Baro 10, sonnig,, Wind O, zunehmend 2-8 Knoten, die See weiterhin siegelglatt

Nach zehn Tagen und zweieinhalb Stunden, 1508 Seemeilen 138 (!) Motorstunden sind wir um zwölf Uhr Azorenzeit von Santa Maria bis Nieuwpoort gekommen. Auch mit Sonnenaufgang heute früh kam kein Wind, so sind wir die letzten Stunden wieder unter Motor gefahren. Das war in diesem Fall garnicht so schlecht, weil erstens anscheinend sämtliche Boote, die auf die Passage nach Frankreich oder England wollten, heute Morgen wegen des für diese Strecke günstigen Ostwindes ausgelaufen waren und uns entgegenkamen. Zum Zweiten war vor Nieuwpoort eine größere Regatta und viele Segler, einige mit bunten Leichtwindsegeln, kamen uns entgegen, denen wir ausweichen mussten.



Die letzte Nacht war – wie die vorherige – nicht so entspannt. Zwar motorten wir außerhalb des Verkehrstrennungsgebietes, in dem die großen Schiffe wie auf einer Autobahn fahren, aber auch daneben gab es zahlreiche beleuchtete Seezeichen und Fischer, die ja nie einen geraden Kurs fahren, weil sie immer hinter den Fischschwärmen her sind, völlig unberechenbar. So konnte Volker nicht wie auf dem leeren Atlantik, alle zwanzig Minuten einen Wecker einen Wecker stellen und an sonsten Schlafen. Nein, hier musste man permanent aufpassen. Mit dem ersten schüchternen Licht am Horizont habe ich übernommen, und er konnte wenigstens ein paar Stunden schlafen.


Gleich nachdem die Leinen fest waren im Hafen der belgischen Airforce, wo Jan uns einen Liegeplatz reserviert hatte, war das Dinghy bereit und wir sind mit einer seit gestern eisgekühlten Flasche Sekt aus Lanzarote zu der Philae, dem Boot von unseren Freunden Ria und Jan getuckert, um die Ankunft gebührend zu feiern.
Nach dem eher stürmischen Beginn der ersten Meilen von Lanzarote und Madeira war dieser Törn sehr entspannt, zumindest für mich. Volker war manchmal von dem sehr achterlichen Wind genervt, aber dass der Gennaker tagelang stehen bkeiben konnte, fand er dann doch sehr schön.
Die letzten Seemeilen bis Hoorn werden wir ruhig angehen, erstmal bleiben wir ein paar Tage hier im sonnigen Nieuwpoort.