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  • Funkloch?

    Das ICOM-Funkgerät

    Schon seit längerer Zeit kämpfe ich an Bord mit unserer Amateurfunkanlage, dem ICOM Funkgerät, und dem Pactor-Modem sowie dem dazu gehörigen Mail-Programm Airmail. Nun, da es ernst wird mit den längeren Überfahrten, wollen wir natürlich unbedingt, dass die Kommunikation über Kurzwelle funktioniert, und wir Wetterberichte auch ohne Internet empfangen können.

    So sehen Gribfiles in PredictWind aus, übers Wifi geladen

    Das geht über Gribfiles, die dann in die entsprechenden Wetter- und Navigationsprogramme eingeladen werden können. Insbesondere wenn wir über mehrere Tage ohne Land- und ohne Internetkontakt unterwegs sind, brauchen wir diese Wetterberichte, um unsere Fahrt den Wetterbedingungen anpassen zu können. Nur macht unser Airmail-Programm, mit dem wir die Grib-Files über die Kurzwelle empfangen können, Probleme bei der Verbindung mit den entsprechenden Stationen.

    Grib-File in Zygrib, so sehen die dann von der Kurzwelle aus

    Das bedeutet, dass wir ohne klassische Internetverbindung keine Wetterberichte bekommen werden. Und – nebenbei gesagt – auch keine neuen Blogbeiträge auf unsere Internet-Site hochladen können.

    Mit Segel- und Funkfreunden wie z.B. Ralf und Uwe  (nochmal vielen Dank an Euch!), haben wir gemeinsam die Fehler gesucht, per Videotelefonie, Mails oder einfach nur per WhatsApp. Damit haben wir auf jeden Fall das Problem eingegrenzt, sodass ich es dem holländischen Händler und Service-Techniker hier vor Ort schildern konnte. Aber diese Konstellation aus Pactor-Modem und Icom Funkgerät scheint so speziell zu sein, dass sie nichts dazu sagen konnten.

    „F.P.1 antwortet nicht“
    Die Stationen sind nicht erreichbar

    Also habe ich Kontakt aufgenommen zu Jörg Drexhagen in Deutschland, der die Anlage damals in Südfrankreich eingebaut hat, so natürlich genau weiß, wovon ich spreche, und wie das alles zusammengehört, und der außerdem sozusagen der deutsche „Oberguru“ für diese Anlagen ist.

    Wild saust die Maus mit dem Teamviewer über meinen Bildschirm, ohne dass ich etwas tue

    Leider ist Drexhagen nicht vor Ort, sodass auch hier zunächst die Online-Diagnose nötig war. Über eine Sunde haben wir – oder besser Jörg – bei leider immer mal wieder ausfallendem Internet und somit erschwerten Bedingungen – versucht, dem Problem auf die Schliche zu kommen. Leider ohne wesentliche Erfolge. Zumindest hatten wir bei unseren Versuchen keine wesentlichen Dinge verstellt.

    Leer ist nun das Fach im Kartentisch …

    Im Endeffekt bedeutete es, dass ich die Geräte nach Deutschland zu Jörg schicken muss, damit er sie dort prüfen kann. Glücklicherweise gibt es hier in Workum einen DHL-Stützpunkt, an dem ich gestern das von uns sehr sorgfältig gepackte Paket (wir haben die Geräte innen in Decken eingewickelt, um sie vor rauen Bedingungen zu schützen) aufgegeben habe, per Express, denn schließlich wollen wir irgendwann weiter fahren. Tatsächlich ist es 24 Stunden später in Rheda-Wiedenbrück angekommen, Kompliment an DHL, auch wenn sie sich den Service gut bezahlen lassen

    Jetzt drückt mal alle die Daumen, dass das Problem bald gefunden wird, und wir wieder auf der kurzen Welle empfangsbereit sind.

  • Ein bisschen Nostalgie Oder: schon wieder Back to the roots?

    Hoorn im Sonnenschein

    Im August 2014 sind wir von Workum abgefahren, zunächst nach Hoorn, dann auf große Fahrt. Nun haben wir es ein bisschen anders gemacht, nach der Corona-Pause wollen wir nun endlich aufbrechen, und segeln zuerst von Hoorn nach Workum.

    Der Abschied von Hoorn war nicht leicht, in der langen Zeit, die unser Boot dort lag, haben wir so viele neue Freunde gefunden und alte Freunde wieder getroffen, dass wir am Ende viele Abende und Kaffeestunden mit diversen Abschiedsfeiern verbracht haben, es war sehr anrührend. Euch allen herzlichen Dank für so viel Freundlichkeit und die schönen Stunden, hartelijk bedankt!

