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  • Costa Brava – einmal anders

    Zuerst sieht es komplett nach Motorfahrt aus, aber dann kommt doch ein bisschen Wind, der Gennaker darf aus dem Sack, und flott geht es bei zehn Knoten Wind mit acht Knoten Fahrt voran. Am Cap de Begur fällt unser Kurs weiter nach Westen ab, nach einer kurzen Motorfahrteinlage steht der schöne neue Spi und zieht uns bei achterlichem Wind an Palamos vorbei. Nana findet das alles großartig, am liebsten würde sie ununterbrochen ums Boot laufen, aber das darf sie nur in Begleitung, nicht auszudenken, was alles passiert, wenn jetzt der Hund ins Wasser fallen würde, gleichzeitig Spi und Großsegel geborgen werden müssten, um sie überhaupt so schnell wiederzufinden. Nein, da sind wir  doch lieber vorsichtig.

    In der Bucht von S’Agaró, nordöstlich von Sant Feliu de Guixols, fällt der Anker, die Kinder springen mit Nana ins Beiboot, um sie nach dem langen Segeltag Gassi zu führen. Es ist aber gar nicht so einfach, hier an Land zu kommen. Ein geldgieriger Wassertaxi-Besitzer schickt sie wieder weg, nein, hier darf man nicht einfach mit dem Beiboot an Land, man muss für 20 Euro ein Wassertaxi bestellen, das einen an Land bringt. So ein Humbug! Larissa kommt ganz genervt zurück mit dem Beiboot, daraufhin bringt Volker die beiden samt Hund, sozusagen als privates Wassertaxi an Land, und holt sie eine halbe Stunde später wieder ab. Am Abend, als die Badegäste beim Apéritif sitzen, kann Larissa auch einfach mit dem Beiboot hinfahren und es auf den Strand ziehen.

    Volker und ich übernehmen die Spätabendrunde und laufen einmal die komplette Strandpromenade entlang. Es gibt einen hübschen kleinen Park mit bewässerten Rasenflächen und gepflegten Wegen. Am Strand neben dem eher teuren Restaurant „S’Agarò“stehen putzige Holz-Umkleidehäuschen, und die exklusive Wohnanlage am äußersten Ende kann man zwar zu Fuß und mit Hund an der Leine betreten, aber den Autos sind Schranken mit darüber wachenden Wächtern vorgeschaltet.

    Auch die Hotels, Restaurants und Bars strömen einen eher gediegenen, etwas hochpreisigeren Charme aus. Dennoch sind sie alle mehr als gut besucht, kein Wunder, es ist ja auch Hochsaison und Spanien hat noch zwei Wochen Ferien, wie und zwei junge Mädchen versichern, die am Nachmittag mit ihrem Stand-Up-Paddleboard an unserem Boot vorbei gekommen waren.

    Tante Wikipedia (englisch) weiß dann mehr, nämlich dass in den 1920er Jahren ein reicher Industriellen-Sohn aus Girona seinen Vater überzeugen konnte, hier Land zu kaufen, und es, anders als große Teile der Costa Brava, wie z.B. Lloret del mar, in einer dem Zauber der Gegend angemessenen Art und Weise zu bebauen und zu vermarkten. Auch bei dem flüchtigen Abend-Blick hatten Volker und ich, selbst ohne Tante Wikis Wissen, das Gefühl, dass es sich hier um eine ganz besondere kleine Enklave handelt.

    Jetzt sind wir wieder an Bord, und leise Pianomusik dringt an unsere Ohren, auf jeden Fall angenehmer als die wummernden Bässe der Diskotheken von Cap d’Agde, auch wenn das spießig klingt…

  • Cadaquès

    Nana vorher…

    Nach einem so schönen Segeltag wie gestern bescherte uns der Wettergott heute leider einen Tag ohne Wind, also mussten wir motorsegeln, mit Großsegel und Motor sind wir spät gestartet, haben das von uns so geliebte Argeles mit seinem entzückenden Nebenort Le Racou verlassen, um nach Spanien zu kommen. Rechtzeitig wurde die spanische Gastlandflagge gehisst, wieder die spektakulär schmale Meerenge bei Cap Creuse durchfahren, und schon waren wir vor der Bucht von Cadaquès.

