Noch immer …

Die Hexe in der Ankerbucht

… ist unser Anker tief und fest im sandigen Grund der Marigot Bay eingegraben. Doch die nahende Hurrikansaison hält uns zumindest gedanklich auf Trapp und wir erörtern täglich die verschiednen Optionen für den Zeitraum vom ersten Juni bis zum 30. November, dazu später mehr.

Vater und Tochter beim Segeln

Während der Osterfeiertage gab es den ersten Familienbesuch aus dem fernen Deutschland. Unsere Tochter Larissa kam mit Lebenspartner Johannes für ein paar Tage zu uns an Bord und zusammen ging es auf einen kurzen Segelausflug. Auch ausgiebige Inselerkundungen mit dem Auto und abendliche  Besuche in die lokale Gastronomie standen auf dem Programm.

Karibische Grillküche

Die wenigen gemeinsamen Tage sind nur so dahin geflogen und schon bald hieß es wieder, Abschied zu nehmen. Da schlagen doch in fast jeder Fahrtenseglerbrust zwei Herzen, irgendwas wird man immer vermissen. Entweder die See oder die Heimat mit der Familie. Beides lässt sich leider selten unter ein Dach oder besser gesagt unter ein Deck bringen.

Unser neues gebrauchtes Dinghy

Kurz vor dem Besuch haben wir offensichtliche Auflösungserscheinungen bei unserem geliebten Beiboot entdeckt. Nach achtJahren hat ihm die Sonne mit ihren UV-Strahlen so zugesetzt, dass zahlreiche Verklebungen und Applikationen sich lösten. Durch Zufall haben wir beim hiesigen TransOcean Stützpunktleiter ein gebrauchtes Dinghy mit GFK- Festrumpf erwerben können. Obwohl das neue Beiboot etwas größer und damit auch etwas schwerer als das Alte ist, sind die Fahr- und Gleiteigenschaften mit unserem doch relativ schwachen 6-PS-Motor deutlich besser als vorher. Beladen mit Einkäufen, Cornelia und mir, kommt das Dinghy immer noch in Gleitfahrt, dabei hatte ich in Gedanken schon einen stärkeren Außenbordmotor dazu gekauft.

Der Solarregler hat sich abgeschaltet

Trotz nicht gekauften Motors erfährt die Bordkasse keine Schonung. Ein seit der Überfahrt bekanntes technisches Problem konnte nun endlich dank der enormen Hilfe von Freund Bernhard behoben werden.  Sobald höhere Ströme flossen, hat sich nämlich der Solarladeregler für unterschiedliche Zeitspannen ausgeschaltet, damit wurden die Batterien langsamer vollgeladen. Bei ewig blauem Himmel war das kein Problem, bei nur vereinzelten sonnigen Abschnitten jedoch schon. Die Fehlerursache gestaltete nicht so einfach wie gedacht, alle Menüpunkte des MPPT-Controllers wurden durchforstet, die ganzen Kabelwege verfolgt und ein Elektroingenieur wurde konsultiert.

Die Ursache lag in den zu dünnen Kabeldurchschnitten und den nicht optimal verbundenen einzelnen Solarpanelen. Noch länger als mit der Ursachenforschung waren wir mit der Behebung der Fehler beschäftigt. Jetzt, nach zweieinhalb vollen Arbeitstagen, läuft die Solaranlage besser als je zuvor, und die Verkabelung ist genauso wie es die effektiven MPPT-Solarladeregler mögen. Ich hätte nur nie gedacht, dass neue Kabel und ein paar Elektro-Kleinteile so teuer sein können.

Das ist ein hiesiger Leguan, kein feuerspeiender Drache

Ein anderes Ersatzteil hat Larissa glücklicherweise aus Deutschland mitbringen können. Bereits seit der Überfahrt in die Karibik hat der Gasdruckregler manchmal „gesponnen“. Entweder war die Gasflamme zu klein oder der Herd verwandelte sich in einen kleinen feuer- und gasspeienden Drachen. Mit dem neuen Druckregler konnten wir den Drachen wieder zähmen.

Im Dock 46

Dass wir uns hier auf der Insel sehr wohl fühlen, haben wir ausreichend erwähnt. Jetzt haben wir auch wieder eine absolute Lieblingskneipe, das Dock 46, in dem es neben leckerem Essen und einem sehr zuvorkommenden Service jeden Abend unterhaltsame Livemusik gibt. Zudem liegt das Dock 46 direkt an einem kleine Kanal zur inneren Lagune nach Sint Maarten und hat einen super Anlegesteg, nicht nur für unser Beiboot. Man könnte das Dock 46 auch als das Upperdeck von St. Martin bezeichnen.