    Am Sonntag Morgen sind wir dann in aller Früh von Hoorn weggefahren, um den Abschied nicht noch schwerer zu machen, alles war noch ruhig, nur Heidi, die Hafenmeisterin, sowie Egbert und Hilda waren schon wach und haben uns zum Abschied gewunken. Bei schönem Wind sind wir dann durchs Markermer nach Enkhuizen und durchs Ijsselmer bis Workum gekreuzt. Soooo viele Segelboote waren da unterwegs!

    Hier müssen noch ein paar kleine Arbeiten am Boot ausgeführt werden, und wir hoffen, dass wie vorhergesagt, der Wind ab dem Wochenende wieder auf eine gute nördliche Richtung dreht und uns flott nach Brest bringen wird.

    Volker kümmert sich um die Details

    In Workum angekommen haben wir all die alten Bekannten wiedergetroffen, die wir vor sieben Jahren sozusagen hier zurückgelassen haben. Susanne und Jürgen, die uns damals auch verabschiedet haben, waren hier und haben die Sherazade gereinigt, die – wie viele wissen, Volkers erstes eigenes Segelboot war. Auch unser lang-lang-jähriger Freund Carl-Martin war auf der Constantia, am Steg, an dem wir festgemacht haben, begrüßte uns sogleich Thomas von der Filou, dann segelte der „Tagedieb“ ein in den Hafen, und kam natürlich auch zu einem kleinen Besuch aufs Boot. Auch Jan, der Hafenmeister, ist noch da, der kleine Laden am Campingplatz hat zwar umgeräumt, aber es gibt noch stets Sommersandalen, Badesachen, Ferien-Notwendigkeiten, und, natürlich, frisches Brot und die notwendigen Lebens- und Genussmittel. Heute Mittag bin ich mit dem Fahrrad ins Städtchen gefahren, das sieht optisch aus wie immer, allerdings wirkte es – Corona-bedingt – ein bisschen verlassener.

    Heute Nachmittag sind Carl-Martin und Volker zur Krönung mit der Constantia ein bisschen Segeln gegangen, das war sicher für beide ein Highlight.

    Die Constantia segelt aus dem Hafen
  • Ein schneller Papagei: Die „Parrot“!

    der imposante Bug mit überlangem Rüssel ist nicht zu übersehen

    Wer hier im Hafen über die Stege spaziert und Boote betrachtet, dem sticht sofort ein  Schiff aus der Masse der Kunststoffyachten ins Auge. Der schwarze Carbonmast zeigt hoch in den Himmel, das überbreite Heck ist nicht zu übersehen und der schwarze Carbonrüssel am Bug ragt weit über den Liegeplatz hinaus.

    Der Betrachter sieht unzählige Trimmleinen, die auf den ersten Blick chaotisch und wahllos über das ganze Schiff verteilt sind. Dem erfahrenen Regattier ist direkt klar, dass es sich um ein schnelles Boot handelt, ein Schiff, das nicht nur über gute Amwindeigenschaften verfügt, sondern durch das breite Heck superschnelle Surfs bei Wind und Welle verspricht.

    Strippen und Strippenzieher

    Klar wird aber auch beim zweiten Blick über die Regattaziege, dass da kein Boot für Solosegler liegt, sondern dass hier Teamsport angesagt ist. Starke sportliche Kerle oder eben gut trainierte Frauen, die auf den verschiedenen Winsch- und Trimmpositionen um die Zehntelknoten und Regattasiege kämpfen.

    Die Crew bei der Arbeit

    Jetzt wollen wir das Geheimnis um das schnelle Boot lüften, es handelt sich um eine Farr 40, gezeichnet und entworfen von dem weltbekannten neuseeländischen Yachtdesigner Bruce Farr, der als Garant für schnelle Entwürfe steht. Bei der Farr 40 kam neben der Geschwindigkeit ein weiterer Aspekt hinzu, sie sollte weltweit zu Segelveranstaltungen verschickbar sein und darum Platz in einem Standard 40-Fuß-Container finden.

    Das Sportgerät

    Außerdem wurden weitere Regeln aufgestellt, um das Wettkampfsegeln nicht unnötig zu verteuern. So gab es die ”Owner-Drivers-Rule”,was nichts anderes bedeutet, als dass der Eigner beim Wettkampf selbst am Ruder stehen muss, anstatt einen teuren Regattaprofi anzumieten.