    Cadaquès war ursprünglich nur ein eher unbedeutendes Fischernest mit Weinbau vor einer spektakulären Kulisse. Die Kirche, der heiligen Maria gewidmet, stammt aus der Gotik, ist aber mit einem monströsen Barockaltar verziert, und sieht von außen kein bisschen gotisch aus.

    Bougainvillea-Pracht

    Die Gassen sind eng und pittoresk, mit ungeheuren Bougainvilleas bewachsen, und die Pflaster sind aus kleinen Natursteinen, die das Gehen, vor allem das steile Hinuntergehen nicht einfacher machen. Der große spanische Maler Salvadore Dalí hat hier Teile seiner Jugend verbracht, und ist nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten im Alter hierher zurückgekehrt. Alles in der Stadt orientiert sich an ihm, obwohl doch auch so viele andere bedeutende Künstler aus allen Sparten diesen Ort besucht und bewundert haben.

    Ein Blick über die Bucht …
    … und noch ein Blick

    Wir haben an einer der teuersten Bojen unseres Segler-Lebens (90 €) festgemacht, den Ort erkundet und ihn gleich ins Herz geschlossen. Hund Nana fand ihn nicht so toll, weil es wenig Auslauf für Hunde gab, aber das Bad im Mittelmeer nach dem Festmachen hatte schon für so viel Aufregung im Hundeleben gesorgt, dass sie nach dem Hundespaziergang am Abend jetzt völlig erschöpft im Cockpit liegt und schläft.

    Alle diskutieren aufgeregt…

    Nach der Ortserkundigung am Nachmittag waren wir noch auf einen Apéritif in einer kleinen Bar am Hafen, als plötzlich ein heftiger Knall das ganze Lokal aufschreckte: Ein kleines weißes Auto hatte beim Ausparken aus Versehen heftig zurückgesetzt und war gegen die Mauer der Hafenbar gefahren, wo dummerweise auch noch eine der Gäste mit den Beinen nach außen auf eben dieser Mauer saß. Nun sah es so aus, als wolle die Fahrerin direkt ganz schnell wegfahren, heldenhaft stürmte ein Spanier vor und stahl den Zündschlüssel aus dem Schloss. Daraufhin entspann sich für uns Zuschauer eine dramatische Situation: Die nicht gnaz leichtgewichtige junge Fahrerin sprintet hinter dem eher schmalen aber offensichtlich sportlichen Schlüsselräuber, um ihm das vermeintliche Diebesgut wieder abzujagen, sie drehen sich im Kreise, es gelingt natürlich nicht, und ein paar Passanten greifen ein. Schnell ist auch die Gendarmerie da und regelt den Fall, glücklicherweise ist ja nicht wirklich jemand zu Schaden gekommen, außer das Auto der Fahrerin. Aber das hat dann ein Polizist weggefahren…

    … Nana fertig

    Wir verbringen den restlichen Abend mit Spaghetti carbonara an Bord, und schauen zu, wie sich die Hexe im Wind um die Boje dreht, mal haben wir die schön erleuchtete Stadt als Ausblick vom Cockpit, mal stockdunkle Nacht.

  • (Wetter)-Phänomen

    50 Seemeilen in 5 Stunden, persönlicher Streckenrekord bis jetzt über diese Distanz. Gleich nach der Hafenausfahrt ging der Code D nach oben und mit ihm die Geschwindigkeitsanzeige in den zweistelligen Bereich, über 10 Knoten lagen fast permanent an. Und dann kam der Nebel.

