitronensaft marinierter Seehecht mit Gofio, einer kanarischen Spezialität aus gemahlenem Weizen und/oder Mais, gekochte Tintenfischarme mit Selleriebällchen sowie Schweinefilet mit Koriander und Getreidepüree. Anschließend füllten wir den kleinen Restplatz in unseren Mägen mit verschiedenen  sensationellen Süßspeisen und Cafés.

Vielen Dank für die Einladung, Sepp, was für ein toller Abend!

Noch ein kurzer Satz zum Schluss, am innenstadtnächsten Hafeneingang steht das Auditorium und das erinnert uns rein optisch an die Oper in Sydney (oder eine Mainzer Narrenkappe), da waren wir gestern Nachmittag und haben den Handy-Daten-Speicher vollfotografiert, mit tollen Aufnahmen. Ende!

Windanbeter

Windrose, andersrum

von vorne

Café

südlich

nach oben

silhouette

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Viggo, Sophie, Sami und Co.

Website

Gestern haben wir es schon einmal ausprobiert, und heute ausgiebig genossen: Bei dem Hunderefugium in Teneriffa kann man mittags mit den dort lebenden Hunden Gassi gehen, Hilfe für die Hunde und die Menschen, die sich engagieren. In Los Realejos, südlich von Puerto de la Cruz, fährt man abenteuerlich steile „Straßen“ (immerhin asphaltiert) hinunter zu einem Wasserspeicher, da ist die „Hundeauffangstation“. Über 60 Tiere leben hier, die meisten glücklicherweise temporär, andere haben fast keine Chance mehr auf Vermittlung.

Wir bekamen eine Führung durch das Gelände, die Tiere sehen alle gut aus, die größeren Hunde sind zu zweit in Käfigen, manche alleine, je nach Verträglichkeit, die mittleren bis kleinen im Rudel, die sieht man auch zuerst, wenn man die Glocke läutet.

Gestern sind wir mit zwei Hunden spazieren gegangen, einem ganz ruhigen, etwas älteren Spanielmischling und einer ganz jungen bildschönen mittelgroßen Fast-noch-Baby-Hündin.

Heute waren wir pünktlich um 11:00 Uhr wieder da, mit einem großen Sack Hundefutter im Kofferraum und den Taschen voller Leckerlis. Denn heute wollten wir mit vielen der süßen Tiere eine runde um den Wasserspeicher drehen, auch wenn es dort nach dem Regen ganz schön matschig ist.

Viggo, wuschelig
und grau

Als erstes hat Volker sich gewünscht, dass wir Viggo ausführen dürfen, er ist ein süßer kleiner wuscheliger Mischling, mit einem Haufen Blödsinn im Kopf, der enorm hoch springen kann. Dazu bekamen wir Ronny, ein etwas ruhigerer freundlicher Hund, der sich aber furchtbar aufregte, sobald wir einen anderen Hund getroffen haben.

Caramelito und Ronny

Die zweite Runde gingen wir mit Caramelo und Ronny (?), beide nicht so gut bei Fuß, Caramelo kam schon mit einem gebrochenen, aber verheilten Fuß ins Tierheim, und der Tierarzt meint, es sei besser, das auch so zu lassen, er humpelt halt ein bisschen. Ronny ist schon alt und hat grauen Star, aber er ist ein sehr netter und anhänglicher Hund, weit über zehn Jahre alt, „Den holt keiner mehr“, sagt der Chef des Hundeasyls.

Sami, bildschön

Sophie, klein aber oho

Noch ‘ne Runde, diesmal mit Sami und Sophie. Sami ist ein bildschöner, halbhoher Mischling, dessen Frauchen ins Krankenhaus musste und niemand für ihn hatte; ob sie ihn je wieder holen kann, ist eher zweifelhaft. Er ist gut erzogen und läuft so brav an der Leine, zurück beim Rudel merkt man aber, dass er noch trauert. Sophie kam mit ihrer Tochter oder ihrer Schwester, so genau weiß man das nicht, von der Straße, und sie ist ein Sonnenschein, eine kleine Schönheit, auch wenn sie lustigerweise immer beim Laufen Pipi macht wie ein Rüde.

So, die letzte Runde mit Otto, schon älter und keine Schönheit, aber extrem lieb, und Eddie, der sich im Rudel als Zicke outet, aber beim Spazierengehen ein Lämmchen ist, als könne er kein Wässerchen trüben, und auch ultrazart die Leckerli aus der Hand nimmt.