    Nun noch ein paar nüchterne Zahlen, die das schiere Potenzial des in 1996 entworfenen Racers offenbaren:
    Länge:  12,41 m, Breite: 4,03 m, Tiefgang: 2,60 m, Segelfläche am Wind: 97,6 qm, Spinnaker oder Gennnaker: 157 qm, Bootsgewicht: 4.945 kg

    Doch, was ist besser, als ein schönes Boot nicht nur im Hafen zu bewundern? Glasklar, es auf dem Wasser zu erleben und mitzusegeln. Und genau diese Gelegenheit bot sich mir vor ein paar Tagen! Natürlich ergriff ich sie auch gleich beim Schopfe. am frühen Abend ging es los.

    der Sonne entgegen …

    Ein Trainingsprogramm für die Stammmannschaft war angesagt, denn die Männer wollen  nichts Geringeres, als im Sommer an dem weltberühmten Fastnet Race teilzunehmen.

    schneller als der Wind

    Um 18 Uhr ging es bei leichten und wechselhaften Winden zwischen 3-5 Knoten aufs Wasser, und bei wahren Kursen zwischen 70-90 Grad fuhr die „Parrot“ allzeit schneller als die Windgeschwindigkeiten.

    großer Gennaker mit Stagsegel

    Verschiedene Segelkonfigurationen wurden durchexerziert, mit großer Genua, mit dem Code Zero plus einem Kuttersegel, mit dem riesigen Gennaker plus dem Kuttersegel. Bei dieser Konfiguration standen mehr als 250 Quadratmeter Segelfläche am pechschwarzen Mast, und jeder kleine Lufthauch beschleunigte die schnelle Farr.

    Der Verklicker im Masttop zeigte immer nach vorne, denn wir waren ja schneller als der Wind. Das sorgfältig programmierte Leistungsdiagramm war immer auf 100 Prozent, das bedeutet, dass das Leistungspotenzial des Bootes voll ausgeschöpft wird. Beeindruckend.

    Kommentar der Capitania: „Nicht wirklich kuschelig“

    Um halb elf Uhr abends machten wir am Liegeplatz fest, und die Capitania, die am Steg stand, um die Leinen anzunehmen, hatte dann auch die Möglichkeit, das Boot von innen zu inspizieren. Ihr Fazit: Tagestour segeln ja, drauf verreisen sicher nicht, denn schon der Navigator sieht garantiert kein Tageslicht.

    Bei einem kühlen Bier an Bord der Hexe wurde die Trainingseinheit nochmal nach besprochen.

    Für mich war es ein besonderes Erlebnis, danke an die Mannschaft, wir drücken gaaaaaanz fest die Daumen für das große Vorhaben:

    Möge das Fastnet Race stattfinden und ihr gewinnen!!!

  • Bald geht es wieder los …

    … noch nicht direkt, aber in ein paar Wochen wollen wir aufbrechen. Hinaus aufs blaue Meer, erstmal müssen wir natürlich durch den englischen Kanal, gen Westen segeln, aber dann geht es endlich raus auf den majestätisch großen blauen atlantischen Ozean. Mal wieder neue Reiseerlebnisse sammeln und Seemeilen  im Kielwasser abspulen. Noch jedoch müssen wir uns, wie gesagt, ein bisschen gedulden.

    Die Haltegummis für das Cpckpitzelt werden erneuert

    Viel ist im Winter an Bord passiert, oder, deutlicher gesagt, verbessert worden. Wir haben, besonders nach den drei kompletten Verbraucherbatterie-Aussetzern in den letzen vier Jahren, kräftig ins Batteriemanagement-System investiert und hatten mit Jan und Maarten, professionell-helfende Hände an Bord, die nicht nur sehr systematisch an die Fehlersuche herangegangen sind. Die beiden haben uns auch praktisch sehr unterstützt und begleitet. Sei es bei der Auswahl der neuen Gerätekomponenten, oder aber beim Einbau und und den ausgiebigen Tests derselben.

    Schuld am zurückliegen Batteriedesaster war wohl der Batterieregler für die Solarpanele, der wohl zu hohe Spannungen beim Laden in der prallen Sonne zugelassen hat. Das führte dazu, dass die Batterien sukzessive ausgetrocknet sind. Wir haben jetzt neun Komponenten von Victron Energy verbaut und hoffen, dass sich damit das Problem in Wohlgefallen aufgelöst hat.

    Die Großsegelpersenning, die wir im Herbst erhalten haben, war viel zu groß, die Ersatzlieferung ist jetzt eingetroffen  und passt, so wie es sein soll. Das Seilsystem, mit dem wir das Beiboot aus dem Wasser heben, habe ich angepasst, unser Dinghy hängt jetzt absolut waagerecht unter den Davits. Die neue Rettungsinsel liegt einsatzbereit in ihrem Fach, auf einem Lagergestell aus wasserfestem Sperrholz.

