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  • Der bleibt…

    Der Springbrunnen an der Plaza España

    Gestern Abend hatten wir den ersten nächtlichen Ausgang mit Samy zu einem Restaurant. Es ging hoch in die Altstadt von Santa Cruz, die mit der in 1578 erbauten Kirche La Concepción ein weithin sichtbares historisches Bauwerk aufzuweisen hat.

    Die meisten Altstadtwohnhäuser sind nach 1800 erbaut worden, da der Altstadtkern klein aber fein ist, kann man bequem und entspannt durch alle Gassen bummeln. Oberhalb der Kirche gibt es eine Ansammlung von Bars und Restaurants, die von den bekannten kanarischen Tapas-Köstlichkeiten bis hin zu exklusiven Fleisch-und Fischgerichten alles anbieten, was der hungrige Gast begehrt.

    Eine kleine Freßgass’

    Wir hatten Glück und einen schönen Sitzplatz mit Aussicht auf einer Terrasse ergattert und damit das ganze Altstadtgeschehen im Blick.

    Sozusagen Glück Nr. 2 war an diesem Abend, dass es in dem Restaurant unserer Wahl eine kostenlose Bierprobe gab, die von der kanarischen Dorada Brauerei veranstaltet wurde. Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne den Gerstensaft trinke :-). Doch zurück zu Samy, der hat sich unterm Tisch vorbildlich verhalten und nur hin und wieder neidisch nach unserem Essen gelunst.

    Die Schönheiten des Karnevalvereins auf dem Laufsteg

    Beim Karnevalsverein gab es eine Art Misswahl oder Modenschau, so ganz klar war uns das nicht, zumal die jungen Damen mit ihren hochhackigen Schuhen eher wohlproportioniert waren. Je später es wurde, umso mehr Menschen strömten ins historische Zentrum und in die umliegenden Restaurants.

    Brav liegt Samy im Fußraum beim Autofahren

    Heute war dann auch die vom Tierheim gesetzte Probezeit mit Samy abgelaufen. Für uns stand eigentlich von Anfang an fest, dass der Hund bei uns bleiben wird. Dafür haben wir ihn ja auch ausgesucht, den Süßen. Wir sind um die Mittagszeit nochmal zum Tierheim gefahren und haben Samys europäischen Hundeausweis abgeholt. Damit gehört er jetzt ganz formal und offiziell zu uns, wir sind sehr glücklich, dass das so ist.

    Da ist der böse Wirbelsturm

    Aus seglerischer Sicht müssen wir noch, so wie es aussieht, bis Mittwoch warten, um rüber nach Lanzarote segeln zu können. Da gibt es ein kleines Vielleicht, denn oben im Atlantik tobt ein Frühjahrszyklon, der rund um die Azoren für orkanartigen Wind sorgt und sich anschickt, nach Süden zu ziehen, und hier um die Kanaren herum für haushohe Wellen sorgen könnte.

  • Wer gewinnt?

    Zurück an Bord vom Gute-Nacht-Spaziergang mit unserem neuen Hundeleichtmatrosen, springt Samy, so als wäre es selbstverständlich, direkt aufs Salonsofa und legt sich hin. Ich will ihn am Halsband hinunter zerren, weil er dort definitiv nicht hingehört Er fletscht die Zähne, knurrt mich an, ich werde laut und drück ihn auf kurz auf den Boden. Die erste Runde geht an mich.

    Heute geht es auf eine große Spaziergehrunde hinter die Halbinsel vom Auditorium. Erster Gehversuch ohne Leine, weil der Hund bisher fabelhaft dicht neben uns her gelaufen ist. Samy läuft hin, wo er will und hört kein Stück. Klarer Punktsieg für den Hund.

    Cornelia insistiert und meint, der Versuch ohne Leine sei zu kurz gewesen, der Hund muss sich erst an seine Freiheit gewöhnen. “Let the Dog out”, Teil zwei – Leine los. Vom Hunger (oder besser Gelüsten) getrieben, sucht der arme Samy das Gelände nach Essbarem ab und findet magischer Weise etwas Fleischiges, das sich später als eine riesige Scheibe Serranoschinken herausstellt. Er hat also einen guten Geschmack und will das Stück Schinken nicht mehr hergeben. Bei jedem Versuch, ihn anzuleinen, haut er flugs ab. Kluges Tier, ganz klar, aber irgendwann haben wir ihn mit viel List und Kraft vom Schinken getrennt. Da der Vorgang lange gedauert hat, kann man diese Runde als unentschieden durchgehen lassen.