Feiern mit Freunden

Einige nette Menschen von hier haben wir dort auch schon kennengelernt und heute Abend werden wir zu einem keltischen Abend in La Grand Case, abgeholt.

Jetzt habe ich doch mehr geschrieben als geplant und unsere weiteren Reiseoptionen zur Hurrikanzeit, werden wir im nächsten Bloqbeitrag ausführlich präsentieren.

Karibische Erfahrungen

Das Centre Hospitalier aus der Luft

Eigentlich begann alles bei der Anästhesie: Zur Vorbereitung auf die Cardioversion, einen Elektroschock, um mein stolperndes Herz wieder in einen ordentlichen Rhythmus zu bringen, sollte ich mich bei der Anästhesie im örtlichen Krankenhaus, dem Centre Hospitalier vorstellen. Nachdem GoogleMaps mich zunächst einmal zum Personaleingang geschickt hatte, an dem Hühner fröhlich auf dem Hof herumpickten, und Eidechsen über den Weg liefen, fand ich mich schließlich am richtigen Eingang ein.

Bei der Anmeldung musste ich auch gleich die heutige Konsultation bezahlen, 70€ war der Pauschalbetrag. Die Anästhesie teilte sich offensichtlich das Wartezimmer mit der Geburtshilfe, denn um mich herum saßen zahlreiche junge Frauen mit extrem runden Kugelbäuchen und mehr oder weniger glücklichem Gesichtsausdruck.

Endlich holte mich die junge Anästhesistin in ihr Sprechzimmer, hörte sich mein Anliegen an … und schickte mich sogleich wieder weg. Sie brauche schon mehr als nur die Diagnose des Kardiologen. Ohne eine Anweisung, was geschehen solle, könne sie nicht arbeiten. Sie betonte immer wieder, dass, sollte etwas mit der Narkose schiefgehen, schlussendlich sie verantwortlich sei. Wer da nun verantwortlich ist, war mir eigentlich egal, es sollte nichts schiefgehen.

Die knappe Anweisung reicht aus

Da das Gespräch mit der Anästhesie mindestens 72 Stunden vor dem eigentlichen Eingriff am Donnerstag stattfinden sollte (es war bereits Montag mittag), musste ich mich direkt darum kümmern, denn sonst würde der Termin am Donnerstag platzen. Und dann wäre es erst zwei Woche später, der behandelnde Arzt hat Urlaub nach Ostern.

Glücklicherweise war ich mit dem Auto hier, denn die Praxis des Kardiologen lag auf der anderen Seite von Marigot. Ich bin also geschwind dorthin gefahren, habe Dr. Kirkawi das Anliegen der jungen Frau erklärt, er hat mich zuerst verständnislos angeschaut, um mir schließlich ein Schreiben mit einem Satz und seiner Unterschrift aufzusetzen.

Nun ging es wieder zurück zum Krankenhaus, ich musste es bis vor 13 Uhr schaffen, solange ging die Sprechstunde. In St. Martin ist am Tag immer Stau, denn in den engen Straßen parken entweder Autos auf der Fahrbahn, um schnell mal etwas abzuholen, oder auf jemand zu warten, oder auch nur, um einen Bekannten zu begrüßen. Das stört hier nicht, gehupt wird nur als Dankeschön, zum Beispiel, wenn ein Auto vorgelassen wird. Daher geht tagsüber alles ein bisschen langsamer. Nur die Motorradfahrer schaffen es schneller, denn die drängeln sich elegant in der Mitte der Fahrbahn hindurch.

Keine falschen Nägel!

Aber ich war rechtzeitig dort, und mit dem Schreiben war die Ärztin zufrieden, jetzt hatte sie die Anweisung, die sie brauchte. Nachdem alle Fragen beantwortet waren, bekam ich einen Zettel mit, zum Verhalten vor der OP, und was mitzubringen war, und was auf keinen Fall mitgenommen werden sollte. Konkret: Weder essen noch trinken ab Mitternacht, am Abend vorher und am Morgen duschen (?), Schmuck, falsche Finger- und Fußnägel zu Hause lassen, und pünktlich um 7 Uhr erscheinen, egal für wann der Eingriff angesetzt ist.