Unterwegs begegnet man natürlich auch anderen Menschen, die mit weiteren Hunden ausgehen, gut, wenn es viele Menschen gibt, die dieses Projekt unterstützen. Für mehr Infos: http://www.refugiodeanimales.org/f_adopcion.php

leuchtend buntes
Gefieder
der Papageien

Auf dem Heimweg waren wir noch bei den Papageien, die dem Loropark den Namen gegeben haben, alles bezaubernde bunte Schönheiten!

weißer Schaum

Die Häuser
an der Wasserfront

Anschließend haben wir die wilden Wellen trotz wirklich leichten Winds vor Puerto de la Cruz bestaunt, und uns gefragt, wie man die Gebäude trocken bekommt, denen man außen an der Fassade deutlich die Feuchtigkeit ansieht, wahrscheinlich eher nicht…

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Heute gibt es mal ein paar Neuigkeiten zu den Reparaturfortschritten auf der Hexe

Vorgestern hat der Mecanico mit dem Ausbau des leckendes Lukes begonnen, dann hat aber so starker Regen eingesetzt, der die Vollendung vereitelte und zudem noch unser komplettes Bett eingenässt hat. Wie das kam, muss ich wohl detaillierter erklären: Es fing an zu regnen, die Dichtmasse vom Luk war zu dem Zeitpunkt soweit schon rausgepult. Also wurde der Alurahmen mit Gewebeklebeband abgedichtet, damit es nicht ins Schiff reinregnet. Dann ging der Mecanico nach Hause und ich für einen langen Mittagsschlaf in die andere Koje. Die Capitania war in der City auf der Suche nach einem Schnittmuster für ‘ne neue Bluse, die sie selbst schneidern will. Soweit alles klar und gut verständlich?

schnelle Hilfe

Es regnete heftig, Cornelia kam irgendwann zurück, ich war im Tiefschlaf, das Luk total undicht und das ganze Bett nass. Was macht die liebe Capitania, sie lässt mich schlafen, bewaffnet sich mit Töpfen und Pfannen und stellt die unter das leckende Fenster,  legt Folie oben drauf, denn im strömenden Regen kann man nix festkleben, und stellt einen Regenschirm drüber. Nach gut zwei Stunden Schönheitsschlaf war ich wieder munter, der Regen vorüber.Wir haben das Bettchen trockengelegt und ‘ne Plane über die Luke geklebt – danach war alles dicht!

Gestern war echtes Schietwetter mit Sturm, Regen und kalt, okay, relativ kalt.

Heute kam unser Mecanico wieder und hat sein Werk vollendet, fast jedenfalls. Den letzten Feinschliff mach ich morgen selber, die Schrauben ganz fest eindrehen und die überstehende Dichtmasse mit dem Teppichmesser abschneiden, dann kommt der Dichtheitstest mit dem Wasserschlauch.

Es gibt auch eine Zwischenmeldung vom Schiffselektriker, dass die neuen AGM-Batterien bald eintreffen sollen und, wenn alles gut geht, am Freitag in unser Schiff eingebaut werden. Das sind doch mal positive Neuigkeiten!!! Und damit noch nicht gut genug – ab dem kommenden Sonntag wird es wieder wärmer auf Teneriffa und im Langfristtrend sollen die Temperaturen auf über 20 Grad liegen und die Sonne vom wolkenfreien Himmel lachen – muy fantastico!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Im Süden Teneriffas

Schluss mit der Völlerei und der Stubenhockerei! Heute wird die Insel erkundet!

Vorspeise im
Taller de seve díaz

Am Abend vorher hatten wir unseren Weihnachts-Essens-Gutschein von Allegra und Christian eingelöst und waren vorzüglich essen, im „Taller de seve díaz“ in Puerto de la Cruz, laut Tripadvisor dem besten Restaurant der Insel. Das Essen war super lecker, mit außergewöhnlicher Liebe zum Detail zubereitet.

ehemals
Ferienwohnungen im Fels

wildes Meer

Vorher hatten wir noch einen Abstecher zu Segelfreund Sepp unternommen, haben den Blick von seiner Terrasse aus genossen, und einen Spaziergang an der wilden Küste entlang gemacht. Der gut befestigte  Küstenweg bei Sauzal ist mit EU-Mitteln finanziert und lohnt einen Abstecher.