    Es folgt ein kurzer Strandbesuch, um mal zu sehen, ob sich der mittlerweile angeleinte Hund direkt ins Wasser stürzt. Tut er nicht, eher läuft er vor den Wellen weg, lässt sich dann aber doch auf eine kurze Salzwasserdusche ein.

    Leider ohne Nummerngirl wie beim Boxkampf wird die nächste Runde zwischen Mensch und  Hund eingeläutet. An einer Bank lösen wir noch einmal die Leine, Samy findet prompt eine halbleere Austernschale, zerbeisst diese in einer affenartigen Geschwindigkeit und schluckt Teile davon.

    Fazit: Nach zwei ereignisreichen Spaziergehstunden mit Samy suchen wir fieberhaft nach öffentlichen Fördergeldern im Internet für unseren Hund, weil der systematisch und konsequent Santa Cruz vom organischen Müll befreien möchte. Wenn wir keine Fördertöpfe finden, werden wir eine Petition starten.

  • Ein Tag so…

    Unabhängig voneinander haben wir beide in der Nacht wachgelegen und die Für-und-Widers bedacht, ob wir uns wieder einen Hund anschaffen sollen. Am frühen Morgen liegen wir nebeneinander und Volker fragt: „Was denkst Du?“ „Ei, ja, was denkst Du denn?“ „Klar, warum nicht?“

    Samy – selbstbewusste Schönheit

    Eindeutige Kommunikation zwischen Ehepaaren, noch vor dem Aufstehen, bedeutet: Wir fahren jetzt dorthin, holen den Hund, und schauen mal, ob er von uns geholt werden möchte. Und ob der wollte! Die ganze Meute der kleinen Hunde war aufgeregt, als wir die Papiere fertig machen lassen, damit wir Samy mitnehmen können, zuerst einmal ein paar Tage zur Probe. Den Hundepass bekommen wir normalerweise erst nach einer Probezeit von vierzehn Tagen, aber wir verhandeln auf den kommenden Sonntag, denn am Dienstag könnte das Wetter gut sein, um nach Gran Canaria oder Lanzarote zu segeln, und das machen wir nur mit gültigen Papieren.

    Und Samy hat, ganz gegen seine Gewohnheit, heftig gebellt heute morgen, als wollte er sagen: „Heute müsst Ihr mich aber wirklich mitnehmen“. Gestern beim Abschied hat er schon soooo traurig geschaut, nach dem Motto: „Wie, Du nimmst mich jetzt nicht mit?“ Dabei muss man sagen, den Hunden im Refugio Internacional de los Animales geht es gut, sie werden hervorragend versorgt, der Tierarzt kümmert sich um sie, und die angestellten Tierpfleger sind den ganzen Tag damit beschäftigt, für der Tiere Wohl zu sorgen.

    Selva hätten wir auch genommen

    Wir bezahlen 105,00 €, gehen noch eine Runde mit Samy und drei anderen Hunden spazieren, alle süß, alles Kandidaten für einen Platz an der Hexensonne, Sancho, der quirlige junge Mix, Olga, ein bisschen älter, klein, aber oho, und Selva, keine Schönheit, von der man noch nicht viel weiß, weil sie gerade erst ins Heim gekommen ist, die aber, so denke ich, unglaublich intelligent ist; man könnte sie alle mitnehmen.

    Samy – in ganzer Länge

    Wir aber haben uns entschieden, Samy soll mit uns kommen. Samy ist zwölf Jahre alt, sein Herrchen ist verstorben, deshalb kam er ins Heim. Samy ist hübsch und ein ruhiger Charakter. Und er hat unser Herz gefangen. Warum sollte er sein Alter im Tierheim verbringen? Ein paar schöne Jahre noch mit uns sind viel besser. Findet er auch.

    Nach obligatorischen Abschiedsfotos verlassen wir mit Samy das Heim, er steigt gerne ins Auto, muss überzeugt werden, dass er im Fußraum sitzt und nicht auf dem Beifahrersitz, irgendwann legt er sich hin. In La Laguna besorgen wir uns in der örtlichen Zoohandlung ein Körbchen, Dog-Shit-Beutel, eine Wasserschale und Spielbälle.

    neues Terrain
    zum Erkunden

    Problemlos lässt Samy sich in Santa Cruz aufs Boot heben, erkundet es neugierig, in jede Schublade, die ich aufziehe, steckt er seine Nase und folgt uns auf Schritt und Tritt. 