    Jetzt schweife ich erst mal ein bisschen ab, denn besondere Temperaturkonstellationen, sowohl von der Luft, aber auch des Wassers sorgen für ein Wetterphänomen, das man sonst eher vom nebligen England her kennt. Schuld daran, wenn man von Schuld sprechen kann, sind die extrem niedrigen Wassertemperaturen zwischen Barcelona und Marseille. Gerade mal 20 Grad hat dort das Mittelmeerwasser, während auf den Balearen, Korsika und Sardinien mit 25-26 Grad jahreszeittypische Wassertemperaturen herrschen. Genau erklären warum das blaue Meer hier so kalt ist kann keiner. Die Einen vermuten, kalte atlantische Strömungen, die anderen kaltes Tiefenwasser als Ursache. Die Folge dieser Wetteranomalie ist insbesondere abends deutlich zu spüren. Es wird schon kurz vor Sonnenuntergang, draußen total feucht. Überall schlägt sich die Feuchtigkeit sichtbar nieder, normal herrscht in dieser Gegend eine sommerliche Trockenheit.

    Heute gab es bei der Rauschfahrt plötzlich pottendichter Seenebel. Am Ende betrug die Sicht keine viertel Meile mehr, der Wind blieb dabei konstant.

    Eine Stunde vor der Hafeneinfahrt hat sich die Sonne gegen den Nebel durchgesetzt und für gute Sicht gesorgt. Der Wind ist aufgefrischt und mit windigen 28 Knoten ging es durch die enge Hafeneinfahrt von Argeles, das Anlegemanöver gelang trotz Starkwind und sorgenvollen Mienen besser als gedacht.

    Für morgen warten wir mal ab, was Wind und Wetter vorhaben, die Vorhersagen widersprechen sich zum Teil, wir sind ja nicht auf der Flucht.

  • Immer noch

    sind wir in LGM, was per se nicht so schlimm ist, da es in den letzten Jahren, seit dem Baubeginn unseres Katamarans, zu einer Art zweiter Heimat geworden ist.Und bekanntlich wächst mit der Zeit die Vertrautheit, im Leben, in der Liebe und gleichfalls bei unserer zweiten Heimat. Wir wollten uns lösen, alte und vor allem neue Horizonte erkunden. Sommersegeln mit Larissa und Johannes, nur der Kat mit seinen Fehlern hält uns hier noch fest. Ein Stückchen weiter als gestern sind die Techniker gekommen, Cornelia hat wieder Zugang mit ihren Computern zum System.

    Die Fäkalientankanzeige zeigt jetzt ebenfalls richtig an, der Gebersensor war verdreckt, wir sollen einfach mal den Fäkalientank an und ab benutzen, damit der empfindliche Sensor in der Kloakenbrühe gespült wird und nicht verkrustet – kein Problem, für gute Ratschläge sind wir offen.

    Von La Rochelle, weit im Norden von Frankreich von hier aus gesehen, ging heute ein Paket mit einem neuen Radardatenkabel, einem neuen Radardome und einer Ersatz-GPS Antenne,zu uns auf den Weg. Unser Elektronikausstatter Pochon hat dort seine Zentrale und liefert von da aus die sehnlichst erwarteten Ersatzgeräte an uns. Der Liegeplatz auf Lanzarote auf den Kanaren ist reserviert und das Zeitfenster, um rechtzeitig dorthin zu segeln wird immer kleiner. Zu allem Unglück ist heute dem Techniker ein Werkzeugteil entglitten und hat eine einen Zentimeter große und tiefe Macke im Boden unseres Bades hinterlassen. Unschön, zumal das gesamte Bodenbrett mit Silikon eingeklebt ist und wahrscheinlich schlecht zu wechseln ist. Morgen soll auch für dieses Problem eine Lösung gefunden werden. Die Uhr tickt!

  • Bastelblues statt Segelfreuden

    Direkt nach dem gestrigen Ankommen gab es gleich einen Riesenschreck für uns. Es war so warm im Schiff, dass wir erstmal alle Luken geöffnet haben und da es kurz vor den moskitofreundlichen Abendstunden war, haben wir auch gleich alles fliegensicher mit den integrierten Mückenrollos verschlossen.

    Noch schaut sie nur mal neugierig…

    Nur Hündin Nana hat das wohl in ihrer Spielfreude nicht richtig erkannt, wild tobend rennt sie übers Deck und war schwupp-di-wupp weg. Kopfüber fällt sie in ein geöffnetes Decksluk, jeder schreit erschrocken auf. Gottseidank war es die Öffnung, die sich über unserem Bett befindet und nicht der 2,5 Meter tiefe Bugstauraum, in die unser Aussiemausi reingefallen ist. Nix ist passiert, Nana fällt weich auf die Matratze. Der Hund hat sichtlich daraus gelernt, heute umgeht sie seemännisch den ganzen Tag die offenen Luken. Das beschädigte Mückenrollo habe ich provisorisch repariert.

