„Idec Sport“ http://www.idecsport-sailing.com und „Spindrift 2“ http://www.spindrift-racing.com die Welt umrundet, und die Ziellinie bei Ouessant wohlbehalten überquert. Über 29.000 nonstop gesegelte Seemeilen liegen im Kielwasser, der Rekordversuch der beiden Aspiranten ist beendet. Stürme wurden überwunden, Abenteuer erlebt, Eisberge sicher umschifft und einige kleine Rekorde ersegelt.
Boris Herrmann, der deutsche Navigator an Bord der Idec Sport ist jetzt schnellster deutscher Weltumsegler und hat in seiner Segelprofikarriere viermal Kap Hoorn gerundet und zweimal nonstop die Erde umsegelt.
Der Streckenrekord für die schnellste Pazifikdurchquerung wurde geknackt. Donna Bertarelli, die Eignerin der Spindrift 2, ist jetzt die schnellste Weltumseglerin.
Der große Rekordversuch der schnellsten Weltumsegelung ist jedoch vorerst gescheitert. Dafür hätte nach 45 Tagen und 13 Stunden die Uhr stehen bleiben müssen.Doch die Bilder, Berichte und Videos von Bord der beiden Trimarane haben uns das Rennen sozusagen hautnah miterleben lassen.
Mittlerweile liegen die Rennmaschinen wieder sicher in ihren jeweiligen Heimathäfen. Der nahende Herbst mit seinen brutalen Stürmen im Südpolarmeer lässt keine weiteren Rekordversuche zu. Doch bin ich sicher, dass schon im November 2016 neue Mannschaften sich auf den Weg machen werden, um die bestehende Rekordzeit zu verbessern und die begehrte Jules-Verne-Trophy zu ergattern.
Und noch ein weiterer Rekordversuch ist vor Weihnachten vorerst gescheitert. Der deutsche Segler Henrik Masekowitz war im November mit seiner 40 Fuß langen Rennyacht „Croix du Sud“ gestartet, um alleine und nonstop die Erde zu umsegeln. In der Nähe von Kapstadt hat er sich unglücklicherweise bei einem Segelmanöver an Deck den Fußknöchel gebrochen. Dermaßen lädiert blieb ihm nur, im Schongang den Hafen von Kapstadt anzulaufen und dort die notwendige medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Halbwegs versorgt erfolgte dann der Rückflug zu Frau und Kind. Jahrelange Vorbereitung, Planung und Training – alles ausgerichtet auf ein Ziel – und dann ein Fehltritt, eine Unachtsamkeit mit fatalen Folgen und schon ist alles vorbei.
Schade! Dabei wäre genau diese Segelaktion gut für (Segel-)Deutschland. Der letzte – erste und einzige – Solonostopweltumsegler ist und bleibt damit Wilfried Erdmann. Der hat es gleich zweimal getan. Einmal von West nach Ost, sozusagen klassisch mit der vorherrschenden Windrichtung, und einmal auf die, sagen wir einmal, etwas brutalere, weil härtere Art, gegen den Wind von Ost nach West im Pazifik. Nur vier Seglern überhaupt ist das vor Erdmann gelungen. Welche mentale Kraft muss ein Mensch besitzen, um monatelang und allein, gegen Sturm, Wind und Wellen anzusegeln? Wir wünschen daher Henrik Masekowitz ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen, damit wir hoffentlich einen zweiten Versuch von ihm sehen werden. Seine authentischen Berichte findet man übrigens bei www. yacht.de unter der Rubrik „Panorama“.
So, jetzt noch ein paar Worte zu uns. Bisher haben wir temperaturmäßig wenig gelitten und fühlen uns bei der frühlingshaften Witterung in Darmstadt eigentlich ganz mollig. Doch irgendwie kriegen wir das so aus uns nicht mehr raus, die Wetterseiten der verschiedenen Onlinedienste zu durchstöbern. Und was mussten wir da heute sehen? Schnee, Frost und Eiseskälte sind im Anflug auf Hessen. Oh, Gott, steh uns bei, Kälte im Winter, uns graut davor. Selbst in Antibes soll das Quecksilber auf kühle 10 Grad fallen, obwohl es momentan noch kommode 17 Grad am Tage anzeigt. Dazu der avisierte Schnee in Rhein-Main-Gebiet mit den Folgen – massenhaft verunsicherte Autofahrer, kilometerlange Staus, durchdrehende Reifen, Streusalz gegen unschuldige einzelne Schneeflocken, ein letztes kühles Bier vorm Grog.
Der geneigte Leser merkt schon, dass ein derartiges Wetterszenario drastische emotionale Auswirkungen auf uns hat.
