Im Moment sind wir gerade auf See, leider unter Motor, weil des Wind kaum vorhanden ist.
Wir fahren nach Bristol zurück, und am Montagnach Newport, aber das ist eine längere Geschichte, über die wir morgen berichten werden.
Um für unsere nächste längere Überfahrt (hoffentlich bald) gerüstet zu sein, wollen wir hiermit ausprobieren, ob unsere Kurzwellenanlage nach so langer Zeit noch funktioniert und wir Berichte auf unseren Reiseblog stellen können.
Deswegen seht Ihr heute nur einen oder vielleicht auch zwei – Blogbeiträge ohne sonstigen Inhalt.
Wir bitten dies zu entschuldigen.
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Baro 1011, bewölkt mit Aufheiterungen, Wind SW um 4, auf See
Tagesetmal um 08:00 Uhr: 175 sm, noch 131 bis St. Augustine
War das ein Geschaukel heute Nacht! Der Gang zur Toilette fühlt sich an, als versuche man, auf einem wilden Pferd beim Rodeo zu reiten. Bei der anschließenden Rückkehr in den Salon wird man zum Bergsteiger, vier Stufen hoch. Zähne putzen, Kaffeekochen und den Frühstückstisch zu decken, wird zum Abenteuer, denn für alle Tätigkeiten habe ich nur eine Hand frei, mit der anderen muss ich mich festhalten.
Ausnahmsweise werden mal bei einem Katamaran die Schubladen gesichert, Flaschen und Gläser in die Spüle oder an einen sicheren Ort gestellt, damit sie nicht umfallen. Auch der Drehstuhl am Kartentisch, auf dem ich immer dieses Logbuch schreibe, erfordert Beweglichkeit im Rücken und in den Beinen, um weiterhin die Finger auf der Tastatur zu platzieren. Nur im Bett und auf dem für die Überfahrt zur großen Liegewiese ausgzogenen Sofa liegt es sich bequem.
Dort hat Volker sein Bett aufgeschlagen, prinzipiell macht er nach alter Gewohnheit die Nachtwachen, deshalb liegt er oben und schläft dann hier richtig, wenn ich in der Früh komme und die Wache übernehme. Aber jetzt sind wir zu viert, Wes und Roisin übernehmen auch Wachen, da muss Volker während der Nacht nicht alle 15 Minuten nach den Rechten sehen.Gegen Morgen wird das Geschaukel etwas besser, mal sehen, wieviele blaue Flecken ich morgen haben werde.
Halbwegs ausgeschlafen treffen wir uns alle zum Frühstück um 10:30 Uhr, wieder mit selbstgebackenen Brötchen, heute Spiegelei mit Püree oder Avocadocreme, und ebenfalls wieder jede Menge Früchte. Gut, dass wir soviel Zeit haben, die bissfertige Zubereitung von Ananas und Mango ist schon zeitaufwändig.
Danach holen alle nacheinander noch ein bisschen Schlaf nach, während die Hexe, in ihrer Geschwindigkeit auch begünstigt vom Golfstrom, weiter nach St. Augustine segelt. Um uns herum türmen sich leider wieder einige Schlechtwetterwolken auf, drohen mit Regen und Starkwind, sonst würde Volker sofort den Code D setzen, und wir könnten schneller unserem Ziel entgegenstreben. Wir werden auf jeden Fall im Dunkeln ankommen, aber die Karten zeigen keine wesentlichen Hindernisse, und die Einfahrt scheint gut betonnt zu sein. Außerdem war Wes schon hier und kennt zumindest am Tag die Gegebenheiten.
Ab 15 Uhr kommen die dicken Wolken näher, ab 16 Uhr ist der Regen im Radar gut zu sehen, wir binden Reff 1 ins Großsegel, die Genua ist ja schnell weggerollt. Heute sind wir besser organisiert, wir müssen nicht erst reffen, wenn es schon Starkwind hat. Leider sieht es nur so aus, dass wir diesmal den Squalls mit dem vielen Regen nicht entkommen werden.
Und so war es auch, leider. So viele große Regenfronten um uns herum habe ich noch nie auf dem Radar gesehen, es wurden immer mehr und sie vereinigten sich zu großen Gebilden, aus allen blitzte es, und dazu fiel unglaublich viel Niederschlag . Die Genua war schon nur ein Taschentuch, doch Böen von über 36 Knoten veranlassten Volker, das Großsegel ganz zu bergen, und nur mit dem Motor zu versuchen, den kräftigsten Fronten und Gewittern auszuweichen.