Am Samstagmorgen gibt es  einen schnellen Kaffee auf dem Boot, dann sitzen wir im Auto auf dem Weg in den  Inselsüden. Dort soll es ja generell eher sonniger und wärmer sein als im kühleren und wolkenverhangenen Norden und viele sehenswerte Plätze, Städte und Attraktionen liegen im Südteil der Insel.

bereit für den Tag

Frühstück an der
Strandpromenade

Für El Medano, den Surferstrand ist es noch zu früh, nur drei Kitesurfer tummeln sich auf dem Wasser, wir fahren weiter. Wir wollen die Costa Adeje sehen mit den Touristenhochburgen Playa de las Americas und Los Cristianos. In las Americas ist der langgezogene Strand inzwischen gut besucht, jedoch nicht überfüllt, das Wasser schillert verlockend blau, es gibt fliegende Händler mit großen Tüchern, Massagezelte, Restaurants und alles, was man für einen langen Tag am Meer so braucht. Wir nehmen ein spätes Frühstück in der Sonne; wenn sie scheint, wird es gleich richtig warm. Wir beobachten das Treiben am Strand und auf der Uferpromenade.

Bananen

Ein Abstecher zur Stadt Adeje folgt, hier geht es gleich richtig steil nach oben, wenn man weiter führe, käme man zum Barranco del infierno, der Höllenschlucht. Klingt gefährlich, und leider ist es, je höher man kommt, umso kühler. Adeje selbst ist ein netter Ort mit den typischen kanarisch-weißen Häusern und Plätzen, dann folgen wir der Küstenstraße bis Los Gigantes. Von hier bis zu den Bergen im Nordwesten werden Bananen angebaut, auf riesigen Feldern wachsen die Stauden dicht an dicht. Bei manchen Bäumen sind die Bananenstauden bereits in Plastikfolie verpackt (zur schnelleren Reife und gegen Schädlinge), und müssen nur noch verschifft werden, krass.

Los Gigantes

In Los Gigantes fallen die Felswände beeindruckend steil ins Meer hinunter ab, über 400 m ragen sie fast senkrecht hinauf, eine Aussichtsplattform gibt den Besuchern die Möglichkeit zu fotografieren.

Danach beginnt der Aufstieg. Ich weiß nicht, wieviele Haarnadelkurven wir hinauf und wieder hinunter gefahren sind, Volker mit Speed, ich ein bisschen vorsichtiger. Und das bei entsetzlich engen Straßen!

Landschaftsdetails

Wir fahren nach Santiago del Teide, wo wir einen beeindruckend großen öffentlichen Grillplatz finden, der von spanischen Familien bevölkert wird. Dann  geht es weiter, auf noch schmaleren Straßen durch die berühmte Masca-Schlucht.

beeindruckende Landschaft
bei Masca

In Masca, der Felsenstadt, ist es so voller Touristen, dass wir keinen Parkplatz mehr finden, und beschließen, einmal früh morgens hinzufahren. Ein bisschen weiter die Straße hinauf gibt es wieder einmal eine Aussichtsplattform (also, es gibt natürlich unzählig viele kleine Parkplätze mit Aussichten, Weitsichten und Absichten :-)), von der aus wir den Ort fotografieren können. Außerdem warten Christiane und Branco beim Leuchtturm in Buenavista del Norte.

schroffe Abhänge

Diese Schluchten, Täler und Gebirge sind unglaublich beeindruckend, Felsformationen, die die Fantasie anregen und beflügeln. Und immer wieder, hinter der nächsten Kurve, verschlägt es einem einfach die Sprache.

Bananenfelder
in den Barrancos

Dann sind die letzten Haarnadeln durch und wir haben es nach Buenavista del Norte geschafft, treffen die beiden Freunde am Meer, hinter dem Friedhof und weiteren Bananenplantagen. Wir kosten, mutig, von den dort wild wachsenden Kaktusfeigen, die dunkelrot an den piekseligen Gebilden wachsen und total süß sind. Aber es ist hart verdiente Süße, immer wieder bleibt so ein kleiner kleiner Dorn in den Fingern stecken.