Momentan haben wir, sozusagen als flügellahme Segler, nichts von großen Reisen zu berichten.
Ich fotografiere morgens beim Hundespaziergang im Park und dokumentiere die Wettersituation in Darmstadt. Weihnachten hatten wir es ja viel zu warm (geht das überhaupt, zu warm?), also schön warm. Dann kam der Nebel, der Regen, wieder mal der eine oder andere klare Morgen und momentan versinken die Wege im Matsch.
Deshalb heute ein Bericht ohne viele Worte, aber wir warten erst auf den nächsten Schnee, dann auf den Sonnenschein.
Ist gar nicht so einfach, ein ganzes Jahr zusammenzufassen und auf ein paar Zeilen zu reduzieren. Aber es kribbelt in den Fingern, und die Gedanken schwirren nur so durch den Kopf. Nur wer auf dem IPad schreibt, hört nicht wie in früheren Zeiten die berühmte Schreibmaschinentastatur klappern, sondern nur den doch recht dumpfen leisen Fingeraufschlag auf dem gläsernen Bildschirm. Für mich ein beruhigendes Geräusch.
So schön segelt unsere Hexe
Ganz kurz zusammengefasst: Viel haben wir erlebt, vor allem viel Positives.
Das Schiff blieb heil, wir beide waren in 2015 gesund und fit, wir haben viele nette Menschen getroffen, wunderschöne Natur, Landschaften und Städte gesehen, an den schönsten Plätzen geankert und uns des Lebens erfreut. Allein das ist ja schon genug!
Gute Sicht in den französischen Alpen bei Trois Vallées
Die ersten zwei Wochen in 2015 haben wir nicht segelnd sondern skifahrend in Frankreich und abwartend in Almerimar verbracht. Letzteres war dank Ralf und Inge eine sehr harmonische Zeit.
Fischernetze am Hafen von Cartagena
Von dort ging es flott voran, an der spanischen Küste nordwärts bis nach Catrtagena, wo wir am 28. Januar eingetroffen sind. Dort gab es – oh Glück – so wie in Lagos eine echte „Fahrtenseglercommunity“, also viele nette Menschen, die wie wir auf ihren Segelbooten leben. Mit einigen sind wir schnell in Kontakt gekommen und es haben sich Freundschaften entwickelt. Der hübsche historische Stadtkern und das pulsierende Nachtleben in der Altstadt taten ihr übriges dazu, die Zeit verging wie im Flug. Über vier Wochen waren wir in Cartagena, Anfang März hieß es dann Abschiednehmen von neuen und alten Freunden, in zwei großen Tagesetappen ging es nach Denia und von dort zu unserer ersten Baleareninsel Ibiza.
Die Festung liegt hoch über Ibiza-Stadt
Ibiza ist schön, und man braucht schon ein Mietauto, um das Eiland zu erkunden. Ganz anders als Formentara, die kleine Nachbarinsel, die man auch auf Schusters Rappen erlaufenund entdecken kann. Wir haben das ausführlich getan, sowohl mit Auto als auch mit dem Boot waren wir an vielen Stellen und haben die Schönheit der Insel erkundet.
Ja, und dann war es schon soweit, Mallorca, der Deutschen liebste Insel lag vor uns. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man mit dem eigenen Boot nach monatelanger Anreise einen so schönen Fleck erreicht, anstatt wie früher mit zwei-stündigem Flug ab Frankfurt. Klasse, wir waren froh, dieses Zwischenziel erreicht zu haben. Die Insel war schön wie eh und je, nur das Wetter noch nicht ganz so frühlingshaft wie erwartet.
Die Kathedrale in Palma de Mallorca
Jens und Martina sowie Ralf und Inge waren in der Zwischenzeit mit ihren Schiffen zu anderen Destinationen unterwegs, ein kleiner Wermutstropfen. Dafür kamen Larissa und Johannes für einge Tage an Bord. Mallorca haben wir mit dem Leihauto für uns entdeckt, absolut lohnenswert. Wir waren an der Ostseite in kleinen Buchten, im Landesinnern, wie es ganz schön kalt wurde, und – natürlich – einmal auf dem noch leeren Ballermann. Menorca wird auf dem Rückweg, aus dem Mittelmeer raus, besucht werden.
Sonnenuntergang auf der Überfahrt
Unser längster Nonstoppschlag des Jahres (ok, der war nicht wirklich weit) führte uns halb motorend halb segelnd zum nächsten Highlight, Barcelona. Was für eine Stadt, was für ein schöner Hafen und das mitten in der Stadt, am Puls des Lebens. Allegra und Leonard erkundeten zu Ostern mit uns die Stadt und ihre unzählbaren Sehenswürdigkeiten.