    Gute Nacht!

    Erst als der Skipper sich zum späten Mittagsschlaf auf die Couch legt, macht der Hund es sich im Körbchen bequem. Im Moment kämpfen wir noch damit, Samy zu erklären, dass das Sofa den Menschen gehört und nicht dem Hund…

  • Heavy Metal

    so ein kleiner Hund!

    Seit gestern haben wir wieder die täglichen Spaziergehrunden mit den Tierheimhunden in Los Realejos in unserem Tagesprogramm. Seit unserem letzten längeren Aufenthalt im Februar auf Teneriffa wurden viele der kleineren Hunde in ein neues Zuhause vermittelt. Die Arbeit der Tierschützer vor Ort wird wohl dennoch niemals enden, denn es gab ebenso viele Neuzugänge. Vor ein paar Tagen wurden drei gerade mal sechs Wochen alte Welpen bei einer Polizeistation abgegeben und von dort ins “Refugio internacional de los animales” vermittelt. Die drei schwarzen Babywelpen sind sooooo süß und genießen jede menschliche Zuwendung. Larissa, der wir ein paar Fotos zugesandt haben, meint, dass es sich eventuell um Bulldogwelpen handeln könnte.

    “Sinfonia de las gambas”, lecker!

    Gestern Abend waren wir unglaublich leckere Tapas in Puerto de la Cruz essen. Abschiedsessen sozusagen, nicht für uns, aber für Simone Jochen und Reik, deren Urlaub auf Teneriffa sich dem Ende zuneigte. Die „Bodega Julian” ist nicht nur wegen ihres leckeren Essens bekannt, es werden zwischendurch von dem Chef des Hauses und der stimmgewaltigen Tochter spanische Balladen gesungen und mit Gitarre begleitet.

    Die ganze Familie macht Musik

    Nicht umsonst glänzt die Bodega mit Top-Bewertungen im Netz und ohne Tischreservierung bekommt man auch keinen Platz.

    Heute Nachmittag ging es mit unseren Schweizer Freunden, Walter und Monika, zu einem Probeschlag hinaus auf den Atlantik. Die beiden haben in Eigenleistung in 17 Jahren ein 42 Fuß langes Stahlschiff gebaut. Das Hauptaugenmerk bei der Ausfahrt war, was man trimmtechnisch am Schiff noch verbessern kann, um noch ein paar Zehntelknoten mehr raus zu kitzeln. Das Schiff ist als Langkieler konzipiert, braucht ein bisschen mehr Wind, bis es los segelt, dafür setzt es wundervoll weich in die Wellen ein und vermittelt so ein ganz anderes, ruhigeres Segelgefühl als die gewohnten Performance-Yachten. Trotz anfänglicher Schräglage beim Amwindkurs hatte Cornelia deshalb das Einrumpfersegeln sehr genossen.

    brrrrr…

    Das Wetter ist fast noch wie zur Winterszeit, es regnet hin und wieder, die Temperaturen liegen zwischen 18 und 20 Grad, und der Wind weht kühl aus nördlicher Richtung. Insgesamt  haben wir uns das ein bisschen wärmer vorgestellt oder vielmehr erhofft.

  • Punktlandung

    Der Teide, deutlich sichtbar beim Anflug

    Sanft setzt die Boing 737 auf der Asphaltpiste des Flughafens auf, Applaus von den Fluggästen gibt es diesmal nicht. Irgendwie scheint es bei den Passagieren der Flugzeuge kein erkennbares System zu geben, ob nach einer glücklichen Landung geklatscht wird oder eben nicht –Zufallsprinzip anscheinend. Nur Cornelia wollte applaudieren, weil es eine ganze sanfte Landung der weiblichen Copilotin nach wirklich wackeligem Anflug war. Frauensolidarität eben.

    Simone mit Jochen und Sohn Reik, die die Osterferien auf Teneriffa verbringen, holen uns vom Flughafen mit deren Leihwagen ab. Los geht es zum Schiff. Die Hexe liegt weiß glänzend im Hafenbecken und sieht hübsch aus. Cristino, unsere „Putzfee“ hat in unserer Abwesenheit ganze Arbeit geleistet, ohne das geht es auf den Kanaren nicht. Einfach so mal das Schiff wochenlang ohne Reinigungsfee liegen zu lassen, ist nicht empfehlenswert. Zu sehr setzt der Wüstensand der Sahara, der schwarze Staub aus dem Anagagebirge und der Ruß von den Armasfähren der weißen Gelcoatoberfläche zu.