    Ganz so schnell wie das Rollo lässt sich unsere Navigationselektronik leider nicht flicken. Zu unserem Erstaunen gibt es immer noch einige Fehler im Navigationssystem und wir fragen uns, warum der Punkt auf der Outremer-To-Do-Liste als erledigt angekreuzt wurde, zumal unser Kat laut AIS Ende Juli für ein paar Stunden auf dem Mittelmeer gesegelt wurde. Das Radar funktioniert absolut garnicht, es empfängt kein Signal, die externe GPS-Antenne war schon in Canet-en-Roussillon defekt und ist es noch immer. Die kleine Wifi-Einheit, mit der Cornelia die Navigationsdaten auf dem IPhone oder IPad empfangen kann, will ebenfalls nicht das tun, wofür sie eingebaut ist und zeigt rot blinkend „Overflow“, was soviel wie Überlastung heißt. Der Werftchef persönlich kümmert sich um unser Anliegen und organisiert, was im ferienzeitgeprägten Land möglich ist, nur unsere Stimmung wird davon gerade nicht besser – wähnten wir uns doch ab morgen auf dem blauen Meer mit Kurs Südwest.

    Ein anderes Elektronikproblem bekommt die Werft wohl auch nicht in den Griff, der Geber, bzw. die Anzeige für den Backbord-Fäkalientank zeigt seit der Schiffsübergabe im März permanent an, was sie will. Und das trotz mehrmaligem Austausch und erfolglosen Kalibrierungsversuchen. Irgendwie will das System im fäkalen Umfeld nicht so richtig arbeiten. wie sagt man so gerne „the Queen is not amused“, wir sind es auch nicht. Hoffentlich gelingt morgen den Technikern der Durchbruch und es geht voran – wir werden berichten

  • Beim Straßenfest in der Schepp Allee

    spricht mein Freund Gerhard mich an und sagt mir, dass ich mal über das zurückliegende Fußballspiel der Darmstädter Lilien gegen den FC St. Pauli schreiben soll. Das mache ich natürlich gerne, auch wenn wir eigentlich einen Segelblog haben. Das St.-Pauli-Match war das dritte Spiel der noch recht jungen Zweitligasaison und insere Lilienelf hat von Anfang an so richtig Gas gegeben und wurde daher in der achten Minute mit dem Führungstreffer gegen die Mannschaft aus dem hohen Norden belohnt. Zwei Tortreffer kamen noch in der zweiten Halbzeit dazu und am Ende führte unser Team verdient 3:0. So weit so gut, so kurz zusammengefasst: Ein Toppspiel der neuen Zweitligamannschaft.

    Es wird in der letzten Zeit unheimlich viel über gewalttätige Fussballfans geschrieben. Sicherlich sind auch in Darmstadt nicht alle der sogenannten Ultras Engelchen. Aber das soziale Engagement unserer Hardcorefans ist herrausragend und die nächste Fanaktion beim nächsten Heimspiel will ich deshalb hier im Blog erwähnen.
    Vor und nach dem Spiel gegen Bielefeld kann sich jeder bei der Deutschen Knochenmarkspende als potenzieller Spender registrieren lassen, frei nach dem Motto “Wir besiegen Blutkrebs gemeinsam”. Super Fans, super Mannschaft, guter Fußball, der SV Darmstadt 98.

    Die südliche Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel

    Jetzt gerade liegt Darmstadt schon ein paar hundert Kilometer hinter uns und La Grande Motte kommt schnell näher. In der Gegenrichtung ist ein unendlich langer Urlaubsrückkehrerstau und das am Montag!? Die Klimanalage kämpft gegen die Hitze des Südens, seit wir an Lyon vorbei sind, klettert das Thermometer unermüdlich nach oben. Für LGM sind lauschige 34 Grad um 15 Uhr vorhergesagt.