Glücklicherweise war ich – entgegen Volkers Rat: „Da sitzt Du doch eh nur rum und wartest!“ – pünktlich dort. Denn die akribische Narkoseärztin hatte leider vergessen mir zu sagen, dass ich einen PCR-Test brauche, um in den OP-Trakt eingelassen zu werden. Ich solle doch mal eben in das Labor fahren, das liegt aber leider direkt neben der Praxis meines Kardiologen, also wiederum am anderen Ende der Stadt. Diesmal hatte mich Volker aber hergefahren, ich hatte also, oh je!, kein Auto hier. Nach Rückfrage war es in Ordnung, wenn die nette Schwester mir den Abstrich abnimmt, das Ergebnis ins Labor schicken lässt und die Ergebnisse per Mail zurückkommen.

Der Weg vom Krankenhaus zum Labor

So, jetzt hatte ich anderthalb Stunden frei, ich setzte mich draußen vor dem Haus in die Sonne, telefonierte mit Volker, der sich natürlich entsprechend aufregte, las ein bisschen in meinem Buch und beobachtete die Menschen, die ein- und ausgingen.

Als ich mich pünktlich um 10:15 Uhr wieder auf der Station einfand, gab es zwar noch kein Ergebnis aus dem Labor, aber ich wurde trotzdem schon mal in ein Zimmer geführt, wo auf dem Bett das attraktive OP-Hemdchen lag, sowie blaue Plastik-Fußüberzieher und ein – noch – zusammengefalteter Haarschutz. Solange es keine weitere Entwicklung gab, konnte ich mich angezogen in den bequemen Sessel setzen und weiterlesen. Und es dauerte und dauerte, Volker, der ja gerade abwesend war, als die Geduld verteilt wurde, war wieder erbost am Telefon, und selbst ich mit meiner Engelsgeduld drohte sie zu verlieren.

Um 11.25 Uhr kam Dr. Kirkawi und wunderte sich, dass ich noch nicht fertig vorbereitet im OP lag, aber wir mussten ihm leider mitteilen, dass das Ergebnis des Tests immer noch ausstand. „O lala, I have another patient just after you!“ Aber gegen ein fehlendes Testergebnis ist selbst der Doktor machtlos.

Also warte ich weiter, aber nun im OP-Hemdchen, es ist ja warm hier in der Karibik, da macht das nichts aus. Nur die Plastik-Schuhe sind unangenehm, solange hier nichts passiert, lasse ich sie einfach aus, ebenso wie das attraktive Häubchen.

Gegen 12 Uhr rennt freudestrahlend die Schwester ins Zimmer: „Das Testergebnis ist da, es geht los!“ Nun muss nur noch ein Pfleger kommen, der mich in meinem Bett zum OP-Trakt schiebt, gut zehn Minuten, kommt Gary mit den kunstvoll aufgetürmten geflochtenen Zöpfen und einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht. Als er erfährt, dass ich gut französisch spreche, aber Deutsche bin, möchte er ein paar Begriffe lernen, „Guten Tag“, „Vielen Dank“. „Wie geht es Dir?“, „Bitteschön“, etc. Im OP angekommen, spricht er die Begriffe in sein Telefon, um die Sätze demnächst auswendig zu lernen.

So komme ich mit einem Lächeln auf den Lippen im Aufwachraum des Krankenhauses an, wo die Cardioversion durchgeführt werden soll, unter einer ganz leichten Propofol-Narkose. Die Schwestern hier tragen zwar ihre Haarnetze, aber darüber schöne bunte Tücher, und es läuft leise Lounge-Musik. So wird eine entspannte Atmosphäre hergestellt.

Ich werde von einer sehr netten Schwester verkabelt, dann kommen der Anästhesist und der Doktor mitsamt dem „Stromstoß-Gerät“. Zunächst laufen alle etwas ratlos herum, weil die Anschlüsse nicht passen, der Anästhesist immer mit der großen Spritze, in der sich das Propofol befindet. Aber dann kommt eine Schwester, die sich offensichtlich auskennt, holt einen Adapter, und schon geht es los.

Ich versuche mich zu konzentrieren, um genau zu merken, wann ich anfange einzuschlafen, merke noch, wie der Raum verschwimmt, dann bin ich auch schon weg. Wenig später erwache ich aus einem angenehmen Traum, kann mich aber anschließend nicht an den Inhalt erinnern, nur dass es interessant war.

Ein Blick auf den Monitor neben meinem Kopf zeigt mir, dass mein Gefühl richtig war, das Herz schlägt im Sinus-Rhythmus, das Ganze ist geglückt. Die Schwester kommt und fragt, wie es mir geht. „Großartig,“ sage ich mit Blick auf den Monitor, „dann kann ich ja gehen.“ Ich muss leider noch ein bisschen warten, werde aber zwischendurch wieder in mein Zimmer gefahren, leider von einem etwas weniger unterhaltsamen Pfleger, Gary war wohl gerade in der Pause oder auf einer anderen Mission.