Die Gewitter haben wir so glücklicherweise umfahren können, nur der Regen ließ sich nicht vermeiden. Fast zwei Stunden hat das Spektakel gedauert, das Boot ist mehrfach gewaschen worden, der Skipper und Wes aber auch, nur Roisin und ich haben die Entwicklungen am Radarbildschirm verfolgen dürfen, wir haben ab und zu Kursänderungen empfohlen, um den wildesten Gebilden auszuweichen, sowie bei stärkeren Donnern und Blitzen in der Nähe Laptops und Telefone im Backofen verstaut.
Es gab einen wilden Sonnenuntergang um 20 Uhr, der Wind ist immer noch viel stärker als vorhergesagt, und wir fahren gerefft in die zweite Nacht.
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Baro 1012, sonnig, leicht bewölkt, warm, Wind SW 3-4
an Bord: Roisin, Wes, Volker und Cornelia
Um 08:00 Uhr, früher als geplant, sind wir unterwegs, der Skipper hatte ausnahmsweise keine Geduld, bis zur geplanten Abfahrtszeit um 10:00 Uhr abzuwarten. Wir haben ca. 300 sm vor uns bis St. Augustine, unserem geplanten Einreiseort in Amerika. Das sind, je nach Windbedingungen, anderthalb bis zwei Tage.
Es sind ideale Bedingungen für gemütliches Segeln, flache See, um zehn Knoten Wind, zunächst segeln wir mit dem Gennaker, die Geschwindigkeit ist 7-8 Knoten. Der Hefeteig steht am Fenster, und soll gehen, Kaffee ist von Wes ganz früh gekocht worden, der Wellengenerator sowie die Solarpanele liefern mehr als ausreichend Energie, so kann es weitergehen.
Tatsächlich ist es zunächst Sommersegeln vom Feinsten! Es ist warm, manchmal so warm, dass wir uns in den Wind stellen, um abzukühlen. Es gibt selbst gebackene Brötchen zum späten Frühstück, gekochte Eier und – wie fast jeden Morgen unglaublich leckeres Obst. Mangos, Ananas, Papayas, fast alle Früchte kommen aus der Karibik oder den Bahamas selbst, vieles aus Guatemala und der Dominikanischen Republik, und es schmeckt einfach gut, weil es vor Ort gereift ist. Achtung, der Verzehr von reifen Ananas kann süchtig machen!
Seglerisch geht es erst einmal unspektakulär weiter. Anfangs hat kurz der Gennaker gestanden, aber der Windwinkel wurde zu spitz, weiter geht es mit der Genua, bei einem Windeinfallswinkel zwischen 100 und 120 Grad wird unsere Hexe richtig schnell, und der Skipper ist glücklich.
Leider baut sich eine kabbelige See auf, wir einigen uns darauf, dass es vom Golfstrom kommt, der an der amerikanischen Küste für eine starke Strömung nach Norden sorgt. Eigentlich kann der Golfstrom hier wir sind ja immer noch in den Bahamas keinen wichtigen Einfluss haben, aber wenigstens bekommen wir so eine Erklärung für die ruppige See. Am Nachmittag wechseln wir uns alle ein bisschen ab mit Schlafen, damit wir für die Nacht gut vorbereitet sind.
Das Abendessen verteilen wir heute auf die jeweiligen Ehepaare, denn da wir unterschiedliche Essgewohnheiten haben, was die Zutaten angeht, ist das Kochen etwas aufwändiger und bei dem Geschaukel muss man Töpfe und Pfannen auf dem Herd sichern. Zuerst essen Volker und ich kleine Nuggets von der Hühnerbrust mit selbstgemachtem Kartoffelpüree und einer kleinen Gemüsepfanne, unsere Gäste bereiten für sich Kürbispüree mit Kartoffeln zu.
Danach legen sich Wes und Roisin für eine Weile hin, Volker beobachtet Wind und Segel, damit der Windeinfallswinkel optimal ausgenutzt wird, ich versuche unseren Blog, Positionen und Wetterberichte über die Kurzwelle zu versenden und zu empfangen.
Es wird langsam dämmerig, um uns herum stapeln sich die dunklen Wolken, es beginnt zu grummeln, und natürlich zucken auch leuchtende Blitze durch die Gegend. Im Radar schauen wir nach, ob sich die Wettergebilde uns zu bewegen, oder ob sie verschwinden werden. Der Regen aus den Gewitterfronten erzeugt ein Echo in der Radaranzeige, und man kann den Zug dieser manchmal sehr umfangreichen Regengebiete gut verfolgen
Nun beginnt eine wilde Jagd: Der Wind hat zugenommen, klar in gewittrigen Zonen, und wir versuchen, einer breiten Regenfront angefüllt mit Donner und Blitz zu entkommen.