Barcelona – wir kommenGaudí-Wohnhaus in BarcelonaDie Sagrada Familia in Barcelona
Mittlerweile war es April, die Tage deutlich länger, wärmer und insgesamt angenehmer. Unser vorläufiges Ende von Spanien nahte und Frankreich tauchte am Horizont auf. In Cap d’Agde lassen wir für ein paar Wochen unsere Hexe liegen und tauschen das Fahrtensegler- gegen das Arbeitsleben ein. Ab dem 18. Mai waren wir wieder an Bord und setzten unsere Reise ostwärts fort.
Orientalischer Gemüseladen in Marseille
Marseille ist der nächste Höhepunkt unserer Fahrt, diese quirlige multikulturelle Stadt ist ein gutes Beispiel für ein augenscheinlich gelungenes Miteinander der Kulturen. Der Frühsommer hat im Süden Einzug gehalten, die Heizung konnte seit dem für lange Zeit außer Dienst gestellt werden.
Dafür entdeckten wir die Freuden des Ankerns – das tagelange Liegen in einsamen Buchten, der absolut barrierefreie Zugang ins Wasser über unsere praktische Badeplattform, die unverbaute weite Aussicht vom Ankerplatz. Die Wassertemperatur klettert erstmals über die 20-Grad-Marke und die Badesaison war für eine sommerlange Zeit eröffnet. Das Beiboot wurde erstmals in diesem Jahr aufgeblasen und zum unentbehrlichen Shuttle für Landausflüge, Einkaufsfahrten, abendliche Kneipentouren und natürlich für Gassigänge mit Nico.
Das Leben fand seitdem fast nur noch draußen statt, die Anzahl der notwendigen Kleidungsstücke sank zunehmend mit den steigenden Außentemperaturen.
geheimnisvolle Landschaften auf Port Cross
Die beiden Inseln Porquerolles und Port Cros muss man entdecken und erkunden, das haben wir getan. Jede für sich ist eine Schönheit, Port Cros, die kleinere von beiden, ist heute Nationalpark und man darf nur ausgewiesenen Stellen frei ankern, ansonsten gibt es vom Amt ausgelegt Mooringbojen. Nur 20 Menschen wohnen dort ganzjährig und auch für Landurlauber ist die Insel per Fähre zugänglich. Ein Tagesausflug, der sich lohnt.
bizarre Steinformationen und Tauchparadies vor Porquerolles
Porquerolles hat einen richtigen Ort mit Restaurants, Farhradverleih, Tauchschule, Segelschulen und zahlreiche Badestrände. Auch hier ist die Anbindung zum Festland durch einige Fährlinien ganzjährig sichergestellt.
Ein paar Meilen weiter östlich liegt die eigentliche Côte d’Azur. Egal, ob St. Tropez, Cannes, Antibes, Nizza, Monacco oder Menton, alle Städte sind sehenswert und haben uns über eine lange Zeit in ihren Bann gezogen. Es gibt nur einen gravierenden Nachteil, das ist der in den Sommermonaten häufig fehlende Wind und die zahlreichen großen Motorboote mit ihren Wellen. Die höheren Hafengebühren während der Hauptsaison haben uns nicht so gestört, da wir überwiegend geankert haben. Zahlreiche geschützte Buchten machen gerade die Côte d’Azur zum idealen Sommerziel für Segler.
großartige Buchten an Korsikas Westküste
Während der Hauptferienmonate August und September sind wir nach Korsika und Sardinien gesegelt. Ich habe es schon mal geschrieben, und kann es mit einigem zeitlichen Abstand nur wiederholen. Die Westküste von Korsika ist und bleibt für mich das absolute Highlight unserer bisherigen Reise. Diese Berge, diese imposante Landschaft und die schönen Orte sind mit Worten kaum zu beschreiben. Auch in der Hauptsaison von der Wasserseite her nicht überfüllt, der Artenreichtum im Wasser, all das rundet den positiven Eindruck ab. Zudem sorgen relativ stabile thermische Winde für eine gute Segelbrise. Zahlreiche nahezu leere Ankerbuchten gibt es im kurzen Abstand an der Westküste, doch Vorsicht ist geboten bei kräftigen Winden aus dem westlichen Quadranten. Da können einige dieser vermeintlich sicheren Buchten schnell zur Falle werden.
Die Tavolara – eine Insel vor OlbiaDurchblicke im Maddalena-Archipel zwischen Korsika und Sardinien
Die Capitania hat Sardinien auf dem ersten Platz ihres „Besteplätzerankings“ stehen – zweifelsohne eine gute Wahl. Mich haben abermals die zahlreichen Motoryachten gerade im Nordteil der Insel gestört, die zum Teil rücksichtslos mit Full Speed an einem vorbei rauschen. Nach sieben Segelwochen ging es zurück an die Côte d’Azur und es folgte ein fünfwöchiger geplanter Heimataufenthalt.
