Weiter geht’s – Seguimos adelante

Verfasst von

in

Autor: Skipper Volker

Ich mache mal da weiter, wo die Capitania gestern Abend mit ihrem Blogbeitrag aufgehört hat. Den Gennaker haben wir bis Mitternacht stehen lassen, denn da war der Wind dann weg. Aber die letzten drei Stunden mit dem bunten Segel waren Rauschefahrt pur. Bei Böen bis 27 Knoten und tollem Windwinkel beschleunigte der Kat bis auf 13 Knoten. Wir saßen bei der Speedfahrt am Kartentisch, hielten den Windwinkel und den Idealkurs im Auge und konnten das Boot nach Belieben ein bisschen an den Wind pressen und beschleunigen.

Nachts fühlt sich die Geschwindigkeit noch schneller an, da man durch die Dunkelheit den Bezug zur Umgebung verliert. Bis vier Uhr in der Früh waren wir dann segellos, unter Motor unterwegs. Dann setzte der Nordostpassat ein, zuerst zögerlich und schwach, doch bald standen 6-7 Knoten Speed auf der Logge.  (Ich werde wach, diesmal nicht, weil der Motor unter meinem Bett angegangen ist, sondern erst, als ich das Gebrumm nicht mehr hörte. Ich hüpfe dann ja immer aus dem Bett, um Volker zu helfen, aber der hatte schon alles erledigt. Das Großsegel war gesetzt und die Genua ausgerollt. Seitdem segeln wir wieder, mit achterlichem Wind fast auf Kurs. Anm. d. Red.)

Gestern haben wir die Uhr eine Stunde zurück auf Kanarenzeit umgestellt. Mit der europäischen Sommerzeit wurde es uns, soweit im Süden und Westen, morgens zu spät hell. Erst ab 8 Uhr setzte langsam die Morgendämmerung ein. Jetzt passt die Uhrzeit besser zum Rhythmus der Natur in unserer Umgebung.

Nachts kommen wir jetzt ohne Dieselheizung aus, so warm ist es und tagsüber ist kurze-Hose-Wetter. Wir haben eine weitere unsichtbare Ländergrenze übersegelt und schippern nun entlang der marokkanischen Küste. Doch diesmal sind wir nicht nur ein Land weiter südlich, wir haben den europäischen Kontinent verlassen und den nordafrikanischen erreicht. Dieser Kontinent hat eine enorme Ausdehnung von 8.00 Kilometer, von Nord nach Süd.

Eigentlich wollte Cornelia heute einen Zwetschgen-Streuselkuchen backen, doch daraus wurde leider nix, weil sie mal wieder mit der Optimierung unserer Website zu lange beschäftigt war. Statt dessen gibt es eine sechs Tage alte Rosinenschnecke für mich und Müsliriegel für die Capitania.

Segeln im Passatwind steht für die 340 Seemeilen lange Reststrecke auf unserem Programm. Der Windwinkel ist dabei recht raum, 150-160 Grad von achtern, aber es gibt zum Glück genügend Wind, wir segeln derzeit mit 7-8 Knoten über eine moderate Atlantikwelle. So könnte es weiter gehen bis Lanzarote, doch für die kommende Nacht hat das Wetter viel Wind im Gepäck. Böen bis 28 Knoten, das entspricht Windstärke 7. Wir werden das Großsegel auf Reff 2 und die Genua auf Reff 3 verkleinern.

Ich habe auch schon mal ein paar Stunden vor geschlafen, und bin fit und ausgeruht für das, was da kommt. Ein Vorteil hat der Wind, wir werden bestimmt schnell, Rauschefahrt durch die Nacht und das ist ja faszinierend!