Regen und Besuch? Nein!!!! Beim Regen mag das ja stimmen, aber für den Besuch ist genau das Gegenteil der Fall, denn die letzten 16 Tage waren unsere Tochter Larissa nebst Mann Johannes und Hund Nana bei uns in Workum, teils an Bord, teils mit dem Camper am naheliegenden Strand.

Und was liegt da näher, als den beiden endlich mal das Windsurfen beizubringen? Eigentlich war die Intention von Larissa und Johannes, das Kitesurfen zu erlernen. Doch nach der ersten Doppelstunde gab es viele schwachwindige Tage, nix zu machen für die Kiter, aber ideal, um ins Windsurfen einzusteigen. Und da kommen unser neuer Freund Klaus und sein Kumpel Jörg ins Spiel. Denn beide haben das Windsurfen aufgegeben und sind jetzt leidenschaftliche Kiter. Ein großer Vorteil für Johannes und Larissa, denn sie können im wahrsten Sinne des Wortes, für einen Apfel und ein Ei, mehrere Windsurfsegel, fünf Carbonmasten, einige Gabelbäume und ein total schnelles Mistral Surfbrett übernehmen.



Beide machen bei dem leichten Wind schnell große Fortschritte. Johannes kommt selbst bei Starkwind zurecht und gleitet sehr schnell und gekonnt übers Ijsselmeer. Und mit dem vielen Wind der letzten Woche konnten die beiden dann endlich auch die Kitesurfstunden nachholen. Doch viel Wind kann schnell auch zu viel Wind sein, und nach einem ungewollten Höhenflug strich Larissa vorläufig die Segel, oder besser gesagt den Kite. Kiten zählt zu den Risikosportarten und Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ich habe einen Tag Starkwind auch genutzt und ein paar Stunden, in wilder Gleitfahrt am Gabelbaum hängend verbracht. Und ich muss sagen, so schnell war ich noch nie auf dem Wasser surfend unterwegs gewesen. Abends schmerzten dann zwar die Schultern, und die Arme waren gefühlt länger als zuvor, doch das war es wert. Am zweiten Tag waren mir dann die Böen zu heftig.
Vor ein paar Tagen kam die Familie Paukert, mit zwei von drei Töchtern auf einem offenen Kielboot, einer Falke, zu uns zu Besuch. Paukerts sind Segelfreunde der ersten Stunde, die wir vor 12 Jahren in Portugal kennengelernt haben. Der Kontakt und die Freundschaft haben sich über all die Jahre gehalten. Wir verbrachten zwei wunderbare Tage in großer Runde miteinander. Es gab viel zu erzählen.




Seit gestern ist eine fast unheimliche Ruhe an Bord. Für Larissa und Johannes sind die Ferien zu Ende und die Paukerts machen mit dem Boot die friesischen Seen unsicher. Damit der Schritt in die Einsamkeit nicht zu schnell ist, bekamen wir gestern Abend noch zwei Überraschungsbesuche. Zuerst kam Klaus der Kiter zum versprochenen Bier, und anschließend hatten wir Horst, einen Segelfreund, mit Sohn und drei Monate altem Enkel zu Besuch, auch Horsts Vater war mit seinem süßen Hund dabei, vier Generationen bei der Hexe!

Jetzt müssen wir uns erst mal wieder um ein paar technische Probleme kümmern. Der Hauptautopilot funktioniert nicht mehr und der neue Plotter verliert sporadisch die AIS-Signale. Deswegen geht es morgen nach Lelystad in die Flevomarina. Dort sitzt ein Raymarine Servicecenter. Im nächsten Blogbeitrag werde ich die Fehler näher beschreiben und natürlich auch erzüählen, wie unser Reparaturstop verlaufen ist.