    Unser kleines Handgepäck ist schnell eingeräumt, die Cockpitpolster im selbigen plaziert und das Cockpitzelt eingezippt. (Es grüßen die Camper die Pastis :-). Danach geht es zu fünft in die Altstadt und Einkaufsgassen von Santa Cruz und endet in unserem Lieblingstapasbarrestaurant mit lokalen Köstlichkeiten.

    Total veralgt

    Der heutige Tag begann recht früh für die Capitania und mich. Gemäß dem Motto, “es gibt viel zu tun, packen wir es an”, starten wir in den Tag. Die Springfestmacherleine hat in unserer Abwesenheit im Hafenwasser geschleift und war zum Kleinbiotop, mit dickem Algenbewuchs, mutiert, da half nur schrubben mit der Wurzelbürste, die Capitania packt die Bettwäsche für einen Auffrischungswaschgang in die Waschmaschine, fährt mit Simone zum Supermarkt, damit im Kühlschrank das Licht nicht umsonst brennt und serviert uns allen ein leckeres spätes Pizzafrühstück.

    Ausflug zum Strand Las Teresitas

    Ab der Mittagszeit bekommen wir noch mehr Besuch an Bord des Hexenkat. Wolfram und Malgiosa, eine Seglerfamilie, die wir auf La Gomera kennengelernt haben, kommen mit ihren zwei Söhnen auf einen Kurzbesuch nach Santa Cruz.

    An Tagen wie diesen geht die Zeit so schnell vorbei, nach einem kleinen gemeinsamen Nachmittagsausflug und dem abendlichen Lotusgrillen mit Simone, Jochen und Reik liegen wir faul auf dem Salonsofa rum und lassen den Tag Revue passieren. An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit…

  • Abflug

    Dunkel und monochrom grau ist es an diesem Mittwochmorgen, monoton klingend, mit einem ploppenden Geräusch, treffen die Regentropfen auf die metallene Fensterbank. Ganz anders wettermäßig war der gestrige Abend. Wir waren zu Axel und Ute in die Allee eingeladen. Es wurde angegrillt, Cecile und Gerhard waren mit von der Partie und alle Kinder. Obwohl “Kinder” klingt fast zu niedlich für die über einmeterachtzig großen Jungs, die ihrer Kindheit sichtbar entwachsen sind. Nach dem Freiluftessen auf der Terasse gab es noch angeregte Gespräche im beheizten Wohnzimmer.

    Nach einer kurzen Nacht, in der ich wegen meines üblichen Reisefieber schlecht geschlafen habe, sitzen wir nun auf unseren gepackten Rucksäcken und warten auf den Bus. Nicht auf den Linienbus, sondern auf den VW-Bus, mit dem uns Larissa zum Flughafen bringen wird. Um 12.10 Uhr soll der Tuiflieger nach Teneriffa starten, und um 16.10 Ortszeit auf der Kanareninsel landen.

    Morgen wollen wir die Hexe in einen segelklaren Zustand bringen und bei günstiger Windprognose am Freitag nach Lanzarote schippern. Obwohl das noch nicht ganz klar und sicher ist, weil es unterschiedliche Windprognosen für das Seegebiet rund um die Kanaren gibt. Wir hoffen, dass die für uns günstigste der Windvorhersagen eintrifft, andernfalls bleiben wir noch ein bisschen länger in Santa Cruz. Die blogfreie Zeit ist mit diesem kleinen Beitrag beendet. Wir freuen uns auf schöne Segelreisen mit unserem Kat und natürlich auf viele gute Zeiten mit befreundeten Seglern und auf neue Kontakte in 2018.

  • Eine (traurige) Liebesgeschichte

    Schnee auf dem Balkon im März

    Wir sind noch immer im winterlich kalten Darmstadt. Heute morgen hat es noch heftig geschneit! Zumindest soll es zum Wochenende hin ein wenig wärmer und am Samstag auch durchweg sonnig werden.

    Ein frühlingshafter Lichtblick, auf den wir uns freuen. Die Uhr wird am Wochenende auf die von uns favorisierte Sommerzeit umgestellt. Diese späte kühle Phase im März scheint wohl ein bekanntes Wetterphänomen zu sein und wird dementsprechend als Märzwinter bezeichnet. Ca. alle 5 -10 Jahre bleibt es im März winterlich kalt, dass es ausgerechnet dann sein muss, wenn wir zu dieser Zeit im Lande sind, ist schlicht und einfach Pech.