    Wir sind gespannt, was die Werksmannschaft von Outremer geleistet hat, und ob alles top in Schuss ist. Wir werden es herausfinden.

    nana mit Hundekissen auf der Rückbank

    Übermorgen wollen wir dann nach Spanien lossegeln, Larissa, Johannes und Hund Nana sind als Verstärkung für zwei Wochen mit an Bord. Der VW-Bus ist dreiviertelvoll, Überlebensanzüge für den Fall der Fälle, ein Iridium “Go”-Satellitentelefon, viele selbstgemachte Geburtstagsgeschenk-Marmeladen, neue Spinlock D5 Rettungswesten, die wir uns aus England haben schicken lassen, eine neue Turnmatte für Cornelia und ein Sonnenschirm für ausgedehnte Strandaufenhalte sind u.a. mit dabei. Wenn alles so läuft, wie wir uns das denken, ist das die letzte Autofahrt zum Boot für die nächste Zeit. Ab den Kanaren kommen wir logischerweise nur noch geflogen, wenn es mal zurück nach Darmstadt geht.

     

  • Die DHL-Katastrophe

    Vorausschicken sollte ich vielleicht, dass wir normalerweise gute Erfahrungen mit DHL gemacht haben, außer, dass sie oft nicht richtig klingeln, oder auch mal beim Nachbarn anfragen, ob der ein Paket annimmt, und dann rennt man wieder am nächsten Tag zum Paketshop…

    Aber jetzt leisten sie sich wirklich die Oberkatastrophe!

    Die Ankarolina

    Im Zuge des Hausausräumens zu unserem Umzug haben wir eine Ankarolina, die noch in unserem Keller schlummerte, auf Ebay angeboten und auch schnell einen Käufer gefunden. Eine Ankarolina (hübscher Name, man könnte auch seine nächste Tochter so nennen) ist ein Polyester-Gurtband, das man anstelle einer Ankerleine verwenden kann. Sie ist auf einer großen Rolle, die man leicht an der Reling befestigen kann, und in der Regel läuft das Band dann beim Auswerfen des Ankers wunderbar ab.

    Volker hat den Artikel dann sorgfältig in ein schon etwas größeres Paket verpackt, ich habe über den Ebay-Service die Paketmarke gekauft und wir haben es am 24. Juli zur zentralen Stelle der Post in Darmstadt gebracht. Über Oberhausen ist die Sendung dann nach Hagen gekommen, und da blieb sie. Bis heute.

    Ich bitte immer die Käufer von Ebay, dass sie mir Bescheid geben, wenn die Artikel ankommen. Nach ein paar Tagen habe ich mich gewundert, dass sich der Käufer der Ankarolina nicht gemeldet hat, dann kam eine Mail, ob ich mal nachfragen könne, wo die Sendung bleibt. In der Sendungsverfolgung hieß es nur: „Aufgrund einer Beschädigung verzögert sich der Transport der Sendung.“ Dem Empfänger gibt man darüber keine Auskunft, weil ja der Absender der Vertragspartner ist.

    Dann habe ich bei DHL angerufen, ich habe ihnen Mails geschrieben, dann sollte ich den Wert der Sendung angeben, die Dokumente könne man gerne über den Server hochladen. „Der Server ist leider überlastet, bitte probieren Sie es zu einem späteren Zeitpunkt.“ Nach 12 solchen Meldungen habe ich die Papiere in einen Umschlag gesteckt und zur Post gebracht. Ich habe das DHL auch per Mail mitgeteilt, und um Auskunft gebeten, was denn an dem Paket beschädigt ist, und ob man es nicht doch zustellen kann.