    Volker schwebt hoch in der Luft, um das kaputte Licht wieder anzubringen

    Die Kombination aus Dampfer- und Decklicht steckt in einer neuen Halterung aus rostfreiem Edelstahl und erscheint unkaputtbar, die Motoren haben eine große Wartung erhalten, alle Flüssigkeiten, Filter und Impeller sind erneuert worden. Alle Haltegummis vom Cockpitzelt sind ausgetauscht und Matthijs hat auf dem Großfall eine Verstärkung angespleißt, damit es besser im Fallenstopper hält. Zwei größere Projekte stehen noch an, die Erneuerung der Schaltkabel,  und die Decksfläche soll noch einen neuen Antirutschbelag gestrichen bekommen, damit wir allzeit einen sicheren Stand an Bord haben.

    Im Juni wollen wir dann endlich die Leinen wieder los werfen und im Rahmen der erweiterten neuen „Normalität“ aufbrechen.

    Schneeschippen auf Bootsmannsart
    Die Hexe ist eingeschneit

    Die Winterzeit in Hoorn war abwechslungsreich, wir haben liebe neue Freunde kennengelernt und uns allzeit bei unserem Segelverein sehr willkommen und gut integriert gefühlt. Die Bordheizung hat auch bei kalten Temperaturen von -13 Grad das Bootsinnere allzeit lecker warm und trocken gehalten. Für die technisch Interessierten: Eine 10 Kilowatt leistende Webastoheizung verbrennt pro Stunde einen Liter Diesel bei voller Leistung, das reicht für die Bootsgröße und den Rauminhalt wirklich aus, selbst bei einem eingefrorenem Boot.

    Eis!

    Die drei Wochen im Eis hat das Schiff, genau wie unsere Vorgängerboote, vollkommen schadensfrei überstanden. Solange das Eis durch äußere Einflüsse nicht gebrochen, bzw. geschoben wird, passiert nichts. Das Eis hebt das Boot ganz leicht an, es bleibt aber immer ein bisschen Wasser zwischen Rumpf und Eis. Würde man, natürlich nur rein theoretisch, das Schiff dann auskranen, hätte man eine Negativform von den Rümpfen.

    Fast wie ein Gemälde…

    Die Segelsaison in Holland ist seit ein paar Wochen bereits im vollen Gange und zahlreiche Gastschiffe kommen in unseren schönen Vereinshafen beim WSV Hoorn. Der kalte Nordwind der letzten Wochen hat sich ausgeweht, der Frühling hält Einzug, die Tulpenfelder blühen, die Inzidenz purzelt glücklicherweise nach unten und das Leben findet wieder vermehrt draußen statt.

    Wir geloben Besserung bei den Blogbeiträgen, zu denen wir uns in den letzen Monaten nicht so recht motivieren konnten. Im nächsten Beitrag werden wir unsere Reisepläne konkreter vorstellen.

  • Es wird kalt!

    Allen Unkenrufen zum Trotz ist es doch Winter geworden in Nordeuropa. Viele Boote brauchten nun ein bisschen Pflege und vor allem Vorsorge, besonders dann, wenn ihre Eigner nicht zu ihnen kommen können. Deshalb haben wir eine neue Firma gegründet: MaGro Yachtcare KG. Wir kümmern uns um Boote im Norden Deutschlands und in den Niederlanden.

    Auch unsere Hexe liegt dort nun im mittlerweile dicht gefrorenen Eis:

    Seltener Anblick: Outremer im Schnee beim Sonnenuntergang

    Hier ein paar Bilder von der Landschaft am Ijsselmer, wo durch den starken Ostwind bizarre Formen entstanden sind:

    Fast wie ein impressionistisches Gemälde
    „Slush-Eis“ auf dem Wasser
    Überlebenskünstler

     

     

     

  • Auf zu neuen Ufern!

    Auf zu neuen Ufern!

    Es war ein sehr seltsames Jahr für die ganze Welt, aber auch für uns und unsere Hexe!

    Nach einem langen Winter und einem „bootlosen“ Frühjahr bekamen wir endlich unsere Hexe wieder.  Im Sommer konnten wir – wie im Blog berichtet – mit unseren Kindern und Freunden das Leben auf und rund um das Ijsselmer genießen.

    Seit dem Herbst wird es immer schwieriger mit dem Reisen. Solange es ging, haben wir mit der Hexe auf dem Ijsselmer viele von früher bekannte und lieb gewonnene Routen gesegelt, haben auf den Inseln schöne Tage verbracht, und mit unseren lieben Freunden aus Hoorn so manchen schönen Abend.

    Wir wünschen
    allen unseren Freunden
    ein gesundes,  fröhliches und reisefreudigeres Jahr 2021!

    Als Jahresrückblick haben wir ein paar schöne Fotos von 2020 rausgesucht.

    Im Süßwasser
    Die Überführungscrew
    Auf dem Ijsselmer
    Endlich in Hoorn
    Und wer ist
     hier der Captain?
    Besuch an Bord …

    und auf Vlieland
    Ein tolles Geschenk von Freundin Ingrid!

     

  • Corona-frei

    Mal wieder ein Sonnenuntergangsfoto

    Nachdem unsere Reiseaktivitäten, coronabedingt, deutlich abgenommen haben, ist damit irgendwie auch unsere Lust, einen allzeit aktuellen Reiseblog zu schreiben, deutlich eingebrochen. Mehr als sechs Jahre hatten wir, aus Spaß an der Freude, für die Familie, die Freunde und Wassersportinteressierte unsere Erlebnisse im weltweiten Web, gerne (mit-)geteilt. Das Beiträgeschreiben war ein wichtiger Teil unseres Bordalltages geworden. Egal, ob wir vor Anker lagen, Tagestouren gefahren oder größere Abschnitte gesegelt sind, wir haben immer eine Möglichkeit gefunden, Berichte zu veröffentlich, sei es über das Hafenwifi, das Datenvolumen unseres Mobilfunkvertrags, oder sogar über die Kurzwelle mit dem Pactormodem. Ihr, unsere treuen Blogleser, seid uns fleißig gefolgt, ihr habt Anteil genommen, sei es in Form eines Kommentars, eines Telefonats, oder sogar spontanen Besuchen an Bord. Wir danken recht herzlich für eure Treue.

    Frühstück an Bord im Cockpit

    Jetzt, in der Zeit, in der Reisewarnungen gegen befreundete oder benachbarte Länder ausgesprochen werden, Quarantänemaßnahmen unter Strafandrohung auferlegt sind, obwohl das Virus überall in Europa (und nicht nur dort) aufgetreten ist, nun, da das freie Reisen unter weißen Segeln, wenn überhaupt, nur noch sehr eingeschränkt möglich ist, werden wir leider nicht mehr in der gewohnten und bewährten Weise berichten.

    Das soll aber nicht bedeuten, dass wir jetzt in einen vollständigen Beitrags-Shutdown gehen und unsere Bootserlebnisse nicht mehr veröffentlich wollen. Dazu gibt es viel zu viel Spannendes zu berichten. Nur das beinahe tägliche Update wird für die fast reisefreie Coronazeit entfallen und einem eher monatlichen Bericht weichen, der dafür aber auch entsprechend länger ausfallen wird. Und wenn Corona vorbei ist (wir wissen auch, dass ein Virus nicht einfach weg geht, …), also, wenn man wieder normal und jederzeit, ohne Restriktionen irgendwohin reisen kann, werden wir ganz vorne mit dabei sein und, sooft wir können, von den Reisen, den Ereignissen an Bord und vor allem von den Menschen, die uns begegnen, berichten.

    In diesem Sinne kommen jetzt ein paar Geschichten, denn an Bord gibt es immer etwas zu tun, irgendwie geht auch immer etwas kaputt, aber jeder, der ein Boot sein Eigen nennt, kennt das nur zu gut, und den Nichtseglern wird das immer verbal um die Ohren gehauen.

    Winsch mit zwei Micro-Switches

    Also, vor ein paar Wochen schlummerten wir, in warme Decken eingepackt, in unserer Kabine, als wir mitten in der Nacht von einem superlauten Geräusch aus den Träume gerissen werden. Ein Geräusch, das an eine drehende Schraube im Wasser, ein hakelndes Getriebe beim Auto, oder eine trockenlaufende Pumpe erinnert. Sofort sprangen wir aus den Federn, ich stürmte nach draußen, die Capitania, inspizierte das Schiff von innen, dann trafen wir uns in der Naviecke wieder, schalteten den Hauptschalter und alle Einzelsicherungen am 24-Volt-Panel aus. Sofort war der Krach weg und es herrschte die gewohnte nächtliche Stille im Boot. Nach und nach begannen wir, einen Schalter nach dem anderen wieder anzustellen, doch es blieb glücklicherweise still. Also ab ins Bett und Licht aus. Keine zwei Stunden später schreckten wir wieder hoch, was für ein Lärm an Bord. Diesmal hatte Cornelia den richtigen Riecher und fand eine unserer elektrischen Winschen an Deck, die sich von selbst, wie von Geisterhand, in Bewegung gesetzt hatte. Es gibt einen 100-Ampère-Sicherungsautomat für jede Winsch, nach einer kurzen Zeit hatten wir den richtigen Schalter gefunden, und der Übeltäter hörte auf, sich zu drehen.

    In der Folgezeit ging es an die Fehlersuche, Ralf stand uns telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. Zuerst hatte ich einen der zwei (An-)Schalter im Verdacht, deshalb von einer anderen Winsch den Schalter, den sogenannten Microswitch, abgelötet und bei unser Problemwinsch wieder angelötet. Doch damit war das Problem nicht gelöst, mal drehte die Winsch von selbst, mal nur langsam, mal nicht, am Ende garnicht mehr.

    Der Bösewicht, mit markierten Kabeln, damit wir sie beim Einbauen nicht vertauschen

    Als nächstes stellten wir das Relais unter Generalverdacht, zumal es beim Anschalten nicht mehr klackte. Um es zu erreichen, muss man, im Inneren des Bootes einen Teil des Küchenschranks demontieren, was aber mit dem unterstützenden Rat von Outremer  kein Problem war. Und tatsächlich blinkte ein Anzeige-Led, was klar auf einen Fehler hinweist. Wir haben – ganz schlau –  von einer Cockpitwinsch ein Relais abgebaut und es gegen das angeblich defekte ausgetauscht. Doch die Winsch gab danach immer noch keinen Mucks von sich. Frustriert rief ich – malwieder – Ralf an, der meinte, dass ich nach und nach die Steuerkabel vom Relais für die Schalter abziehen soll. Tatsächlich, als die Kabel für den langsamen Winschgang ab waren, hörte das Blinken auf, ergo sitzt der Fehler im Winschschalter für den langsamen Gang, der muss dann getauscht werden, das ist einfach machbar. Das war jetzt schon die kurze Schilderung einer langen Odyssee …

    Auf dem Weg durchs Watt

    Wer gerne in Holland segelt, die Nordsee und das Watt mag, kommt an den idyllischen westfriesischen Inseln nicht vorbei, zumal ein herbstlicher Ausflug dorthin Ruhe, Erholung, Keine Corona-Infizierten, dafür schöne Segelerlebnisse verspricht. Auch wir sind dem Ruf gefolgt und haben die Einsamkeit, die Ruhe und die Stille auf Vlieland genossen. Im Sommer ist es nicht ganz leicht einen Liegeplatz im häufig vollen Hafen für einen Katamaran zu ergattern, aber in der Nebensaison ist auch für größere Boote genügend Platz. Bewusst und langsam, haben wir zu Fuß die Insel erwandert.

    Durch das fast leere Dorf, die zahlreichen Stufen hinauf zum Leuchtturm, hinab zu den Dünen und schließlich durch die angenehm duftenden Kiefernwälder, um dann vom Aussichtsturm den Blick übers Watt, zur Nachbarinsel Terschelling und hinaus aufs offenen Meer schweifen zu lassen.

    Ein Stück vom Regenbogen

    Die Lichtspiele, am Himmel und am Horizont, sind im herbstlichen Holland besonders intensiv, der windbedingte schnelle Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Schatten, faszinierend. Und bedingt durch die Wettersysteme sind die Windverhältnisse vorhersagbar und zum planbaren Segeln ideal. Der Motor kann ausbleiben und hilft nur bei den Hafenmanövern, das erinnerte uns an zahlreiche frühere Fahrten in diesen nördlichen Gewässern.

    Bis zum nächsten Beitrag…

  • Toilettenprobleme Teil 2

    Nachdem vor ein paar Wochen der Geruchsfilter gerissen ist und durch ein Rohr als Provisorium von mir ersetzt wurde, waren einige Tage später neue Probleme aufgetreten, die für noch mehr Rätselraten sorgten. Der Abwassertank lief über, und die Handpumpe der Toilette lies sich immer schwieriger bewegen, manchmal schnellte die Pumpe unter Druck stehend regelrecht nach oben. Mir schwante nichts Gutes und wir bestellten bei SVB schon mal 6 Meter Abwasserschlauch, rein vorsorglich, versteht sich.

    Da müssen neue Schläuche her…

    Vor drei Tagen lief dann die Toilette randvoll und lies sich weder durch gutes Zureden noch durch Gewalt leer pumpen. Ich schlief danach nachts schlecht, und meine Gedanken kreisten fast ausschliesslich um unser Toilettenproblem. Ist der Fäkalientank voll, ist der Schlauch nur an einer Stelle verstopft, welcher Schlauch ist zugesetzt, ist das Überdruckventil kaputt – Fragen über Fragen und keine Antworten. Die Anspannung in mir stieg fühlbar an. Gestern bin ich dann zu unserem Freund Kees gepilgert und habe ihn um seelischen und handwerklichen Beistand gebeten. Nachmittags um 15 Uhr gingen wir ans Werk, kurz vor 20 Uhr waren wir schlauer, auch etwas weiter, wenn auch noch nicht fertig. Der Auslassschlauch, der vom Boden des Fäkalientanks zum Seeventil hinabführt, ist komplett verkalkt, bzw. mit Urinstein zugesetzt, den haben wir als erstes ausgetauscht. Danach haben wir noch den Kunststoffbogen ausgebaut, in dem das Belüftungsventil eingeschraubt ist, auch dort war alles komplett dicht.