    Der Lorbeerwald auf La Gomera

    Richtiggehend Pech hatten der tragischen Legende nach auch die Prinzessin Gara von La Gomera und ihr Geliebter Jonay. Die beiden Jugendlichen verliebten sich auf einem Fest, bzw. einer Zusammenkunft der Stammeshäuptlinge von La Gomera und Teneriffa. Ein Priester sagte den beiden und den Inseln ein großes Unheil vorher, wenn sie an ihrer Liebe festhalten sollten. Doch Gara und Jonay ließen sich davon nicht beeindrucken, und der Jüngling überquerte in einem Boot aus Ziegenfellen die Meeresenge zwischen Teneriffa und La Gomera, um seine geliebte Prinzessin in die Arme zu schließen. Gemeinsam floh das Liebespaar in den Lorbeerwald von La Gomera. Als beide keine Zukunft für ihre Liebe mehr sahen, schnitzen sie eine beidseitig angespitze Lanze aus Lorbeerholz, hielten diese zwischen sich und umarmten sich zum letzten Mal, während die Lanze ihr Leben auslöschte. Seit dieser Zeit, so sagt man, heißt der Nationalpark und Nebelwald auf La Gomera “Garajonay”

  • Festes Wasser, auch Schnee genannt

    Zauberhafte Bergwelt

    Viele Pistenkilometer und auch Höhenmeter liegen hinter uns und alle Knochen sind glücklicherweise heil geblieben. Alle Zutaten, die man für eine perfekte Skifahrwoche braucht, haben wir in Maria Alm vorgefunden: Enorm viel Schnee auf gut präparierten Pisten, wenig Menschen an den Liften und auf den Pisten, fast jeden Tag Sonne, nette Pistenlokale zum Einkehren, oder die eine oder andere Après-Ski-Party.

    Rezept für Kaspressknödel, lecker!

    Für mich war Maria Alm mit seinen angrenzenden und über Lifte, Gondeln und Bergbahnen verbundenen Skiorten wie Diemen, Hintermoos, Hintertal und Mühlbach eines der schönsten Skigebiete der letzten Jahre. 32 Pistenkilometer umfasst dieser “Hochkönig” genannte Teil der Österreichischen Alpen. Abends wurden wir in den landestypischen Restaurants mit österreichischen Spezialitäten, wie Speckknödelsuppe,  Gröstl, Wiener Schnitzel, Haxen oder Gebirgsbachforelle lukullisch verwöhnt.

    Bereit für die Abfahrt!
    Auch Hund Nana
    liebt den Schnee
    … und die großen Stöcke

    Nur einen kleinen Pferdefuß gab es dann doch, wir waren alle mehr oder minder die ganze Woche erkältet, verschnupft oder von Husten geplagt. Die lokale Apotheke wurde mehrfach frequentiert, um Nasenspray, Schleimlöser oder Halsschmerztabletten käuflich zu erstehen. Eins ist sicher, wir wollen im nächsten Winter wieder nach Maria Alm zurück.

    Auch am Skilift gibt es Hexen …

    Seit Freitag Abend sind wir wieder im mittlerweile frühlingshaften Darmstadt, heute war es tatsächlich 16 Grad warm. Da wir im Moment leider nicht wissen, wann es zurück zu den Kanaren geht, werden wir eine Blogpause einlegen.

     

    Mitte rechts der Großglockner
  • Kein Ende in Sicht

    Gestern war Rundfahrtag, über 200 zurückgelegte Kilometer standen auf dem Tagestacho von unserem kleinen Leihflitzer, einem Citroen C3. Wir haben Nicole einen Teil der Schönheiten von Teneriffa gezeigt. Angefangen haben wir mit Igueste, einem kleinem Ort im äußersten Nordosten, der anscheinend abseits aller Haupttouristenströme und dafür umso idyllischer erscheint. Die kleine Schlucht führte diesmal Wasser, die Wiesen erschienen in einem satten Grün, alles was blühen kann, tat es auch. Der Weg aus Igueste raus ist der umgekehrte wie rein.

    Gigantische Brandung

    Anschließend fuhren wir durch unzählige Haarnadelkurven ins Anagagebirge hinauf, um dann von der über 800 Meter hohen Anhöhe einen weiten Blick, sowohl nach Osten als auch nach Westen zu genießen. Taganana wurde besichtigt, in Almaciga hielten wir auf ein Bier an und bewunderten die infernalische Brandung, die sich über die Felsen im Meer an den Strand brachen.

