Gebannt

folgt die Capitania dem von Outremer organisierten Webinar, das sich in den nächsten acht Wochen immer dienstags verschiedene Situationen „Was ist, wenn“? beschäftigt. Ladies only. Heute hieß es: „Was ist wenn die Vorsegelrollanlage nicht funktioniert?“ Selbst gravierende Probleme werden von Nikki Hendersson, der erfahrenen Katskipperin, angesprochen. Man stelle sich vor die Reffleine von der Rollanlage reißt oder das Fall der Genua  bricht und das Segel rauscht nach unten. Dann heißt es schnell und zielgerichtet zu handeln, um weitere Schäden durch das schlagende Segel am Boot oder noch schlimmer, Verletzungen der Crew zu vermeiden. 

Über solche Szenarien kann man meiner Meinung nach im Vorfeld garnicht oft genug nachdenken, denn es werden ganz sicher unerwarteteSituationen auf See  eintreten, man weiß nur nicht wann und was passiert. Ist man mental gut vorbereitet, kann man adäquat und zielorientiert handeln, dann verliert auch so eine prekäre Situation hoffentlich recht schnell ihren Schrecken.

Letzte Nacht haben wir in bewährter Manier den Gennaker nach Einbruch der Dunkelheit geborgen und sind die ganze Nacht nur mit dem Großsegel unterwegs gewesen. Der Wind kam auch ziemlich genau von hinten und da fährt der Kat ja sowieso nicht so flott.

Mal wieder ein Sonenaufgang

Heute früh um sechs Uhr haben wir gehalst, um ein bisschen nach Norden zu halten, mit gesetztem Gennaker, aber das war dann doch die falsche Richtung, weil die Wellen quer zum Schiff liefen und wir so richtig durchgeschüttelt wurden. Nach zwei Stunden zeigte der Bug dann wieder nach Nordosten und Rauschefahrt war angesagt. Der Topspeed lag bei 13,5 Knoten!

Im Laufe des Tages zogen Böenfelder durch, und gerade als die Capitania einen Mittagsschlaf machte, frischte der Wind auf 22 Knoten auf. Zuviel für das große bunte Segel. Schluss mit Schlafen hieß es für Cornelia und ab auf Manöverstation, in dem Fall an die Schotwinsch. Es dauerte eine Weile, bis der Gennaker weggedreht war, soviel Druck war im Segel. Um diesen Druck zu reduzieren, haben wir beide Motoren auf volle Fahrt voraus gestellt, damit der Wind von hinten weniger Druck im Segel erzeugt. Da der Wind ein bisschen mehr von der Seite kam, konnten wir gleich, nachdem alles aufgeklart war, die Genua ausrollen.

Mit der Segelkonstellation sind wir noch jetzt unterwegs. Die Welle ist zwei Meter hoch, darauf sitzt  nochmal ein kräftige Windwelle, es geht also ab, wie man so schön sagt. Es sind jetzt noch 700 Seemeilen bis Nieuwpoort, respektive 360 Seemeilen bis zum Eingang des englischen Kanals. 

Heute ist der 6. Tag auf See, der Luftdruck stabil und unverändert 1015, es war sonnig mit einzelnen Wolkenfeldern.

Gestern Abend gab es dick geschnittenen panierten Bacon mit Kartoffelpüree, heute backt die Capitania Salamipizza.

Morgen müssen wir uns entscheiden, ob wir noch einen kleinen Schlenker nach Norden machen, um mehr Wind zu haben, oder ob wir weiter auf direktem Kurs zum Wegepunkt bleiben. Vielleicht schauen wir nachher, zur Abwechslung, mal einen Film in der Mediathek.

Mehr gibt es für heute nicht zu berichten. Wir melden uns morgen wieder.

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