Die Genua ist schon ganz klein gerefft, aber wir fliegen mit bis zu 14 Knoten Fahrt dahin, eigentlich ist der Skipper, trotz dicker Regenjacke, ganz glücklich, wenn da nicht solche runden Dinger voller Wasser auf dem Bildschirm drohten. Mein Blick jedenfalls ist starr auf die Radaranzeige gerichtet. In Böen haben die Fronten bis zu 35 Knoten Wind dabei, bei vollem Großsegel nicht so spaßig, deswegen ist Volker dann immer weiter abgefallen, vom Wind weg, bis die Böen vorbei sind.
Irgendwann können wir einer Front nicht mehr entkommen, das ist der Zeitpunkt, an dem wir doch das Großsegel reffen. Wes und Roisin hören natürlich den Lärm, das Anspringen der Motoren und die unruhigen Schritte auf Deck, und kommen zum Helfen. Es ist immer spektakulär und aufregend, weil das Boot in den Wind gedreht werden muss, der scheint dabeistärker zu werden, weil er von vorne kommt. Das Segel muss schnell abgelassen werden, dazu geht Volker an den Mast und zieht es nach unten, auch nicht wirklich spaßig, wenn wegen zuviel Wind gerefft werden muss. Dabei müssen die Reffleinen nachgezogen werden, diese schlagen gerne mal, bis sie wieder fest sind, und gleichzeitig wird das Großsegel wieder hochgewinscht. Also eine eher stressige Situation.
Aer danach kommt natürlich eine Periode mit wenig Wind, aber nur kurz, anschließend geht es, gerefft, mit 8 10 Knoten Speed bei 12 14 Knoten Wind flott voran.
Little Harbour, der kleine friedliche Ort mit seiner, zumindest unter Seglern, berühmten Pete`s Bar and Restaurant, war unser Ziel nachdem wir aus Nassau weg sind. Die dazugehörige Bucht bietet einen Rundumschutz gegen alle Unbillen des Wetters und Pete`s Bar stellt gut gesicherte Mooringbojen kostenlos zur Verfügung. Der kleine Ort schmiegt sich harmonisch ins Landschaftsbild ein, ein wunderbarer Anblick und ein Ruhepol für gestresste Seelen. (Bilder folgen)
Nachdem wir an der Mooringboje festgemacht haben, klaren wir die Hexe auf, wassern das Dinghy und tuckern langsam zum Dinghysteg. Zu Pete`s Bar sind es nur ein paar Schritte durch feinsten Sand und kurz darauf fließt ein gut gekühltes goldgelb schimmerndes Kalik Bier durch unsere durstigen Kehlen. Wir sind angekommen an diesem Platz, der schon von so vielen durchreisenden Seglern besucht wurde, und an dem einige ein T-Shirt mit Unterschriften an der Decke der Bar als Erinnerung hinterlassen haben. Das einfache aber frisch zubereitete Abendessen schmeckt hervorragend und dem ersten Bier folgen noch ein paar weitere.
Pünktlich zum Sonnenuntergang stellen sich die Bahamas-typischen Stechmücken ein. Rauchende Kokosnusschalen, Anitmückenspray und Rauchdosen auf dem Tisch helfen nur bedingt bei der Stechfliegenabwehr. Irgendwann wird es uns zuviel und wir flüchten auf unseren Kat. Dort hatten wir leider vergessen, eine offenstehende Luke zu schließen, und wir müssen deshalb erstmal ein paar Moskitos klatschen. Nachdem alle Fliegenrollos am Platz waren, kehrte Ruhe im Schiff ein.
Nach einer sehr erholsamen Nacht ging es am nächstren Morgen um sieben Uhr schon los, denn die Fahrrinne in die Bucht ist zwar betonnt, aber nur 1,3 Meter tief, und die hochwasserzeit lag schon zwei Stunden zurück. Teilweise blieben bei der Ausfahrt nur 10 Zentimeter Wasser unter den Rudern, und alle Blicke richteten sich gebannt auf den Tiefenmesser. Aber selbst eine kleine Grundberührung sollte keine Folgen haben, denn der Untergrund ist weicher Sand.
Unser nächstes Ziel lag nach einer Strecke mit zahlreichen Untiefen und Sandbänken, was für viele Manöver und Spaß and Bord sorgte. Am frühen Nachmittag liefen wir dann in Marsh Harbour ein, und ankerten nahe bei der Zollbehörde, denn unsere Zeit in den Bahamas ist vorbei, wir wollen ausklarieren und weiter nach Amerika segeln.
