Am Nachmittag und Abend lässt der Wind auf angenehme 18-20 Knoten nach, das heißt wir segeln nicht mehr ganz so schnell wie in den letzten 24 Stunden, aber immer noch flott. Das letzte Abendessen auf See ist klassisch Spaghetti bolognese, wir lieben das. Danach sind wir noch weit genug von der Insel entfernt, sodass wir noch ein paar ruhige Stunden haben für ein bisschen Schlaf. Der Wind ist immer noch lebhaft, 18 bis 20 Knoten, dabei gibt es auch noch Böen bis 26 Knoten.


Ab La Graciosa, das ist die kleine Insel vor der Nordspitze Lanzarotes, wird der Kurs unangenehm, weil komplett vor dem Wind. Nun könnten wir – wie auf der ganzen Strecke auch – vor dem Wind kreuzen, aber jetzt wollen wir einfach mal ankommen. Wir bergen das Großsegel und fahren zunächst nur mit der Genua, aber irgendwann ist des Skippers Geduld am Ende, und der Motor läuft.
Lanzarote empfängt uns mit Kalima und Nieselregen. Dafür haben wir die weite Strecke gesegelt?! Nach sieben Tagen und 23 Stunden erreichen wir Puerto Calero, Wes steht am Steg, um die Leinen anzunehmen, Roisin kommt auch dazu, es ist wie „Heimkommen“.



Jetzt zu den Zahlen:
von Lorient bis Puerto Calero sind wir 1.443 sm gesegelt, haben dafür 191 Stunden gebraucht, das ergibt einen Schnitt von 7,55 Knoten pro Stunde, nicht schlecht! Die höchste Windgeschwindigkeit war über 30 Knoten, und unser Top Speed waren sensationelle 15,3 Knoten. Insgesamt sind wir ca. zehn Stunden unter Motor gefahren, ich habe leider nicht gezählt, wie oft wir das Großsegel und die Genua ein- und ausgerefft haben, aber es waren ganz schön viele Male.

Nach dem Anlegen holen wir noch ein bisschen Schlaf nach, ich mehr, Volker weniger, der putzt das Boot und befreit es von den Unmengen Salz, das die Wellen der tanzenden See überall hinterlassen haben. Ich backe, während der Skipper schläft, aus den von Darmstadt hierher gesegelten Pflaumen und drei Äpfeln einen Streuselkuchen. Den nehmen wir um 15 Uhr mit zu Wes und Roisin auf ihr Boot, außerdem noch die letzte Flasche lanzarotenischen Sekts, die mit uns nach Holland und wieder zurück gesegelt ist, und genießen die Wärme.

