Feliz Navidad

Noch sind wir im derzeit kalten und windigen Deutschland, haben anlässlich der längsten Nacht den Beginn der längeren Tage mit vielen Freunden bei uns im Garten gefeiert.

Heute ist Heilig Abend, die Krippe ist aufgebaut, das Engelsorchester schaut auf den Maestro und der Tannenbaum ist geschmückt, die eingepackten Geschenke liegen darunter. Alles ist bereit für die große Familien-Weihnachtsfeier mit unseren Kindern und Enkelkindern, die bei uns traditionell am 25. Dezember stattfindet.

Wir wünschen unseren Freunden, wo auch immer Ihr auf der Welt oder den Weltmeeren sein mögt, ein fröhliches Weihnachtsfest mit Euren Lieben und friedliche letzte Tage in diesem Jahr 2025.

Last Minute

Mit dem Einbau und dem Anschluss unserer neuen Batteriespeicher sind wir bis zum Abflug nicht soweit gekommen, wie wir uns das gewünscht haben. Es fehlen noch passende 95 Quadratmillimeter dicke Zuleitungskabel, es fehlen passende Sicherungen. Ein Tag vor unserem Abflug haben wir und das Einbauteam dann noch über zwei neue Zuleitungskabel von den Alpha Pro Steuergeräten, 1eines je Motorraum, gesprochen. Diese kleinen elektronischen Regler zeigen den Lichtmaschinen an, ob und wann sie Batterien laden sollen und wieviel Ampere eingeladen werden sollen. 

Bisher ist das so, dass bei den AGM-Batterien, nur bei einer höheren Motordrehzahl, viele Ampere in die Batterien geflossen sind. Man muss wissen, dass bei höherer Drehzahl, durch die kleinen Schaufelrädchen an der Lichtmaschine, die Lichtmaschine dann auch ausreichend gekühlt wird. Die zukünftigen Lithiumphosphatbatterien sind dagegen so energiehungrig, dass sie schon im Standgas maximal viel Ampere aus der Lichtmaschine saugen. Häufig führt das zum frühen Tod der Lichtmaschinen wegen Überhitzung. Damit das nicht geschieht, muss jeweils ein neues Kabel von der Lichtmaschine zum neuen Batteriemanagementsystem, das nennt sich  „Cerbo“ bei der Firma Victron, verlegt werden. Das besagte Kabel hätte man, bzw. ich schon lange verlegen können, da war die Planung aber wohl nicht so top. 

Jedenfalls, einen Tag vor der Abfahrt ist klar, dass ich noch die Kabel verlegen muss. Last Minute eben. Und damit es dann echt spannend wird mit dem pünktlichen Erreichen des Flugzeugs, standen Material und  Helfer am Tag des Abflugs auf der Matte. Und da muss man sagen, dass das nachträgliche Kabellegen in der Hexe wirklich spitzenmäßig von Outremer geplant und damit relativ simpel ist. Man muss nur nur die Wege kennen und das ist nach all den Jahren glücklicherweise der Fall. Und trotzdem steckt manchmal der Teufel im Detail. 

Egal wie ,um 11.20 Uhr waren beide Kabel mit viel Hektik und ein bisschen Aufregung erfolgreich verlegt. Um 11.25 Uhr war ich frisch geduscht, um 11.30 Uhr saßen wir im Auto, auf dem Weg zum Flughafen und kamen dort nach Abgabe des Leihautos um 11.50 an. Kurz nach zwölf Uhr warten wir auf das Boarding, das fünf Minuten später los ging. Just in Time! 

Jetzt sind Boot und Atlantik ein paar tausend Kilometer entfernt und das Vorweihnachtsfieber hat uns gepackt. Am Tag nach der Ankunft in Deutschland kommt das ganze Dekomaterial und die Lichterketten aus den tiefsten Tiefen des Kellers ins heimische Wohnzimmer und anschließend an ihren Platz. Drinnen oder Draußen. Was für ein schöner abendlicher Lichterglanz in Haus und Garten. 

Obwohl ich ja mal wieder nicht vom Boot weg wollte, hat mich das Vorweihnachtsgewusel voll in seinen Bann gezogen. Es gibt ja noch soviel zu tun. Geschenke für die Kinder und Enkel besorgen, das Essen planen, die Wintersonnenwendfeier organisieren…

Das erste winterlicher Gänseessen liegt auch schon hinter uns und mein sich langsam leerender Adventskalender zeigt uns deutlich an, dass sich das Weihnachtsfest 2025 schnell nähert.

Wir wünschen allen, die in diesen wuseligen Tagen noch Zeit haben unseren Blog zu lesen,  eine fröhliche Vorweihnachtszeit!

Feiertage

gibt es reichlich auf den Kanaren, und es scheint immer, als hätten sie dort viel mehr davon als in Deutschland. Das stimmt nicht ganz, weil wir zum Beispiel an Weihnachten und Ostern mehr freie Tage haben als die Spanier. Jedoch gibt es so viele regionale  Feiertage, die – für uns – immer unerwartet auftauchen. So zum Beispiel der 8. Dezember, Mariä Empfängnis, den wir absolut nicht auf dem Schirm hatten. Denn eigentlich sollten morgen noch ein paar Dinge am Boot gemacht werden.