Nach einer Dreiviertelstunde bekomme ich einen Zwieback und ein Päckchen “La vache qui rit“, darf gehen, aber nicht ohne vorher an der Anmeldung zu bezahlen, und das war’s.

Trotz aller Pannen war ich sehr froh, mein Buch habe ich fast ausgelesen, der Zweck des der ganzen Aktion ist erreicht, und abgesehen von der Warterei war die Zeit eher unterhaltsam😉.

Spaßsegeln

Klar kennen wir das alte Klischee von dem Segler, der am Sonntag mit seiner Süßen, falls die Winde wehen, segeln gehen möchte. Tatsächlich haben wir an den letzten beiden Sonntagen, einfach so zum Spaß, den Anker gelichtet und die Segel gesetzt.

Sonntagsausflug

Letzten Sonntag waren wir noch mit Freundin Sabine unterwegs, bei einem frischen Ostwind sind wir zu der Anse Marcel gesegelt, haben dort den Anker geworfen und ein bisschen an den Felsen und ums Boot herum geschnorchelt. Es gab auch einen kleinen Imbiss, und wir fühlten uns wie die Gäste auf den zahlreichen Tagesausflugskatamaranen. Genuss pur, ohne dass man irgendwann irgendwo irgendwie ankommen muss oder will.

Pünktlich vor dem Dunkelwerden waren wir wieder zurück an unserem Ankerplatz in der Baie du Marigot, Zeit für einen Drink und das Abendessen in dem netten unprätentiösen Straßenrestaurant am Marktplatz.

Der Ruf der Seejungfrau

Am nächsten Sonntag sticht Volker wieder der Hafer, oder besser: Die Seejungfrau ruft.

Die Windvorhersage ist gut, wenn auch ein bisschen leicht, um 12-16 Knoten aus Ost mit einem kleinen Schlag Süd, da kann man doch mal Spaßsegeln!

Also wird der Anker gelichtet, sogleich das Großsegel gesetzt und die Genua ausgerollt, beides im 1. Reff, wir kennen inzwischen die Windsituationen an der Insel mit ihren Buchtflauten, Winddrehern und plötzlichen Fallwinden. Sogleich läuft die Hexe los, bei einem gemäßigten Amwindkurs gleitet sie mit fast acht Knoten dahin.

Die schöne Anse Marcel liegt querab

So segeln wir gemütlich bis zur Anse Marcel, plötzlich fragt mich der Skipper: „Wie weit ist es eigentlich um die ganze Insel?“ Das ist natürlich die richtige Aufgabe für mich, schon kann ich mich, statt draußen an der frischen Luft zu sitzen und am Ende auch noch Sonnenstrahlen abzubekommen, der Navigatoren-Arbeit hingeben, und verkünde kurz später das Resultat: „ca. 28 Seemeilen“.

„Das machen wir“, sagt Volker, und schon haben wir eine Aufgabe. Wir kreuzen bis zur Nordostspitze mit der entzückenden vorgelagerten Insel und dem Riff, an dem wir noch vor zehn Tagen geankert haben. Weiter geht es mit halbem Wind, angenehmer Kurs, Richtung Süden.

Volker möchte gerne mal wieder die atlantische Dünung unter dem Boot spüren, nicht immer nur die konfusen Wellen von den Schnellfähren

Die Pelikaninsel

Die Grenze zwischen französischem und niederländischem Teil der Insel ist auch von See aus leicht sichtbar: Im Süden, in Sint Maarten, stehen sofort Hotelburgen und keine kleinen, ein bisschen heruntergekommenen Häuser mehr. Trotzdem sind es wunderschöne Buchten, mit vorgelagerten Mini-Inseln, von denen ein Inselpärchen „Kuh und Kalb“ heißt, ein anderes „Henne und Küken“, außerdem ist da noch die Pelikaninsel, von der Volker sofort meint, dass das hiesige Bier „Pelican“ seinen Namen hat.

Die Queen Mary 2 in der Groot Bay

An der Südostspitze der Insel kann man schon die Schornsteine des Kreuzfahrtschiffes im Hafen der Groot Bay sehen, und als wir dann um die Ecke kommen, haben wir den Blick frei auf das große Kreuzfahrtschiff „Queen Mary 2“.

Noch sind die Flugzeuge am Boden

Ab hier kreuzen wir vor dem Wind, wir haben bestimmt zehn Halsen gefahren, vorbei an den vier kleineren Buchten, an der weiten Simpson Bay und dem Juliana-Flughafen, wo die Flugzeuge fast direkt über den Maho-Strand fliegen, damit sie die aufgrund der geographischen Bedingungen kurze Landebahn ausnutzen.