Stadtmitte in Buenavista

Farbkontraste

Nach einem Besuch auf dem örtlichen Friedhof mit den vielen blumengeschmückten Kästen gibt es Café und Bier auf dem örtlichen Platz für uns vier, in der Kirche scheint sich eine Messe anzubahnen, und am Ende stellt sich heraus, dass es eine Beerdigung wird, und es gehen so viele Menschen hinein, dass sie in den offenen Türen stehen müssen.

Plastikdeckel werden
herzlich gesammelt
und recycelt

Hafeneinfahrt
von Garachico

Von hier aus fahren Christiane und Branco mit dem Bus zurück über Santiago del Teide nach Puerto de Santiago und wir nehmen die Küstenstraße bis Puerto de la Cruz, und zurück nach Santa Cruz. Auf dem Weg werfen wir noch einen Blick über den Hafen von Garachico, der so verrufen ist für die schwierige Einfahrt. Die Einfahrt ist eng, aber außer bei starkem auflandigen Wind durchaus machbar, und dann könnte man auch in Rihe den offensichtlich sehr beliebten Ort erkunden.

Wir haben in einem Tag fast die ganze Insel umrundet, und vieles erlebt,  beeindruckende Landschaften, die wir so noch nirgends gesehen haben und die wir sicherlich nicht vergessen werden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Abschiede

Mason, noch entspannt vor der Überfahrt

So langsam leert sich der Hafen, jeden Tag brechen Segelboote zur Atlantiküberquerung auf, aber auch einzelne Nachzügler kommen noch aus Portugal oder dem Mittelmeer in Santa Cruz an. Gestern haben wir unsere neugewonnen Freunde von der Liloe, einer Bavaria 40 verabschiedet, die nicht mit Kind und Kegel, dafür jedoch mit ihrem Hund Mason, einem 32 Kilo schweren verschmusten Vierbeiner in die neue Welt aufgebrochen sind. Am Vorabend haben wir noch ein bisschen bei uns an Bord gefeiert, gestern morgen hieß es dann „Leinen los“. Am Steg herrschte ein wenig Gedränge zum Abschied, gute Wünsche für die Reise wurden ausgesprochen und viel gewunken. Kurz nach der Liloe verließ noch die Saphir mit ihrem deutsch-schweizerischen Eignerpaar den Hafen. Wie gesagt, die Stegreihen lichten sich…

Die Alexander von Humboldt II

Heute hatten wir erwarteten und lieben Besuch an Bord. Unsere Freundin Christiane, Cornelias Trauzeugin bei unserer Hochzeit, und engagierte “Altsegelverwerterin” kam mit ihrem Lebensgefährten Branko zu uns an Bord (mehr Infos zu Christiane und ihrem Wirken unter www.sailartfashion.de). Wir hatten uns lange nicht gesehen und entsprechend herzlich war das Wiedersehen, es gab natürlich viel zu erzählen, wir haben gegrillt, dann ’ne Hafenrundfahrt mit dem Beiboot gemacht und einer wichtigen deutschen Botschafterin “Hallo” gesagt.

Das grüne Segel wird aufgetucht

Das bekannte Ausbildungs- und Traditionsschiff, die Bark “Alexander von Homboldt 2” hat im Hafen von Santa Cruz die Leinen fest gemacht. Leider bleibt das Schiff nur einen Tag für einen Crew-Wechsel liegen und kann daher nicht besichtigt werden. Ein ausführlicher Schnack mit dem Maschinisten war trotzdem möglich.

Es gibt leider nicht nur gute Nachrichten. Das Segelboot unserer Freunde Sabine und Joachim, die “Atanga” wurde vom Blitz getroffen. Die gesamte Bordelektronik ist zerstört und muss jetzt in Panama ersetzt werden (mehr auf www.atanga.de). Der Katamaran von unseren Freunden Angela und Franz wurde kurz vorm Losfahren zu den Kapverden von einem anderen Katamaran im Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria gerammt und trug einige Schäden davon, die deren Atlantiküberquerung auf unbestimmte Zeit verzögert.

Die Bohrinsel gehört auch zur Hafenrundfahrt

Beide Vorfälle sind für mich gedanklich der Horror, weil ich auch immer latent Angst um unser schwimmendes zweibeiniges Zuhause habe und weil man auf solches Missgeschick keinen Einfluss hat. Wir drücken beiden Eignerpaaren ganz fest die Daumen, dass die Schäden bald behoben sind, und dass die Reise – wie geplant – weitergeht.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen