Nu sinn se wech …


… und wir sind wieder allein allein. 

Heute, am Samstag Morgen, haben Irene und Peter abgeheuert. Ganz früh, denn ihr Flug von Guadeloupe nach Miami, wo sie ein paar Tage verbringen werden, ehe sie weiter fliegen nach Panama, um dort Familie „Wildthing“ zu treffen, und mit ihnen durch den Panama-Kanal  bis zu den Galapagos-Inseln zu segeln. Es war eine sehr schöne und unterhaltsame  Zeit mit den beiden, wir sind gut gesegelt und haben auf den Inseln ein paar wunderbare Ausflüge gemacht. Viel Spaß bei  Euren neuen Zielen, Peter und Irene!

Am Sonntag sind wir vier, nach dem Ausflug des vorigen Tages über die Insel St. Kitts, relativ früh los gefahren, hier ein Auszug aus dem Logbuch:

Es steht eine ruppige See, wir fahren mit einem Reff im Groß und 3-6 Umdrehungen in der Genua los. Leider ist für die nächsten Tage eher mehr Wind aus der gleichen Richtung angesagt, es hilft also auch nichts zu warten. Das Ziel ändert sich mit jedem Dreher des Windes, zuerst war es Montserrat, dann lieber Guadeloupe, dann scheint es doch Montserrat zu werden, allerdings eher der südliche Ankerplatz, von dem sie uns noch letztes Jahr verjagt hatten. Doch nach dem Gespräch über Funk mit der Port Control wird uns gesagt, dass wir nur in Little Bay ankern dürfen, und nicht in der südlicheren Bucht, die vom Kurs her machbar wäre. Also ist das aktuelle Ziel doch wieder Guadeloupe.

Den ganzen Tag fahren wir einen Amwindkurs mit um die 20 Knoten Wind, immer so genau an der Windkante, möglichst nicht zu weit vom Ziel abzuweichen, aber auch so, dass die Segel gerade noch stehen. Volker spielt mit der Genua, mal zwei Umdrehungen kleiner, dann wieder ausreffen, aber nur ein Stückchen; das Groß bleibt in Reff 1. Als wir endlich durch die Passage zwischen Montserrat und Guadeloupe durch sind, es ist auch schon dunkel, werden die den ganzen Tag über eher ruppigen Wellen kleiner und weniger nervig, weil sie durch die Landabdeckung gebremst werden. Um Viertel vor neun fällt der Anker in der schönen Bucht „La Grande Anse“, das Anlegebier steht schon bereit, und mit der Aussicht, morgen das komplette Boot zu entsalzen und abzuwischen, fallen wir müde ins Bett.

Am Mittwoch sind wir von der Grande Anse 15 Meilen bis Malendure als Motorsegler gefahren, es gab fast keinen Wind, aber rechtzeitig zu einem späten Frühstück kamen wir dort an und konnten die wunderschöne Aussicht genießen. Hier waren wir auch zum ersten Mal nach St. Martin wieder in einem Restaurant. Das kannten wir noch vom letzten Jahr gut: „Le Rocher de Malendure“, dort gibt es sehr leckeres Essen, und die freundliche Bedienung „Sandra“ hat sich sogar angeboten, Peter und Volker am nächsten Morgen zum Flughafen zu fahren, damit sie dort das Leihauto abholen können.

Gut, dass wir einen Wagen zur Verfügung hatten, denn leider hatte unsere Waschmaschine wiederholt einen Fehler: Zu einem nicht näher zu bestimmenden Zeitpunkt hörte sie plötzlich auf zu waschen, und alle Lichter blinkten. Dabei war zu unserem Entsetzen wiederholt Wasser ausgetreten, nicht zu knapp, aus der Waschpulverschublade ebenso wie an nicht sichtbaren Schlauchverbindungen in der Waschmaschine selbst. Dabei ist dann die Bilge samt der darin gestauten Vorräte überflutet worden, viele von diesen Vorräten sind durch das Laugenwasser unbrauchbar geworden. Trotz der Reparaturversuche ließ sich der Fehler nicht beheben. So waren wir mehr als froh, dass Peter und Volker mit dem Leihwagen über die halbe Insel zu einem Elektromarkt fahren konnten, um eine neue Wasch-Trockner-Kombination zu kaufen.

Wir brauchen diese Möglichkeit, an Bord zu waschen, denn von den Ankerplätzen aus ist es schwieriger einen Waschsalon zu finden als im Hafen, dort gibt es fast immer Waschmaschinen für Gastlieger. Trotzdem waschen diese Maschinen meist im Schnellwaschgang, und die Wäsche riecht zwar besser, ist aber nicht sauber.

Der Ausbau der defekten Waschmaschine war fix erledigt, der Abtransport erfolgte mühelos mit dem geräumigen neuen Dinghy. Nur das Heben in und aus dem Beiboot, und über den endlos langen Dinghysteg warein Kraftakte sondergleichen. (Bilder folgen, sowie wir wieder Netz haben.) Doch Peter und Volker haben auch das heldenhaft geschafft. Ebenso schnell und fachgerecht wie der Ausbau verlief der Einbau unserer neuen Waschmaschine und der erfolgreiche Probelauf erfreute nicht nur die Damen. Kleine Randbemerkung, die neue Wäschewaschmaschine spielt am Ende eines jedes Waschganges, das Forellenquintett von Schubert, das erfreut das Klassikherz der Capitania doch sehr!

Herzlichen Dank an Peter für die großartige Hilfe!

Mit dem Leihwagen haben Irene und Peter anschließend die Insel erkundet, sie waren an den sehenswerten Wasserfällen, in der Hauptstadt Point-à-Pitre, von der sie aber, ebenso genau wie wir vor einem Jahr, eher enttäuscht waren. Und heute morgen sind sind sie noch im Dunkeln von Bord gegangen, um rechtzeitig zum Check-In am Flughafen zu sein.

Wir sind direkt aufgebrochen, nachdem Volker mit dem Dinghy wieder an Bord war, um die rund 30 Meilen bis zu den Isles des Saintes zu segeln, bei schönem Nordostwind um 18 Knoten, wenn nicht gerade ein Berg uns Windschatten bescherte. Auf der Ilet de Cabrits, dem Ziegeninselchen, lagen wir zunächst in der sehr geschützten Bucht „Anse sous le vent“, die Bucht unter dem Wind. Allerdings mussten wir auf 25 m Tiefe ankern, weil die ausgelegten Bojen besetzt, und die weniger tiefen Ankerplätze eben auch schon belegt waren. Dazu gehört es dann auch, viel Kette zu geben, sodass der Schwingkreis sehr groß ist.

Kurzentschlossen fuhren wir ein kleines Stückchen weiter nach Terre-de-Haut, eine der beiden Hauptinseln der Gruppe, und fanden hinter dem „Pain de Sucre“, einem kleinen Berg mit dem Namen Zuckerbrot, die wunderschöne kleine Bucht, „Anse de Crawen“, in der kein anderer Segler ankerte. Hier werden wir heute Nacht bleiben, mal sehen, wie es weiter geht.

Dieser Bitrag ist schon zwei Tage alt, weil wir hier keinen oder nur einen sehr schwachen Zugang zum Netz hatten und haben. Deshalb gibt es auch keine Bilder.

Eine neue Insel

Nachdem wir am Donnerstag Nachmittag in der schönen Bucht von Christophe Harbour den Anker haben fallen lassen, sind Irene, Peter und ich am Freitag mit dem Taxi in die Hauptstadt von St. Kitts, Basseterre gefahren, um dort ein- und gleich wieder auszuklarieren. In Christophe Harbour geht das, entgegen den Informationen bei SailClear, der karibischen Einreise-Plattform für Segler, leider nicht.

links der Atlantik, rechts ein kleines Stückchen karibische See

Aber natürlich waren wir auch Touristen, die die Hauptstadt, die übersetzt „Niederland“ heißt, kennenzulernen, aufgebrochen waren. Wir hatten von der Hafenmeisterin von Christophe Harbour die Telefonnummer eines Taxifahrers bekommen, der uns für 40 Dollar bis dorthin kutschierte, nicht ohne uns auf die sehenswerten Punkte aufmerksam zu machen, und sogar für Fotos der schönsten Aussicht stehen zu bleiben. 

Die Fußgängerzone

Angekommen in der Stadt hat Kenroy uns bis direkt vor die Zollbehörde gefahren, hat uns auch erklärt, wo die Immigration ist, denn nachher müssten wir auch noch dorthin. Außerdem versprach er, uns hier wieder abzuholen, wenn wir ihn anrufen. Ich habe tatsächlich den kompletten Preis bezahlt, inklusive der Rückfahrt, er sah so vertrauenswürdig aus. Volker sagte später noch am Telefon: „Du weißt doch, ‚Don’t pay the ferryman before he gets you to the other side’“.

Beim Zoll ging alles reibungslos, dank des vorherigen Ausfüllens der Eckdaten bei Sailclear, auch wenn der Beamte korrekt und auch nur das war. Anschließend mussten wir noch zur Immigration. Diese aber fanden wir nach einigem Suchen am Fährhafen, wo auch die Passagierschiffe, Aida und Co. ankommen. Das Büro war bei dem Vorraum zum Hafen, durch den auch alle Kreuzschiff-Passagiere mit ihren Zugangskärtchen durch mussten. Wir sind einfach vor der langen Schlange direkt zum Büro gegangen. Dort habe ich – wie gewohnt – unsere Pässe zeigen müssen, die Dame hinter dem Schalter füllte einige Papiere aus, und am Ende waren wir offiziell auf St. Kitts einklariert.

Der Uhrturm

Wir drei haben uns also aufgemacht, die Stadt zu erkunden. In der Fußgängerzone war man vor allem auf die Kreuzfahrt-Touristen eingestellt, Fotos mit den Äffchen, die die Insel bevölkern, Bootstouren oder Ausflüge zum Vulkan wurden lautstark angeboten. Wir sind aus der Tourizone raus und in die eigentliche Stadt, die dort viel interessanter ist, mit schönen Parks, verfallenen, aber auch gepflegten Häusern, und der katholischen Kirche, in deren Kühle wir uns einen Augenblick ausgeruht hatten.

Nach einem netten Smoothie auf einer schönen Terrasse riefen wir Kenroy, den Taxifahrer an, und pünktlich stand er am Platz mit dem Uhrturm. Auch auf der Rückfahrt gab es ein bisschen Sightseeing und einen Stop im amerikanischen Supermarkt.

Am Samstag sind wir dann gemeinsam mit Volker auf eine Inselrundfahrt gestartet, natürlich wieder mit Kenroy, der ganz viel über seine Insel weiß und es gerne vermittelt. Unser erster längerer Stop war bei Fairview Great House mit dem botanischen Garden, wunderschön, die Blütenpracht und die unglaublich grünen Bäume und Sträucher. 

Das Fortress haben wir uns gespart, 15 Dollar pro Person war uns diese Festung nicht wert. Und den Krater des Vulkans haben wir auch ausgelassen, denn dort hätten wir vom Parkplatz aus noch ein gutes Stück hochkraxeln müssen.

Aber die Landschaft dieser schönen Insel hat uns sehr gut gefallen, der Blick vom schwarzen Strand übers Meer auf der atlantischen Seite, die grünen Hügel, die an Schottland erinnern (nur wärmer ist es hier) und die unglaublichen Aussichten an der Wespentaille der Insel, auf der einen Seite zum Atlantik, auf der anderen übers karibische Meer. Es war ein großartiger Ausflug, vielen Dank an Kenroy und seine Führung.

Sonntag, 22. Januar 2023

Christophe Harbour St. Kitts 08:45 – Guadeloupe 20:45, 84 sm, Baro 1012, leicht bewölkt, Wind ONO 20 Knoten, Welle ca. 2 m

Vulkan voraus

Es steht eine ruppige See, wir fahren mit einem Reff im Groß und 3-6 Umdrehungen in der Genua los. Leider ist für die nächsten Tage eher mehr Wind aus der gleichen Richtung angesagt, es hilft also auch nichts zu warten. Das Ziel ändert sich mit dem Drehen des Windes, zuerst war es Montserrat, dann lieber Guadeloupe, dann scheint es doch Montserrat zu werden, allerdings eher der südliche Ankerplatz, von dem sie uns noch letztes Jahr verjagt hatten. Und nach dem Gespräch über Funk mit der Port Control von Plymouth, der neuen Hauptstadt, die frühere Hauptstadt wurde, wie in unserem Blog vom letzten Jahr berichtet, von dem Vulkanausbruch 1997 vernichtet, nachdem Hurrikan Hugo im Jahre 1989 der Insel schon erheblichen Schaden zugefügt hatte, wird uns gesagt, dass wir nur in Little Bay ankern dürfen, und nicht in der südlicheren Bucht, die vom Kurs her machbar wäre. Also ist das aktuelle Ziel doch wieder Guadeloupe.

Den ganzen Tag fahren wir einen Amwindkurs mit um die 20 Knoten Wind, immer so genau an der Kante, möglichst nicht zu weit vom Ziel abzuweichen, aber auch so, dass die Segel gerade noch stehen. Volker spielt mit der Genua, mal zwei Umdrehungen kleiner, dann wieder ausreffen, aber nur ein Stückchen; das Groß bleibt in Reff 1. Als wir endlich durch die Passage zwischen Montserrat und Guadeloupe durch sind, es ist auch schon dunkel, werden die den ganzen Tag über eher ruppigen Wellen kleiner und weniger nervig, weil sie durch die Landabdeckung gebremst werden. Um Viertel vor Neun fällt der Anker in der schönen Bucht „La Grande Anse“, das Anliegerbier“ steht schon bereit, und mit der Aussicht, morgen das komplette Boot zu entsalzen und abzuwischen, fallen wir müde ins Bett.

Manöverkritik

Seit letzten Sonntag sind unsere Freunde Irene und Peter mit von der Partie. Unglücklicherweise spielt jedoch das Wetter nicht mit, eine atlantische Störung schickt hohe Wellen und massenweise Regen, am Ankerplatz wird es unangenehm, eine Segelyacht aus der Nachbarschaft macht sich, von uns unbemerkt, von ihrer Mooringboje, geht auf Drift und strandet auf den Felsen. 

Erstes Frühstück mit den ersten Gästen in diesem Jahr

Wir bekommen unser Beiboot zurück, es hatte tatsächlich ein kleines Loch im Luftschlauch, unterhalb der achteren Scheuerleiste. Ein kleines nahezu unsichtbares Reparaturpatch wurde von einem eigens hinzu beorderten Spezialisten fachmännisch und für mich akzeptabel aufgebracht. Jetzt haben wir das „beste Beiboot der Welt“ und mit maximal 23, 6 Knoten auch ein recht schnelles. Selbst mit vierPersonen besetzt kommen wir mit dem 15 PS Yamaha recht locker in eine zügige Gleitfahrt. Nur die Capitania weiß noch nicht, ob sie von dem flotten Beiboot begeistert ist, das bei entsprechendem Speed auch mal etwas ruppiger über die Wellen holpert. Als kleinen Dank für unsere Geduld erhielten wir von unserem Beibootverkäufer ein paar schöne T-Shirts, insgesamt lief der Verkaufsprozess fürs Dinghy samt neuem Motor sehr professionell und auch sehr freundlich ab.

Das Beiboot ist ausgeliefert

Schön war es auch, dass wir unsere unsere jungen Segelfreunde Roman und Mackensie, die wir vor acht Monaten in den Turks and Caicos kennengelernt, endlich wieder getroffen haben. Die beiden  26-jährigen haben mittlerweile geheiratet und sind nun mit ihrer 40 Fuss Beneteau, wie wir in den karibischen Gewässern unterwegs. Wir waren für die beiden the first Sailingfriends, also die ersten Segelfreunde, und das wird für immer so bleiben :-).

Wiedergesehen haben wir auch Volker und Iris, die mit ihrem schönen Katamaran ebenfalls durchs blaue karibische Meer segeln. Langweilig wurde es uns in Marigot nicht, und trotzdem sind wir vor zwei Tagen bei leichtem Winden aufgebrochen. In der schönen Anse Oriental ist nach ein paar entspannten Segelstunden der Anker gefallen, und beim abendlichen Lotusgrillen haben wir die uns umgebende Stille sehr genossen. 

Gestern ging es dann früh ankerauf und mit Vollzeug in Richtung des 55 Seemeilen entfernten St. Kitts. Nach ein paar Seemeilen frischte es auf und das erste Reff im Großsegel wurde fällig. Wenn ich vorne am Mast stehe, fiert Cornelia das Großfall, damit ich die Reffkausch einhängen kann und gleichzeitig, ziehe ich das Lose aus den Reffleinen, damit die achtern nicht so rumschlagen. Hundertmal haben wir das so gemacht und trotzdem hat sich gestern eine Reffleine so um die 7 Meter lange Kurzwellenantenne gewickelt, sodass der obere Teil abgebrochen ist. Das wäre vermeidbar gewesen, wenn ich zum einen mehr Lose, aus den Reffleinen gezogen und die Capitania sie schneller dicht geholt hätte, und zum anderen, wenn ich mich nicht ganz so dämlich dran gestellt hätte beim Versuch, die umgewickelte Reffleine von der Antenne zu befreien. Es war so ein bisschen wie Murphys Gesetz, was schief gehen kann, geht auch schief. Jedenfalls werden wir jetzt bald um 450 Euro ärmer sein, die neue Kurzwellenantenne ist schon bestellt. 

Der Rest des Segeltörns verlief bei schönstem Kaiserwetter, entsprechend entspannt, bis kurz vorm Ziel. Ein kurzer Knall und der obere Teil des Großsegels stand nicht mehr, wie er sollte. Die Leine samt Lasche, die die oberen Segellatten spreizt, war abgerissen. Das bescherte mir dann insgesamt drei Stunden Näh-Fleißarbeit, teilweise mit Bohrmaschine und 2 mm Bohrer, weil das Segel an der Stelle, an dem die Lasche befestigt ist, fast 5 Millimeter dicker ist. Kein Job für Dünnbrettbohrer! 

In der Bucht von Christophe liegen wir vor Anker

Heute werden wir in Saint Kitts einklarieren und dann mal gucken, wie unser Aufenthalt sich so entwickelt. Landschaftlich ist die Insel sehr schön, so wirkt sie vom Ankerplatz aus, auf mich.

Neuester Stand

„Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen.“

Die Aussage stammt von Konfuzius und die lassen wir jetzt auch mal so im Raum stehen, denn grundsätzlich bestand zwischen der Capitania und mir die Einigkeit, dass wir mit unserem Katamaran den Pazifik bereisen wollen. Eine Einigkeit oder besser gesagt, die Deutlichkeit über die zurück zu legende Distanz, bis nach Australien, nämlich ingesamt knapp 10.000 Seemeilen, wurde bei aller Planungseuphorie anscheinend verdrängt, frei nach dem Motto, „je üppiger die Pläne blühen umso verzwickter wird die Tat“ (Erich Kästner) Und so bekamen wir dann doch in den letzten Tagen die berühmten „kalten Füße“, und eine Planänderung, oder um im nautischen Jargon zu bleiben, eine Kurskorrektur, war angesagt Bisher haben wir nur einige wenige karibische Inseln in der letzten Saison besucht, die Flugzeit, mit einem Zwischenstop, von Australien nach Frankfurt beträgt 36 Stunden, eine Rückkehr mit dem Boot von der Karibik nach Europa ist leicht zu handeln und so weiter. Gründe für den Kursschwenk waren schnell gefunden. Sei es wie es ist, der neueste Stand ist jetzt, dass wir mit der Hexe erstmal noch eine Saison durch das karibische Gebiet segeln wollen, zu den Traumzielen, an denen wir noch nicht waren, als da beispielhaft zu nennen wären: Dominica, Jost van Dijk, Barbuda, Bequia, die Grenadines, Jamaika, Kuba, etc.

Zeit zum Wechsel war es leider auch bei unserem Transportmittel, dem Beiboot nebst Motor, der eine lief nur noch unrund, besonders in der Startphase, das andere verlor immer mehr Luft und benötigte immer mehr Klebepatches.

Das neue Beiboot, mit einem glücklichen Skipper, leider von hinten

Am Freitag war dann Übergabetag, das neue Dinghy ist jetzt 3,6 Meter lang und hat einen kräftigen 15 PS Motor, der auch für Gleitfahrt im beladenen Zustand sorgt. Einen Pferdefuß gibt es leider trotzdem, die hintere Luftkammer auf der rechten Seite verliert Luft über ein noch nicht gefundenes Loch. Wenn der Bootshändler Zicken bezüglich Umtausch macht, werden wir im nächsten Blogbeitrag en Detail berichten.

Die Urkunde zu Ehrenmitgliedschaft

Einen ausgesprochenen freudigen Anlass und Grund zum Feiern, gab es am gestrigen Samstag. Wir sind beim Neujahrsempfang unseres saarländischen Segelclubs zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Dank einer bestens funktionieren Videoschaltung konnten wir an diesem festlichen Akt, trotz 7.500 Kilometer Distanz, live teilnehmen. Unser Dank geht an dieser Stelle daher nochmals an den gesamten Vorstand des Segel-Club-Saar, wir fühlen uns geehrt!

Soweit, der neueste Stand!

Wieder da!

