Ich war ein bisschen erschrocken, als ich im Blog nachgeschaut habe, von wann unser letzter Beitrag ist. Gähnende Leere im Blogkalender, sorry, das war keine Absicht. Die letzten drei Wochen sind wie im Flug vergangen. Die Tage in Deutschland waren angefüllt mit Enkelbesuchen und heimischer Gartenarbeit bei sommerlichen Temperaturen, einigen Abenden im Biergarten und natürlich haben wir Freunde getroffen, die wir schon wochenlang nicht mehr gesehen hatten.



Schon war es an der Zeit, mit unserer geliebten Enkeltochter Zoey in den gemeinsamen Ferien zu starten. Ferien an Bord in Workum, wohlgemerkt. Hier ist ein Paradies für Kinder und damit auch für die Eltern oder die Großeltern. Ein großer Strand ist nur einen Steinwurf entfernt, ein toller Spielplatz am Hafeneingang, Fahrradwege, Campingplatz mit Imbiss um die Ecke und vieles mehr, wird für unternehmungslustige Kinder hier geboten.


Und so kam es, dass wir jeden Tag stundenlang am Strand waren, Burgen bauten, Zoey im 24 Grad warmen flachen Wasser endlos spielen konnte und auch wir mal geschwommen sind. Am Nachmittag ging es meist mit dem Dinghy ins benachbarte süße Städtchen Hindeloopen, wo Cornelia ihren Matjes und wir lecker Eis bekamen. Nach dem Abendessen an Bord ging es dann nochmals auf den Spielplatz oder für eine Fahrradrunde über den Campingplatz. Auch diese Tage zogen schneller als man gucken konnte ins Land.



Am nicht ganz so warmen Freitag packten wir eine große Picknicktasche, Badezeug und Getränke ins Dinghy und fuhren damit stadteinwärts, in Richtung Workum. Das Glück war mit uns und die Schleuse öffnete in dem Moment ihre Tore, als wir ankamen. Ein paar vor uns wartende Boote fuhren wie an der Perlenschnur aufgereiht vor uns in die Schleuse, doch für so ein kleines Wasserfahrzeug wie unser Dinghy es in der Relation ist, ist selbst in einer vollen Schleuse immer noch irgendwo ein Platz. Der Schleusenmeister kam und bekam seine 6 Euro Schleusengebühr und danach befanden wir uns schon mitten im Herzen von Workum, respektive dem Kanal, der uns durch Workum führte. Für Zoey und uns gab es soviel zu sehen, schöne traditionelle Schiffe, die festgemacht da lagen, historische Gebäude, entgegen kommende Boote und niedrige Brückendurchfahrten. Letztere versperrten uns nicht den Weg, denn wir machten uns ganz klein im Dinghy, die anderen Schiffe mussten jedoch auf die Brückenöffnung warten.



Irgendwann waren wir unter der letzten, der Eisenbahnbrücke durch und mit langsamer Gleitfahrt fuhren wir entlang der landwirtschaftlich geprägten Gegend. Bald schon näherten wir uns der weit verzweigten friesischen Seenlandschaft und einige aufkreuzende Segelboote kamen uns entgegen, andere segelten mit Rückenwind in östliche Richtung. Im Groote Gaastmeer bogen wir nach links ab und machten kurz darauf an einem großen Längsseitssteig, auf einer der zahlreichen Inseln unsere Leinen fest. Auf einem kleinen Inselrundgang erkundeten wir das Naturparadies und spielten ein bisschen Fußball. Danach war das tägliche Schwimmen angesagt, mit anschließender ausgiebiger Verköstigung der sehr hungrigen, großen und kleinen Crew. Schon war es an der Zeit für die Rückfahrt nach Workum, zum zweiten Mal ging es durch die diesmal fast leere Schleuse. Am Samstag wurde Zoey von den Eltern und Schwester für einen Campingurlaub abgeholt.
Seit Sonntag ist übrigens der Sommer hier in Holland vorbei, die maximale Tagestemperatur beträgt gerade noch magere 17 Grad.
Sonntag machten wir mit Andreas, einem Interessenten für Performance Katamarane, bei bis zu 26 Knoten Wind einen flotten Segelausflug. Mit bis zu 12 Knoten Speed flogen wir im 2. Reff über das aufgewühlte Ijsselmeer.

Montag kam Petra zu Besuch. Dienstag sind wir bei ruhigem Wetter, mit Sonne, zum Windpark und zurückgesegelt. Was für ein Kontrastprogramm zum sonntäglichen Segelausflug.
Heute fährt Petra nach Hause und Larissa, Johannes mit Hund Nana checken für einen Woche an Bord ein.