Cannes – die Stadt der Reichen und Schönen
Anfang Oktober war es dann schon deutlich (Menschen-) leerer an der Côte, die Nachsaison hatte Einzug gehalten. Von Hektik, überfüllten Häfen oder Restaurants keine Spur mehr. Die dicken Motoryachten wurden von ihren Crews eingewintert. Obwohl natürlich eingewintert nicht bedeutet, dass im Herbst der Winter ausgebrochen ist. Tagsüber kletterte das Thermometer immer noch über die 20-Grad-Marke,
Die Altstadt von San Remo
Passend zu den Temperaturen genossen wir das Dolce Vita an der italienischen Blumenküste. San Remo, mit seiner mittelalterlichen Altstadt haben wir dabei kurzerhand zu unserer Lieblingsstadt erklärt (es war auch die einzige!).
Abermals ging es nach einigen Wochen ins hessische Darmstadt zurück. Exakt 950 Kilometer gilt es abzufahren. Eine überwiegend reizvolle Strecke und mit etwas Glück in knapp zehn Stunden mit dem Auto zu bewältigen.
Heimathafen für die Hexe war und ist die sehr gut geschützte Marina Baie des Anges. Vernünftige Preise, ein ausgezeichneter Service, ein gutes Sicherheitskonzept und ausreichende Parkmöglichkeiten waren ausschlaggebend für die Wahl des Hafens.
Auch an der Côte gibt es Hühnergötter
Bei unserem spätherbstlichen Segeltörn war eigentlich geplant, das Schiff nach Barcelona zu überführen. Der vorherrschende Mistralwind vereitelte jedoch unsere ehrgeizigen Pläne. Ok, mal ganz ehrlich, ganz so doll ist es mit dem Ehrgeiz auch nicht mehr. Wir scheuen das Risiko mittlerweile wie der Teufel das Weihwasser, Sind wir früher im winterlichen Holland bei allen erdenklichen Wetter- und Windlagen Winterwettkämpfe gesegelt, manchmal ohne jegliche Rücksicht auf Mensch und Material, so hegen, pflegen und hüten wir heute unser schwimmendes Zuhause umso mehr.
Antibes im November
Die Bedeutung des Bootes für uns hat sich in den letzten Monaten nochmals deutlich verstärkt und verwandelt. Unser Bestreben ist es, mögliche Gefahrenquellen für uns und die Hexe schon im Vorfeld zu erkennen und, wenn es irgendwie geht, zu vermeiden. Wir segeln keine riskanten Abkürzungen mehr, nur um ein paar Meter zu sparen, wir reffen früher als vorher, riskante Anlegemanöver bei viel Wind vermeiden wir, so gut es geht, bei Starkwind, vor allem von vorne, bleiben wir entspannt im Hafen liegen. Den krisengeschüttelten afrikanischen Kontinent haben wir momentan von unserer Wunschliste gestrichen. Kurzum wir behandeln das Schiff wie unser Zuhause, was es auch ja ist!
Was nicht heißt, dass wir vor Schäden gefeit sind, aber bis jetzt, toi, toi, toi…
Der Dezember-Himmel über Darmstadt
Seit Ende November liegt unser gutes Stück wieder in der Marina Baie des Anges und wartet auf unsere Wiederkehr. Hoffentlich werden wir im Frühjahr unsere Reise fortsetzen.
In 2016 wollen wir langsam, aber sicher das Mittelmeer verlassen, auf die Kanaren segeln und bis mindestens Dezember 2016 dort bleiben. Soweit zu Plan A, aber wenn aus irgendeinem wichtigen Grund Plan A nicht klappt, macht uns das auch keine Sorgen, denn das Alphabet hat ja noch weitere 25 Buchstaben und damit fällt uns bestimmt was ein 🙂
Und ganz zum Schluss noch ein paar Fakten.
Wir haben:
2185 Meilen seit Jahresbeginn zurückgelegt,
dabei 46 Häfen angelaufen,
90 Tage gesegelt,
in zwölf Monaten ca. 250 Stunden motort
18 Kilo Grillkohle mit unserem heißgeliebten Lotusgrill „verbruzzelt“
12 Kilo Antifouling aufs Unterwasserschiff gepinselt
0 Kilo und Gramm Fisch selbst gefangen und wir hatten es mehrfach versucht
immer noch unendlich viel Freude am Segeln und dem Leben auf unserer Hexe
und dadurch bedingt jede Menge Ausfälle gab es beim diesjährigem Rolex Sydney Hobart Yacht Race. Ein langer Name für einen Hochseeklassiker, so lang wie der Name ist aber auch die Tradition dieser hochgradigen Segelsportveranstaltung. Bereits 1945 wurde vom Ausrichter, dem Cruising Club of Australia, kurz CYCA, das Startsignal zur Langstreckenregatta von dem südostaustralischen Sydney nach Hobart in Tasmanien gegeben.