Heute haben wir den zweiten Advent, draußen scheint die Sonne am wolkenlosen Himmel, und es hat Mittagstemperaturen von 25 Grad. Volker macht das Unterwasserschiff sauber, das geht auch nur bei einer erträglichen 21-Grad-Wassertemperatur, nachdem er heute morgen schon im Motorraum gewerkelt hat, ein fleißiger Mann! Vorhin waren wir mit dem Beiboot in der Bucht vor der Marina, wo ganz viele Leute im Meer badeten. Ich sitze jetzt im Sommerkleidchen am Kartentisch, und gestern kam zuhause der Nikolaus!

Am ersten Advent jedoch haben traditionell wir mit Freunden am Nachmittag  gefeiert, mit Kaffee und Käsekuchen, es gab auch selbst gebackene Plätzchen und eine goldene Kerze mitten auf dem Tisch. Später aber musste auch eine Buddel Cava dran glauben, da war der Kaffeedurst schon gestillt.

Es fühlt sich seltsam an, im T-Shirt Plätzchen zu backen, und man muss beim Ausstechen des Teigs höllisch aufpassen, dass man nicht zu lange damit rummacht, denn wenn der Teig zu warm wird, bekommt man die Teilchen kaum noch heil aufs Backblech. 

Schon vor dem ersten Advent hat Volker unsere gesamte Weihnachtsbeleuchtung angebracht, der wiederverwendbare Tannenbaum, geschmückt mit den immer gleichen Kugeln, leuchtet ebenso wie die Lichterkette. Und dieses Jahr habe ich es – mit der tatkräftigen Hilfe von Ulrike – geschafft, einen Adventskalender für Volker aus Streichholzschachteln herzustellen. (Ulrike hat jetzt bei sich zuhause ein paar hundert Streichhölzer, leider ohne Schachteln.)

Ich habe allerdings auch ein Adventsgeschenk bekommen, denn am Samstag vor dem ersten Advent waren wir im Auditorium der Jameos de Agua, eine Umgebung, geschaffen von César Manrique, dem Künstler von Lanzarote schlechthin. Der Saal ist ein natürliches Auditorium in einem Teil einer Vulkanhöhle, mit einem unglaublichen Klang, einer sensationellen Akustik. Wir haben dort ein Ballett gesehen, „Dique“, über einen Deichbau in Galizien, der im wesentlichen von 200 Frauen hergestellt wurde, die die gleiche Schwerstarbeit wie Männer für einen deutlich niedrigeren Lohn machten. Das Ballett war eine Mischung aus zeitgenössischem Stil und galizischen Tänzen. Die Musik passt sich dem Tanzstil an, oder die Tänzerinnen  sich der Musik, das war großartig und beeindruckend. Ein wunderschönes Spektakel in einer gewaltigen Umgebung!

Bei unserem  letzten Champagne Friday des Jahres hat Volker uns mit mexikanischen Tortillas bekocht, was großen Zuspruch fand. Wir hatten zehn Freunde zu Gast, und mit zwölf Menschen haben wir gerade so an unseren Tisch im Cockpit gepasst. Die Champagne Fridays richten wir immer mal wieder aus, und die Zusammensetzung ist immer mal wieder anders, je nachdem, wer gerade auf der Insel ist, Zeit hat, usw. Diesmal hatten wir als “Neuheit” ein junges Paar bei uns, Selma und Max, die gerade ihren Segelschein gemacht haben, und in Zukunft die Reisen im T3 VW-Bus mit einem Leben auf dem Wasser tauschen wollen.

Ein besonderes Highlight war, das Jörn mit seiner Gitarre gekommen war, und uns wieder mit seinen wunderschönen eigenen Kompositionen erfreut hat. Und zum Schluss gab es den uns bereits bekannten Rausschmeißer die Hommage an “Hannelore”, bei dem alle Gäste mitsingen dürfen. Dank an Jörn, dass ich hier einen zusammen geschnittenen Teil des kleinen Konzerts in einem Video präsentieren darf.

Und damit nicht genug der Höhepunkte, gestern durften wir mit Evelyn und Horst auf ihrer wunderschönen „Lippischen Rose“ mit nach Rubicon segeln, der schwache Wind vom Anfang frischte am Ende auf, und das “Röschen erreichte mühelos 8,9 also fast neun Knoten. Es war ein schöner Samstags-Törn, danke an Euch beide, Evelyn und Horst, wir haben es genossen, nach langer Zeit mal wieder auf einem Einrumpfer unterwegs zu sein.

Am Dienstag fliegen wir dann in die – hoffentlich – richtige Weihnachtsstimmung. Und bei den vorhergesagten 14 Grad werden auch wir es bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt aushalten.