Ab in den Norden, Teil 2

Der erste Schnee taucht nach Grenoble auf
Der erste Schnee taucht nach Grenoble auf

Jetzt geht es weiter nach Norden, es ist ganz leicht bewölkt und immerhin noch 8,5 Grad warm. Das Navi sagt, dass wir um drei Uhr in La Toussuire sein werden.

Hinter Barcelona haben ja die Laubbäume angefangen, den Kiefernwald zu durchmischen, und nach der französisch-spanischen Grenze wird die Landschaft immer weniger südlich. Palmen gibt es keine mehr, auch die Zypressen werden weniger, dafür gibt es Tannen und andere Nadelhölzer, und neben den Pappeln auch Buchen, Platanen und andere Laubbäume. Und die Berge sind voller Wälder, etwas, was wir die letzten Monate gar nicht mehr kennen, Wald.

Die Savoier Alpen versprechen mehr
Die Savoier Alpen versprechen mehr

An der Ardeche kommen wir in die mediterranen Voralpen, hier sind aber noch keine schneebeckten Berge zu sehen, die Gipfel sind grün.
12:00 Uhr, hinter Valence, 10 Grad, hier tauchen wieder schneebedeckte Gipfel auf, leider auch ein paar dunklere Wolken.
13:00 Uhr, Grenoble, 6 Grad, leicht bewölkt, diesig, Schneereste am Straßenrand.
13:40 Uhr, Saint-Jean-de-Maurienne, 6 Grad, leicht bewölkt
14:00 Uhr, La Toussuire, 6,5 Grad, angekommen.

Auf, in den Norden!

Die Dämmerung hinter Almeria
Die Dämmerung hinter Almeria

Heute morgen sind wir, noch im ganz Dunkeln, mit unserem geliehenen Seat Ibiza losgefahren. Das Meer der Costa del Sol hat uns mit einem traumhaften Sonnenaufgang verabschiedet, wir sind auf dem Weg nach La Toussuire zum Skifahren. Schon ein bisschen verrückt, 1.580 km (one way) in die Kälte zu fahren! Aber wir haben letztes Jahr mit Kindern und Freunden beschlossen, uns doch noch ein “allerletztes Mal” im “Petit Chalet” zu treffen, wo wir seit sechzehn Jahren mit großem Vergnügen und vielen Freunden diese hessische Ferienwoche verbracht haben.

Ein Sonnenaufgang
Ein Sonnenaufgang

Hinter Almeria, nach der großartigen Dämmerung und dem anschließenden Sonnenaufgang wand sich die Straße langsam in die Berge, weg vom Meer, in eine total karge Gegend. Trotzdem gibt es hier einen Naturschutz-Park, und plötzlich war es nur noch zwei Grad kalt. Fünfzig Kilometer weiter, wieder in der Ebene, wird jeder Zentimeter Boden landwirtschaftlich genutzt, die Erde ist voll mit Mandarinenplantagen, Kohlfeldern und den hier unvermeidlichen Gewächshäusern. Diese sollen nicht etwa, so wie bei uns, die Wärme drinnen halten, davon gibt es eher genug, sondern die Feuchtigkeit, denn Regen ist Mangelware.

Vorne die Gewächshäuser, hinten schroffe Bergehöhen
Vorne die Gewächshäuser, hinten schroffe Bergehöhen

Von Murcía Richtung Alicante scheint der Boden immer fruchtbarer zu werden, das ist wohl das große Obst- und Gemüseanbaugebiet, Felder mit Gemüse gibt es, aber vor allem Zitronenplantagen, massenweise hängen die gelben Früchte in den Bäumen. Und Palmen gibt es auch, dazu Olivenbäume und lange Reihen mit Rebenstöcken für die guten spanischen Weine. Aber so fruchtbar das Tal zu sein scheint, die Berge außen herum sind karg, voller schroffer Klippen und Abhänge und ganz wenig Vegetation, einzelne Flechten und Büsche halten sich verzweifelt an den Geröllhängen fest; insgesamt eine tolle Kulisse.

Die futuristische Skyline von Benidorm
Die futuristische Skyline von Benidorm

Bei Alicante nähert sich die Autobahn wieder dem Meer, wir passieren Benidorm ganz nah, es sieht futuristisch aus mit seinen enormen Hochhäusern, wie Klein-Manhattan. Auf jeden Fall werden wir dort mal mit dem Boot anhalten, um uns den Mega-Touri-Ort aus der Nähe anzuschauen. Ab hier wird auch die Gegend insgesamt grüner, die Berge sind nicht mehr so kahl, dafür werden die Palmen weniger und machen Zypressen und Pinien Platz.

"Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg"
“Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg”

Auf unserer Fahrt weiter nach Norden werden die Berge kleiner und weniger schroff, bewachsen mit kleinen Bäumen und Sträuchern. In der Mitte der Autobahn wachsen Oleandersträucher, die allerdings nicht, wie noch in Südportugal, in der Blüte stehen. In der Ebene rechts und links der Autobahn wechseln sich Olivenbaumplantagen mit den uns seit Almeria begleitenden Orangen-, Zitronen- und Mandarinenplantagen ab. Volker hat uns von einem wildwachsenden Baum direkt an der Autobahn ein paar Früchtchen geholt, die sind aber noch ziemlich sauer, am besten werden wir sie auspressen, und, mit Zuckerzusatz versehen, lieber trinken als essen.

Da geht es in die weite Ebene Richtung Barcelona
Da geht es in die weite Ebene Richtung Barcelona

Ab Barcelona verändert sich die Landschaft noch einmal, Laubbäume mischen sich unter die Kiefernwälder und es gibt ganze Pappelplantagen in der flachen Ebene. In der Ferne sieht man schneebedeckte Berge, schon eine kleine Verheißung auf die kommenden Tage.

Übernachtet haben wir in Perpignan, in einem sehr französischen Bistro hervorragend gegessen, und in einer sehr vollen Studentenkneipe zum Abschluss des Tages eine “Ouvrette” getrunken, das hatte jemand am Tresen neben mir bestellt und gemeint, ich solle das mal probieren es sei sehr lecker. Es ist Bier mit Grenadine und Kirschlikör, schmeckt super, und der Name bedeutet, wohl zu Recht, “Büchsenöffner”!

Der Weihnachtsmarkt in Perpignan
Der Weihnachtsmarkt in Perpignan

Leihautos…

Auf unserer Fahrt nach Norden haben wir beim Fahren gegen den Sonnenaufgang bemerkt, dass kein Wischwasser kommt, um die Scheiben sauberzumachen. Also fahren wir in der Nähe von Murcía zu einer Tankstelle, um Wasser nachzufüllen. Dabei muss Volker jedoch feststellen, dass es nicht an Wasser mangelte, sondern dass die Pumpe kaputt sein muss. Also rufe ich bei Europcar in Almería an, wo wir den Seat geliehen haben, und frage, ob wir irgendwo an der Strecke den Wagen tauschen können. Das scheint problemlos möglich, in Valencia sollen wir am Flughafen ein neues Auto bekommen. Vamos a ver!

Noch ein Exkurs: Zu Weihnachten hatten wir bei Goldcar in Malaga am Flughafen einen Citroen gemietet, damit wir die Kinder vom Flughafen abholen und sie auch wieder dorthin zurückbringen können. Da Volker ja zwei Tage so schnell und weit gesegelt ist, hatten wir das Auto am 30. Dezember in Almerimar stehen, und mussten von dort aus Larissa zum Flughafen nach Malaga zurückbringen, gute 150 km weit, das Auto dort abgeben und mit Bus und Bahn wieder zurück nach Almerimar.
Da haben wir uns ganz schlau überlegt, dass wir den Wagen doch auch gleich für die Fahrt nach Frankreich behalten könnten, und später in Almeria zurückgeben. Also habe ich mit der Zentrale von Goldcar telefoniert, ob wir das so machen könnten, und was es kosten würde. Die ansonsten sehr freundliche Señorita am Telefon konnte das nicht beantworten, das musste sie mit der Verleihstation direkt besprechen, da ging aber niemand ans Telefon. Also wollte sie mich zurückrufen. Als nach drei Stunden kein Anruf gekommen war, rief ich wieder bei Goldcar an. Ja, wir könnten das Auto behalten, und ja, wir können es in Almeria zurückgeben, aber nein, einen Preis kann sie mir nicht sagen, da müsse ich zu einer Goldcar-Filiale fahren. Ja, irgendeiner.
Larissa und ich machten uns auf den Weg zum Flughafen in Almeria, weil das wohl die nächste Filiale war, und wir ja auch dort das Auto abgeben wollten. Wieder ist dort eine sehr freundliche Señorita, die auch einen Preis machen kann, an einem anderen Ort abgeben kostet über einhundert Euro mehr, aber das Problem ist, dass wir mit dem Auto nach Frankreich wollen. Um die Auslandsversicherung abschließen zu können, müssten wir in Valencia oder Barcelona zur Zentrale fahren und die Versicherung dort abschließen. Nein, das geht nicht bei ihr und auch nicht im Internet. Na, dazu haben wir ja überhaupt keine Lust!
Es gibt auch noch zwei andere Schalter: Hertz und Europcar. Bei beiden fragen wir nach, vergleichen Priese und Leistung und entscheiden uns schließlich für Europcar, wo uns Dolores schon im Computer findet und uns den Ibiza ausleiht. Leider hat der Tausch in Valencia nicht geklappt, sie hatten dort kein Auto, das mit Diesel fuhr und einen Tempomat hatte, auch in den umliegenden Stationen nicht, so sind wir weiter mit dem Ibiza unterwegs und müssen halt ab und zu die Windschutzscheibe abwaschen.
Schade.