Wunderschöne Strände, menschenleer

An der Halbinsel Terres Basses gibt es die schönsten weißen Strände von Sint Maarten und St. Martin, leider ist diese Seite nicht von Land aus zugänglich, denn hier sind die Anwesen des Geldadels angesiedelt, sowie das einzige 5-Stern-Hotel. Wir haben es mit dem Auto probiert, ohne Erfolg, aber nun segeln wir daran vorbei und haben freien Blick.

Danach gibt es eine letzte Kreuz bis zum Ankerplatz in der Bucht von Marigot, schon haben wir die Insel unter Segeln umrundet, 32 Seemeilen in nicht ganz fünf Stunden, bei eher wenig Wind, und es hat viel Spaß gemacht, das alles mal von See aus zu sehen.

Was uns so auffällt

Alles bleibt trocken, auch nach Sonnenuntergang

Hier im karibischen Gebiet schein die Luftfeuchtigkeit auch nachts sehr niedrig zu sein. Das komplette Deck ist morgens staubtrocken und nicht taufrisch, es sei denn, es hat geregnet. Selbst nasse Kleidung trocknet nachts, wenn sie im Wind am Seezaun flattert. Stäube, egal welcher Art, ob durch die Wüste wie auf Lanzarote oder die Industrie, liegen nicht in der Luft. Unser weißes Deck bleibt daher schneeweiß und das Bootschrubben beschränkt sich auf das Entsalzen nach einer Segeltour. Auch unsere Genua und das Großsegel sind so weiß wie schon lange nicht mehr, was wohl an den häufigen Regenschauern liegt.

Was mir schon ins Auge sticht seit wir auf Saint Martin sind, ist, wieviele Segelboote ohne Mast unterwegs sind oder vor Anker liegen. Da ist wohl so manche schwere Fallböe den Berg runtergesaust und hat den Alumast zum Brechen, oder die Verstagung zum Reißen gebracht. Diese Beobachtung gilt sowohl für Boote in den Ankerbuchten als auch in den Häfen.

Auch wenn die Häuser noch Liebe brauchen, die Menschen strahlen sie aus

Die Bewohner scheinen sehr stolz auf ihre Insel zu sein, es gibt viele und kreative Bekundungen zu dieser schönen Karibik. ich nenne mal ein paar Beispiele, die mir so aufgefallen sind, seit wir hier sind.

Zum einen gibt es da die zahlreichen Menschen, die ihre Liebe zu Saint-Martin auf ihrem T-Shirt bekunden:

One Love – One Life – One Island = Saint Martin.

Schöne Gärten

Auf der niederländischen Seite steht  auf jedem Nummernschild „friendly Island-Sint Maarten“. An anderen Stellen sind hübsche Graffiti an Wänden, die mit verschiedenen Mottos von der Zuneigung der Bewohner für ihre Insel zeugen.

Ein anderer Umstand, der jedem Verkehrsteilnehmer auffallen muss, egal ob als Fußgänger oder als Autofahrer, ist die gegenseitige Rücksichtnahme und und Höflichkeit. Steht man als Fußgänger am Straßenrand, dauert es nicht lange, bis man über die Straße gelassen wird, eine Lücke zum Einordnen für den abbiegenden Autofahrer wird immer freigehalten.

Diese Freundlichkeit besteht auch im zwischenmenschlichen Kontakt unter den Menschen, und ein fröhliches Lächeln wird uns oft entgegengebracht.

Nach dem Einkauf

Wir sind jetzt auch wieder unter den Autofahrern. Ein kleines Leihauto haben wir für die Zeit auf der Insel angemietet. Sehr praktisch, so können wir unsere große Gasflasche füllen lassen, und auch die kleinen Sodastreamflaschen werden für günstige 10 $  im holländischen Teil gefüllt.

Ihr lest es richtig. Im holländischen Sint Maarten werden fast alle Preise in den Geschäften in drei Währungen ausgezeichnet, in Dollar, Euro und dem holländischen Antillen-Gulden, kurz NAF. Ein NAF entspricht zur Zeit einem halben Euro. Manchmal ist das ein bisschen verwirrend, weil uns die Preise in NAF außergewöhnlich hoch vorkommen. Beim ersten Supermarkteinkauf in Sint Maarten haben sich Cornelia und Sabine auch schwer gebremst, weil alle Preise im Carrefour in Antillengulden ausgezeichnet waren.

ich hoffe, dass beim Lesen dieser Zeilen spürbar wird, wie sehr wir diese Insel mögen:

One Love – One Life – One island=Saint Martin