Cornelia macht sich auf den Weg zum Zoll und zur Immigration, Wes und Roisin kaufen noch ein paar fehlende Lebensmittel im großen lokalen Supermarkt und ich erledige letzte Vorbereitungen für die gut 300 Seemeilen lange Überfahrt, Um 15 Uhr sind Schiff und Mannschaft klar zum Auslaufen in die 10 Seemeilen entfernte Bucht vor Guana Cay, wo wir noch eine nacht ankern wollen, bevor es nach Amerika geht.
Ab hier folgt demnächst das bewährte Segeltagebuch von Cornelia, und die will ich an dieser Stelle gerne einmal gebührend und ausführlich für ihre akribische Navigation, durch die Gewässer der Turks and Caicos und der Bahamas loben. Man umschifft in diesem Seegebiet, dem in früheren Zeiten endlos viele Schiffe zum Opfer gefallen sind, tagtäglich unzählige Untiefen, Riffe, Sände und Felsbrocken. Mit Hilfe des Kartenplotters und der dazugehörigen elektronischen Navionics Seekarten, auch unter Zuhilfnahme von Google Maps, muss man jeden Segelabschnitt akurat planen und anpassen. Zudem braucht man bei einigen Passagen eine hochstehende Sonne für die sogennante Augapfelnavigation. Cornelia hat uns und das ScBoot allzeit sicher durch dieses äußerst anspruchsvolle Fahrtgebiet geführt. Ein wahres Meisterstück, das musste mal erwähnt werden!
Wir sind auf dem Weg zu den Abacos, einer Inselgruppe, die zu noch zu den Bahamas gehört und gleichzeitig das nördliche Ende markiert.
Während es in den letzten Tagen auf unserem Blog still war und keiner von uns beiden Beiträge geschrieben hat, haben wir doch einiges in der Zwischenzeit erlebt und auch einige technische Probleme haben uns ganz schön auf Trab gehalten.
hungrige Bache
Doch nun der Reihe nach: Von Georgetown sind wir nach Stanley Cay gesegelt, einer Insel, die einen Teil ihrer Berühmtheit den wild lebenden Schweinen zu verdanken hat. Die Schweine sind nicht wild, im Sinne von aggressiv, und man kann die zum Teil sehr gewichtigen Tiere vom Beiboot aus oder direkt am Strand mit allem füttern, was das Schweineherz begehrt.
Gibt es hier mal etwas zu essen?
Wir haben ein bisschen Toastbrot undSalat vom Vorabend mitgebracht, das hat dann gleich die Aufmerksamkeit einer kapitalen Bache auf sich gezogen, die unser Beiboot entern wollte.
So viel Nähe am Anfang war uns dann doch zu viel und im Rückwärtsgang ging es erstmal auf eine sicherere Beobachtungsposition. Nachdem der erste Schreck verdaut war und von den Nachbarbooten ein paar spaßige Kommentare gekommen sind, ob wir denn ein Schwein klauen wollen, wagten wir einen neuerlich Anlandungsversuch mit unserem Dinghy.
Ein Schweineleben
Am Strand konnten wir unbehelligt die Schweine beobachten, ein paar Schweine füttern und die quietschfidelen Ferkel beim Rumtoben bewundern. Die Zeit mit den Schweinen flog nur so dahin und wir konnten uns kaum losreißen von diesem besonderen Ort.
Am späten Nachmittag waren wir mit Carmen und Ralf von der Relax zum Schnorchelausflug in die berühmte Thunderball Grotto verabredet. Die Thunderball Grotto ist eine Höhle, die bei Ebbe schnorchelnd zu erreichen ist und die zudem Drehort bei dem James-Bond-Film “Thunderball” war.
Fast alle tropischen Fischarten, die es gibt, sind in und um die Höhle rum vertreten, ein buntes Fischspektakel. Da wir nicht genug von der artenreichen Unterwasserwelt bekommen konnten, sind wir zusätzlich um das ganze Inselchen herum geschnorchelt. Den Anblick der farbenprächtigen Korallen und Fische werden wir wohl nie vergessen.
Nach einem Sundowner Drink auf der Relax ging ein ereignisreicher und einzigartiger Tag mit einem farbenprächtigen Sonnenuntergang zu Ende, bei dem der windstille Ozean mit dem Himmel zu verschmelzen schien.
