Bonjour la France

16. August, Samstag, Baro 1008, sonnig, Wind WNW 3-4

Ablegen 08:15, fünfzehn Minuten zu spät! Und das nur, weil so ein dämlicher Franzose der Susanne gesagt hat, die Bäckerei sei ganz nah. Und dann musste sie doch bis ganz in die Stadt laufen. Aber sie kam auch mit Trophäen zurück: Pain au Chocolat, frische Baguettes!

imageHoch am Wind geht es nach Westen, kurz vor Calais müssen wir einmal wenden, weil wir sonst der Küste zu nahe gekommen wären. Auch muss man hier auf die zahlreichen Fähren aufpassen, die in kurzen Abständen zwischen hier und Dover oder Eastbourne hin und her fahren. Noch ein paar Wenden, dann sind wir am Cap Gris Nez. Dort biegen wir ab nach Süden, der Kurs wird angenehmer, weil weniger schief, und mit der Strömung fahren wir wieder sehr schnell eine liebliche Küste entlang, die an die Küstenansichten von Cornwall erinnert. Bei wunderbarem Wind segeln nicht nur wir hier entlang, an diesem schönen Samstag sind es viele, ganz verschiedene Segelboote.

Und hier treffen wir auch auf unsere ersten Delfine! Zwar spielen sie nicht so wie im Mittelmeer lange um das Boot herum, sie springen nur einmal aus dem Wasser und zeigen die Rückenflosse. Aber es waren immerhin drei an der Zahl.

Nico1Unser Seehund ist auch zufrieden, obwohl auch für ihn das Leben schief sein kann.

Der Hafen von Boulogne
Der Hafen von Boulogne

Und jetzt liegen wir im Sonnenschein in der Marina von Boulogne-sur-mer, das sieht jetzt schon viel mehr nach Urlaubsfeeling aus, oder?

Segler oder Motobootfahrer

Also, mit den Seglern und den Motorbootfahrern ist das ja so eine Sache. Der eine schimpft über den Anderen, hegt und pflegt seine Vorurteile und teilt in Schubladen ein.

Der Segler nimmt häufig für sich in Anspruch, die umweltbewusstere Fortbewegungsart gewählt
zu haben, weil er durch die Kraft des Windesimage und der Segel “lautlos” übers Wasser gleitet.
Aber viele Segelschiffe haben auch einen Motor, um das Schiff im Hafen oder bei Flaute zu bewegen. Wir jedenfalls haben uns seit heute Morgen nur per Motorkraft fortbewegt und dabei pro Stunde ca. 1,5 Liter Diesel verbrannt – wegen Flaute eben. Inzwischen haben wir die belgische Seegrenze passiert und die holländische Gastlandflagge gegen die belgische eingetauscht.
Und innerhalb von 5 Minuten ist die Flaute einem kräftigen Wind gewichen und wir rausen unter vollen Segeln dahin. Jetzt sind wir wieder Segler!