Am 9. Januar sind wir wieder auf Sint Maarten gelandet, nach einem angenehmen Flug von Paris aus. In Paris war es am Flughafen Charles de Gaulle wieder sehr stressig, denn man muss an diesem riesigen Flughafen die Gebäude wechseln, das geht mit Bus und Bahn, dann muss man noch über einen Parkplatz laufen. Anschließend kommt wieder diePasskontrolle, danach – und das ist manchmal ganz furchtbar – der Security Check. Alle elektronischen Geräte, einschlich der Apple Watch, kommen in separate Boxen, der Rucksack und die Computertasche werden eingehend im Scan betrachtet, die Jacken müssen ausgezogen werden, manchmal sogar die Schuhe, und in den Hosentaschen darf sich kein Gegenstand mehr befinden. Nun, das kennt man ja schon von anderen Flughäfen, aber hier werden viele Taschen noch einmal händisch durchsucht, jeder einzelne Gegenstand wird herausgenommen und natürlich auch wieder eingeräumt, das kann dauern. Diesmal hatten wir Glück und waren relativ problemlos durch, danach kamen noch ein paar endlose Gänge, und pünktlich zum Boarding waren wir am Gate.

Sint Maarten hat uns mit Sonnenschein und Temperaturen um die 29 Grad begrüßt, und unsere Hexe lag unversehrt an ihrem Platz.

Das war erst der Anfang

Am nächsten Morgen haben wir unser Großsegel abgeholt und es mit viel Mühe und dem Großfall an Bord gehievt, bis es auf dem Baum lag. Aber dann fing die Arbeit erst an. Volker wird im Bootsmannstuhl ein bisschen in den Mast gezogen, dann der Kopf vom Großsegel ebenfalls leicht angehoben, mit viel Mühe beginnt Volker dann, einen nach dem anderen Mastrutscher in die Schiene einzuführen. Ich kann ja nur Hilfsarbeiten ausführen, aber auch das fand ich schon anstrengend. Ohne Café am Morgen, ohne Frühstück und in der für uns ungewohnt heißen Sonne. Am Abend waren meine Arme rot leuchtend, und am nächsten Morgen hatte ich – buchstäblich – eine dicke Lippe, unsere Körper waren noch nicht an die Sonne gewöhnt.

Am nächsten Tag wollen wir zur morgendlichen Öffnung an der Brücke sein, die uns aus der Lagune entlässt.Vorher haben wir ausklariert bei dem Polizeiposten an der Brücke. Gestern Abend hatte ich gelesen, dass bei der Ausfahrt keine Gebühr für die Brücke erhoben wird, und freute mich. Doch am nächsten Morgen wurde das jäh verändert, denn bei den Holländern ist nichts umsonst.

Ich klariere also aus, zunächst an dem Kassenschalter, glücklicherweise hatte ich alle notwendigen Papiere dabei. Am Schluss sagt die dunkelhäutige Damen hinter der dicken Panzerglasscheibe: „one sixty seven“. Oh, das ist ja günstig, denke ich, und gebe ihr zwei Dollar, überlege noch, ob ich sagen soll: „Keep the change“ oder ob Polizisten das nicht annehmen dürfen. Aber sie gibt mir meine zwei Dollar lächelnd zurück und sagt: „It is one hundred sixty seven Dollars!“. Oh, that is a lot“, meine ich, aber ich bezahle den gewünschten Betrag. Das ist die Gebühr für fünf Wochen, und es werden nur vier berechnet, toll!

Bei der Abrechnung für den Liegeplatz geht der Spaß weiter: Wir müssen ja noch fünf Tage bezahlen, und normalerweise kostet ein Stegplatz für unsere Größe 250 Dollar! Ich verhandele ein bisschen, und schließlich bekommen wir es ein bisschen günstiger. Aber so ist es und in der nächsten Zeit werden wir eher ankern, da holen wir die hohen Spesen wieder rein. Ansonsten war die Blue Pearl Marina ein guter Ort, um in der Lagune Arbeiten am Boot auszuführen oder um das Boot sicher zu parken, wenn man z.B. nach Hause fliegt, die Türen sind nachts nur mit Code zugänglich, und es ist immer ein Security Mann auf dem Gelände.

Und jetzt geht es wieder auf das richtige Meer

Blue Pearl Marina, Shelter Bay 10.00 Uhr – Marigot Bay 12.33 Uhr. 3,2 sm

Pünktlich um 10 Uhr legen wir ab für die Brückenöffnung um 10:30 Uhr. Nachdem wir die Brücke passiert haben, wird bald das Großsegel gesetzt, zwanzig Minuten später sind die Motoren aus, und die Genua wird ausgerollt. Jetzt ist es Zeit für ein Frühstück! Da wir ja ich nichts eingekauft haben, gibt es französische Ravioli aus der Dose, dann ist kaum noch Zeit zu spülen, schon fällt der Anker in unserer geliebten  Marigot Bay.