Wenn andere Weihnachten im Kreise der Kreise der Familie feiern, machen sich einige hundert Segler auf, verteilt auf über hundert Segelyachten, um die ca. 625 Seemeilen langen Strecke zu gewinnen.
Zuerst führt der Kurs nach Süd-Süd-West durch die Tasmansee und dann weiter durch die berühmt-berüchtigte und häufig stürmische Bass Strait. Hier kommen die Wassermassen aus den antarktischen Gebieten an, wo sie auf einen ziemlich steil ansteigenden Meeresgrund treffen und zu unberechenbaren und brechenden Riesenwellen werden können. Im Laufe der Regattageschichte gab es daher nicht nur Sieger, sondern zahlreiche Segler verloren im Sturm auf hoher See ihr Leben. 1998 zog ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern über die Teilnehmer hinweg, viele Schiffe gerieten in Seenot, sechs Segler fanden tragischerweise den nassen Tod.
Das Sidney Hobart Race übt auf Segler aus der ganzen Welt eine magische Anziehungskraft aus. Bis zu 180 Yachten aller Größen aus allen Teilen der Welt nehmen daran teil, auch deutsche Regattayachten bilden immer wieder einen Teil dieses imposanten Teilnehmerfelds. Die 80 Fuß lange Morning Glory gewann 1996 mit einer Fabelzeit von 2 Tagen und 14 Stunden, ein Rekord, der immerhin über zwei Jahre Bestand hatte.
Für alle, die mehr sehen wollen, geht es hier zum Film des diesjährigen Regattastarts.
Imposante Bilder von ebenso imposanten Rennyachten. Aber auch in der diesjährigen Ausgabe der Veranstaltung hatte der Wettergott kein Mitleid mit den Teilnehmern und hat diesen Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern, also Windstärke 9 beschert. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben bereits mehr als zehn Schiffe, wegen zum Teil gravierender Schäden, aufgeben müssen.
In diesem Jahr kam wieder mal ein richtiger Tannenbaum zu uns, der Mini-Plastik-Weihnachtsbaum aus dem Chinaladen in Spanien ist in einem Schapp auf der Hexe geblieben.
Wie immer holt Volker das gute Stück schon acht Tage vor Heiligabend, und jedes Mal das gleiche Theater: Beim Odenwälder Tannenzüchter sieht der Baum gut aus, genau passend für die Ecke im Wohnzimmer, die er schmücken soll. Auf das Autodach passt er auch, dann wird er heimtransportiert und in die Wohnung getragen. Und siehe da: Die Tanne ist viel zu groß! Also wird die Spitze ein bisschen gekappt, unten eine Scheibe abgeschnitten, wieder in den Baumständer gezwängt, immer noch zu groß, noch eine Scheibe am Fuß abgesägt…
Geschmückt, mit Krippe
Und dann steht er, der Baum. Und wird mit Lichterketten geschmückt. Und der Egel darf schon mal ganz nach oben.
So leuchtet es bei uns im Wohnzimmer bis zum 23. Dezember. Erst dann kommt auch der Schmuck dran, die roten und silbernen Kugeln vom Opa, die roten Baumkerzen vom Weihnachtsmarkt, und dieses Jahr sogar die Krippe darunter. Hund und Katze sind inzwischen zu alt, um mit den Hirtenfiguren oder gar den Schafen zu spielen. Also liegt heute das Jesuskind in seiner Krippe, gut bewacht von Maria und Joseph, Esel und Ochs. Auch die Heiligen Drei Könige sind schon mal in Position. Und wer genau hinschaut, wird die dieses Jahr immer noch blühende rosa Rose vor dem Fenster erkennen können.
Wir wünschen Euch allen ein frohes Weihnachtsfest!
Am Donnerstag Abend fand in der Darmstädter Akademie für Tonkunst ein Konzert mit Werken des Darmstädter Komponisten Wilhelm Petersen statt, und gleichzeitig wurde der eher prosaische Name des großen Konzertsaals, nämlich „Großer Konzertsaal“ in „Wilhelm-Petersen-Saal“ geändert. Nein, es ist keine Bildungslücke, wenn man den Namen nicht kennt, leider ist Petersen nicht sehr bekannt. Wir haben ihn kennengelert, weil es in Darmstadt eine sehr aktive Petersengesellschaft gibt, von der wir die Notenwerke übernommen haben.
