Mit der Bahn zum Boot

Voller Vorfreude bin ich heute morgen um halb fünf aufgestanden, als der frühe Wecker geklingelt hatte. Heute geht es zur Hexe! Wes und seine Crew sind gestern Abend schon in Cherbourg eingelaufen, und obwohl ich telefonisch einen Liegeplatz reserviert, und extra gestern Nachmittag noch einmal im Marina Office angerufen hatte, um die Ankunft zu bestätigen, war an den mir genannten Längsseitsstegen nichts mehr frei, und sie mussten an einen „Inselsteg“ gehen, von dem aus man nur mit dem Beiboot an Land kommt.

Volker hat mich also heute morgen nach Frankfurt an den Hauptbahnhof gefahren, dort stand auch schon der ICE nach Paris auf Gleis 19, pünktlich ist er abgefahren. Doch leider kam schon in Mannheim die erste Hiobsbotschaft: Der Zug wartet auf verspätete Anschlusszüge, und hat dann selber 20 Minuten Verspätung. Der nette Zugbegleiter versicherte mir zwar, dass wir hinter der Grenze die Verspätung wieder aufholen würden, aber trotz Spitzengeschwindigkeiten von um die 320 km/h sind wir erst 10:20 statt 09:56 in Paris Est eingelaufen. Nun musste ich für den nächsten Zug leider den Bahnhof wechseln, denn in Paris fahren am Gare de l’est nur internationale Verbindungen, für innerfranzösische Correspondance muss man entweder zum nahe gelegenen Gare du Nord, oder halt, wie ich, zum etwas weiter entfernten Gare St. Lazare. Und ich hatte nur eine Stunde Aufenthalt!

Noch einige andere Mitreisende warteten nervös an der Tür, bis der Zug endlich auf dem Bahnsteig zum Stillstand kam. Nun, meine Experimente mit der Metro und einmal Umsteigen hab ich lieber gekippt, und mir einfach ein Taxi geschnappt. Der Fahrer war nicht sonderlich begeistert, denn es ist ja keine lange Strecke, zu laufen wäre es eine halbe Stunde gewesen, aber dann fuhren wir doch los. Natürlich war es voll, jede Menge rote Ampeln, Fahrradfahrer, die die halbe Fahrbahn einnehmen, Autos, die mal eben schnell, oder auch nicht so schnell was abladen wollen und in zweiter Reihe stehen bleiben und die Straße blockieren. Ich hab schon mal nach Leihwagen am Bahnhof geschaut, denn der nächste Zug nach Cherbourg würde erst zwei Stunden später fahren. Ein bisschen Wehmut und Sehnsucht kam schon in mir auf, Paris ist immer noch wunderschön, und ich wäre gerne ein bisschen länger geblieben…

Aber schließlich haben wir es geschafft, auf der rechten Seite taucht der Bahnhof St. Lazare auf, ich suche das Gleis, und keine fünf Minuten später ist der Zug auch schon eingefahren und alle wartenden Reisenden können einsteigen. Jetzt sitze ich kommod in einem in dunkellila gehaltenen Großraum der ersten Klasse (das hat für die ganze Reise nur 20 Euro mMehrkosten ausgemacht, sodass ich mir das einfach mal gegönnt habe), und fahre bei eher bedecktem Himmel der Küste entgegen. Volker muss leider noch ein bisschen in Darmstadt bleiben, und sich um die Renovierungsarbeiten und die Gartenanlage kümmern, der Arme! Ich freue mich aufs Boot, das wir wo lange nicht mehr besuchen konnten. So lange waren wir noch nie ohne Boot!

Hexe, ich komme!

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1 Antwort zu Mit der Bahn zum Boot

  1. Rolf Brand sagt:

    Ich wünsche dir weiter eine gute Reise und dann einen schönen Törn nach Hoorn

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