    Gestern Abend kam eine Mail von dem Käufer, dass immer noch nichts angekommen ist. Wir hatten auch noch keine Auskunft bekommen, nicht per Mail, nicht per Post, nicht per Telefon. Daraufhin habe ich heute Morgen nochmal mit der Reklamationsstelle von DHL gesprochen, aber das war, als beiße man auf Granit. „Nein, wir können da nichts für Sie tun, die Bearbeitung von Reklamationen dauert drei bis vier Wochen.“ „Nein, ich kann nicht herausfinden, was mit dem Paket eigentlich ist.“ Nein, Sie können nicht selber dort anrufen, das geht nicht.“ „Sie müssen noch abwarten.“

    Unglaublich, und das bei der Post, die sich doch als Experten für Kommunikation verstehen…

  • Nach der Prüfung ist vor der Prüfung

    Die Orchidee wartet auf die Abreise zum Boot

    Eigentlich sollten wir uns jetzt vorbereiten auf den Flug morgen Abend. Aber wir haben tatsächlich noch einmal die Abreise zum Boot verschoben. Trotz der Regentage der letzten Woche warten wir noch ein bisschen, damit wir mit Larissa und Johannes gemeinsam im VW-Bus nach LGM fahren werden. In der Outremer-Werft sind Ferien, es ist keiner da, mit dem wir über die Fertigstellung der Nacharbeiten sprechen könnten. Für uns ist es einfacher so, Montag, 21.8. geht es dann wirklich los, und in den folgenden zwei Wochen werden wir – nicht allzu lange – Tagestouren unternehmen, uns aber mit Larissa, Johannes, und Australian Shepherd Hündin Nana nach Süden fortbewegen, mal sehen, wie weit wir kommen.

    19 Lektionen!

    Mir kommt die weitere Woche Ruhe im sommerlich beschaulichen Darmstadt sehr gelegen, ich habe mich bereits für den 24. Oktober zur weitergehenden „A“-Prüfung als Funkamateur angemeldet, und ich habe mir einen strengen Trainingsplan auferlegt. Es sind 19 Lektionen in meinem Buch, (das leider auf dem Boot liegt, aber glücklicherweise gibt es einen Online-Lehrgang desselben Autors,) für jede Lektion habe ich zwei Tage Zeit, dann bleibt mir noch knapp ein Monat, um zwei Test-Prüfungen pro Tag zu machen.

    Davon gibt es ganz viele verschiedene Fragen

    Die Fragen im Fragenkatalog für die Technik der Klasse A sind schon sehr speziell. Für jemand wie mich, die ich eher aus der sprachlich-künstlerischen Richtung komme, noch spezieller. Seit Lehrgang fr Klasse E ist zwar das Ohm’sche Gesetz und die Umkehrung von Gleichungen und angeschlossene Rechenarten kein Geheimnis mehr, Aber für die Klasse A gibt es doch sehr viel weitergehende Fragen zur Physik und Elektrotechnik. Was man mit Verstärkern, Spulen, Dioden und Transistoren so alles machen kann, und was man da auch ausrechnen muss, schier unglaublich!

    Formelsammlung und Rechenzettel zum Kopfzerbrechen

    Nebenbei wollen wir auch bis zu den Kanaren segeln, aber wenn wir nicht in ganz schlechtes Wetter geraten, sollte mein Plan trotzdem aufgehen. Schaun mer mal. Auf jeden Fall freuen wir uns schon sehr darauf, wieder in Spanien unterwegs zu sein, Volker übt schon Vokabeln.

    Die Fahrräder stehen bereit

    Zur sportlichen Ertüchtigung waren wir heute morgen mit den Fahrrädern anderthalb Stunden unterwegs, nicht wie letzten Sonntag quer durch den Wald, sondern eher entlang der Straßen bis Wixhausen über Kranichstein, dann über Arheilgen zurück. In den Feldern und im Wald sind die Wege noch so matschig, und die Pfützen groß und tief, das hätte mir zumindest keinen Spaß gemacht.

    So, das war das Update für alle, die uns demnächst wieder auf dem Wasser wähnen, wir wünschen allen Lesern noch einen schönen Sonntag Abend, und eine wettertechnisch bessere nächste Woche.

  • Verlängerung

    Spontan haben wir am letzten Freitag entschieden, noch eine weitere Woche in Darmstadt zu verbringen. Nicht dass es uns nicht zum Meer hin zieht, doch wir wollen noch ein paar Tage mehr die neue Wohnung und Darmstadt erleben. In den letzten drei Wochen vor dem Umzug haben wir jeden Tag mindestens 12 Stunden lang geackert, gepackt, organisiert und entrümpelt. Jetzt wollen wir das Erreichte ein paar Tage lang ausgiebig genießen, zumal gerade im spanischen Mittelmeerraum eine Hitzewelle mit Tagestemperaturen von 43 Grad und nächtlichen Tiefwerten um die 30 Grad herrscht. Das ist viel zu heiß für uns und normalerweise, so war es zumindest in den letzten beiden Jahren, wird es ab Mitte bis Ende August etwas kühler.