Das Relief von Detlef Kraft, links Jürgen Partsch, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, rechts Cord Meijering, Direktor der Akademie für Tonkunst und Wolfgang Mechsner von der Wilhelm-Petersen-Gesellschaft e.V.
Wilhelm Petersen wurde am 1890 in Athen geboren, lebte aber seit 1891 mit einigen Unterbrechungen in Darmstadt. Ein eher ernster und vergeistigter Mensch ist er wohl gewesen, das hat der Bildhauer Manfred Kraft sehr schön umgesetzt in seinem Relief, das der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch, anlässlich des Festaktes enthüllte. Bis in die dreißiger Jahre hat Petersen sich eher mit expressionistischen Stilen der Komposition beschäftigt, ohne jedoch die Tonalität zu verlassen, das hörte man sehr schön in den Morgensternliedern für gemischten Chor a cappella (also ohne Instrumente). Ab 1934 änderte er seine Kompositionsweise und fand zu einer sehr viel klassischeren Tonsprache. Das konnte man gut in dem ersten Werk „Von alten Weisen“, eine Kantate für gemischten Chor und kleines Orchester hören. Ein großes Lob gebührt dem Chor und Orchester der Akademie für Tonkunst unter der Leitung von Linda Horowitz für ihre wunderbar präzise und engagierte musikalische Darbietungen.
Lucas Blondeel und der Hammerflügel
Ganz überraschend stand als zweites Stück inmitten all der Petersen-Werke Beethovens Klaviersonate „Pathétique“ auf dem Programm. Und zwar deswegen, weil hiermit der von der Petersengesellschaft gestiftete Hammerflügel vorgestellt wurde, ein Flügel aus der Zeit der Entstehung eben dieser Sonate. Der belgische Pianist Lucas Blondeel überraschte mit einer großartigen Interpretation dieser Sonate, und brachte dem Publikum den andersartigen Klang des Hammerklaviers nah. Es gab tosenden Beifall dafür.
Nun also, wenn unsere geneigten Leser mal die Möglichkeit haben, so ein Stück von Wilhelm Petersen anzuhören, ich kann es nur empfehlen. Hier ist ein kleiner unprofessioneller Mitschnitt aus dem Konzert zu hören.
oder immer genau da, wo es seit Jahren hingehört. So könnte man, auf den Nenner gebracht, das Standkonzept des Darmstädter Weihnachtsmarkts beschreiben. Wer einmal da war, und die Standplätze der weihnachtlich geschmückten Buden und Stände in der Gänze erfasst und abgespeichert hat, wird sich gleich wohl und zuhause fühlen. Das Wort „Tradition“ wird bei unserem Weihnachtsmarkt mehr als wörtlich genommen. Der bekannte Spruch „Stillstand bedeutet Rückschritt“ findet jedenfalls bei diesem Weihnachtsmarktkonzept keine Anwendung, im Gegenteil. Stillstand schafft Vertrautheit, alles an seinem Platz, kein lästiges Rumgesuche oder Umherirren. Jeder weiß, wo er seinen besten Glühwein findet, auf welchem Grillrost die leckerste Bratwurst gart, wo es welche Weihnachtsgeschenke gibt und wo die vertrauten und bekannten Menschen stehen. Ein gelungenes Konzept, das ein bisschen brauchte, bis es uns überzeugt hat. Die ersten Jahre fanden wir den Weihnachtsmarkt langweilig gleichförmig. Jetzt, im Hier und Heute, ist er uns irgendwie ans Herz gewachsen. Einstellungen ändern sich eben.
Outdoor Deko
Auch bei uns ist das Weihnachtsfieber ausgebrochen und alle bereits in Umzugskisten gelagerten Weihnachtsdekoartikel sind aus den Tiefen des Kellers ans Tageslicht zurückgebracht worden.
Der Maître bei der Arbeit
Eine Tradition bei uns, oder besser gesagt von mir, sind selbstgemachte Weihnachtsgestecke und -kränze. Ein paar Tannenzweige, alte Zeitungen, Wickeldraht und ein bisschen Weihnachtsschmuck und schon kann es losgehen. Noch ein paar weihnachtliche Dekoartikel in der Wohnung verteilt, Weihnachten 2015 kann kommen. Jetzt fehlt nur noch der Tannenbaum und die Weihnachtsgeschenke.