Am nächsten Morgen gab es dann das negativ Kontrastprogramm, der Wasssermacher versagte seinen Dienst und war trotz systematischer Fehlersuche und viel gutem Willen nicht mehr zum Leben bzw. zum Arbeiten zu bewegen. Ein kleiner Schock für uns, den der Wassermachermacher beschert einen wichtigen Teil der Autonomie, die wir am Ankerplatz benötigen.
Einen Tag später bestätigt sich unser Verdacht zur Ursache. Die Kohlebürsten des Elektromotors des Wassermachers sind komplett abgenutzt, zudem ist das Innere des Motors korrodiert. Bei unserer Entsalzungsanlage handelt es sich um ein Modell mit zwei Motoren, Dessalator Duo 100″ es gibt einen 24-Volt-Motor, der nun kaputt ist und einen 220-Volt-Motor. Wes hatte dann den rettenden Gedanken, den 220-Volt-Motor vom Landstromanschluss ab- und an den 220-Volt-Spannungswandler anzukoppeln. Eine Stunde später war das schlafraubende Problem gelöst.
Agathe, abgeschwächt, bevor sie zu Alex wurde
Ein anderes Problem zu dieser Zeit war der nahende Tropensturm, der sich auf der Pazifikseite bei Mexiko gebildet, sich dann zu einem Kategorie 2-Hurrikan entwickelt hat; der nun über Yukatan in Richtung Florida/Atlantik zu ziehen drohte. Zunächst war die Entwicklung positiv in unserem Sinne, denn der Hurrikan schwächte sich zu einer tropischen Depression ab. Leider war damit das Thema noch nicht vom Tisch, da sich das Wettergebilde nicht komplett auflöste, sondern sich im Nachgang nochmals intensivierte. Aus dem ehemaligen pazifischen Hurrikan Agathe wurde nun ein atlantischer Tropensturm Alex mit einer möglichen Zugbahn zu den Bahamas. Unsere inneren Alarmglocken schrillten im Endlosmodus.
Wir überdachten mit Wes und Roisin unsere Fluchtmöglichkeiten, die schützenden Buchten in der Nähe, oder die sicheren Häfen in der Umgebung. Am Ende entschieden wir uns für die Yachthaven Marina in Nassau, die uns für die zu erwartenden Windrichtungen und vorhergesagten Sturmböen als am geeignetsten erschien.
Am letzten Freitag haben wir in dem Yachthafen festgemacht. Nassau selbst hat uns nicht so gut gefallen, zu krass sind die Unterschiede zwischen dem zur Schau gestellten Reichtum einiger und der Armut eines nicht unerheblichen Teils der Bevölkerung. Der Plastikmüll im Hafenbecken und die täglich laufenden und ungekapselten Generatoren der umliegen Fischerboote verstärkten nur noch den negativen Eindruck von Nassau. Den eigentlich Zweck jedoch erfüllte der Yachthafen, er bot uns den erwarteten Schutz vor den starken Windböen, und die abendliche Kneipentour brachte ein wenig Abwechslung ins stürmisch-regennasse Bordleben. Tropensturm Alex hat zu zahlreichen sintflutartigen Regenfällen mit Überflutungen in Kuba, den Bahamas einschließlich Nassau und in Florida geführt.
Endlich wieder unter Segel
Gestern haben wir die Leinen losgeworfen, uns von Ralf und Carmen verabschiedet. Unsere Reise geht nach ein paar Tage derZwangspause endlich weiter.
Unser nächstes Ziel ist Abaco, ca. 80 Seemeilen nördlich von uns, der Wind ist schwach, der Dieselmotor tuckert im Gleichtakt, trotzdem – endlich wieder auf See.
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Abschließend noch ein paar kleinere technische Reparaturdetails:
1. Der Hydraulikanschluss vom Hydrogenerator war von der Sonne marode und wurde ausgetauscht.
2. Einige Haltepunkte des Cockpit-Zeltes wurden erneuert.
3. Die werftseitig nicht angeschlossene Kühlschrankentwässerung, die immer wieder für einen feuchten Fußboden sorgte, ist jetzt provisorisch angeschlossen.
4. Die Heizung leckte – aus welchem Grund auch immer – am Wärmetauscher im Salon, da haben wir den ½-Zoll-Plastikverbinder gegen einen ½-Zoll-Metallverbinder getauscht.
5. Ein Gasbrenner von unserem Kocher russte und brannte schlecht. Die Gasdüse wurde ausgeschraubt, gereinigt, Russ und Dreckpartikel ausgesaugt, jetzt brennt er wieder, wie er soll.