    Sonntagsfrühstück auf dem Balkon nach der Fahrradtour

    In den letzten beiden Tagen haben wir ausgedehnte Fahrradtouren in die umliegenden Regionen unternommen, ausgiebig und lang auf dem kleinen Balkon gefrühstückt und letzte kleine handwerkliche Tätigkeiten, im leergeräumten ehemaligen Zuhause verrichtet. Letzteres ist jetzt klar zur Übergabe an den Vermieter.

    Zur Zeit läuft ja gerade das Fastnet Race und der bekannte deutsche Segler Boris Herrmann hat u.a. einen Journalisten von der Spiegel Onlineredaktion dabei, der live von Bord berichtet. Normalerweise gibt es in den Medien eher Reportagen über Fußball und andere populäre Sportarten, umso bemerkenswerte ist, dass nun ein deutscher Journalist zum ersten Mal live von so einer hochkarätig besetzten Segelveranstaltung berichtet. Ich finde den Artikel sehr gelungen und deshalb gibt es hier den Link: http://www.spiegel.de/sport/sonst/fastnet-race-mit-boris-herrmann-und-pierre-casiraghi-an-bord-der-malizia-a-1161587.html

  • Fertig!

    Küche, alt, aber schon mit aufgebrochener Wand
    Esszimmer und Küche, jetzt

    Unsere neue Bleibe ist so gut wie eingerichtet. Morgen kommen noch die starken Jungs, um meinen schweren alten Sekretär in die neue Wohnung umzuziehen, sowie die vielen Ordner, die darinnen Platz finden sollen, damit ich während eines Heimaturlaubs schnell alle neu eingetroffenen Rechnungen, Bankbelege, etc. einsortieren kann. Die Unterlagen für die Betriebe muss man ja auch zehn Jahre aufheben, dafür und für die alten Möbel aus Großvaters Bestand haben wir ein Lager geschaffen. Unser neues Zuhause ist hell und leicht und es ist wirklich ein Beweis für die Handwerkskunst unserer Renovierungsprofis Blaszczyk und seiner Helfer. Wer mal jemand braucht, kann sich an uns wenden, wir geben die Kontaktdaten gerne weiter…

    Bad, jetzt
    Bad, vorher

    Während ich dies hier schreibe, sitze ich am späten Abend an der geöffneten Balkontür, schaue aufs nächtliche Darmstadt, hier hört man fast keinen Verkehrslärm, von nebenan dringen die Stimmen der Shisha rauchenden Studenten von der Terrasse der Burschenschaft, in der Straße dahinter läuft jemand melodisch pfeifend durch die Gegend, Idylle pur.

    Wohnzimmer, schon verputzt
    Wohnzimmer, jetzt

    Keine Angst, liebe Leser, wir werden jetzt nicht zu sesshaften Stadtmenschen mutieren, aber wir freuen uns natürlich sehr, dass alles so gut geklappt hat und dass wir jetzt als Wohnsitz und für Heimaturlaube eine schöne Wohnung haben. Am Wochenende geht es aber wieder los Richtung Süden, im VW-Bus, denn es hat sich doch noch eine Menge Zeug angesammelt, das mit auf den Kat will, hoffentlich ist das nicht zu schwer! Larissa und Johannes mit Hündin Nana werden mit von der Partie sein und eine Woche Urlaub bei uns machen, dann können wir ausprobieren, ob die Hexe noch segeln kann. Und die beiden nehmen dann ihren Bus wieder mit nach Hause, und wir werden frei sein zu segeln, wohin wir wollen.

    Laut Bericht von Outremer sind fast alle Punkte unserer Mängelliste abgearbeitet und erledigt, der Rest soll bis Freitag fertig sein, wir sind gespannt und werden berichten.