Alles, was der Weihnachtsmann so mag…
Wir freuen uns, wie immer, auf Weihanchten, fast so wie kleine Kinder (weil dann auch alle Kinder bei uns sind). Und im nächsten Jahr feiern wir hoffentlich wieder unter Palmen, im Warmen.Obwohl, kalt ist anders, nicht so wie gerade jetzt. Das haben wir uns temperaturmäßig deutlich kühler vorgestellt. Da kann der Glühwein getrost im kühlen Keller gelagert bleiben, und das Bier wohltemperiert im Kühlschrank liegen.
Jeder Segler, der erfolgreich sein Sprechfunkzeugnis vor der Regulierungsbehörde der Telekom abgelegt hat, sollte sich an diesen Ausdruck „Silence Fini“ erinnern. Er war dort prüfungsrelevant. Viele Sprachteile in der Funkersprache, egal ob zu Lande, auf dem Wasser oder in der Luft sind historisch bedingt an die damals noch weiter verbreitete französische Sprache angelehnt.
So wird beispielsweise bei einem Seenotfall, der über Funk verbreitet wird, dreimal zu Beginn des Notrufs das Wort „Mayday“ gesprochen und es ist als verbindlicher Ausdruck für Notfälle festgelegt. Wörtlich übersetzt aus dem englischen würde Mayday soviel wie „Maitag“ heißen. Und ein Maitag hat nun nicht unbedingt viel mit Seenot zu tun. Nein, der eigentliche Wortstamm kommt aus dem Französischen. Ausgesprochen „meedee“, darin stecken gleich zwei französische Wörter, nämlich „me“ und „aider“. Zusammengesetzt und übersetzt heißt das „hilf mir“ . Daraus wurde dann das heutige international bekannte „Mayday“. Aber auch andere französische Wörter wie „Sécurité“ (berwendet bei einer Sicherheits- oder Warnmeldung oder „Prudence“ = Vorsicht, werden in der Funksprache verwendet. Bereits nach 1920 wurde “ Mayday“ international bei Notrufalarmierungen verwendet.
Um mal einen kurzen Eindruck darüber abzugeben, wie komplex eine Seenotmeldung und demzufolge lernintensiv die Funkausbildung ist, nehmen wir mal exemplarisch an, dass die Segelyacht Anita am Sinken ist. Die Hexe wollen wir nicht als Beispiel bemühen, weil Segler, also wir auch, ziemlich abergläubisch sind oder sein können (natürlich die anderen).
So, jetzt geht es los, wir schalten das UKW-Funkgerät ein, stellen es auf Kanal 16 ein, das ist der internationale Notrufkanal. Wir drücken die Sprechtaste an unserem Mikrofon und rufen:
„Mayday, Mayday, Mayday This is (hier ist) Anita Anita Anita.
Mayday Anita
My Position is (meine Position ist) 49° 51.691’North / 8° 38.300′ East“ (Positionsangabe Längen- und Breitengrad, das könnte aber nicht sein, das ist Darmstadt!)
„We are sinking“ (wir gehen unter bzw. das Schiff geht unter)
„We are going into the life raft“ (wir gehen in die Rettungsinsel)
„Over“ (over wird immer am Ende des Funkspruchs gesprochen und bedeutet, das er vorbei ist)
Also formal einganz schön aufwendiges Ding, so ein Seenotruf, aber keine Angst, wer das nicht kann, wird wahrscheinlich auch gerettet. Während der Seenotfall abgewickelt wird, haben andere Funker zu schweigen = Silence (Ruhe)
Und um jetzt am Schluss zum Anfang zu kommen, wenn der Seenotfall vorbei ist, wird er mit dem Ausdruck „Silence Fini“ formell beendet.
ist der bekannte Titel des französischen Erfolgsautoren Jules Verne aus dem Jahre 1873.
Wer sich ein wenig mit dem Schriftsteller und technikbegeisterten Jules Vernes bschäftigt, wird schnell erfahren, dass dieser bereits im zarten Alter von 11 Jahren von zu Hause ausbüchsen wollte, um zur See zu fahren. Der Fluchtplan wurde jedoch vereitelt und so drückte Jules Verne die Schulbank bis zum erfolgreichen Abschluss des Gymnasiums und studierte Jura in Paris, um in die Fußstapfen des Vaters zu treten.
Nach einigen Umwegen gelang es ihm, von seinen schriftstellerischen Fähigkeiten und Romanen leben zu können. Eines seiner erfolgreichsten Werke war und ist die „Reise um die Erde in 80 Tagen„. In dem Roman geht es um einen Wette zwischen dem englischen Gentleman Phileas Fogg und dem Reform Club in London. Fogg behauptet, in 80 Tagen um die Welt reisen zu können. 80 Tage später, und um viele Erfahrungen und Abenteuer reicher, kehrt der Romanheld als Wettsieger zurück in die englische Heimat.