    Lorbeerwald über die Straße

    Danach ging es ab in den immerfeuchten Lorbeerwald und in die Hochebene von Las Mercedes.

    Schnitzel – alle

    Abends fuhren wir nach Los Cristianos in den Inselsüden, um dort im Restaurant Primavera die besten Schnitzel der Welt zu essen. Das XXL-Schnitzel ist der Hammer, so eine fein-gewürzte Panade, so zart das Fleisch, außerdem der Kartoffelbrei, mmmhhhh. Die Ladies hatten Seehecht mit  Ratatouille-Gemüse und waren genau so begeistert wie ich. Nicole fuhr uns nach Hause, es gab noch einen Absacker für mich, bevor ich ins Bett bin, Cornelia und Nicole tagten noch bis ein Uhr nachts.

    Ganz anderes Thema – der Sturm vom vergangenen Sonntag hat einige Schäden auf den Kanaren angerichtet. Auf Gran Canaria wurden einige Yachten auf Land geworfen, in La Gomera haben sich Stege losgerissen, auf Teneriffa wurde eine 8- köpfige Wandergruppe am Strand von Wassermassen eingeschlossen und musste nach einer unfreiwilligen Nacht im Freien gerettet werden, auf zahlreichen Straßen gab es Beeinträchtigungen für den Autoverkehr durch Schlamm-und Gerölllawinen.

    Und noch lässt uns der Sturmwind nicht aus seinen Klauen heraus, denn seit heute Nachmittag weht es wieder mit Sturmstärke und der Schwell im Hafen lässt alle Schiffe tanzen.

  • Ein schwarzer Tag

    für ein kleines weißes Segelboot.Dunkle Wolken ziehen vom Wind getrieben, Regen prasselt auf unser Kajütdach. Unsere Freundin Nicole hat ihr Radrenntraining auf Gran Canaria beendet und will nun eine Woche mit uns segeln.

    Der Bergeversuch scheitert

    Nahe zur Hafeneinfahrt stampft eine kleine weiße Holzyacht in den anrollenden Wellen, auf und ab, bis zu dem Zeitpunkt, an dem wohl die Vorleine reißt. Das kleine Schiff geht plötzlich auf Drift in Richtung Strand. Wir versuchen die Hafenmeisterei über Funk zu erreichen, leider erfolglos. Ich rufe die Küstenwache über Kanal 16 an und erreiche die Revierzentrale von Gran Canaria. Charterboote, bzw. vorbeifahrende Ausbildungsyachten scheinen die heikle Lage nicht wahrzunehmen, unseren Funkverkehr auf dem Notrufkanal 16 hat offensichtlich keiner mitbekommen. Währenddessen treibt das Schiff weiter in Richtung Strand, rollend in den Wellen, schwankt der Mast wie eine Peitsche durch die Luft. Das maritime Rettungscenter von Gran Canaria ruft uns über Funk zurück und fragt, ob Menschen auf dem treibendem Holzschiff seien. Wir können diese Frage glücklicherweise verneinen.

    Zwei Marineros versuchen die “Alondra” vom Stranden abzuhalten…

    Schon gestern Abend schwojte das Schiff allein und verlassen an seiner Mooringboje herum. Wir machen uns auf den langen Weg zur Strandungsstelle, um das lang gestreckte Hafenbecken von Pasito Blanco herum. Dort angekommen sind wir nicht die einzigen Zuschauer des Dramas, das sich auf dem Wasser abspielt. Wellen brechen über die quer in der Brandungszone angespülte Yacht.

    … doch die Wellen holen sich das Schiff

    Ein Schlepp- bzw. Bergeversuch scheitert, meiner Meinung nach, weil man versucht, das Schiff quer vom Strand abzubringen und damit gegen den Kiel zieht. Dann gibt es plötzlich einen Knall wie aus einer kleinen Pistole und die Schleppleine reißt. Inzwischen kommt ein Rettungsboot der spanischen Rettungsgesellschaft um die Ecke, macht sich ein Bild von der Lage, wagt aber keinen weiteren Bergeversuch und dampft wieder davon. Das Schicksal der kleinen weißen Yacht ist jetzt wohl endgültig besiegelt. Mit hängenden Köpfen gehen wir im strömenden Regen zu unserer Hexe zurück.