    Der Inhalt des Schlauchs liegt auf dem Steg…

    Heute früh stand ich um 7:30 Uhr wieder im Bad, und es gelang mir, die zum Fäkalientank aufsteigenden Schläuche, mit Gewalt und Ausdauer auszubauen. Das gleiche Resultat wie gestern, auch diese Schläuche sind voll mit Urinstein und Kalk. Ich folgte dem Rat von Ralf und hämmerte auf einem der Schläuche rum: Es kamen über 3 Kilo Urinstein auf anderthalb Meter Schlauch zusammen. Kein Wunder, dass die komplette Toilettenanlage verstopft war.

    Kurz darauf kam Kees und half mir mit Rat und Tat beim Einbau der neuen aufsteigenden Abwasserschläuche. Die mussten zum Teil um Ecken gebogen werden, so schnell, wie es sich jetzt liest, ging es schon garnicht. Zu guter letzt haben wir noch ein paar Versuche gebraucht, bis die Handpumpe wieder dicht war. Jetzt funktioniert unsere Toilettenanlage einwandfrei und wir werden, auf Empfehlung vieler, das ganze System regelmäßig mit Essigreiniger spülen, damit es sich nicht mehr so zusetzt. Tausend Dank Kees, für Deinen Rat, Deine tatkräftige Mithilfe und Deine Geduld!!!

  • Gäste an Bord

    Glückliche Gesichter mit sattem Bauch

    Samstag sind wir bei grauem Wetter und sechs bis sieben Windstärken nach Hoorn gekreuzt, haben einen wunderschönen Abschiedsabend mit den Kindern in der Bar der Hoofdtoren, und dort gibt es endlich die allerbesten Spareribs.

    Gestern war dann großer Besuchs-Sonntag. Als erstes kommen rechtzeitig zum Frühstück Allegra, Christian und Zoey an, große Premiere: Unser Enkelkind ist an Bord! Und sie fand es großartig, nur dass natürlich immer jemand hinter ihr her sein muss, damit sie nicht vor lauter Begeisterung für die quakenden Enten selber im Wasser landet!

    Das Enkelkind erobert das Boot

    Dann hatte es sich, auch dank des Artikels über die „Hexe“ im Hoornblazer, der Vereinszeitung unseres hiesigen Segelvereins, herumgesprochen, was es mit dem großen Katamaran im Hafen auf sich hat, und einige Mitglieder des Vereins kamen zur Besichtigung. Volker macht sehr gerne sehr informative Führungen auf unserem Boot.

    Nachmittags kommen dann Petra und Axel an, die nun eine Woche mit uns segeln können, beide hatte wir ja schon – einzeln zwar – in Lanzarote zu Gast, das wird wieder eine sehr schöne Woche werden. Und dann gibt es ein Wiedersehen mit Ingrid und Detlef, die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten, Detlef hat uns ganz zu Anfang unserer Reise 2014 von Cherbourg bis Concarneau begleitet. Und Ingrid hatte wir noch länger nicht mehr gesehen, das gab ein großes Hallo. nach so vielen Jahren freuen wir uns natürlich alle über das Wiedersehen und es gibt unendlich viel zu erzählen! Mit Tochter Saskia und Schwiegersohn Sebastian machen Detlef und Ingrid eine Urlaubswoche auf dem Ijsselmer.

    Das Highlight des Tages: Ein Künstlerbuch von Ingrid
    Killepitsch für die satten Mägen

    Abends grillen wir alle zusammen auf der Hexe, dazu kommen auch Kees und Gre, denn Petra wollte sie auch sehr gerne treffen, außerdem gibt es immer auch für Kees (und, sehr zur Freude des Skippers nicht nur für ihn!) eine Flasche Düsseldorfer Killepitsch.

    Es wird ein sehr geselliger Abend in unserem Cockpit, auch die kleine Zoey genießt die Aufmerksamkeit von so vielen netten Menschen, bevor sie gegen zehn Uhr hundemüde in ihr Campingbusbettchen fällt.

    Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von Hoorn, motoren über das flache Ijsselmer nach Norden, in Workum wollen wir eine Nacht bleiben, Allegra und Christian haben dort einen Platz auf dem Camping It Soal gefunden. Ab der Schleuse Enkhuizen kommen die Fliegen, die lästigen kleinen Ijsselmerfliegen, die nichts tun, außer rumzusitzen, rumzuschwirren und die Menschen zu nerven. Sie stechen nicht einmal, und bis kurz vor Workum sind es Milliarden geworden, da hilft nur noch der Wasserschlauch und der Staubsauger.

    Wir freuen uns sehr über ein Wiedersehen mit Hafenmeister Jan, und ganz besonders mit Carl-Martin, mit dem wir schon so viele schöne Bootsurlaube verbracht haben. Und das feiern wir – mal wieder  mit einem ordentlichen Grillmenü am Abend!

  • Urlaubstörn mit Kindern, Logbuch Teil 2: Regatta den ganzen Tag

    Freitag, 11. September 2020, Baro 1017,
    bedeckt, später auch mal sonnig, kühl, Wind SW um 4
    Vlieland 08:40 – 16:00 Enkhuizen, 53 sm

    Noch grau am Morgen: Der Abschied von Vlieland

    Start in Vlieland: Direkt vor uns fährt eine Dehler 36 aus dem Hafen, setzt – wie wir – direkt nach der Hafeneinfahrt das Großsegel, und los! Obwohl ein ganz leichter achterlicher Wind weht, überholen wir sie mit Leichtigkeit, der Skipper ist zufrieden.Nach und nach stehen die anderen Matrosen auf, Larissa muss ja immer früh schon mit Hund Nana raus, sie war wach und konnte beim Ablegen helfen.

    Schnell im Watt, über 11 Knoten Geschwindigkeit!

    10:25 Uhr sichten wir, leider auf der falschen Sandbank, neun Robben. Alle anderen Attraktionen haben ja auch ganz gut geklappt, sogar ein Hubschrauber über Vlieland wurde gesichtet! Der Strom beschleunigt die Hexe, die aber sowieso schnell segelt, an allen anderen Seglern können wir vorbei ziehen, sehr zur Freude des Skippers.

    12:40 sind wir an der Schleuse Kornwerderzand, haben Glück, denn sofort geht die Brücke auf, und wir können direkt in de Schleusenkammer einfahren. Mit zwei anderen Booten werden wir hinunter auf Ijsselmerniveau geschleust, schnell werden wieder Segel gesetzt und abermals überholen wir eine Dehler 39 und eine X-Yacht, die Regatta ist eröffnet.

    14:00 Uhr sind wir an Stavoren vorbei, der veränderliche Wind macht dem Skipper zu schaffen, denn wir haben hier mindestens drei Schiffe, die heimliche Regatta segeln, eben jene Dehler 39, die X 36 (der heimliche Favorit) und noch mindestens ein anderes Einrumpferboot. Volker kämpft gegen den schwachen Wind, aber nach Stavoren frischt der auf und nun ist der Kampf eindeutig gewonnen für den Skipper der Hexe.

    Mit Sicht über alles: Die Hexe

    Die „Leichtmatrosen“ vertreiben sich derweil die Zeit mit Kartenspielen im Warmen, das Ijsselmer ist flach genug, dass es auch den empfindlichsten Magen schont. Und im Boot ist es deutlich wärmer als draußen gegen den Wind. Wir haben ungefähr fünf Lagen Klamotten an, einschließlich Skihose und gefütterter Weste. Doch das Segeln macht großen Spaß und sobald wir angelegt haben und aus dem Wind sind, merkt man, dass es immer noch Spätsommer ist.

    Im Buitenhaven in Enkhuizen bekommen wir auch wieder einen royalen Liegeplatz, längsseits an der „Vriendshap , die Freundschaft ist ein schöner großer Boter mit einem Schweizer Skipper, der leider auch wegen Corona über zu wenig Charterfahrten klagen kann.

    Fast wie ein Bühnenbild

    Enkhuizen präsentiert sich von seiner besten Seite, der Himmel ist fast wolkenlos, die Menschen sitzen in den Cafés und Restaurants, es ist Freitag Spätnachmittag / Abend, ein entspanntes Einläuten eines schönen Wochenendes scheint hier gegeben.

    Enkhuizen

    Gerade machen Volker und ich uns noch Gedanken über das Abendessen, da kommen die Kinder zurück vom „Landgang“, und meinen, sie hätten ganz viel Lust auf holländische Spareribs. Die besten, sagt Larissa, gab es doch früher in der Mastenbar am Companieshaven in Enkhuizen. Tatsächlich kann ich noch einen Tisch für uns organisieren, heute holländisch Aus-Essen!