„Jules Verne Trophy“ von Fanny Schertzer – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jules_Verne_Trophy.jpg#/media/File:Jules_Verne_Trophy.jpg
1990 wurde nach dem berühmten Namenstifter die Jules Vernes Trophy ins Leben gerufen. Eine Rekordjagd um die Welt mit dem Segelboot, oder besser gesagt mit echten Hochleistungssegelmaschinen. Der jeweilige Gewinner der Jules-Vernes-Trophäe ist derjenige, der am schnellsten um die Welt segelt, der Weltrekordhalter. Die Startlinie für die Hatz um die Welt ist eine gedachte Linie zwischen der englischen Halbinsel The Lizard und der französichen Insel Ouessant.
Kap Hoorn von See aus gesehen
Bei der Weltumsegelung müssen
das Kap der guten Hoffnung in Südafrika,
das Kap Leeuwin in Südaustralien und
das Kap Hoorn am Südzipfel von Amerika jeweils an Backbord gelassen werden.
Das Ziel ist erreicht, wenn die Startlinie wieder übersegelt wird und damit gleichzeitig zur Ziellinie wird. Der Wächter über den Rekordversuch ist das World Sailing Speed Record Council, kurz WSSRC. Bereits der erste Rekordversuch, dieErde in einer Zeit von unter 80 Tagem zu umsegeln, war erfolgreich.
16 Jan 1993, LA BAULE, LOIRE-ATLANTIQUE, France — MAIDEN VOYAGE OF BRUNO PEYRON’S BOAT AT LA BAULE — Image by ฉ DELLA ZUANA/CORBIS SYGMA
Zur Jahreswende 1993/94 umsegelte der Franzose Bruno Peyron umseren blauen Planeten in 79 Tagen und 6 Stunden. Bei dem Bau des Hochseetrimarans „Commodore explorer“ von Bruno Peyron wurden konsequent neueste Bootsbautechnik und leichtere stabilere Materialien sowie, dank höherer Rechnerleistungen, verbesserte Konstruktionsberechnungen verwendet. Zudem kamen verbesserte Wettervorhersagemodelle ins Spiel und das sogenannte Wetterrouting während der gesamten Segelreise führte zum Erfolg. Doch kein Rekord währt ewig und bereits 1997 segelte der Landsmann von Peyron, Oliver de Kersauson mit seiner „Sport Elec“ in 71 Tage um Welt. Zwischen 97 und heute wurde der Rekord immer wieder um ein paar Tage von verschiedenen Segelprofis unterboten.
Orange 2 / Photo: Gilles Martin-Raget/Orange
2005 war dann wieder das Jahr des Bruno Peyron, der die Erde in einer Fabelzeit von gerade einmal 50 Tagen mit seiner „Orange 2“ umsegelte. Ein Quantensprung, ein Meilenstein und der Höhepunkt seiner Segelkarriere, ein Held für und in Frankreich.
Eine signifikante Rekordverbesserung gab es dann im Jahre 2012. Abermals ein Peyron, diesmal der Bruder von Bruno, Loick Peyron, er umrundete mit der „Banque Populaire“ die Erde in der Bestzeit von gerade einmal 45 Tagen. Dabei waren Tagesetmale (= die innerhalb von 24 Stunden zurückgelegte Strecke) von über 600 Seemeilen keine Seltenheit.
Spindrift 2 / Photo: Chris Schmid / Spindrift Racing
Doch wie komme ich ünerhaupt auf das Thema? Gerade jetzt sind erstmals in der Geschichte der Trophäenjagd zwei Rennyachten gleichzeitig, aber unabhängig voneinander, unterwegs auf Rekordjagd. Zum einem der schweizerische, 40 Meter lange Renntrimaran „Spindrift 2“ mit Skipper Yann Guichard und die etwas kürzere Hightechkonstruktion „IDEC Sport“ mit Skipper Francis Yoyon und dem deutschen Navigator Boris Herrmann. Beide Schiffe befinden sich zur Zeit auf der Höhe von Südafrika und sind kurz davor, den Atlantik hinter sich zu lassen und den Indischen Ozean zu erreichen.
Wer nach dem Lesen dieses Beitrags Lust hat, die Rekordjagd dieser Segelgiganten zu verfolgen, hier die Internet-Adressen: www.spindrift-racing.com und www.idec-sport.com oder www.yacht.de, wo regelmäßig über beide Teams berichtet wird. Bis jetzt ist das Rennen spannend und der Ausgang noch völlig offen, da beide Teams mal kurz hinter der alten Rekordzeit hersegeln oder ein paar Stunden der vergleichbaren Zeit von 2012 voraus sind.
Übrigens ist die neue „Spindrift 2“ die modifizierte und umbenannte „Banque Populaire“.